Autoreninterview Elke Nansen

Liebe Elke,
ich freue mich, dass Du Dir Zeit nimmst und Dich meinen Fragen stellst.  Bevor ich meine Fragen zusammenstelle, versuche ich viele Informationen zu bekommen, zumal wir bisher noch keinen Kontakt zueinander hatten. Ich habe im November Deinen ersten Ostfrieslandkrimi gelesen und jetzt gerade den zweiten, die mich beide sehr begeistert haben. Mehr Infos dazu sind am Ende dieses Beitrages zu finden.

Ich habe gelesen, dass Du einige Jahre in Verden an der Aller gelebt hast, nun ist das doch noch ein Stück von Ostfriesland entfernt, wie kam es, dass Du Dich entschieden hast und Ostfrieslandkrimis schreiben wolltest?

Dadurch, dass ich in Verden wohnte, war ich an den Wochenenden ganz viel in Ostfriesland, denn es ist von dort ein Katzensprung. Aber selbst, als ich noch in jungen Jahren in Frankfurt wohnte, bin ich mindestens einmal im Jahr hoch in die Siele gefahren. Es ist so ein bisschen meine Wahlheimat.
Das Regio-Krimi-Genre hat mich immer gereizt und was lag da näher, als meine Krimis im schönen Ostfriesland spielen zu lassen.
Dein Hobby ist Tauchen und Du bist schon in ganz tollem Gewässer getaucht, da ist die Nordsee doch etwas langweilig, zumal das Wasser öfter weg ist, oder?
Da hast du vollkommen recht, dennoch sollte man als echter Taucher auch in der Nordsee getaucht sein. Aber es ist kalt, richtig kalt, selbst im Hochsommer.

Unter einem anderen Namen schreibst Du ebenfalls Krimis, nun bin ich immer furchtbar neugierig und würde gerne wissen, ob Du mir den Autorennamen verrätst und was Du geschrieben hast.
Ich schreibe auch unter dem Pseudonym E. M. Ross und habe vier FBI-Thriller veröffentlicht. Die Angels-Serie, die in folgender Reihenfolge erschien:
Desperate Angels
Guardian Angels
Fanatic Angels
Devoted Angel
Unter E. M. Ross erschien auch eine Biographie aus dem Rotlichtmilieu, A fucking Business. Eine junge Frau, die für ein Jahr als Escort-Girl arbeitet, erzählte mir damals ihre spannende Geschichte und ich habe sie aufgeschrieben. Danach war ich ein paar Jahre als Ghostwriter für einen sehr bekannten Helden tätig: Jerry Cotton, vom Bastei Lübbe Verlag.

Nach meinem doch recht langen schriftstellerischen Ausflug nach Amerika, wollte ich dann endlich in Regio-Krimis einsteigen und habe mich sehr gefreut, als mir eine Serie angeboten wurde.

Ganz begeistert bin ich ja von Deinen Ostfrieslandkrimis, an Spannung fehlt es nicht und ich mag es auch, wenn ich so ein bisschen mehr von den Ermittlern erfahre. Da Kommissar Faber aus Frankfurt in den Norden versetzt wurde, lerne ich als Leserin mit ihm die Gepflogenheiten kennen.  Hast Du noch weitere Folgen mit dem Team Faber/Waatstedt geplant?
Ja, da kommt noch eine ganze Menge. Nach Tödliche Krummhörn und Tödliche Leyhörn, werden allein noch dieses Jahr drei weitere Romane der Serie erscheinen. Wenn die Resonanz der Leser weiterhin so gut ist, dann planen wir auch 2019 noch einige Faber/Waatstedt-Romane.

Arbeitest Du hauptberuflich als Autorin?
Mittlerweile tue ich das. Ich hatte das große Glück in meinem ursprünglichen Beruf sehr erfolgreich zu sein und konnte mich daher früh als Privatier zur Ruhe setzten. Damit hatte ich dann endlich Zeit, meiner Leidenschaft, dem Schreiben, nachzugehen.
Was gefällt Dir am Beruf der Autorin?
Eine interessante Frage, ich musste erst einmal darüber nachdenken, ob es ein Beruf ist. Ja und nein. Eher ist es eine Leidenschaft, die man zum Beruf machen kann. Natürlich gibt auch dort die unangenehmen Dinge, wie in jedem Beruf, zum Beispiel Disziplin, Handwerk und Termine. Einer meiner vielen Lektoren sagte einmal: Um ein guter Schriftsteller zu sein, braucht man 95% Handwerk und 5% Prozent Talent. Doch wenn die 5% Prozent Talent fehlen, nützt auch alles Handwerk nicht.

Große Freude macht es Protagonisten auszuarbeiten, dann die Kriminalfälle und den roten Faden einer Serie. Recherche ist das A und O einer Geschichte. Die Leser sind anspruchsvoll und man darf  ihnen keine Unwahrheiten berichten. Das verärgert den Leser nur. Ich lerne bei jedem Buch, das ich schreibe, eine ganze Menge allein durch die Recherche. Das sind dann Dinge, die hochinteressant sind und mit denen man sich sonst nie beschäftigt hätte.
Bücher zu schreiben und Leser zu unterhalten ist einfach ein Traum, viel Arbeit aber auch ganz viel Spaß!

Wie sieht Dein Alltag aus?
Leider bin ich keiner der Autoren, die von acht Uhr bis zwölf Uhr schreiben können und sich am Nachmittag dann mit Korrekturen und Recherche beschäftigt. Wenn ich eine Geschichte zu erzählen habe, dann muss die sofort raus und geschrieben werden. So sitze ich manchmal viel länger am PC, als er gut für mich ist.
Wie findest Du Ideen zu Deinen Büchern oder finden sie sogar Dich?
Schwer zu beantworten. Manchmal sind es Situationen, die ich erlebe, manchmal Anstöße aus Büchern, Serien oder auch den Nachrichten. Aber so manches Mal liege ich auch im Bett und kann nicht schlafen, dann macht es PING und es kommt eine Idee, die ich mir dann notieren muss.
So morbid es klingt, aber ich musste mich für mein erstes FBI-Buch mit der Psychologie von Serienmördern auseinandersetzen. Das Feld psychischer Erkrankungen und deren Auswirkungen auf das Leben dieser Menschen sind sehr interessant, wenn auch furchterregend. Daher versuche ich auch immer, sehr genau mit den Motiven von meinen fiktiven Mördern zu sein. Denn die Frage ist nicht, was macht einen Menschen zum Mörder, sondern welche Lebendbedingungen und Erkrankungen können einen Menschen so weit treiben, um zum Mörder zu werden. Das ist ein umfassendes Gebiet, das viele Ideen beinhaltet.
Kann es vorkommen, dass Dir beim Schreiben schon neue und weitere Ideen einfallen?
Ja leider! Denn es ist wichtig sich auf ein Projekt zu konzentrieren, sonst verliert man den Fokus. Aber ich mache mir dann immer schnell ein paar Notizen, die ich dann zur gegebenen Zeit benutze.
Wie werden sie festgehalten?
Ich nehme an, du meinst die Ideen. Auf meinem Schreibtisch kleben Unmengen von gelben Post-its. Wenn ich die dann durchgehe, denke ich manchmal: Was wollte ich denn damit?
Aber im Großen und Ganzen bewahre ich den Überblick.
Wenn ich auf Reisen bin, dann habe ich immer ein Notizbuch dabei, denn oft sind es Stimmungen, die mich dann inspirieren. Ich fotografiere auch viel auf meinen Recherchereisen und prompt ist dann auch wieder ein neuer Tatort dabei.
Wie lange schreibst Du an einem Buch?
Da wir in 2018 jedes Quartal ein neues Buch der Faber/Waatstedt-Serie herausbringen wollen, beantwortet das deine Frage. Es ist ein taffes Timing, da muss man sich schon disziplinieren. Für meine ersten Bücher brauchte ich wesentlich länger; gut die hatten auch einen Umfang von 300 bis 400 Seiten. Wie wichtig es ist, Abgabetermine zu halten, habe ich dann bei den Jerry Cotton-Romanen gelernt. Wie überall, hat auch das Schreiben mit Erfahrung zu tun und man wird mit den Jahren besser darin.

Wer darf Dein Buch als erstes lesen?

Mein Lektor, denn es fehlt die Zeit, dass es vorher noch jemand anderer lesen kann. Am Anfang meiner Schriftstellerei hatte ich einen Mentor, meinen Kollege bei der Zeitung. Er war das Versuchskaninchen, um überhaupt erst einmal festzustellen, ob ich das Zeug für einen Autor habe.
Er hat mir am Anfang viel geholfen, vor allem mit Zuspruch. Denn, um einen Fuß in die Verlage zu bekommen, muss man eine Menge Klinken putzten und darf nie aufgeben. Hat man es erst einmal geschafft, läuft das bei den Verlagen dann wie von selbst. Mit viel Glück kommen die dann auf dich zu.

Hast Du als Kind gerne gelesen und wenn ja, an welche Bücher erinnerst Du Dich?
Meine gesamte Kindheit und Jugend war vom Lesen bestimmt. Ich erinnere mich sehr gut daran, dass ich etwa mit zwölf Jahren ein Jugendbuch von Ravensburger Taschenbücher gelesen habe, das bereits 1966 erschienen war. Es lebe die Republik von Jan Procházka. Es ging um einen ebenfalls zwölfjährigen Jungen, der im Zweiten Weltkrieg überleben musste. Das hat mich damals ungemein beeindruckt. Dieses Buch steht immer noch neben meinem Bett bei meinen Lieblingsbüchern.
Aber ich liebte als Kind auch schon die Jugend-Thriller, wie zum Beispiel, die Geheimagent LennetJugendbuch-Serie, die damals von Schneider-Büchern verlegt wurde. Fünf Freunde und Raumschiff Monitor Serien habe ich als Kind natürlich ebenfalls verschlungen.

Liest Du jetzt als Erwachsene auch noch Bücher oder lässt es Deine Zeit nicht zu?

Ich nehme mir die Zeit und das muss ich auch, da ich als Redakteurin einer Kulturzeitung Rezensionen schreibe und Interviews mit Autoren mache. Glaube mir, es vergeht keine Woche, in der ich nicht zwei, eher drei Bücher lese.

Hast Du ein Lieblingsbuch?
Ganz schwierig. Ich denke, ich habe den Herrn der Ringe in meinem bisherigen Leben bestimmt fünfzehn Mal gelesen. Es ist eine großartige Geschichte und man entdeckt bei jedem Lesen wieder etwas Neues. Doch ich habe eher Lieblingsautoren, wie Jussi Adler Olsen, David Baldacci, Jack Kerley, Harlan Coben, Don Winslow, Karin Slaughter und und und.

Was macht für Dich ein wirklich gutes Buch aus?
Wenn ich das wüsste, dann würde ich ab morgen nur noch Weltbestseller schreiben.
Doch Spaß beiseite, ein Buch muss mich auf den ersten dreißig Seiten fesseln. Wenn ich es dann nicht mehr aus der Hand legen kann, bis ich den letzten Satz gelesen habe und dadurch vielleicht nur vier Stunden Schlaf bekomme, dann ist es ein gutes Buch.
Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor der Vergangenheit würdest Du gerne besuchen?
Tolle Frage!
Also, ich würde gerne mal:
Eine Flasche Wein mit Erich Kästner trinken. Mich mit Joachim Ringelnatz kaputtlachen. Mit Goethe durch Weimar schlendern. Immanuel Kant belauschen. Ein Kaffeekränzen mit Thomas Mann abhalten. Einen deftigen Streit mit Dr. Freud über seine Hysterie-Bücher, speziell die Hysterie der Frauen, ausfechten. Mit Alexandre Dumas eine echte Runde fechten. Mich mit Emily Brontë ausführlich über Heathcliff unterhalten und mit Theodor Fontane auf dem Deich spazieren gehen.
Mir ist jetzt nicht bekannt, wo Du wohnst. Deshalb meine Frage, wenn Du einen Krimi schreibst, schaust Du Dir die Gegend an, damit alles so richtig authentisch ist?
Definitiv. Ich breche jetzt Ende April wieder zu einer Recherchereise nach Greetsiel Ostfriesland auf.
Ich radele durch die Dörfer und auf dem Deich und mache viele Fotos. Dieses Mal bin ich sogar eingeladen von der Emdener Polizei, mir das Revier anzusehen und Fragen zur Organisation und den Ermittlungsprozessen zu stellen. Das wird spannend!
Du schreibst in der Hauptsache Krimis, hast Du Dir schon mal Gedanken gemacht, Bücher in einem anderen Genre zu schreiben, wie zum Beispiel historische oder Fantasy?

Ich habe noch einen dreiteiligen Science-Fiction in meiner Schreibtischschublade liegen, den ich vor Jahren geschrieben habe. Mal sehen, ob sich irgendwann mal ein Verlag findet. Jedoch ist Sci-Fi von deutschen Autoren immer noch ein Nischenprodukt und daher ist es schwer, einen Verlag dafür zu interessieren. Historienromane von Gable und Follet finde ich toll, doch es gibt mittlerweile viele Autoren, die mich mit ihren Historienbüchern nur langweilen. Das wäre nicht mein Metier. Auch Fantasy lese ich gerne, doch so etwas schreiben, kann ich mir nicht vorstellen.
Gerne würde mal ein richtig kluges Buch schreiben, so wie Ferdinand von Schirach, den ich sehr bewundere. Doch ob ich jemals so alt werden kann, damit ich so weise bin, bezweifle ich stark.

Viele Autoren haben sehr engen Kontakt zu Lesern oder Bloggern, wie sieht es bei Dir aus?
Ich habe bei meiner Angels-Serie sehr viel Kontakt zu Bloggern gehabt. Finde ich super, denn ich bewundere die Leseratten sehr. Meistens sind es junge Mädchen und alle Generationen von Frauen, die Leseblogs führen und sehr viel Arbeit in ihr Hobby stecken. Es ist enorm, wie viele Bücher die Blogger lesen und wie viel Enthusiasmus sie entwickeln. Ich habe mich früher regelmäßig mit Bloggern auf den Buchmessen getroffen und mich sehr gerne ausgetauscht.
Eigentlich hoffe ich, dass der Kontakt mit den Ostfriesland-Krimis wieder enger wird, da ich während meiner Jerry Cotton Jahre einfach nicht die Zeit hatte, mit Bloggern zu diskutieren

Was wünschst Du Dir von Deinen Lesern?
Einfach, dass sie sich von meinen Büchern gut unterhalten fühlen. Wenn ein Leser begeistert mitfiebert oder einen meiner Protagonisten so richtig ins Herz schließt, ist das für mich die größte Freude.

Gerne frage ich meine Interviewpartner immer, was einem zu folgenden Namen oder Begriffen einfällt:
Klaus Störtebecker
Rote, lange und verfilzte Haare und Bart. Sein Kopf wurde nach der Enthauptung an der Elbe aufgespießt (brrr, gruselig). Ostfrieslands Sir Francis Drake. Es gibt ja Stimmen die behaupten er komme aus Verden an der Aller, was Wismar natürlich von sich weist.
Enid Blyton
Uhhhh, Hanni und Nanni, Lissy, Dolly, war so gar nicht meins. Internat, Mädchen-Geschichten.
Fünf Freunde, super! Ich wollte immer George sein, den Hund Timmy fand ich auch spitze.
Aus der Kinder- und Jugendliteratur nicht wegzudenken, erstaunlicherweise immer noch aktuell, obwohl nicht ein einziges Handy oder iPhone in ihren Geschichten vorkommt. Da fragt sich doch der heutige Teenager, wie konnte man damals überleben.
Ernest Hemingway
Nobelpreis- und Pulitzerpreisträger. Mein Besuch in seinem Haus in Key West. Depressionen, Alkoholexzesse und Suizid. Wahlheimat Kuba. Stierkampf.
Der alte Mann und das Meer, Tod am Nachmittag und Wem die Stunde schlägt.
Liebe Elke, ich bedanke mich, dass Du meine Fragen beantwortet hast.
Vielen Dank! Das war ein tolles Interview mit einer Menge spannender Fragen, die mir so noch nie gestellt wurden.
Hier möchte ich auf die beiden Bücher, die im Klarant Verlag erschienen sind, hinweisen

Tödliche Krummhörn

erschienen am 17. November 2017

205 Seiten

Das Buch habe ich bereits rezensiert

Tödliche Leyhörn

erschienen am 13. April 2018

200 Seiten

Zu diesem Buch gibt es in Kürze meine Rezension

#Anzeige #Werbung #KlarantVerlag
da ich mit diesem Interview auch etwas Werbung für die Bücher mache, habe ich hier die Kennzeichnung vorgenommen.

Rezension – Die kleine Inselbuchhandlung

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Autor: Janne Mommsen Titel: Die kleine Inselbuchhandlung Genre: Roman Version: eBook, Taschenbuch, Hörbuch erschienen: 27. März 2018 Seiten: 288 Altersempfehlung: Erwachsene Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag Über den Autor: Janne Mommsen, Jahrgang 1960, hat in seinem früheren Leben als Krankenpfleger, Werftarbeiter … Weiterlesen

Rezension – Manchmal hilft nur fauler Zauber

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Autorin: Nicola Lux Titel: Manchmal hilft nur fauler Zauber Genre: Roman, Krimikomödie Version: eBook und Taschenbuch erschienen: 2. März 2018 Seiten: 260 Altersempfehlung: Erwachsene Verlag: Bookspot Verlag Über die Autorin: Nicola Lux, geboren am selben wunderbaren Novembertag wie Voltaire, allerdings … Weiterlesen

Rezension – Ist die Katze aus dem Haus

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Autorin: Rita Mae Brown Titel: Ist die Katze aus dem Haus Genre: Krimi, Tierkrimi Version: eBook und Hardcover erschienen: 6. April 2018 Seiten: 336 Altersempfehlung: Erwachsene Verlag: List by Ullstein Buchverlage Über die Autorin: Rita Mae Brown, geboren 1944 in … Weiterlesen

Rezension – Der Tod kommt mit dem Wohnmobil

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Autorin: Susanne Hanika Titel: Der Tod kommt mit dem Wohnmobil Genre: Krimi Version: eBook und Hörbuch erschienen: 10. April 2018 Seiten: 239 Altersempfehlung: Erwachsene Verlag: beTHRILLED by Bastei Entertainment Susanne Hanika, geboren 1969 in Regensburg, studierte Biologie und Chemie. Nach … Weiterlesen

Rezension – Drei Schwestern am Meer

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Autorin: Anne Barns Titel: Drei Schwestern am Meer Genre: Roman Version: eBook, Taschenbuch und Hörbuch erschienen: 5. März 2018 Seiten: 352 Altersempfehlung: Erwachsene Verlag: MIRA Taschenbuch Anne Barns ist ein Pseudonym der Autorin Andrea Russo. Sie hat vor einigen Jahren … Weiterlesen

Rezension – Das Leben ist ein Seidenkleid

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Autorin: Tanja Wekwerth Titel: Das Leben ist ein Seidenkleid Genre: Roman Version: eBook und broschiert erschienen: 5. März 2018 Seiten: 304 Altersempfehlung: Erwachsene Verlag: HarperCollins Die Autorin Tanja Wekwerth wurde in Berlin geboren und arbeitete viele Jahre als Model und … Weiterlesen

Autoreninterview – Petra Mattfeldt

Liebe Petra,
ich freue mich sehr, dass Du Dir die Zeit nimmst und meine Fragen beantwortest. Eigentlich müssten es ja mehrere Interviews sein, denn ich kenne Dich unter drei Namen und bin von all Deinen Büchern begeistert. Ob es nun Jugendbücher, Krimis/Thriller oder historische Bücher sind. Letztere schreibst Du unter dem Namen Caren Benedikt und Ellin Carsta. Und als Caren Benedikt habe ich Dich vor vielen Jahren kennen gelernt. Zunächst nur schriftlich und später dann hatten wir die Gelegenheit uns auf Buchmessen zu unterhalten.
Bei unserem ersten Treffen auf der Buchmesse 
 in Frankfurt hatten wir beide auf jeden Fall 
sehr viel Spaß 
Ich finde es schon faszinierend, was Du alles schreibst und das in ganz unterschiedlichen Genres. Wie ist das eigentlich, kann die Petra abschalten, wenn die Caren gerade an einem Buch schreibt?
Zunächst muss ich sagen, dass ich mich selbst natürlich nicht als unterschiedliche Personen wahrnehme, die Pseudonyme sind wirklich nur Aushängeschilder.
Das Gute ist, dass ich sehr interessiert im Bereich Geschichte bin und deswegen in allen Bereichen, egal ob nun bei Jugendbüchern, Krimis oder historischen Romanen begeistert meine Ideen selbst entwickle. Mir wird nicht vorgeschrieben, was für Stoff ich schreiben soll. Deswegen ist jedes Buch eine echte Herzensangelegenheit, ich stecke alles in meine Bücher und deshalb denke ich überhaupt nicht daran, für welches Pseudonym ich schreibe. Im Vordergrund sollte meiner Meinung nach nicht der Autor stehen, sondern das Werk selbst. Das versuche ich immer so gut wie möglich hinzubekommen.
Kommen Dir beim Schreiben eines Buches schon Ideen für ein weiteres? 
Ja, das ist tatsächlich so! Es ist wirklich schwierig alle Figuren richtig zu ordnen. Ich hatte schon einige historische Romane, in denen plötzlich mein Kommissar Cornelsen über den Mittelaltermarkt spazierte. Das heißt, ich bekomme nicht nur weitere Ideen zu der Reihe, die ich gerade schreibe, sondern auch zu anderen Büchern. Das ist wirklich extrem spannend, weil für mich bei einem Buch, das ich schreibe, bestimmt drei bis vier weitere Buchideen entstehen. Somit regt der Prozess mich sofort zu neuen Büchern an!


Und woher kommen die Ideen?

Meine Ideen kommen von überall. Ich weiß, das hört sich sehr klischeehaft an, aber es ist wirklich so! Das kann ein Bild von einem Weinbau sein, das ich betrachte und plötzlich möchte ich eine Familiengeschichte dazu schreiben. Oder sogar noch weniger: Es reicht ein Geruch, der mir in die Nase steigt und mich an einen mittelalterlichen Basar im fernen Osten denken lässt oder eine Melodie, die mir in den Kopf steigt. Manchmal ist das sehr anstrengend, weil ich aus dem Nichts aufspringe und mein Handy greife, um mir ein Zitat zu notieren, an das ich denken muss. Zu dem Zeitpunkt habe ich nicht die geringste Ahnung, zu welcher Figur oder Geschichte das gehören könnte, ich schreibe es einfach auf und hoffe das Beste (lacht)!
Wie lange schreibst Du an einem Buch und wer darf es als erstes lesen?
Das ist von Buch zu Buch unterschiedlich. Das Gute ist, dass ich recht schnell schreiben kann und deshalb die wirkliche Schreibzeit gar nicht so lange ist. So schnell wie meine Gedanken springen, ist das auch gut so! Viel länger dauert für mich das Einfühlen in die Zeit und natürlich die Recherche. Zum Glück übernehme nicht ich diese, sondern mein Mann. Mir fehlt einfach die Geduld dafür. Dennoch dauert es für mich einige Zeit, bis ich mich in die Zeit zurückversetzt habe und die Atmosphäre für mich aufnehmen kann.
Als Erster liest immer mein Mann und das nicht nur, weil er die Recherche macht und deshalb über den Inhalt und meine Fragen dazu Bescheid wissen muss. Mein Mann ist einfach selbst ein begeisterter Leser und mir ist der Austausch mit ihm unglaublich wichtig, weil ich sichergehen will, dass die Gedanken der Figuren glaubhaft sind und man der Handlung gut folgen kann. Wenn er stundenlang nur am Manuskript sitzt und die Augen gar nicht mehr abwendet, dann ist das für mich das größte Lob, das ich kriegen kann!


Wir haben uns ja schon mal über ein Zeitmanagement unterhalten, leider hat der Tag wirklich nur 24 Stunden. Wie sieht Dein Autorenalltag aus?
Tja, das ist mein größtes Problem. Meiner Meinung nach ist die Erfindung der 24 Stunden eine Gemeinheit. Mit 32 Stunden käme ich deutlich besser aus! Mein Tag ist prall gefüllt. Morgens fahre ich im Normalfall mit meinem Mann ins Büro und arbeite dort an diversen Aufgaben, vor allem aber für den Bookspot-Verlag, bei dem ich als Verlagsleiterin mit eingestiegen bin. Immer dabei ist unser jüngstes Familienmitglied Henry, ein Cavalier King Charles Spaniel, der mir hilft, in der ganzen Arbeit nicht unterzugehen. So gut es möglich ist, schreibe ich auch in der Zeit, doch oft ist gar keine Zeit mehr für meine Geschichten. Dann fahre ich nach Hause, koche für die Familie und fahre danach entweder wieder ins Büro oder beginne richtig zu schreiben. Für mich funktioniert jedoch am besten ohnehin das Nachtschreiben, also dass ich mich ab ca. 23 Uhr hinsetze und loslege. Zu keiner anderen Zeit bekomme ich diese Ruhe und kann mich so in die Geschichte einfühlen.
Du hast ja auch Familie, wie kommen Dein Mann und die Kinder mit dieser emsigen Frau und Mutter klar?
Meine Familie unterstützt mich in meiner Arbeit. Manchmal reicht es schon, wenn man ein bisschen aus der Geschichte herauskommt und mal abgelenkt wird, dann ist das auch sehr gut. Aber sobald ich Ruhe brauche oder jemanden zum Reden, ist meine ganze Familie für mich da. Der Zusammenhalt ist mir sehr wichtig und gibt mir die Kraft, die ich brauche.

Du bist ja eine eifrig schreibende Autorin, was mich natürlich sehr begeistert. Werden Deine Bücher von Deiner Familie auch gelesen?

Wie schon gesagt, liest mein Mann jedes Buch als Erster, also ja. Bei meinen Kindern sieht es ein bisschen anders aus, da liest jeder das, was ihn interessiert. Mein Sohn zum Beispiel hat die Jugendromane verschlungen. Er ist selbst angehender Autor und ich habe mit ihm dann auch gleich den zweiten Teil des „Jahrbuchcodes“ zusammengeschrieben.  Meine eine Tochter hat einige der historischen Romane gelesen und meine andere Tochter die Krimis. Das freut mich natürlich, aber ich würde nie von ihnen erwarten, dass sie alle meine Bücher lesen müssen. Geschmäcker sind eben unterschiedlich und das ist gut so.


Wie bist Du auf die Idee gekommen, eine Autorin zu werden?
Es gab bei mir nie die Idee „Jetzt möchte ich Autorin sein“, es waren nur einige Einfälle, die ich aufschreiben wollte. Diese Einfälle wurden zu einer ganzen Geschichte, einem ganzen Roman und den habe ich bei einem Wettbewerb eingereicht. Nachdem ich dort den zweiten Platz machte und die Gedanken um Geschichten nicht aufhören wollten zu sprudeln, hatte ich Blut geleckt und wollte mehr. Insgesamt muss ich sagen, dass mir das alles eher wie ein glücklicher Zufall vorkommt. Oft habe ich einfach angefangen zu schreiben, das Beste gehofft und das hat sich bezahlt gemacht. Aber es war nie das Bewusstsein, dass ich jetzt als Autorin gelten könnte.

Hast Du als Kind gerne gelesen und wenn ja, welche Bücher fallen Dir spontan ein.

Ja – klar! Ich war ein typischer Pippi Langstrumpf Fan. Die fand ich super. Aber auch die Winnetou Romane und Michael Ende habe ich geliebt!
Hast Du jetzt überhaupt noch Zeit aus Spaß an der Freude Bücher zu lesen?
Die Zeit ist das große Problem. Sobald ich Zeit habe, lese ich auch gerne andere Bücher. Aber gerade im Urlaub ist es die leichte Literatur, die ich mitnehme. Die Romane helfen mir beim Entspannen. Aber ich lese auch unglaublich gerne Krimis oder historische Romane, weil mir das Abtauchen sehr gefällt, dieser Moment, wenn ich ganz in den Bann eines Buches gesogen werde.

Gibt es einen Autor, den Du als Vorbild betrachtest?

Nein, als Vorbild würde ich wirklich nicht sagen. Natürlich finde ich beispielsweise Ken Follett superklasse, weil er toll schreibt und ich seine Bücher verschlinge. Aber nicht als Vorbild, weil ich nicht wie jemand anderes schreiben möchte. Ich mache meine Sachen so, wie ich denke.
Nehmen wir mal an, Du könntest einen Autor in der Vergangenheit besuchen, zu wem würdest Du gerne reisen und weshalb?
Eigenartig – da fällt mir niemand ein. Bei mir wären es nicht so sehr die Autoren, mit denen ich sprechen möchte, sondern die Erfinder. Menschen, die eine Vision hatten und fest an ihr Ziel glaubten, auch wenn sie Rückschläge einzustecken hatten. Solche Leute beeindrucken mich sehr!


Was fällt Dir zu folgenden Namen und /oder Titeln ein:
Die verlorene Ehre der Katharina Blum
Hab ich nicht gelesen 😊
Astrid Lindgren
Klasse! Abtauchen in eine andere Welt, zusammen mit Pippi Langstrumpf bärenstark sein und tolle Abenteuer erleben!
Die Mädels vom Immenhof
Fand ich selbst als Kind zu kitschig 😊
Bevor ich nun gleich noch über andere Bereiche, in denen Du tätig bist, berichte, gebe ich Dir die Möglichkeit, hier etwas zu erwähnen, was Du immer mal gerne loswerden wolltest, ich aber nicht gefragt habe 😉

Da fällt mir nichts spezielles ein. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die gern den Zeigefinger heben und belehrend auf andere einwirken wollen.
Du engagierst Dich ja  in vielen Bereichen, ich möchte zunächst einmal den Homer-Literaturpreis erwähnen, möchtest Du uns dazu etwas sagen?
Ja, das stimmt. Ich bin die Vorsitzende des Vereins HOMER historische Literatur e.V., ein Zusammenschluss von Autorinnen und Autoren, die im historischen Genre schreiben. Hier loben wir jedes Jahr einen Literaturpreis für den besten Roman des Vorjahres aus. Da werden dann auch mal Schätze gefördert, die vielleicht bisher auf dem Markt gar nicht die riesen Beachtung erhalten haben.
Des weitern bin ich Mitglied des Exil PEN. Der PEN dürfte ja als Schriftstellervereinigung doch recht bekannt sein. Es gibt verschiedene Organisationen, die unterschiedliche Ausrichtung haben. Unserer ist der, der damals von den Kollegen Mann gegründet wurde. Ja – da bin ich schon ein bisschen stolz drauf.
Und dann habe ich eben vor kurzen die Verlagsleitung des Bookspot Verlags, der nun auch schon über fünfzehn Jahre existent ist, übernommen und eine Dependance des Verlages hier im Norden aufgemacht. Mein Leben dreht sich also tatsächlich sehr viel um Bücher!

Du erwähnst, dass Du seit kurzem  Geschäftsführerin im Bereich Nord des Bookspot-Verlages bist. Ich habe mich dort schon  etwas umgesehen und weiß auch, dass demnächst etwas Besonderes geplant ist: Ladies Lounge. Was dürfen wir Ladies dort erwarten?
Ladies Lounge ist ein Label, das wir ins Leben gerufen haben, um lustige, aber nicht flache Frauenliteratur zu bedienen. Ich sehe dort einen soliden Markt. Mir ist wirklich wichtig, dass das Niveau nicht allzu sehr abflacht, deshalb kümmere ich mich selbst um eine strenge Auslese. Ich bin auch für das Lachen, wir lachen viel zu wenig, aber nicht um den Preis unserer Qualität.
Insgesamt wollen wir frischen Wind hereinbringen und was könnte das besser erreichen als lustige Literatur? Bis jetzt haben wir zwei Bücher im Repertoire und von Beiden bin ich restlos überzeugt. Sie sollen den so stressigen Arbeitsalltag mit ihrer Leichtigkeit auflockern. Ich selbst lese – wie schon gesagt – gerne einfach Unterhaltungsliteratur, weil ein herzhaftes Lachen den Tag doch gut ausklinken lässt. Ich hoffe sehr, dass nicht nur ich das so sehe und Ladies Lounge ein voller Erfolg wird.
Liebe Petra, ich möchte mich herzlich bedanken, dass Du Dir die Zeit für mich genommen hast.
Sehr gern, liebe Ulla! Wir kennen uns ja nun auch schon ein paar Jahre und ich freue mich immer wieder, wie sehr ich dich mit meinen Büchern begeistern konnte.
An dieser Stelle zeige ich gerne die Buchcover der erschienenen Bücher, aber das würde hier den Rahmen sprengen deshalb stelle ich den jeweiligen Link zur Autorenseite bei Amazon ein:

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Und wer noch mehr über die Autorin erfahren möchte, klickt hier

Rezension – Die letzte Fahrt

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Autorin: Petra Mattfeldt Titel: Die letzte Fahrt Genre: Thriller Version: eBook und Taschenbuch erschienen: 13. März 2018 Seiten: 284 Altersempfehlung: Erwachsene Verlag: Edition M Die Autorin Petra Mattfeldt lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Kindern in der Nähe von … Weiterlesen