Alle Jahre wieder – London

Wenn es eine Stadt gibt, die mich immer wieder anlockt, dann ist es London. Zumal die Flugzeit von uns aus nur eine Stunde beträgt.

So hat es London auch in diesem Jahr wieder geschafft und ich habe mich auf den Weg gemacht. Begleitet wurde ich von 3 Freunden. Meine älteste Freundin und ich waren vor genau 30 Jahren zum ersten Mal für mehrere Tage dort und auch später noch einmal. So kennen wir beide uns ja gut aus und konnten uns um die beiden kümmern, die zum ersten Mal in London waren. Da meist mehrere Interessen vorhanden sind, was man sehen möchte und auch unternehmen will, haben wir uns in 2 Gruppen aufgeteilt. Ich hatte das Vergnügen meiner zweitältesten Freundin vieles von London zu zeigen. Schon zu Hause hat es mir viel Freude bereitet, als ich überlegt habe, wohin ich mit ihr an dem einen Tag gehen bzw. fahren möchte. Nachdem nun alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, konnte besagter Tag ja kommen.

Wie immer hieß es sehr früh aufstehen, denn der Flieger sollte um 6.30 Uhr starten. Aber für London stehe ich gerne früh auf. Nachdem wir alles am Flughafen erledigt hatten und wir zu unserem Flieger konnten, kam wieder die Überraschung, dass wir mit der niedlichen kleinen Maschine fliegen sollten. Na gut, die mitreisenden Geschäftsleute waren nicht beunruhigt, die Crew ebenfalls nicht, also konnten wir auch davon ausgehen, dass das Maschinchen es wohl schaffen wird.

Nach ca. einer Stunde konnten wir in London Stansted landen und auch gleich zum Zug gehen, ohne uns mit dem Kaufen von Fahrkarten aufhalten zu müssen, denn mittlerweile kann ja alles schon im Vorfeld online besorgt werden. Ein toller Service, der mir sehr gut gefällt. Der Zug fährt vom Flughafen Stansted ja ca 45 Minuten bis zur Liverpool Street. Schon von oben hatten wir die Rapsfelder gesehen, die langsam von Grün zu Gelb wechseln und nun konnten wir auch die wunderschönen blühenden Bäume bewundern. Überhaupt ist es eine sehr schöne Strecke, die wir immer fahren. Nette kleine Orte, typische englische Häuser und ein Kanal, den ich immer wieder sehen konnte. Nun konnte ich meine Freundin auf die kleinen Ortschaften hinweisen, wo die Häuser direkt an dem kleinen Kanal standen und einen Bootssteg am Grundstück hatten. Es wirkte alles sehr idyllisch.

Irgendwann standen längs der Zugstrecke immer mehr Häuser und wir wussten, dass wir uns der großen Stadt näherten. Schon von weitem ist das extravagante Bürogebäude einer Versicherung zu sehen, das ich auf einigen Fotos auch verewigt habe. Endlich war das erste Ziel erreicht: London Liverpool Street Station. Immer wieder bin ich von der tollen Konstruktion der Träger beeindruckt. Es wirkt auf mich so fein gearbeitet, wie Spitzen, die Tischdecken umranden. Deshalb mache ich wohl auch jedes Jahr wieder Fotos davon. Nachdem wir vor dem Bahnhof den hübschen Pub bewundert und auch die verschiedenen Arten der Häuser bestaunt hatten, ging es zu dem Bus Nr. 11.

Im vorigen Jahr hatte ich entdeckt, welch tolle Route er fährt und sich auch für London-Neulinge bestens anbietet. Außerdem konnten wir so der Rush-Hour in der Subway umgehen und saßen bequem im Bus, der sich überirdisch durch die Staus quälen musste, aber dadurch konnten wir auch vieles in Ruhe sehen. Auch in diesem Jahr habe ich über den Mut der Radfahrer gestaunt. Ich würde nie mit dem Auto durch London fahren wollen, aber mit dem Rad noch weniger! Allerdings ist mir auch aufgefallen, dass die Mehrheit der Radfahrer Helme und grell leuchtende Westen trugen. Lustig sahen für mich die Fahrer im Anzug oder Kostüm aus, aber ich vermute mal auf diese Weise kamen sie am schnellsten ins Büro. Wir hatten aber Zeit und konnten vom Bus oben alles schön überblicken. Ich finde es ja toll, dass es in London, nachdem die alten Doppeldecker aus dem Verkehr gezogen wurden, immer noch Doppeldecker gibt, die für mich auch unbedingt zum Stadtbild von London gehören.

Es hat sich ja viel gewandelt in den ganzen Jahren, die großen schwarzen Taxen haben viel farbige Konkurrenz bekommen und es verging kein Augenblick, während man den Verkehr beobachtete, in dem keine Taxe an einem vorbeifuhr. Auf jeden Fall konnten wir durch unsere Fahrt mit dem Bus Nr. 11 schon einige Sehenswürdigkeiten „abhaken“. St. Pauls Cathedral gehört dazu, ebenso die Fahrt über die „Fleet Street“, die an dem alten Grenzpunkt „Temple Bar“ zur „Strand“ wird. Die Fahrt ging weiter am Trafalgar Square vorbei in Richtung Whitehall. Da der Bus wegen des großen Verkehrsaufkommens wirklich nur sehr langsam vorankam, konnten wir in Ruhe zum Horse Guards und in die Downing Street blicken. Langsam näherten wir uns dem nächsten Ziel. An der Westminster Abbey hieß es, jetzt können wir nach dem langen Sitzen mal unsere Beine vertreten.

Gegenüber der Abtei wurden große Zuschauertribünen aufgebaut, „große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus“, für die anstehende Hochzeit wurde an vielen Ecken mit Hochtouren gearbeitet. Nicht nur unsere Füße bekamen etwas zu tun, auch unsere Fotoapparate konnten endlich tätig werden. Vorbei an der Abtei ging es Richtung Big Ben, der übrigens viertelstündlich sehr melodisch läutet. Von der Westminster Bridge hatten wir einen schönen Blick auf das Parlament und zur anderen Seite Richtung „London Eye“. Erstaunlich ist ja, dass man in London nur ein paar Meter gehen muss und dann Orte der Ruhe findet. So wählten wir den Weg durch den St. James’s Park zum Buckingham Palast und bekamen von dem starken Verkehr kaum noch etwas mit. Vor dem Palast fand gerade eine kleine Wachablösung statt, als wir dort ankamen. Es ist schon interessant mit anzusehen, wie das so abläuft. Gegenüber des Palastes wurde ebenfalls sehr eifrig gearbeitet, Riesentribünen entstanden vor dem Green Park und wie es aussah wurde der Brunnen „verpackt“. Ich bin ja wirklich mal gespannt, wie es bei der Hochzeit aussieht, besonders jetzt, wo ich doch auch die Vorbereitungen gesehen habe.

Unser Weg führte uns weiter, nun durch den Green Park, wo riesengroße Zelte aufgebaut wurden, Richtung Hyde Park Corner, wir wollten zum Shop des Hardrock Cafes. In London erfreuten uns viele Bäume mit der Blütenpracht und auch die Blumenbeete gaben ihr Bestes. Am schnellstens kommt man in London ja mit der U-Bahn voran, aber mit dem Bus sieht man viel mehr. So wechselten wir immer wieder die Transportmittel. Im Underground ging es zum berühmten Kaufhaus Harrods, ein Pflichtbesuch für alle Londonneulinge. Aber es müssen nicht alle Etagen durchlaufen werden, für den ersten überwältigen Eindruck reichen 2 oder 3. Außerdem muss es doch auch einen Grund geben, noch einmal dorthin zu wollen.

Nun stand wieder eine Busfahrt an. Richtung Marble Arch ging es diesmal, dabei bekam man auch gleich einen Eindruck wie groß der Hyde Park ist und die „Speakers Corner“ konnte auch abgehakt werden. Auf der Oxford Street begann unsere Shoppingmeile, wobei wir die vielen großen und kleinen Geschäfte nur von draußen gesehen haben. Einzig das wunderschöne „Liberty“ wurde betreten. Eindrucksvoll ist es nicht nur außen, sondern auch innen. Inzwischen waren wir auf der Regent Street angekommen und machten nun am Liberty einen Schlenker zur Carnaby Street. Schließlich mussten wir uns in unserer Jugend sehr oft anhören; was so alles geschieht in der Carnaby Street. Nun war es nicht mehr sehr weit zum Piccadilly Circus. Am eindrucksvollsten ist es an diesem Platz wohl am Abend, wenn die Leuchtreklame zu Hochtouren aufläuft, aber solange konnten wir nun mal nicht warten.

Als nächstes stand die Tower Bridge auf dem Besichtigungsprogramm. In den letzten Jahren war ich dort nicht mehr, denn bei einem Tagestripp ist die Zeit doch etwas knapp, aber ich freute mich, dass ich mal wieder den Tower und die Brücke sehen konnte. Mit der UBahn ging es vom Piccadilly Circus flott zum Tower Hill. Das ist ein schöner Aussichtspunkt auf die gewaltige uralte Anlage. Was dort alles an Geschichte geschrieben wurde, ist schon beeindruckend. Auf dem Weg zur Brücke konnten wir einige schöne Bilder machen und alt und neu ist darauf auch vereint zu sehen. The Gherkin, wie das von mir bereits erwähnte ungewöhnliche Bürogebäude auch genannt wird, ragt hinter dem Tower in die Höhe. Die Brücke ist für mich auch immer wieder beeindruckend. Ist sie doch auch schon über 100 Jahren alt. Eins von so vielen besonderen Bauwerken in London. Diesmal wollten wir die Brücke überqueren und zur Bushaltestelle auf der anderen Seite gehen. Jetzt war wieder eine Busfahrt angesagt, die letzte an diesem Tag, die uns auch zu dem letzten von mir ausgesuchten Platz führen sollte. Die Fahrt ging nach Covent Garden.

Ein Besuch des Covent Garden Market steht für mich jedes Mal auf dem Plan. Es wird dort immer etwas geboten. Bis jetzt habe ich immer verschiedene Künstler angetroffen, die die Menge begeisterten. Diesmal konnten wir beim Ausruhen einem Sänger zuhören, der nicht nur italienische Arien sang, sondern auch mit Späßen die Leute zum lachen brachte. Nachdem wir die ausgestellten Kunsthandwerke bewundert und in dem von mir bevorzugten Teeladen „Whittard of Chelsea“ zugeschlagen hatten, wollten unsere Füße einfach nicht mehr weiterlaufen. So beschlossen wir, uns auf den Weg zur Liverpool Station zumachen, was ein weiser Entschluß war, denn wir hatten ganz vergessen, dass jetzt die Feierabend-Rush-Hour begann und wir nicht mal „eben“ fahren, sondern doch etwas länger unterwegs sein würden. Ganz in Ruhe, weil wir nun genügend Zeit hatten, konnten wir also den Weg antreten.

Am Flughafen haben wir dann auch die beiden anderen wieder getroffen und es begann ein munterer Austausch der Erlebnisse. Beide „Neulinge“ waren sich einig, dass die nicht der letzte Ausflug nach London war. Klasse, hatten wir noch 2 Fans gefunden und auch genügend Ideen, was wir beim nächsten Mal alles machen wollten.

Damit es den Rahmen nicht sprengt, werde ich die Bilder in einem Extra-Beitrag zeigen

Fehmarn 2010

Lange habe ich hier im Blog nichts geschrieben, das lag daran, dass ich mal wieder meinen Urlaub auf meiner Lieblingsinsel Fehmarn verbringen wollte. Im Juni 1979 habe ich Fehmarn kennen gelernt und seitdem verging wohl kaum ein Jahr, wo ich nicht dort war. Wer jetzt meint, das wäre aber langweilig, dem muss ich widersprechen. Es gibt immer wieder etwas anderes oder neues zu sehen. Und außerdem ist es ein tolles Gefühl, wenn man vorher schon weiß, worauf man sich freut. Sei es der leckere Fisch aus der Aalkate in Lemkenhafen, sei es das leckere Eis – beim Bummeln in Burg geschleckt oder einfach nur auf einer Bank zu sitzen und das Geschehen ringsrum zu beobachten. Außerdem gibt es immer wieder neue Stellen, wo wir mit dem Rad noch nicht waren, kaum zu glauben, aber wahr. Und auf der anderen Seite sage ich nach 14 Tagen auf der Insel, huch, da war ich ja diesmal gar nicht. Macht nichts, nächstes Jahr ist der Ort dann mal wieder dran.

In diesem Jahr war das Wetter sehr, sehr wechselhaft und wir sind nicht so viel mit dem Rad unterwegs gewesen, wie wir es geplant hatten. Aber die Touren, die wir gemacht haben waren sehr schön. Auch die Zeit, die wir mit unseren Vermietern verbracht haben, war schön und erholsam. Einfach im Garten unterm Apfelbaum sitzen und plaudern. Nichts drängt, kein Ausflug \“muss\“ gemacht werden, einfach sich Zeit nehmen und haben. Da unsere Ferienwohnung erst Montags wieder belegt wurde, konnten wir statt dem Samstag am Sonntag zurückfahren und das war ganz toll. Denn gegen Ende des Urlaubs war das Wetter am Beständigsten. Statt im Stau auf der Autobahn zu stehen, sind wir mit dem Rad zur Fehmarnsundbrücke gefahren, haben dort eine Bank gefunden und Stunden dort gesessen und dem Geschehen auf der Ostsee zugesehen. Hier nun ein paar Eindrücke:

Blick Richtung Heiligenhafen, dort sind viele Segler gestartet

Die Fahrrinne unter der Brücke sollte man schon genau treffen!
Im Hintergrund liegt der Ort Großenbrode

Mein gutes Rad, das einiges mit mit aushalten mußte. Vorsichtshalber hatte ich eine Decke dabei, falls wir keine Bank gefunden hätten.

Der Strand mit Blick auf dem Leuchtfeuer Strukkamphuk

Bilder zum Ausflug nach London

Hier können nun einige Bilder betrachtet werden. Durch \“Klick\“ aufs Bild kann es vergrößert werden. Die ersten Bilder sind leider etwas dunkel, war es doch bis Mittags noch sehr bewölkt.

Vor dem Bahnhof an der Liverpool Street. Imposante Gebäude stehen zwischen kleinen alten Häusern. Auf dem Platz vor dem Bahnhof war ein sehr schönes Denkmal, es sollte an die Kinderverschickung im 2. Weltkrieg erinnern.

Überall konnten wir diese wunderschön und liebevoll verschönerten Pubs bewundern. Wenn man nicht aufpasst, fährt eins der vielen Taxen gerade an einem vorbei, wenn das Bild gemacht wird. Aber das gehört eben auch zum Stadtbild dazu.

Einer der vielen Doppeldeckerbusse, der an dieser Busstation startete. Die Uhr im linken Bahnhofsturm zeigt aber nicht die aktuelle Zeit an.

Und hier noch einmal ein Blick auf den Bahnhof und die Liverpool Street, bevor wir uns in den Bus Nr. 11 begaben.

Ganz dicht vor uns der Bus Nr. 23, links daneben einige Taxen und die Fahrradspur. Ich war doch erstaunt, dass es in dieser großen Stadt so viele Radfahrer gab, die auch auf den Straßen noch einige Spuren hatten.

Da kam die St. Paul\’s Cathedral in Sicht, kurz danach fuhren wir an der Treppe vor derm Kirche vorbei.

Und wieder steht ein Haus mit einem schönen Pub mitten zwischen anderen, eher unscheinbaren Häusern.

Punkt 9 Uhr am Morgen waren wir am Westminster.

Von den Laternen war ich auch sehr begeistert. Hier steht eine am Platz vor dem Buckingham Palast.

Ob das wohl \“Echtgold\“ ist. Eins von den vielen eindrucksvollen Toren

Schade, es war nicht William oder Harry, der in der Kuschte saß. grins

Ohne Fotos zu machen, kam ich nicht an diesem tollen Tor vorbei. Es leuchtete aber wirklich auch sehr schön.

Nicht nur Taxen mogelten sich ins Bild, auch Jogger liefen reichlich rum und mir natürlich ins Bild.

Dieses Haus mußte mir doch auffallen!

Zwischen den \“farbloseren\“ war das Blau ja wirklich ein Lichtblick. Übrigens, die Taxen fahren nicht, nein, sie stehen mitten auf der Straße und warten auf Kunden.

Ein kleiner Wegweiser, damit nun jeder weiß, wo ich in diesem Moment war.

Eindrücke hinter und neben der Markthalle vom Covent Garden.

In der Markthalle, die mit den Fähnchen anläßlich des 180. Geburtstages geschmückt ist. Hier Zuschauer, die einem Künstler zusehen.
Im Hintergrund einige der kleinen schmalen Lädchen, die sich meist über ein bis 3 Etagen ausbreiteten.

und weil es so schön aussieht, noch einmal ein Foto mit Fähnchen, Läden und Schnellimbiß

Fotos von Mable Arch, unserer letzten Station, bevor es in den Underground ging.

Kurz nach dem Start war schon die Küste in Sicht.

Nur noch wenige Minuten bis zur Landung

Bilder zum Kretaurlaub

Natürlich habe ich auch Bilder auf Kreta gemacht, so etwas schönes möchte ich gerne vielen zeigen. Das Bild kann größer betrachtet werden, wenn drauf geklickt wird. Viel Spaß beim Schauen.

Village Heights

Blick von unserer Terasse

am Minigolfplatz

Blick Richtung Berge

Blick zum Meer Richtung Anisaras/Analipsi/Chersonissos

Bilder aus dem Auto heraus
Oleander am Straßenrand

oder mal eben anhalten, um die Landschaft mit den Olivenbäumen und Schnee auf dem Berg zu fotografieren



Am Kournas See



Chania

am Hafen


im Hafen


Bougainvillea und Zitronenbaum vorm Haus

Mirtos – am Strand



Eindrücke beim Bummeln durch Mirtos









Sitia – ein paar Eindrücke

am Hafen



in den Straßen Sitia
oben die Weihnachtsbeleuchtung, ein Mopedfahrer, nicht wegzudenken aus dem Straßenbild und im Hintergrund ist etwas vom alten Kastell zu sehen.

der Strand ganz im Osten Kretas

unser Gummibärchenflugzeug

Die Aidacara fährt Richtung Heraklion

Land unterhalb Thessaloniki

Es geht los mit der Wolkendecke

Kreta 2010 – ein etwas längerer Reisebericht

Ach, diesmal war es im Vorfeld ganz schön spannend. Können wir fliegen oder nicht. Hatten wir doch gerade die flugfreie Zeit wegen des Vulkans hinter uns, gab es den Generalstreik in Griechenland. Ich wollte es so richtig erst glauben, als wir am Abend vorher die Koffer am Flughafen abgegeben hatten.

Auf geht’s! Sonntagmorgens um 6 Uhr ging es mit dem Bus zum Flughafen. Wir haben ja das Glück, dass bei uns der Bus fährt, der einen ohne große Umsteigerei direkt zum Terminal fährt. Es dauert ja etwas länger, aber da wir ja eh noch nicht richtig munter waren, war es genau richtig. Und mit dem kleinen Boardköfferchen hatten wir im Bus auch keine Probleme. Einchecken, kennt ja jeder, warum ist der Koffer immer der, der gründlich untersucht wird? Auch das haben wir überstanden und saßen dann in der Maschine, die pünktlich starten konnte. Dank irgendwelcher günstigen Winde war der Flug viel kürzer als geplant. Ganz ungewöhnlich war, dass unsere großen Koffer innerhalb weniger Minuten wieder bei uns waren, ich konnte es kaum glauben. Da wir uns ja schon auskennen, wussten wir auch zu welchem Stand wir mussten, damit wir unser Mietauto abholen konnten. Einen kleinen silbernen VW Polo hatten wir diesmal. Mit Klimaanlage, die sehr wichtig war, denn es standen uns wirklich heiße Tage bevor.
Hach, war das ein Gefühl! Ab auf die New National Road Richtung Agios Nikolaos. Wir konnten ja einige Ortsnamen lesen, aber in den letzten Jahren kamen ja zu den Schildern mit griechischer Schrift auch Schilder mit der lateinischen dazu. Und kaum auf der Straße waren wir schon wieder und nicht zum letzten Mal begeistert. Diese Oleanderbüsche am Straßenrand, einfach gewaltig und wunderschön anzusehen. Bis zu unserem Ort hatten wir es ja nicht weit und da wir wussten, dass wir erst ab 16 Uhr in unseren Bungalow können, konnten wir uns Zeit mit dem Einkaufen lassen und auch in Limenas Chersonissos unsere erste Pita essen. Denn eine Kleinigkeit wollten wir mal zu uns nehmen, so satt hat der Snack im Flieger uns auch nicht gemacht. Nachdem beides erledigt war, ging es hoch in die Berge, denn wir wohnten in diesem Jahr ganz woanders: Village Heights. In den Bergen oder auf dem Hügel, wie man will. Unser Bungalow war auch schon etwas eher fertig und mit einem Golfwägelchen wurden wir samt Gepäck innerhalb der Anlage rumgefahren. Unser Bungalow wurde von uns in Beschlag genommen und auch sofort die Aussicht bewundert. Tja, wie soll es sein, nachdem wir uns orientiert hatten, gab es ein leckeres Abendessen und zum Ausklang Ouzo auf dem Balkon.

Da wir ja wirklich alles kennen, ging es am Montag nach Chania. Wir wollten dort bummeln, in der Markthalle den leckeren Ouzo und Gewürze kaufen und in der Ledergasse eine Tasche für unsere Tochter. Zufällig haben wir auch sofort wieder den günstigen Parkplatz gefunden, den wir voriges Jahr auch hatten, er lag direkt hinter der Markthalle und so wurde sie auch als erstes angesteuert. Das war ja sehr günstig, konnten wir unseren großen Einkauf direkt in den Kofferraum legen und ohne lästige Tüten durch die Gassen zum Hafen gehen. Denn Tüten bekamen wir immer und überall. Oft wurde die Tüte mit Gewürz oder die Flasche Raki oder Ouzo noch in Papier eingewickelt und dann in eine Einkaufstüte gepackt. Etwas abseits vom Hafen wollten wir einen kleinen Snack zu uns nehmen, der so groß war, dass ich mich gefragt habe, wie sieht denn dann eine Mahlzeit aus.
Auf dem Rückweg von Chania haben wir noch einen Abstecher zum Kournas-See gemacht. Ein Süßwassersee in den Bergen. Dort war es sehr schön ruhig, halt noch Vorsaison und es war eine Wohltat in der Taverne einen Frappé zu trinken. Daraus hatten wir uns auch wieder ein Spaß gemacht. Päuschen einlegen, einen Frappé bestellen und das stille Örtchen aufsuchen. Die Frappés wurden natürlich bewertet: wo schmeckt uns welcher am besten.
So haben wir den ersten Tag auch gut hinter uns gebracht. Wieder in der Anlage wollte mein Mann eine Runde im Pool schwimmen und ich wollte mit der Digicam eine Runde drehen. War ich doch auch wieder von den Pflanzen so begeistert, dass ich sie unbedingt fotografieren wollte.
Da die Fahrt ja doch lang war, für ca. 170 Kilometer brauchten wir 2 Stunden, wurde der nächste Tag ein Pooltag. Die Erholung am Pool tut ja auch sehr gut. Außerdem ist es eine gute Gelegenheit die nächste Tour zu planen.
So ging es am Mittwoch Richtung Süden nach Mirtos. Aber diesmal nicht auf der uns bekannten Strecke, sondern anders quer durchs Gebirge. Auf Kreta gibt es ja keine „geraden“ Strecken, wie wir es hier von unseren Autobahnen und Landstraßen gewohnt sind. Genügend Berge auf Kreta wollen überquert oder umrundet werden. Deshalb sollte man den Kilometerangaben nie glauben, denn ich habe das Gefühl, sie nennen immer „Luftlinie“ und nie die wirklich zu fahrende Strecke. Nun sollte es direkt hinter unserem Village weiter in die Berge gehen. Erster Punkt war der Ort Kastelli, den man auch streift, wenn es zur Lassithi-Hochebene gehen soll. Aber die wollten wir in diesem Jahr gar nicht besuchen, also ließen wir die Hochebene im wahrsten Sinne des Wortes links liegen. Nun ist die Beschilderung dort ja schon etwas heimtückisch, zumindest in meinen Augen. Ganz beliebt sind etwas komplizierte Straßengabelungen, wo man das Schild für die eigene Richtung nur sieht, wenn man bemerkt, dass man in die falsche Richtung gefahren ist und wieder zurück fährt und siehe da, da steht auch der Name des nächsten Ortes. Gefunden haben wir unseren Weg immer, auch wenn es manchmal etwas spannend ist und man denkt: Moment, das ist die Hauptstraße durch den Ort? Wo es so eng ist, dass nur ein Auto zwischen den Häusern durch kann. Und die alten Kreter mal eben mit ihrem Stuhl zur Seite rücken, damit man auch wirklich fahren kann. Nach einiger Zeit sind wir dann in dem hübsch anzusehenden Ort Mirtos angekommen. An der Strandtaverne wieder das übliche: unseren Frappé und na, was wohl aufsuchen. Auf einmal kam Wind auf. Befindet sich der Ort doch im Süden Kretas am libyschen Meer und so fühlte sich der Wind auch sehr warm an, man hatte eher das Gefühl von einem warmen Fön angepustet zu werden. Aber wir wollten ja sowieso noch etwas durch die Straßen bummeln und einige schöne Häuser fotografieren. Auf einen Strandaufenthalt haben wir dann aber verzichtet, obwohl wir alles im Auto dabei hatten, schließlich gab es immer die eine oder andere schöne Bucht, die zu einer Pause einlud. Aber der Wind trieb uns weiter, nach Ierapetra, was eigentlich nicht auf dem Tagesprogramm stand, aber wozu haben wir Urlaub und schließlich waren wir ja auch flexibel. Hier gab es dann in einer Strandtaverne, na was wohl, ne diesmal nicht den obligatorischen Frappé, sondern einen Mittagsimbiss, den beliebten Tomaten- bzw. griech. Salat und Saganaki. Für den Rückweg wählten wir diesmal die relativ einfache Strecke, quer durchs Gebirge Richtung Agios Nikolaos. An dieser Stelle ist die Insel ja nur 15 Kilometer breit und so waren wir schnell wieder an der Nordküste und in unserem Village. Für den nächsten Tag war auch wieder ein ruhiger Tag geplant. Wir wollten runter ans Meer an den Teil des Strandes, den wir im vergangenen Jahr auch gerne besucht hatten. Schließlich gab es dort eine Taverne, jaja, ist ja gut, aber dort hat der Frappé super geschmeckt. Auf dem Weg dorthin wurden aber erst einmal Gärtnereien abgeklappert, denn es macht meinem Mann viel Vergnügen im Ausland Sämereien zu kaufen und in unserem Garten dann auszusäen. So gab es diesmal wieder Samen für Tomaten, Okraschoten, helle Zucchini und einiges andere. Danach sollte es an den Strand gehen, auch waren wir sehr gespannt, denn im vergangenen Jahr waren dort viele Baustellen, es sah so aus, als sollten da weitere Hotels entstehen. Oh, welch Überraschung, es standen dort die fast fertigen Hotels und eine Menge neuer Bungalows, von denen wir im vergangenen Jahr noch nicht mal geahnt hatten, dass sie dort auch gebaut werden sollten und mitten in den Neubauten die alter Taverne, aber welch Enttäuschung, sie war geschlossen, wahrscheinlich hat der alte Kreter aufgegeben, denn geben so etwas modernes wäre er leider nicht angekommen. Schade, uns verging dann auch die Lust zu dem Standaufenthalt. Zumal der alte Mann dort immer Liegestühle und Sonnenschirme vermietet hatte. Na, das konnte er ja jetzt auch vergessen. Wir haben es dann vorgezogen, an unseren beiden Pools zu ruhen und ab und zu mal eine Abkühlung im Wasser zu nehmen. Durch den Ruhetag waren wir auch wieder bereit eine weite Tour zu machen. Es sollte nun doch noch einmal nach Sitia gehen, der Ort, wo wir vor 27 Jahren länger Urlaub gemacht hatten. Die Fahrt dorthin dauerte 3 Stunden, obwohl es „nur“ ca. 120 km waren. Der Ort ist in den letzten Jahren sehr gewachsen, aber die Lage an der Bucht ist schön. Ich erwähne jetzt nicht, dass wir bummeln waren, im Ort und am Hafen und auch einen, nein 2 Frappé getrunken haben. Es wurde ganz schön heiß und wir wollten uns einen schönen Strand suchen und den dicken Zeh mal ins Meer stecken. Aber es wäre ja einfach und auch langweilig direkt den Strand von Sitia anzusteuern, nein es sollte der Strand hinter dem östlichsten Dorf Kretas sein. Allerdings hat sich die Fahrt dahin auch gelohnt, das Wasser war toll und wir waren nicht nur mit dem Zeh drin. Allerdings mussten wir auch an die Rückfahrt denken und konnten uns nicht mehr so lange aufhalten. Vor allem war das Stück Straße hinter Sitia doch nicht so gut, wie wir es jetzt kannten, eher wie vor 27 Jahren. Aber es wurde an der Straße gearbeitet, was mich allerdings sehr gewundert hat, dass eine neue breite Straße gebaut wird, zu einem Ort, wo die Insel zu Ende ist und wo nicht so viel Verkehr war. Aber da steckt man nicht drin, wer weiß, welche Gelder da unbedingt verbraten werden mussten.
Diesmal hatten wir in unserem Village einen besonderen Abend, es gab kretisches Essen und eine Folkloregruppe, die zu der entsprechenden Musik tanzte. Klar, dass der berühmte Syrtaki auch nicht fehlte. Es war ein netter Abend. So langsam neigte sich unser Urlaub dem Ende zu und außer relaxen am Pool stand noch Einkauf auf dem Programm. Von den guten Gewürzen und Olivenöl wollten wir noch kaufen und mit nach Hause nehmen.
Ich war ja vor dem Urlaub nicht nur gespannt, ob wir überhaupt fliegen können, nein mich interessierte auch, ob ich von der aktuellen wirtschaftlichen Situation dort etwas merken würde. Nun, das Benzin war sehr teuer, wir haben für 1,66 getankt, in Sitia aber auch 1,70 an der Zapfsäule gesehen. Unsere Frappés waren genauso teuer wie im letzten Jahr, da habe ich keine Steigerung feststellen können. Es gab aber viele Geschäfte nicht mehr, die ich im vergangenen Jahr noch gesehen hatte. Eine Deutsche, die einen netten Souvenirladen hatte, meinte, dass sie alle mit einer weiteren Mehrwertsteuererhöhung rechnen würden. Als sie nach Kreta ausgewandert ist, war das Leben dort wesentlich billiger als in Deutschland, aber das hätte sich mittlerweile sehr geändert. Auch machte sich der Verlust der Touristen bemerkbar, die wegen des Vulkanausbruchs nicht kommen konnten. Aufgefallen ist mir, dass viele Leute uns angesprochen und gefragt haben, woher wir kommen und sich dann mit uns unterhalten wollten. Unfreundlich hat keiner reagiert. Im großen und ganzen war es ein schöner Urlaub.
Der Rückflug war auch sehr angenehm. Im Flughafen konnte ich schöne Bilder machen, schließlich wollte ich ja das ungewöhnliche Flugzeug, mit dem wir fliegen sollten festhalten. Kurz vor unserem Abflug sah ich ein Schiff, kurz vor dem Abflug konnte ich erkennen, dass es das Kreuzfahrtschiff der Aidaflotte war und in Heraklion zur Fahrt durchs östliche Mittelmeer startet. Nun hatte ich einen schönen Platz am Fenster und konnte die vielen kleinen Inselchen sehen, aber kurz hinter Thessaloniki war die Wolkendecke so was von dicht, da konnte ich nun gar nichts mehr sehen. Schade, aber die Wattebäuschchen waren auch schön anzusehen.

Nun, die Woche war wieder so schnell rum und die ganzen Eindrücke müssen noch verarbeitet werden und von den Schönheiten werde ich noch eine Weile zehren. Wir haben bekanntes wieder besucht und auch wieder ganz neues eindeckt. Waren wir doch tatsächlich in den vergangenen Jahren nie in den alten Dörfern oberhalb der Hafenstadt. Da unsere Anlage aber nun oben auf dem Hügel lag, waren wir praktisch nebenan von den Dörfern Chersonissos, Piskopiano und Koutouloufari. Trotz Tourismus ist das Dorfbild hier noch irgendwie erhalten geblieben. Ursprüngliche Tavernen und Cafés, enge kopfsteingepflasterte Gassen, restaurierte Brunnen und schöne Dorfhäuser haben uns sehr begeistert. Achja, die „Weihnachtsbeleuchtung“ hing in den Dörfern und Städten auch noch. Wieder fasziniert hat mich dieses Blau des Himmels und des Wassers und zu späterer Stunde diese Farbspiele mit rosa und lila-Schattierungen am Himmel. Diesmal habe ich aber darauf verzichtet, das zu fotografieren, davon habe ich nun genügend Bilder aus den letzten Jahren. Eins weiß ich mit Sicherheit, dass wir in den nächsten Jahren auf jeden Fall wieder nach Griechenland fliegen werden.

Kreta – immer wieder gerne

Urlaub auf Kreta

Es war wieder wunderschön und hier möchte ich gerne einige Eindrücke durch meine Fotos wiedergeben. Ein Bericht ist unter den Bildern zu finden.

Am Strand von Anissaras

Hier schmeckte der Café Frappé sehr gut

Gemüsetreibhäuser im Süden


Blaue Impressionen



Die Kirche eines Bergdorfes

Olivenbäume, wohin man guckt

Duftender Ginster

Ein Rundgang in der Hotel/Bungalowanlage











Die Blütenpracht auf Kreta










Winterstraßenbeleuchtung in Chania

Stromleitungen

Abendstimmung in Chersonisos

Aussicht an Kretas \“schmalster\“ Stelle

Richtung Süden

Richtung Norden


Das Hotel



Der Ausblick von unserem Balkon



Agia Galini




Ierapetra – die südlichste Stadt








Der Bummel durch Chania









Bilder von der Lassithihochebene





Das Dorf Mirtos an der Südküste Kretas




Nun waren wir schon zum 5. Mal auf dieser Insel und wir sind immer noch begeistert. Wir haben viel „altbekanntes“ gesehen und viel Neues entdeckt. Ganz begeistert waren wir von den Straßen, die im Laufe der Jahre wesentlich besser geworden sind und sogar bis „ans Ende der Welt“ gut geteert sind. Immerhin sind wir schlappe 1500 Kilometer auf der Insel unterwegs gewesen und können uns ein Urteil darüber erlauben.

Zum ersten Mal waren wir vor 26 Jahren auf Kreta, dann mit unseren Kindern vor 11 und 10 Jahren und immer im Herbst. Vor 5 Jahren waren wir wieder „alleine“ dort und genau wie in diesem Jahr im Mai und Juni. Von der Vegetation ist dies eindeutig die bessere Zeit. Die Insel zeigt ein richtig „sattes“ Grün und eine tolle Blütenpracht. Eine Begeisterung folgte nach der anderen. In den Bergen blühte ganz viel Ginster und dementsprechend hat es dort auch geduftet. Aber wir haben auch Mengen von weißen, roten und rosafarbigen Oleander gesehen. Wahnsinn, wie groß die Bäume an den Straßenrändern standen. Ich war auch ganz begeistert im Idagebirge den Berg mit Schnee zu sehen und unten in der Stadt blühte der Hibiskus.

Wie schon erwähnt waren wir sehr viel unterwegs. Ein Ausflug führte uns nach Agia Galini, das wir noch gar nicht kannten und von diesem Ort an der Südküste waren wir begeistert. Allerdings hätte ich dort nicht wohnen wollen, denn dort wäre täglich Treppensteigen angesagt. Aber die Fahrt dorthin hat sich gelohnt und es war noch nicht so viel Trubel, denn die Saison beginnt erst jetzt so richtig.

Ganz anders war es in Heraklion und Chania. Treffpunkt der meisten Touristen, denn dort macht das Bummeln einfach viel Spaß. Von Heraklion habe ich in diesem Jahr keine Bilder. Dort waren wir an unserem ersten Urlaubstag und es war sehr heiß, das gefiel dem Kreislauf überhaupt nicht. Aber es gibt ja überall Tavernen, die zum Ausruhen im Schatten einladen. Da wir in diesem Jahr all inklusiv gebucht hatten und bei ganztägigen Ausflügen ein Lunchpaket mitnehmen konnten, haben wir in den Tavernen und Bars und wie sie alle heißen, meist nur etwas getrunken. Wir haben uns einen Spaß daraus gemacht, überall einen Café Frappé zu trinken, mit Wertungen, wo schmeckt er uns am besten. In Chania hat das Fotografieren dann schon wieder mehr Spaß gemacht, an das Klima hatten wir uns gewöhnt und so konnten wir es auch richtig genießen.

Ich wollte ja so gerne mal wieder nach Ierapetra, denn ich hatte die Stadt von einem Ausflug vor 10 Jahren in guter Erinnerung. Allerdings hat sich dort sehr viel verändert, die netten Plätze aus meiner Erinnerung habe ich gar nicht mehr gefunden und nun steht diese Stadt auf meiner Liste „da muss ich nicht noch mal hin“. Da wir nun aber in Griechenlands südlichster Stadt waren, die ja nur 300 Kilometer von Afrika entfernt am Lybischen Meer liegt, wollten wir auch einen Platz am Strand finden, um wenigstens einmal in diesem Meer zu baden. Den Platz haben wir auch gefunden und es war sehr schön, nebenbei haben wir aber auch das Dorf Mirtos entdeckt und das steht auf meiner Liste „dahin will ich noch einmal“. Auf dem Weg nach Ierapetra überquerten wir das Gebirge, das an Kretas schmalster Stelle liegt. Hier beträgt die Entfernung von der Nordküste zur Südküste nur 15 Kilometer. Auf dem Rückweg haben wir an einem wunderschönen Aussichtspunkt Halt gemacht. Wendet man sich nach links, ist das Kretische Meer zu sehen, wendet man sich nach rechts, sieht man das Lybische Meer. Rings um diesen Platz blühten unzählige Kräuter. Es war ein herrlicher Duft und ein großes Rätselraten, was ist was.

Jedes Mal in den vergangenen Jahren stand ein Ausflug zur Lassithihochebene auf dem Plan. So auch in diesem Jahr. Am Pfingstsonntag wollten wir dorthin. Die Runde wollten wir diesmal von der Stadt Neapoli aus starten und los ging es. Auf der Ebene angekommen war aber gleich beim ersten Ort die Durchfahrt gesperrt. Merkwürdig, was war nur los? Also Auto abgestellt und nachgucken. Denn es musste schon etwas besonderes sein, überall war mit Fähnchen geschmückt und prächtig uniformierte Männer liefen in der Gegend rum. Was war? Auf der breiten Hauptstraße direkt gegenüber von der Kirche sollte ein Gottesdienst mit Musikkapelle und allem drum und dran stattfinden. Unter einem Pavillon standen Stühle für die Gläubigen. Reichlich Popen standen bereit und es trafen immer Kreter ein. Da wollten wir aber nicht stören und haben unsere Runde auf der Ebene ganz einfach anders herum gemacht. Unterwegs begegneten uns noch Reiter, die auf mich den Eindruck so richtig echter Griechen machten, wie man sie sich aus Filmen vorstellt.

Zum Thema „Ort geschmückt“ ist mir aufgefallen, dass überall, wirklich überall die Weihnachtsbeleuchtung noch hing. Ich hatte schon gelästert, etwa nach dem Motto, warum das Zeug abnehmen, es wird ja doch in ein paar Monaten wieder gebraucht.

Ich hatte ja schon erwähnt, dass wir sehr viel unterwegs waren, was auch sehr spannend war. Entweder waren wir weit und breit das einzige Auto, dass man sich richtig verlassen vorkam oder es war viel Verkehr. Rechts düsen Motorroller an einem vorbei, links düsen die Roller an einem vorbei. In den Städten waren die Durchfahrtsstraßen oft so schmal und deshalb auch meist Einbahnstraßen. Geparkt wurde ganz wild und oft hatten Busse oder LKWs Probleme durchzukommen. Da waren die Staus vorprogrammiert. Überhaupt war die Straßenführung oft sehr abenteuerlich, da heißt es, wer mutig ist, schafft das schon. Vor 26 Jahren waren die Wege nicht so leicht zu finden, oft standen dort nur Ortsschilder mit der griechischen Schrift. Mittlerweile folgen einige Meter nach den Hinweisen auf Griechisch auch für uns lesbare Schilder an den Straßenrändern. Aber wer nun meint, nun könne er leicht die richtigen Straßen finden, hat sich auch getäuscht. Dort stehen meist Namen von Orten, die einem nichts sagen. Ich hatte es mir dann angewöhnt vorher alle Ortsnamen unserer groben Richtung auf der Karte zu suchen, damit wir besser die richtige Abfahrt finden konnten. Aber auch das war manchmal Abenteuer, denn manchmal wurden die Ortsnamen anders übersetzt. So war es immer richtig spannend, aber nach ein paar Tagen hatten wir uns auch Tricks angeeignet und kamen gut zurecht.

Unser Urlaubsort Anissaras liegt im Norden von Kreta, gleich neben der Touristenhochburg Chersonisos. Von dem Trubel bekamen wir aber wenig mit. Denn unsere Hotelanlage war davon etwas abgelegen. Dort waren wir jetzt zum 4. Mal. Da der letzte Urlaub dort ja auch schon eine Weile her war, waren wir gespannt, wie wir es dort antreffen würden. Schließlich ändert sich ja vieles. Aber wir waren angenehm überrascht. Personal, das wir vor 11 Jahren dort kennen gelernt hatten, war immer noch da. Ein gutes Zeichen, so fanden wir. Einige haben uns sogar auch wieder erkannt. So fühlten wir uns auch schnell wieder sehr wohl dort. Das Hotelzimmer war sehr gut. Von dem Ausblick war ich jeden Tag neu begeistert. Das Essen war immer noch klasse. Unsere Vorfreude auf verschiedene Sachen wurde nicht enttäuscht.

Also kann ich sagen, es war wieder ein rundum toller Urlaub und erholt haben wir uns auch sehr gut.

Bilder zum Urlaubsbericht 2008


Werfenweng im Salzbuger Land

Blick vom Balkon auf den Hochkönig. Seit Jahren sind wir es gewohnt einen Blick auf den Berg zu werfen und haben das immer als Hinweis auf das Wetter genommen. Früh am Morgen leuchtete der Berg von der Morgensonne und wir wußten das wird ein toller Tag.

Der andere Blick vom Balkon – die Ecke rum – hier konnten wir in den Ort sehen und hatten auch die Sicht auf die Bischlinghöhe, wo die Paragleiter und Drachenflieger gestartet sind.

Die erste Wanderung. Am Wegrand das Häuschen, im Hintergrund der Hochkönig.

Der Abend mit der Trachtenmusikkapelle aus Pöham, im Hintergrund sind die Eiskögel zu sehen, der \“Hausberg\“ des Ortes

Das Landesskimuseum – im Hintergrund die Eiskögel

Pflanzen im Balkonkasten des Museums

Das Haus Alexandra mit unserer Ferienwohnung

Der Dorfplatz mit Blick auf die Eiskögel

Dorfplatz mit Blick auf den Hochkönig, auf der anderen Seite des Tales

Mit dem Lift geht es nach oben, zur Bischlinghöhe

Der Ladenberg – sehr schönes Wander- und Skigebiet
Blick auf den Tauernkogel und die Eiskögel. Hier oben hatten so viele Kühe Glocken um und es war ein ewiges Geläute.

Kühe auf der Almwiese

Silberdisteln konnte ich überall bewundern

Auf dem Ladenberg standen sehr schöne Almen und auch Wochenendhäuser

Blick von der Bischlinghöhe ca 1900 m hoch

Ich lösche meinen Durst im Gasthaus, die Gondel schwebt \“vor\“ den Eiskögeln

Startplatz der Paragleiter – Blick auf Werfenweng

Ein weiterer Blick auf Werfenweng

Gegenüber unseres Hauses war eine Wiese mit Hochlandrindern, natürlich kamen sie immer an den Zaun, wenn ich wegen der Sonne keine Fotos machen konnte, aber eins habe ich erwischt.

Die Schafe kommen – im vorigen Jahr war Anfang September schon starker Schneefall und die Schafer mußten mit dem Helikopter geholt werden. In diesem Jahr freuen sich die Schäfer, dass sie zu Fuß nach unten konnten.

Die Schafe werden erst einmal gesammelt und dann an ihre Besitzer verteilt.


Burgenland

Wir waren in Neckenmarkt – im Mittelburgenland. Der Ort und die Nachbargemeinden sind berühmt für den guten Rotwein. Die Gegend nennt sich auch gerne \“Blaufränkischland\“

Ausflug mit Trecker und Hänger in die \“Weinberge\“

solche Häuschen oder Marterl stehen dort überall und reichlich rum. Im Hintergrund ist ein alter ungarischer Wachturm zu sehen. Die Aussicht von dort oben ist toll, man kann bis zum Neusiedler See schauen, aber mit dem Rad hatte ich keine Lust dort hoch zu fahren.

Der Leuchtturm in Podersdorf -Neusiedler See

Wien

Eindrücke vom Hundertwasserhaus



Der Stefansdom – beliebt ist dieses Dach ja bei Puzzlefreunden, es macht \“Spaß\“ dies zu legen.

im Haus gegenüber spiegelte sich das Dach in den Fenstern

diese Kirche steht an der Maria-Hilfer-Straße und

spiegelt sich im Kaufhaus gegenüber. Man achte auf diesen tollen blauen Himmel

ich war immer wieder von den schönen Balkonen begeistert:


Fiaker, berühmt und schön anzusehen, fuhren dort reichlich herum. Allerdings sind die Fahrten verflixt teuer.


In der Fußgängerzone – hier mit Pantomime

Salzburger Land und Burgenland Urlaub 2008


Endlich war er da, der langersehnte Urlaub. Zur Abwechslung mal wieder in Österreich. Vier Jahre waren wir schon nicht mehr in Werfenweng im Salzburger Land. Da wir gerne nachts fahren, sind wir um 2 Uhr nachts gestartet und eigentlich wären wir zur Frühstückszeit dort. Es sind ja nur 800 Kilometer, aber in dieser Nacht war es verflixt. Großer Unfall mit einem LKW, also Stau und das im Dunklen. Kurz danach, Vollsperrung der Autobahn, alles runter und Umwege fahren, Stau, Richtung nächster Auffahrt. Langsam wurde es hell und schnell haben wir eine Ersatzstrecke gesucht und ab ging es. Aber das nervt und hält unnötig auf. So waren wir erst „spät“ da.

Werfenweng ist ein Bergdorf, dort ist Ende der Fahnenstange. Nix geht mehr. Einkaufen kann man nur in einem Tante-Emma-Laden. Also sind wir von der Autobahn aus direkt nach Bischofshofen gefahren und haben das nötigste eingekauft. Das Wochenende war gesichert. Ab ging es dann nach „oben“. Jetzt wurde es komisch für mich. Zu „unserer“ Pension ging es am Ortsanfang immer rechts ab und nun mussten wir weiter bis ans Ende des Dorfes. Erinnerungen der vergangenen Urlaube kamen auf, wie viel Spaß wir dort mit den anderen Gästen hatten. Wie liebevoll unsere Vermieter uns dort immer empfangen haben.

Vergangen, aber nicht vergessen. Also ab durchs Dorf, den Schlüssel abholen. In der Pension, wo uns der Schlüssel ausgehändigt wurde, wohnen ab und zu alte Urlaubsbekannte, wir hätten dort auch hinfahren können. Aber keine andere Pension hätte es uns recht machen können. Außerdem hatten wir dort nur einen Blick auf den Berg des Talabschlusses, ne das wollten wir ja nicht. Schnell Anmeldung ausfüllen, Schlüssel nehmen und sich die Wohnung zeigen lassen. Dazu ging es dann durchs Dorf wieder zurück. Die Wohnung war klasse. Gefreut hat uns vor allem der Backofen, gibt es den doch selten in Ferienwohnungen. Gut die Spülmaschine ist auch nett, aber das bisschen hätten wir auch mit der Hand spülen können. Aber wenn sie schon mal da ist. Inspektion der Räume abgeschlossen und alles ausgepackt, wir konnten nun mal ein paar Schritte gehen.

Es hat sich in den vier Jahren viel getan. Neue Häuser sind entstanden und wurden auch noch gebaut, während wir da waren. Klasse, morgens um sieben begannen die fleißigen Arbeiter. Naja, wir werden sowieso früh wach, wenn die Zimmer nicht richtig abgedunkelt werden können und so hatten wir dann immer einen schönen langen Tag vor uns. Bei unserem ersten Rundgang wurden wie geschrieben erste Veränderungen bemerkt. Zwei Hotels bieten jetzt für Familien All Inklusiv an. Überhaupt nicht zur Freude der anderen Gasthöfe. Geht doch keiner mehr woanders hin und lässt sich dort bewirten.

Wir waren ja auch nicht oft essen, dazu ist es mir dort einfach zu teuer, aber den Urlaub wollten wir richtig schön starten und haben dann einen schönen Spaziergang zur „Seealm“ gemacht. Vor Jahren wurde in dem Dorf ein Badesee angelegt. Das Bergwasser wurde gestaut und mit Wasserrutsche und so weiter ausgestattet. Dort gibt es eben ein Restaurant mit besagtem Namen. Als erstes wollte ich die Alpenkräuterlimonade Almdudler trinken. Kann man hier ja auch kaufen, aber in der richtigen Umgebung schmeckt es einfach besser. Der Badesee liegt klasse, man kann ringsherum die Berge sehen. Direkt vor der Nase ist ein Berg, von dem die Drachenflieger und Paragleiter starten. An dem Tag war wohl eine sehr gute Thermik, in der Luft flogen sehr sehr viele und es war toll anzusehen, wenn sie oben starten und dann durch die Lüfte gleiten. Der eine kürzer, der andere länger. Jetzt kam so ein bisschen die Müdigkeit durch. Also ab zur Wohnung und ausgeruht.

Abends sind wir noch ein bisschen spazieren gewesen. Das haben wir in unserer Pensionen ja nie so richtig mitbekommen, was abends noch alles im Dorf los war. Wir haben sehr lange auf einer Bank gesessen und einfach nur geguckt. Als es dann frisch wurde und die Sonne hinter dem Berg versunken war, ging es wieder zurück zur Wohnung. Das Wetter war ja klasse und so haben wir dann für den nächsten Tag die erste kleine Tour zum Eingewöhnen geplant.

Oh,oh, junge Gämse kann ich wirklich nicht mehr sagen, da merkt frau doch, dass sie in die Jahre gekommen ist. Und bergrauf hatte ich ja schon immer meine Probleme und es hörte sich bei mir dann auch eher, wie ein altes Dampfroß an…. Nun ja, aber es gehört dazu, zuerst geht es immer ein bisschen rauf und dann wurde es ja eben. Der Weg war sehr schön und von dieser Alm hatten wir wieder eine wunderschöne Sicht auf die anderen Berge und ins Tal. Wie es so beim ersten Tag ist, man hat noch nicht an alles gedacht, Handtuch für den Schweiß, hüstel, liegt in der Wohnung. T-Shirt zum Wechseln, achja, daran müssen wir auch wieder denken. Abends haben wir unsere roten Nasen dann betrachtet. Achja, die Sonne in den Bergen hat doch eine andere Wirkung.

Klasse, aber wir sind schnell wieder drin im Rhythmus. Die Tage wurden ein bisschen geteilt. Morgens einkaufen, weil auch manches Mal die Wolken noch in den Bergen hingen und Nachmittags wurde gewandert. Bei einer anderen Tour, schmale Wege durch den Wald, fiel mir wieder ein, dass ich diese Wege ja hasse. Grummel, grummel. Baumwurzel, quer überm Weg, etwas rutschig rechts den Abhang runter und nichts da, wo ich mich so richtig festhalten konnte. Mein Göga, erholt und fit von der Kur wie ein junger Spund vorne weg und irgendwo zwischen den Bäumen zu sehen und ich an so einer doofen Stelle, die ich nicht mag. Zum Glück gehen wir ja immer mir zwei Stöcken, sonst hätte ich mich geweigert. Also, das Schimpfen nützt ja nix, denn diesen Weg wollte ich auch auf keinen Fall zurück gehen, da wieder rauf, wo ich gerade mühsam runter bin, nix da. Also, Zähne zusammenbeißen und durch. Warum vergesse ich nur immer, wo diese Strecken waren, die ich nicht mochte. Ok, es lohnt sich aber immer diese Wege zu gehen. Eine wunderschöne Alm ist oft das Ziel. Lecker zu trinken gibt es dann auch. Verpflegung hatten wir in Tupperdosen immer dabei, denn es ist mir einfach zu teuer, immer essen zu bestellen.

Nun waren wir ja schon ein paar Tage da, hatten uns eingelebt und auch eingelaufen, also stand dann für den Mittwoch eine größere Tour an. Mit dem Lift ging es nach oben, auf ungefähr 1900 Meter. Leider waren an dem Tag einige Wolken da und wir konnten den Großglockner gar nicht richtig sehen. Aber zum Wandern waren die Wolken gut, denn es sollten um die 30 Grad werden, gut, so hoch oben nicht so heiß, aber die Sonne ist ja eben sehr kräftig. Nachdem wir oben auf der Höhe den trotzdem tollen Rundblick genießen konnten, ging es nach unten. Leider muss ich sagen, dass mehr Wert auf Wintergäste gelegt wird und so war das erste Stück des Weges auch gleichzeitig die Abfahrtstrecke und entsprechend steil. Aber das kannten wir ja und unsere Knie waren das „Abfedern“ ja auch schon von uns gewohnt. Der bereits vorhandene Muskelkater wurde von uns ja auch einfach ignoriert. Der Weg ist einfach nur schön, mal den Ausblick zu diesem Berg, mal zum anderen. Dann habe ich wieder die Wege bewundert, die meine Lieben schon gegangen sind und wo ich schlapp gemacht habe und es in meinem Leben eben nie zum Gipfel schaffen werde. Der Weg ist ein schöner Forstweg zwischen den Almen und Kuhweiden. Ein Glockengeläut ist das da oben, Wahnsinn!! Nach etwas mehr als einer Stunde waren wir bei der Hütte angekommen, die an dem Tag unser Ziel war. Eine Hütte am „Hausberg“ mit Blick auf den Ort, mir gefällt es immer wieder und ich bin eigentlich in jedem Urlaub dort hingegangen.
So, zu früheren Zeiten ist man wieder zum Lift gegangen und konnte damit auch wieder ins Tal fahren. Aber vor ein paar Jahren wurde der Lift umgebaut und führt jetzt eben weiter nach oben. Das hieße für uns, die Abfahrt hoch gehen, ich werde das nie im Leben machen, auf keinen Fall. Ich wüsste jetzt schon, dass ich die letzten Meter auf den Knien kriechen würde. Also wollten wir zu Fuß ins Tal gehen. Wie immer gibt es mehrere Möglichkeiten, einen kurzen, aber sehr steilen und rutschigen Weg, also nichts für mich und dann den längeren bequemen Fortweg. Jeder kann sich denken, welchen ich vorgeschlagen habe. Und das hat uns/mich an dem Tag fertig gemacht. Je tiefer wir kamen, desto heißer wurde es. Wir sahen auch gut aus, gestreifte Waden – haben Wanderer ja meist, wegen der hohen und festen Schuhe und der ¾ langen Hosen – und gestreifte Arme, die T-Shirts gaben nun mal Ärmel und im Top war es mir wegen der Sonne zu kritisch. Meine Wanderschuhe sind sehr gut eingelaufen, ordentliche Wollsocken oder Strümpfe habe ich ja auch immer an, aber diesmal lagen so viele Steine auf dem Weg und unten im Tal hatte ich an jedem dicken Zeh eine Blase und unter jedem Ballen ebenfalls. Wer jetzt lacht, weil er sich meinen eleganten Gang vorstellt, bekommt es mit mir zu tun. Grins. Tja, was tun, erst einmal duschen, die verschwitzten Sachen auf den Balkon gelegt, denn in der Wohnung muss es ja nicht so müffeln und ab nach Werfen, den nächsten Ort mit einer Apotheke. Blasenpflaster kaufen, aber das tat auch so weh. Also erst mal nur mit den guten Birkenstocks durch die Gegend watscheln und für den nächsten Tag einen Ruhetag einplanen.
Zum Glück ist es ja heiß und barfuss in den Birkenstocks war kein Problem. Und wir wollten ja sowieso einen Tag am Badesee verbringen, also war das doch ideal so. Außerdem sollten die Streifen etwas ausgeglichen werden. Sieht zu Hause zwar kein Mensch mehr, aber man hat ja auch einen gewissen Ergeiz.

Mein Mann hatte ja eine große Wanderung geplant, die er gerne ohne mich machen durfte. Ich war auch bereit ihn morgens in aller Frühe zum Berg zu fahren, von wo er aufsteigen wollte. Gesagt – getan. Vor 8 Uhr ging es für ihn los und ich hatte Zeit zum Rumtrödeln. Da ich vorher noch keine Lust gehabt hatte, zu frühstücken, bin ich mal eben zum Tante-Emma-Laden habe frische Brötchen und dicke Zeitung fürs Wochenende gekauft. Ganz entspannt wollte ich den Tag beginnen und dann noch einmal mit dem Lift nach oben fahren, in der Hoffnung, bessere Sicht zu haben. Da ich es auf dem Berg ja genieße, hatte ich auch vor, dort ein paar Stunden zu verbringen, bis ich mit dem Lift wieder nach unten fahren wollte. Das habe ich auch gemacht, aber leider war trotz gutem Wetter doch einiges an Wolken unterwegs.

Für meinen Mann war es schade, denn er hatte ja einen mühsamen Aufstieg vor sich. Abends meinte er auch, vergessen zu haben, wie steil es dort hoch ging, aber er hat es sich vorgenommen und ganz ehrlich, wenn man das Ziel erreicht hat, wird man für sich auch belohnt und wenn es das Gefühl ist, klasse, was ich geschafft habe. Ich kenne das ja auch sehr gut. Nur langsam sage ich immer öfter, nö, das Gefühl kenne ich und muss es an dem Berg nicht mehr unbedingt erleben.

So vergingen die ersten 10 Urlaubstage wirklich wie im Fluge. Abends sind wir öfter mal durchs Dorf spaziert und haben ein Wein oder Sturm oder sonst was Leckeres getrunken. Was ich ja überhaupt nicht mag und mir nie nie im Fernsehen ansehen werde, sind die lustigen Musikanten. Schrecklich!! Aber im Urlaub in der richtigen Umgebung und vor allem live ist es etwas ganz anderes. Wirklich. Nun gibt es auch dort Kapellen, die tu ich mir und meinen Ohren nicht an. Aber an einem Abend spielte die Kapelle des Nachbarortes auf dem Dorfplatz und da wollten wir gerne hin. Früher waren die Tische und Bänke auf dem Platz immer voll und die Leute konnten durch den Verkauf der Getränke auch noch einiges verdienen, aber jetzt bleiben die Leute weg. Es gibt ja schließlich All inklusiv und warum soll man dann noch weggehen und etwas bezahlen. Da kamen doch tatsächlich welche mit dem gefüllten Weinglas in der Hand dorthin! Tut mir leid für die Musiker und auch für die anderen Wirte, die den Leuten jahrelang etwas geboten haben und nun kommt son Unterhaltungsfuzzi und macht alles kaputt. Geärgert hat mich das schon.
Auch an dem Tag, als die Schafe vom Berg abgetrieben wurden. Vor dem Bauernladen, wo die Bäuerinnen ihre Produkte verkaufen wurden Tische und Bänke aufgebaut und eine Köstlichkeit nach der anderen wurde von den Höfen gebracht. Zwei wirklich sehr gute Musiker haben toll gesungen und super Musik gemacht. Aber Touris? Keine Spur, die konnte ich an beiden Händen zählen. Aber gut, die Dorfbewohner haben es sich nicht nehmen lassen und dort von den anderen leckeren Sachen zu essen. Schade ist das schon, aber TUI und wie sie nicht alle heißen, haben das Sagen und die wollen nur die beiden großen Hotels voll haben, alles andere interessiert nicht.
An unserem letzten Nachmittag in Werfenweng waren wir zum Kaffee bei unseren alten Wirtsleuten eingeladen und wenn mein Mann und ich nicht endlich mal aufgestanden wären, hätten wir um Mitternacht noch zusammengesessen und in Erinnerungen geschwelgt. Wie schon mal erwähnt, ich war zum ersten Mal 1972 bei ihnen und seitdem kennen wir uns. Das war wirklich ein schöner Abschluss. Ich hoffe, dass beide sie ist 64 und er 81, noch lange leben und viel von ihrem Ruhestand haben, denn die Jahre, wo sie die Pension auf hatten, waren auch sehr stressig. Die Tochter von ihnen wohnt in Neckenmarkt im Burgenland, also in dem Ort, wohin wir am nächsten Tag fahren wollten. So wurde ich auch gebeten, ein Geschenkbote zu sein. Schnell wurde für Tochter und Enkel ein Tüterl gepackt und mir mitgegeben.

Waren doch am letzten Tag die Berge meist in Wolken verhüllt, so bot uns der Hochkönig am Morgen ein traumhaftes Bild. Im Tal unten schwebten die Wolken und wir oben hatten einen strahlendblauen Himmel. Einfach toll. Allerdings mussten wir ins Tal, weil wir ja ca. 300 Kilometer fahren mussten. Eine lange Strecke war uns auch der Blick auf die Berge verwehrt. Schade, hatten wir doch die Strecke quer durch die Steiermark extra gewählt, weil wir diese Gegend doch nicht kannten und etwas sehen wollten. Aber dann waren die Wolken weg und es begleitete uns ein blauer Himmel. Die Kalkberge wurden auch immer weniger, es waren nur noch grüne große Hügel und hinter dem Semmering wurde es immer flacher. Erstaunlich, wie sich das änderte. Den Semmering mussten wir durch ganz viele Tunnel durchqueren und schwupp, man kommt aus dem Tunnel und alles ist anderes. Wir näherten uns dem Burgenland, das ja wirklich sehr ungarisch angehaucht ist. Das heißt, für mich hat es diese Wirkung. Ungarn kenn ich ja durch einen Urlaub am Plattensee und die Eindrücke, die ich damals dort gewonnen hatte, spiegelten sich hier wieder. Nun sahen wir auch schon einige der Burgruinen, die es dort ja reichlich gibt und gegen Mittag waren wir am Ziel.

Unsere Pensionswirtin empfing uns mit Küsschen rechts und Küsschen links. Dort waren wir nun schon zum 5. Mal. Zimmer bezogen, auspacken brauchten wir ja nicht mehr so viel und da man Mütter meist mittags zu Hause antrifft, haben wir uns auch auf den Weg zu Monika, der Werfenwenger Tochter gemacht. Das Tüterl von Mutter wurde übergeben wir hatten uns auch einiges zu erzählen, denn schließlich kennen wir uns ja auch schon sehr lange. Und schon ging es los, uns wurde ein Teller mit Apfelkuchen hingestellt, leider hätte sie nichts anderes da. Ein Glück, denn wenn man sich anmeldet, gibt es immer so viel, das man oft das Gefühl hat, platzen zu müssen. Nun die Kinder brauchten die Hilfe der Mutter bei den Hausaufgaben und wir sind los und haben uns die Veränderungen in diesem Dorf angesehen. In den letzten 2 Jahren ist nicht so sehr viel passiert. Auch schön, wenn alles beim Alten bleibt.
Unsere Pensionswirtin hat uns diesmal ein kleineres Zimmer als sonst gegeben, aber es war eine sehr große Terrasse dabei und wir konnten uns dort erst einmal ausruhen. Leider gibt es eine sehr gute Küche im Haus und die Düfte erinnerten uns daran, dass wir zu Mittag nur Bütterchen aus der Tupperdose hatten. Also diesmal etwas von der pannonischen Speisekarte und anschließend einen Verdauungsgang durchs Dorf und nachsehen, ob unsere anderen Urlaubsfreunde zu Hause sind. Sie waren es, welch eine Freude – mit Küssen und Drücken – auch hier durften wir Platz nehmen und es wurde erzählt, was so in den letzten 2 Jahren geschehen ist. Schnell wird eine Flasche Rotwein aus dem Keller geholt, wozu hat man eine Tochter, die einen Winzer geheiratet hat. Tochter kam auch mal schnell vorbei, hatte sie doch gehört, dass wir wieder da sind. Schwupp war die Flasche leer und gefragt wurde, was wir so alles geplant haben.
Ein paar Orte weiter gibt es eine wunderschöne Sonnentherme und dort wollten wir am nächsten Tag hin, sollte es doch wieder schön heiß werden. Und es war auch wunderschön. Wir gehen dort immer in den „Silent“ Bereich und genießen das auch. Das Wasser ist „pipiwarm“ ewig kann man sich drin aufhalten und einfach abschalten. Als wir auf unseren Liegestühlen lagen, plätscherte das Wasser so am Rand, dass wir das Gefühl hatten, am Meer zu sein. Dort haben wir so richtig rumgetrödelt und anschließend ging es in einen größeren Ort zum Bummeln und Hunger hatten wir auch.

Wir hatten nach einem Heurigen Ausschau gehalten. Bei uns gibt es in den Weingebieten ja Straußenwirtschaften, dort sind die geöffneten Heurigen auch Buschenschänken durch kleine aufgehängte Büsche an den Eingängen gekennzeichnet. Bei uns kenne ich den ersten Wein ja als Federweißen oder Suser, je nach Region. Dort heißt er „Sturm“ und ist leider auch sehr süffig.

Unsere Freunde hatten für den nächsten Abend einen Besuch in einer Buschenschänke mit uns geplant. Morgens wollten die Männer eine Radtour machen. Da die auch immer sehr extrem sind, habe ich für mich eine eigene kleine Tour durch die Weinberge geplant. Ich war dann auch 2 Stunden mit dem Rad unterwegs. Es war sehr schön. Leider gibt es dort auch einige Hügel, wo ich dann lieber mein Rad geschoben habe. Dafür ging es immer sehr flott runter. Leider haben die Winzer in diesem Jahr sehr viel Pech mit dem Wetter gehabt. Im Juli hatten sie einen schlimmen Hagelschlag und fast 70% der Trauben sind hin. Es sah richtig traurig in den Weinbergen aus. Ich muss nächste Woche mal nachfragen, denn unser bevorzugter Winzer wollte diese Woche mit dem Lesen beginnen.
Nach meiner schönen Radtour, die ich sehr entspannend fand, wollte ich mit der Frau unseres Urlaubsfreundes einen Bummel in Ungarn machen. Ich hatte noch Zeit mich etwas auszuruhen, bevor wir uns treffen wollten. Da kam auch schon mein Mann zurück, die Männer hatten 70 Kilometer gestrampelt und waren fertig mit ihrer Runde. So hat mein Mann entschieden, dass er schnell duschen und dann mit nach Ungarn wollte. Denn ich sollte auf jeden Fall in einen der Pflanzencenter, weil wir einen weißen Oleander mit nach Hause nehmen wollten. So hatte er die Möglichkeit, den Oleander mitauszusuchen. Das Klima im Mittelburgenland ist ja einfach traumhaft, wir haben über die Pracht der Blumen in den Dörfern gestaunt, die wir vor den Häusern bewundern konnten. Und weiße Oleander haben wir hier noch nicht entdeckt. Leider waren die gelben zur Zeit nicht vorrätig. Noch ein Grund mehr, wieder ins Burgenland zu fahren.
Von Neckenmarkt aus fährt man Richtung Deutschkreuz, wo der Grenzübergang nach Ungarn ist. Das sind nur ein paar wenige Kilometer. Witzig ist ja, dass wir vor 23 Jahren, als wir Urlaub am Plattensee gemacht haben, genau dort über die Grenze gefahren sind und dort auch sehr lange im Stau standen, denn es war ja bekanntlich immer viel los. Lange Wartezeiten wegen der gründlichen Kontrollen und so weiter. Vor ein paar Jahren musste der Personalausweis vorgezeigt werden und vor allem die Österreicher haben sehr gründlich kontrolliert, ob nicht etwa Menschen rübergeschmuggelt wurden. Das ist wirklich wahr, jeder musste seinen Kofferraum öffnen, denn als Ungarn noch nicht in der EU war, war das die Außengrenze der EU und dort fand aktiver Menschenschmuggel statt.
In diesem Jahr waren die Grenzstationen wie ausgestorben. Keiner hat sich mehr dafür interessiert, wer hin und herfährt. So ging es sehr flott und wir waren in Sopron, der früheren Hauptstadt des Burgenlandes. Mittlerweile fanden wir das Parkhaus sehr gut, wo wir gerne unser Auto abstellten, weil es dort gut aufgehoben war. Eine schmale Gasse führte von der Garage zur Hauptstraße und diese Gasse mag ich sehr, denn sie hat einen besonderen Flair. Kleine Geschäfte, ein Cafe, wo wir natürlich erst einmal Platz nehmen mussten und „gucken“ konnten. Viel hatten wir ja nicht vor, ein bisschen bummeln und hier und da mal schauen. Eine Runde durch die schöne Altstadt und weiter ging es zum Pflanzencenter. Ach, was hat uns da alles gut gefallen. Leider ist unser Auto ja etwas klein, was das Mitnehmen betrifft. Auf jeden Fall haben wir nun einen kleinen weißen Oleander. Mal sehen, wie es ihm hier bei uns gefällt.

Nach dem Ausflug nach Ungarn war ja ein Besuch in einer Buschenschänke geplant. Es ist eine besondere Atmosphäre dort. Auf jeden Fall war es für diesen Tag ein sehr schöner Abschluss. Abends wussten wir noch nicht, was wir an unserem letzten Vormittag unternehmen sollten, das Wetter wollten wir ganz einfach abwarten. Denn angesagt war eine Wetterverschlechterung. Aber die Sonne schien und so entschlossen wir uns zu einem Ausflug nach Podersdorf an den Neusiedler See. Das ist ja die Touristenhochburg dort und das wollten wir uns einfach mal ansehen. Wir hatten die Wahl von unserem Ort aus einmal fast um den ganzen See zu fahren, oder die Abkürzung durch Ungarn zu nehmen. Nach der Erfahrung des vergangenen Tages, keine Grenzkontrolle mehr und so, hatten wir beschlossen durch Ungarn zu fahren. Diese Gegend kannten wir auch noch nicht und es war so gesehen auch sehr interessant. Viele Gebäude des Fürsten Esterhazy gibt es ja in dieser Gegend und auch die Dörfer sehen wir uns immer gerne an. So war es zum See nicht sehr weit und wir waren relativ schnell da. Podersdorf scheint schön zu sein, aber wir möchten dort auf keinen Fall während der Hauptsaison sein. Ich kann mir vorstellen, dass es dort sehr laut und voll und auch teuer ist. Was uns auf der Fahrt aufgefallen ist, dass sehr sehr viele Radfahrer unterwegs waren. Es sind aber auch sehr schöne Radwege angelegt und in Podersdorf gibt es eine Personen- und Radfähre, die rüber nach Rust fährt. So können sehr schöne Fahrten geplant werden. Der Ausflug hat sich auch in anderer Hinsicht gelohnt. Unsere Tochter, die vor Jahren mit uns im Burgenland war und auch bei der Lese geholfen hat, hat sich eine Flasche Most als Mitbringsel gewünscht. Nun gibt es frischen Most erst dann, wenn die Weinlese begonnen hat und die Winzer in unserem Dorf wollen ja erst beginnen. Am See gibt es ja meist weißen Wein, der auch sehr süß ist und die Winzer beginnen mit dieser Lese meist eher als die anderen. Auf jeden Fall stand am Straßenrand ein Verkaufsstand mit den Angeboten den Winzerbauers und wir konnten ihr die Freude machen und Most mitbringen.
So war der Vormittag auch schon wieder rum und für den Nachmittag stand eine Fahrt durch die Neckenmarkter Weinberge auf dem Programm. Unser Freund hat sich einen Trecker mit Hänger geschenkt, sozusagen einen Jugendtraum erfüllt. Mit diesem Gefährt macht er mit Frau und Enkel oft Ausflüge. Das macht ja auch Spaß. Also sind wir alle los und in die Weinberge gefahren. Bei der Gelegenheit durften wir uns auch Trauben abschneiden, die wir mit nach Hause nehmen wollten. Die Trauben sind sehr lecker und süß. Auch damit konnten wir unserer Tochter eine große Freude machen, die ja doch etwas traurig war und eigentlich doch gerne mitgefahren wäre.

Nun näherte sich unser letzter Abend und die große Weinkisteneinpackaktion stand an. Unsere Freunde zu Hause wissen den guten Tropfen unseres bevorzugten Winzers auch sehr zu schätzen und hatten uns einen großen Wunschzettel mitgegeben. In weiser Voraussicht hatten wir ja schon die hinteren Sitze unseres Autos zu Hause gelassen und nun konnte gepackt werden. Schnell erzählt, wir haben die Riesenmenge unterbringen können, aber damit wären wir niemals nach Hause gefahren. Schließlich sind es 1.100 Kilometer und das wollten wir unserem Auto nicht antun. Aber wir hatten ja nur die Strecke bis Wien vor uns, wo wir am nächsten Abend mit dem Reisezug nach Hause starten wollten.

Wieder war die Wettervorhersage sehr schlecht aber oh Wunder, in Wien hatten wir super Wetter! Da wir beide ja keine Langschläfer sind, hatten wir schon früh unser Auto fertig gepackt. Um 8 Uhr gab es Frühstück und nach dem netten Abschied von unserer Wirtin ging es dann los. Schön vorsichtig und langsam. Erstaunlicherweise haben wir den Westbahnhof sofort gefunden. Ich hatte mir zwar alles auf der Karte angesehen, aber oft steht auf den Hinweisschildern doch anderes. Auch wusste ich, dass mich vor 2 Jahren immer der Hinweis „Favoriten“ irritiert hatte. Nun weiß ich, dass ein Stadtteil so hieß, also habe ich das einfach ignoriert und jetzt wussten wir ja auch, dass Schloß Schönbrunn ganz in der Nähe liegt und ich ging davon aus, dass es dorthin auf jeden Fall Hinweisschilder geben würde. Also erreichten wir den Westbahnhof auch schneller als gedacht und nun hieß es nur noch die Einfahrt zu dem Parkhaus direkt neben der Verladestelle zu finden. Denn lieber wollten wir einen höheren Betrag für die Parkgebühren zahlen, als unser vollbeladenes Auto einfach an den Straßenrand zu stellen. Als Großstadtkinder fiel es uns dann auch nicht schwer, eine Fahrkarte für den Tag zu ziehen und los ging es. Auf unserem Plan stand diesmal das Hundertwasserhaus. Und ich muss sagen, der Weg hat sich gelohnt, es ist sehr interessant anzusehen.

Mittlerweile rückte der Uhrzeiger auf Mittag und wir wollten uns ein Platz suchen, wo wir essen konnten. Aber auf unserem Weg mit Straßenbahn und zu Fuß kamen wir erst einmal am Stephansdom vorbei, der immer noch eingerüstet ist. Schön war der Bummel durch die Fußgängerzone. Die Häuser und Balkone hatten es mit auch angetan. Langsam verschwanden auch die Wolken und wir konnten Wien bei strahlend blauem Himmel genießen. Vom letzten Mal wussten wir, dass direkt am Westbahnhof die Maria-Hilfer-Straße vorbeiführt. Eine sehr lange und interessante Einkaufsstraße. Dort haben wir dann auch den Nachmittag verbracht. Mittagessen, Espresso trinken oder einfach nur auf einer Bank sitzen und die Leute ansehen. Das war überhaupt das tollste. Man hätte Eintritt bezahlen müssen, soviel wurde uns dort geboten. Aber auch der Nachmittag ist mal rum und wir mussten zum Auto und uns zur Verladestelle begeben. Um 19 Uhr durfte unser Auto auf den Zug und wir konnten auch zu unserem Liegwagen gehen. Kurz vor 20 Uhr war dann die Abfahrt. Da es ja relativ früh dunkel wurde und wir auch unsere Plätze „oben“ hatten, konnte ich gar nicht mehr aus dem Fenster schauen und etwas von der Gegend sehen. Entspannt ist diese Art der Fortbewegung ja und ich würde das immer wieder machen, aber so richtig zum Schlafen kommt man ja nicht. Auf jeden Fall kam mir die Nacht nicht unendlich lang vor und im Nu war es 7 Uhr und wir waren wieder zu Hause. Vorher gab es im Zug noch ein Frühstück, wer noch weitere Strecken bis nach Hause fahren musste, freute sich auf den Kaffee und die Semmel. Aber ich hatte nur Lust meinen Tee zu trinken und später zu Hause in Ruhe zu frühstücken.

Tja, so sind 14 Tage, auf die ich mich so gefreut hatte so schnell vorbei gegangen. Aber wir hatten ja keinen Streß gehabt. Das schöne ist ja, wenn man zu Orten fährt, die schon bekannt sind, hat man nicht diesen „Besichtigungsstreß“ und kann alles wirklich in Ruhe genießen. Schaffe ich es nicht, diesen Ausflug zu machen, ist nicht schlimm, dort war ich ja schon. Es wäre „nur“ eine weitere Auffrischung der Erinnerungen gewesen. Es gibt kaum noch Stellen, die man nicht kennt und wo man „unbedingt“ mal hin wollte. Also macht es nichts, wenn man einfach nur auf einer Bank sitzt und guckt. Wir hatten bei unseren Spaziergängen eine Stelle, wo wir gerne gerastet haben. Morgens haben wir auch gerne in aller Ruhe die Tageszeitung vor Ort, also die Salzburger Nachrichten gelesen. Uns interessiert es, was es dort so zu berichten gibt, welche Sorgen oder Probleme haben die Leute dort. Als wir dort waren, fing nach und nach in verschiedenen Bundesländern die Schule wieder an. Es gab große Aufregung, was das alles kostet. Manche Lehrer oder Schulen haben darauf bestanden bestimmte Schulsachen von teuren Herstellern zu kaufen. Hier achten wir ja auch auf den Preis und es gibt zu Schulbeginn genug Sonderangebote. Auch stehen bald Wahlen in Österreich an und wir haben gehört, dass viele nicht zur Wahl gehen wollen, weil nach ihrer Meinung alle gleich schlecht sind. Auch gab es viel Diskussion über die riesigen Wahlplakate, die überall rum standen und oft auch für die Autofahrer sehr störend standen. Nun und ab und zu gab es ja auch mal etwas Erwähnenswertes aus Deutschland zu lesen. Aber damit wollte ich mich nicht unbedingt beschäftigen, nur so ein bisschen auf dem Laufenden bleiben.

Wir wissen nicht, wann wir mal wieder nach Österreich fahren, aber fest steht, dass wir auf jeden Fall noch einmal fahren werden, denn in der Ferienwohnung hat es uns gefallen und im Burgenland planen unsere Freunde auch den Ausbau von Ferienwohnungen.

London – immer wieder gerne

Oder sollte ich schreiben, immer wieder London. Egal, ich würde jederzeit wieder hinfliegen und einen Tag dort verbringen. Und egal, wie anstrengend das ist, es lohnt sich auf jeden Fall.

Bevor ich gleich mit meinem ausführlichen Bericht starte, möchte ich hier ein paar Fotos zeigen:


Der erste Eindruck, Ankunft des Stansted Express in der Liverpool Station. Leider sind die Feinarbeiten der Deckenkonstruktion des Bahnshofs auf dem Bild nicht so gut zu erkennen und geben nicht den Gesamteindruck wider, den dieser Bahnhof auf einen macht.


Kensington, eine typische Straße mit den wunderschönen Häusern.


Eine Parallelstraße zur Portobello Road, nette kleine Häuser, liebevoll verschönert.


warten vor Harrods, die Taxen sind nun bunter geworden und tragen zum farblichen Straßenbild bei.


Einer der vielen Eingänge von Harrods, nach Auskunft eines Sicherheitsbeamten haben sie 11 Ein/Ausgänge, wir wollten aber zu dem, der uns zum Underground führte:

Hinweisschild vor Harrods


Starbucks in der Regent Street, Ausblick auf das schöne Haus gegenüber


Irgendwo hatte ich gelesen, dass die alten roten Telefonzellen abgebaut werden sollen. Falls das stimmt, habe ich wenigstens noch mal ein Foto gemacht.

Meine diesjährigen \“Pubfotos\“


Die Schilder gefallen mir immer wieder:

Und hier nun der Bericht:

In diesem Jahr hatten wir uns den 3. Oktober für unseren Ausflug ausgesucht. Bei uns ein Freitag und Feiertag, in London natürlich ein ganz normaler Wochentag, was wir auch noch merken sollten. Diesmal sind wir morgens um 6.30 Uhr in Düsseldorf gestartet. Das hieß aber um 4 Uhr aufstehen und rechtzeitig am Flughafen sein. Dank Kerstin hatten wir unsere Bordkarten schon, sie hatte Online eingecheckt. Und so mussten wir uns nicht in einer der langen Schlangen einreihen, denn auch andere wollten den günstig gelegenen Feiertag und die Herbstferien nutzen. Verabredet hatten wir uns am Gate, denn Tochter und ich konnten ja mit Bus anreisen und Kerstin kam mit Verena aus Duisburg. Wie auch beim letzten Mal wurden wir gründlichst am Zugang in den Sicherheitsbereich kontrolliert. Kathrin musste wieder ihre Schuhe ausziehen. Nun ein bisschen hatten wir uns ja schon darauf eingestellt. Jetzt konnten wir erst einmal einen Cappucchino zum Munter werden gebrauchen.

Da wir ja nicht zu früh da waren, ging alles andere auch sehr schnell und auf einmal saßen wir im Flugzeug von Air Berlin. Der Service, der uns in diesem Jahr geboten wurde, war sehr gut, man merkt schon, dass dies die alte Mannschaft von LTU war. Tja, wären wir mit dem Auto unterwegs gewesen, hätte ich jetzt gesagt, ui, da waren reichlich Schlaglöcher unterwegs. Es war ein sehr unruhiger Flug, aber er dauerte ja auch nur 55 Minuten und schon landeten wir in London Stansted.

Ohne Gepäck zu reisen ist sehr angenehm und schnell waren wir auf dem Weg zum Zug. Die Fahrkarte konnten wir unterwegs ohne Stress kaufen, denn alle anderen warteten ja auf ihr Gepäck. Mit dem Stansted Express dauert die Fahrt zur Liverpool Station 45 Minuten. Diesmal war es schon hell und wir konnten uns schon die Gegend ansehen. Voriges Jahr im Dezember haben wir nicht so viel sehen können.

Ich betrachte mir gerne die typisch englischen Häuser und Gärten. Auf einmal konnten hinter den Gärten der Häuser wir einen Kanal sehen. Es sah so toll aus, einfache und Kanalboote lagen dort. Gerade neulich habe ich einen Krimi gelesen, in dem viel über englische Kanalboote und das Leben dort beschrieben wurde. Verständlich, dass ich begeistert war, einen Kanal zu sehen und natürlich auch abends auf dem Fahrt zum Flughafen wieder danach Ausschau hielt.

Die Zugfahrt kam uns gar nicht so lang vor, da es wirklich viel zu sehen gab. Als wir in der Liverpool Station ankamen, waren wir direkt mittendrin im Londoner Leben und der morgendlichen Rushhour, denn es war nach Londoner Zeit ja erst 8.00 Uhr. Auf dem Bahnsteig vor uns ging eine Frau, die alles Mögliche fotografierte und ich habe natürlich sofort geguckt, was sie denn so begeisterte. Leider kann man das Interessante dieses Bahnhofs gar nicht richtig mit dem Bild festhalten, aber ich habe es auch mal versucht.

Zu Hause hatten wir uns überlegt, was wir zuerst machen wollten. Da die Wettervorhersage aber nicht ganz so gut war, wurde kurzfristig das Programm umgestellt. Wir wollten nach Notting Hill, dort finden an den Freitagen und Samstagen immer Trödelmärkte statt. Also mal eben eine kurze Orientierung, wohin müssen wir mit welcher Line fahren.

Und wie ich schon erwähnte, für die Londoner war es ein ganz normaler Tag und sie wollten zur Arbeit fahren. Das hieß für uns, rein in die volle Bahn und sofort Kontaktaufnahme mit allen möglichen Leuten und Gerüchen. Ich hatte das Gefühl, der Mann neben mir, hätte seine Anzugjacke ruhig mal wechseln können. Wie es bei uns üblich ist, gibt es eine Station, an dem die Bahnen sich leeren. So auch bei uns. Es war ja eine sehr lange Strecke von der Liverpool Station bis nach Notting Hill und einige Stationen konnten wir dann doch gemütlich sitzen. Wir haben dann auch festgestellt, dass die Bahn sehr verschmutzt wirkte. Aber bei genauer Betrachtung konnte man sehen, dass anscheinend morgens eine Tageszeitung in großer Menge verteilt wurde, denn jeder hatte eine Ausgabe in der Hand und wenn sie ausgesehen war, wurde sie einfach auf die Ablage hinter den Sitzen gelegt. Aber auch sonst war es sehr interessant in der Bahn. Eine Dame zupfte gerade ihre Augenbrauen in Form und schminkte sich anschließend, viele waren in ihren dicken Büchern vertieft. Bei der Betrachtung der Kleidung wusste ich nicht, ob sie alle unterschiedliche Wetterberichte gehört haben. Mir gegenüber saß eine Frau, mit einem kurzen Rock und nackten Beinen, der Anblick alleine hat mich schon zum Frieren gebracht. Daneben hatte eine junge Frau ihre Winterstiefel und warme Jacke an. Ein Mann hatte nur Bermudas an und war auch sonst sehr sommerlich eingestellt. Gut, dass keiner meine Gedanken lesen kann, wenn ich mir alle so ansehe.

In Notting Hill angekommen, sind wir dann direkt zur Portobello Road gegangen. Meine Begeisterung für die schönen Häuser war auch sofort wieder da. Man kann es nicht glauben, London ist eine Großstadt, aber man findet immer wieder diese hübschen kleinen Häuser und es wirkt richtig gemütlich auf einem. Aber wir wollten nun als erstes frühstücken und da wir nun mal in London waren, sollte es auch ein englisches sein. Wie es oft so ist, man ist ungeduldig und möchte sofort das richtige Lokal finden und nimmt dann aber trotzdem das zweite, das man sieht. Das dritte oder vierte wäre vielleicht noch typischer gewesen. Aber unvoreingenommen, wie wir waren, haben wir einen Bäcker mit Cafe gewählt und es war auch gut so. Es war eine Bäckerei, so richtig gemütlich und alt und es schmeckte gut.

Langsam öffneten auch die Verkäufer ihre Läden und die Trödeltische wurden aufgebaut. Für mich war auch dies wieder toll, denn ich habe eine Krimiserie gelesen und Buch handelte über das Leben in Notting Hill. Da war es klar, dass ich mir dies alles genau angesehen habe. Die Verkäufer hatten kleine Ladenflächen mit Gitter vor den Verkaufstheken, die langsam alle geöffnet wurden. Die Portobello Road ist sehr lang und in sehr viele Abschnitte eingeteilt. Stadtauswärts gesehen kommen zuerst die Antiquitäten, denn Fruit, Vegetables, Fish und so weiter und sofort. Gemütlich sind wir die Straße einmal runter und dann wieder rauf gegangen. Zu unserem Glück konnten wir ja nichts kaufen, denn ins Handgepäck passte das wenigste der Sachen.

Die Zeit vergeht ja bei dieser Art zu Bummeln immer sehr schnell und schon war es Mittag, aber halt nur auf meiner Uhr, die ich für den einen Tag nicht um eine Stunde verstellt hatte. Ach, wie schön, wir haben doch mehr Zeit. So sind wir auch noch etwas durch noblere Straßen gegangen haben da die Häuser bewundert. Das ist ja dort das interessante die eine Straße ist ganz einfach und die Ecke rum schon wieder sehr vornehm.
Zufällig kamen wir nun an einer Bushaltestelle vorbei, vor der ein Bus Richtung Harrods fuhr. Wir wollten dort ja auch hin, obwohl ich nicht so begeistert war, denn im Dezember vorigen Jahres fand ich es sehr nervig, es war mir zu voll dort. Aber ich konnte ja immer noch draußen auf die anderen warten, wenn es mir zu viel würde.

Mit dem Bus fuhren wir eine ganze Weile und ich muss zugeben, die Strecke hat mich etwas verwirrt. Aber man braucht sich ja keine Sorgen zu machen, wenn man falsch fährt, einfach aussteigen und einen anderen Weg wählen. Das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel in London finde ich sehr gut ausgebaut. Aber laut Plan sollte dieser Bus in Knightsbridge halten und wir wollten ihm auch die Chance geben, bevor wir ihn vorzeitig verlassen. Ich hatte einen guten Sitzplatz, vorne beim Fahrer und konnte so wirklich alles bestens sehen. Mir kommt das Busfahren immer wie eine kleine Stadtrundfahrt vor, immer sehe ich etwas anderes. Aber wie erwähnt, die Strecke hat mich schon verwirrt. Kennt man sich doch in London bestens aus, nachdem das Spiel „Scotland Yard“ häufig mit den Kindern gespielt wurde. Kathrin meinte, mit diesem Bus hätten wir auf jeden Fall jeden Verfolger abgehängt. Aber wir sind dann doch tatsächlich an einer Station in der Nähe von Harrods ausgestiegen, denn der Bus steckte nun im Stau fest und zu Fuß waren wir dann doch schneller.

Jetzt bin ich froh, dass ich doch in das Kaufhaus gegangen bin. Ich hatte doch vergessen, es war ein ganz normaler Freitag und wir konnten überall gucken und ohne Gedränge durch alle Abteilungen gehen. Leider habe ich dort auch die Möglichkeit gehabt, meine neue Visacard einzuweihen. Aber wann habe ich schon mal die Gelegenheit in der Abteilung „Gifts“ auch kleine typische Harrods Geschenke zu erwerben. So hatte ich dann doch schnell die Mitbringsel für die Lieben zu Hause zusammen. Mittlerweile waren wir alle auch reichlich mit Tüten bestückt, denn unterwegs gab es ja das eine oder andere nette kleine Geschäft, wo man auch etwas günstig einkaufen konnte.

So, und nun, ach der nächste Zugang zum Underground ist ja nie weit und ab ging es auch nach unten. Die Line bis Piccadilly Circus wurde von uns erwählt. Dieser Platz hat es mir bereits Anfang der 80er Jahre angetan und auch jetzt finde ich ihn immer noch toll. Wer meint, London wäre flach und eben, der täuscht sich, vom Piccadilly Circus kann man „nach unten“ schauen und sieht den berühmten Nelson und weiter dahinter den Big Ben.

Aber wir wollten nun in die Regent Street, wo es auch wieder reichlich Geschäfte gibt, wo man „gucken“ kann. Aber wir wollten zuerst in einen Teeladen, indem Kathrin und ich im vorigen Jahr nicht nur Tee, sondern auch Kakao gekauft hatten. Auch dort wollten wir erst mal nur „gucken“ denn warum jetzt schon kaufen und mit sich rumschleppen, wenn wir den Teeladen später in Covent Garden auch aufsuchen konnten. Aber, was kümmert uns das dumme Geschwätz vorm Laden, wenn es innen so schöne Sachen gibt, weiß ich, ob der andere das auch hat. Und der Verkäufer war so nett und zuvorkommend und auf einmal hatten wir vier jede eine Tüte in der Hand. Ich selber habe mir dort auch eine schöne Teetasse und verschiedene gefüllte Teedosen gegönnt.

So, nun war aber mal wieder eine Pause angesagt. Kaffee zum Aufmuntern – da ist Starbucks immer eine gute Adresse. In den gemütlichen Sesseln hingen wir dann aber auch wie ein Schluck Wasser in der Kurve und diese sollten wir mal besser wieder kriegen, denn wir wollten ja schließlich noch etwas sehen. Also weiter auf der Regent Street und dann abbiegen in die Oxford Street. Mal in dieses Geschäft, mal in das andere gucken oder auch kaufen. Jetzt merkte man aber auch, es war Freitagnachmittag und die Straße und Bürgersteige wurden immer voller. Und wir peilten nun unser letztes Ziel für den Tag an: Covent Garden.

Natürlich legten wir den Weg zu Fuß zurück, so konnten wir doch wesentlich mehr sehen und die U-Bahnen waren jetzt mit Sicherheit auch wieder proppevoll und die Busse standen mehr, als sie fuhren. Außerdem konnte ich dann mal wieder einige Pubs fotografieren. Ich finde das so klasse, da stehen ganz normale Häuser und auf der Ecke ein liebevoll zurecht gemachtes Haus, in dem sich ein Pub befindet. Die Schilder begeistern mich auch immer wieder. Aber wenn ich an jeder Ecke stehen bleibe und gucke und fotografiere, komme ich nie ans Ziel, also habe ich gar nicht so viele der Pubs fotografiert.

Nun meldete sich aber auch unser Magen, ergab Zeichen, dass er mal etwas anderes als Kaffee haben wollte. Nach Londoner Zeit war es ja auch schon 14.30 Uhr und ein Mittagessen längst fällig. Und was wählt man dann zu Mittag? Ja, klar Fish and Chips. Voriges Jahr hatten wir in Covent Garen ein nettes Lokal gefunden, wo es uns geschmeckt hat und dort wollten wir wieder hin. Falls es voll sein sollte, dann hätten wir dort mit Sicherheit auch noch etwas gefunden. Aber wieder haben wir vergessen, dass die Touristenströme nicht unterwegs sind und die Londoner ihrem Alltag nachgehen. Es war fast leer und so konnten wir in einer stressfreien Umgebung unser Essen einnehmen. Mir schmeckt es, das gebe ich zu. Allerdings hätte ich gerne hinterher einen Degistif zu mir genommen, aber das scheinen sie dort nicht zu kennen. Wir haben danach nämlich noch in einem Pub gefragt, ob wir dort ein Getränk dieser Art bekommen können, aber das war ein Satz mit x. Nun waren wir pattsatt und kaputt. Die eine oder andere klagte über Füße, Zeh oder sonst was. So verabredeten wir, dass wir uns jetzt nur noch in den Hallen umsehen und die Atmosphäre auf uns wirken lassen. Nette kleine Geschäfte konnten wir aufsuchen, um unsere letzten Pfund und Pennys loszuwerden. Leider wurde das Wetter nun etwas ungemütlich. Den ganzen Tag hatten wir Glück, außer ein paar Regentropfen, für die es sich kaum lohnte den Schirm zu öffnen, war es trocken, aber auch kalt und windig. Gerne hätte ich mich noch etwas auf eine Bank gesetzt und einfach nur geguckt, aber nun regnete es doch etwas mehr und dann macht das ja auch keinen Spaß. Auf der anderen Seite hatten wir ja noch den Weg zum Flughafen vor uns und zu knapp wollten wir auch nicht fahren.

So wurde mal wieder Abschied genommen. Aber mit der Gewissheit, noch einmal, vielleicht im nächsten Jahr wieder zu kommen. Im Zug hatten wir dann auch Gelegenheit den Inhalt unserer Tüten noch einmal anzugucken und einiges umzupacken, denn es musste ja später gut im Flugzeug untergebracht werden. Sorgen machten uns ein bisschen die Dosen mit dem Kakaopulver und die Tüten mit Pulver, die der nette Verkäufer uns geschenkt hatte. Denn im vorigen Jahr musste Kathrin ihre Tasche leeren, weil die Sicherheitsleute nachsehen wollten, was sie denn da in ihrem Rucksack hat. Aber außer Schuhe ausziehen ging alles glatt.

Im Flughafen kann man sich ja auch immer gut aufhalten. Noch schnell ein letztes Mal in einen Laden, um etwas englisches mit nach Hause zu nehmen, noch einmal etwas trinken und schnupper, riecht es hier gut, auch noch mal etwas zu essen, man weiß ja nicht, ob es auch abends ein Sandwich gibt.

Oh wunder, unser Flieger hatte keine Verspätung und wir konnten pünktlich an Bord gehen. Ebenfalls starten und überpünktlich landen, denn Wind, der uns vorangetrieben hat, gab es reichlich. Immer diese Löcher in den Wolken! Um 20.15 Uhr Londoner Zeit sind wir gestartet und um 22.15 Uhr deutscher Zeit in Düsseldorf gelandet. Um 23.30 Uhr waren Tochter und ich dann wieder zu Hause. Außer kurz zu erzählen, wie es war, aber wirklich nur kurz und noch nicht einmal Taschen auspacken, ging es sofort ins Bett mit dem Wunsch, endlich ausruhen und schlafen. Am nächsten Tag spüre ich den anstrengenden Tag zwar immer noch in den Knochen und besonders in den Füßen, aber wenn mich einer fragt, kommt Du morgen mit, dann sage ich sofort wieder „JA“
Oder sollte ich schreiben, immer wieder London. Egal, ich würde jederzeit wieder hinfliegen und einen Tag dort verbringen. Und egal, wie anstrengend das ist, es lohnt sich auf jeden Fall.