Autoreninterview – Sissi Steuerwald

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Liebe Sissi, ich freue mich, dass Du Dich meinen Fragen stellen möchtest. Zunächst schreibe ich ja immer etwas darüber, wie ich meine Interviewpartnerin kennen gelernt habe. Die meisten Autoren, die ich interviewt habe, konnte ich auf der einen oder anderen … Weiterlesen

Autoreninterview – Kerstin Lange

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Kerstin Lange habe ich bereits vor einiger Zeit interviewt und deshalb freute ich mich, dass sie nochmals bereit war und sich diesmal sogar hinter einem Türchen im sprechenden Adventskalender versteckt hat. Den Beitrag könnt Ihr hören, wenn Ihr auf das … Weiterlesen

Autoreninterview – Carmen Mayer

Buchmesse Leipzig 2019
Liebe Carmen,
ich freue mich, dass Du Dich meinen Fragen stellen möchtest. Aber zunächst möchte ich kurz erwähnen, woher wir uns kennen. Ende 2017 habe ich Dich „gefunden“, wir hatten einige Schnittstellen, Krimis und HOMER. Das erste Buch, das ich von Dir gelesen habe, war der Krimi „Eiswein“ und der HOMER Literaturpreis hat dann auch dafür gesorgt, dass wir uns endlich mal getroffen haben, darauf werde ich später noch einmal eingehen. Auf jeden Fall hatten wir schon einen sehr regen schriftlichen Kontakt, bevor wir uns gesehen haben.

Und nun möchte ich mit meinen Fragen loslegen. Bei meiner Recherche habe ich festgestellt, dass Du sehr interessanten beruflichen Tätigkeiten nachgegangen bist. Aber wie kam es, dass Du Autorin wurdest?

Ich habe mir bereits in der Grundschule vorgenommen, die jüngste Schriftstellerin der Welt zu werden, als ich gerade mal alle Buchstaben schreiben und lesen konnte. Mein Lieblingsfach war ‚Deutsch‘. Egal, ob es um Diktate, Aufsätze oder die ganze Theorie in dem Fach ging. Da hatte ich auch die besten Noten. Es hat dann allerdings noch ein paar Jahrzehnte gedauert, bis es geklappt hat mit der Schriftstellerei, aber ich habe dieses Ziel nie völlig aus den Augen verloren.

Seit wann schreibst Du Bücher?

Mein erstes Buch war ‚Dezember-Geschichten‘, die ich zusammen mit Peter Nüesch und der Illustratorin Sibylle Beuttner als Lese- und Vorlesebuch nicht nur für Kinder veröffentlicht habe. Das war 1991. Mein erster Roman wurde 2011 im Verlag edition oberkassel veröffentlicht, und dann kam jedes Jahr ein neues Buch dazu. Oder zwei. Oder so. Bislang sind es insgesamt vierzehn Romane, das Dezember-Geschichten-Buch und viele Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien.
Ich habe von Dir einige Bücher gelesen und meine, dass Du wohl am liebsten im Genre Krimi und historisch schreibst, ist das richtig?

Das ist richtig. Die beiden Genres und ich passen einfach zusammen 😉
Kannst Du Dir vorstellen, noch in anderen Genres zu schreiben?

Das habe ich bereits probiert. Einmal eben mit den Dezember-Geschichten, und dann mit drei Geschichten um ein kleines Café und drei Damen im besten Alter. In beiden Genres zu schreiben hat mir sehr viel Spaß gemacht, und ich überlege mir immer wieder, in der einen oder anderen Richtung was zu schreiben. Ideen dazu hätte ich genug. Mal sehen
.

Wenn ich richtig informiert bin, hast Du mit dem Schreiben von Kurzgeschichten begonnen, wurden diese auch veröffentlicht?

Du bist richtig informiert. Einige meiner Kurzgeschichten wurden in verschiedenen Anthologien veröffentlicht, die letzte in ‚Grenzen‘, einer Anthologie zum Magazin Literàbiles. Alle meine Kurzgeschichten zusammengefasst gibt es in ‚Menschen nebenbei‘, das ich im Self Publishing herausgebracht habe.

Wie findest Du Deine Ideen?

Das ist unterschiedlich. Meine historischen Romane haben sich aus den von meinem Großvater Ernst Kehrwecker begonnenen, und von mir später wieder aufgenommenen Recherchen zu den Wurzeln meiner Familie entwickelt. Es war zunächst einfach nur spannend herauszufinden, woher meine Vorfahren gekommen sind, aber plötzlich steckte ich mitten in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges … Ich habe dann versucht, das Leben dieser Menschen nachzuzeichnen, bin mit meinem Mann ihren möglichen Fluchtweg aus Österreich Richtung Deutschland abgefahren, und hatte am Ende jede Menge Material für einen historischen Roman in der Tasche: Das Awaren-Amulett.
Meine Krimis wiederum haben ihre Wurzeln in Berichten über reale Verbrechen, zu denen ich mir meine Gedanken gemacht, und aus denen ich dann meine eigenen Geschichten gesponnen habe. Dabei geht es mir nie um die Darstellung brutaler Szenen, sondern um die psychologischen Aspekte dahinter. In meinem letzten Krimi ‚Der Fall Susann K.‘ habe ich mich in die Situation eines Vaters hineinversetzt, dessen Tochter umgebracht wurde, und der erleben muss, dass ihr mutmaßlicher Mörder freigesprochen wird. Das ging mir bei den Recherchen und später beim Schreiben teilweise deutlich mehr an die Substanz, als bei den anderen Krimis. Wobei ich auch bei denen hin und wieder – nach Gesprächen mit Opfern wie in ‚Hurentöchter‘ beispielsweise, oder Angehörigen von Opfern in meinen anderen Krimis – eine Atempause gebraucht habe.

Kommt es schon mal vor, dass beim Schreiben bereits Ideen für neue Bücher entstehen?

Ständig! Und dann schreibe ich teilweise an zwei Projekten gleichzeitig. Hat auch was. Besonders, wenn ich in einem Projekt hängen geblieben bin, und dafür neue Ideen für das andere habe, die mich zwischendrin förmlich angesprungen haben.

Wie lange schreibst Du an einem Buch?

Kommt drauf an. Wenn ich für einen historischen Roman immer weiter in die Vergangenheit abtauche und mich so weit es geht an die realen Begebenheiten jener Zeit halten will, dauert es zuweilen zwei Jahre, bis das Buch fertig ist. Ich habe es auch schon in weniger als 12 Monaten geschafft, weil ich bereits viele Vorkenntnisse über die geschichtlichen Hintergründe hatte. Für einen Krimi brauche ich ungefähr ein Jahr. Immer inklusive Recherchen.

Wie sieht Dein Autorenalltag aus?

Ich bin eine Nachteule und arbeite deshalb sehr gerne abends und teilweise bis weit in die Nacht hinein. Da kann ich mich ungestört auf meine Arbeit konzentrieren.  Wichtig für mich ist jedenfalls, dass alle anderweitig anfallenden Aufgaben erledigt sind, es möglichst ruhig um mich herum und — mein Schreibtisch aufgeräumt ist.

Wer darf Dein Buch  zuerst lesen?

Mein Mann Rudi, der mich auch bei meinen Recherchen tatkräftig unterstützt, unsere Tochter Sabine und Schwiegersohn Oliver. Wenn es bei den Dreien nicht durchfällt besteht die Hoffnung, dass es die anderen Leserinnen und Leser auch mögen. Sie sind meine strengsten, aber auch liebsten und fairsten Kritiker und Fans. Mein Schwager Gunter Hackel begleitet mich während der Recherchen zu den historischen Romanen, hauptsächlich, was die militärische Seite darin betrifft, und Hauptkommissar Heinz Rindlbacher passt auf, dass ich die Arbeit der Polizei – sagen wir mal ‚möglichst nahe an der Realität entlang‘ beschreibe. Die beiden kennen den Inhalt meiner Bücher zum Teil schon, bevor sie gedruckt werden, und ich bin ihnen für ihre konstruktive Kritik und Mitarbeit sehr dankbar.

Vor kurzem wurde das historische Buch „Die Trossfrau“ im Maximum Verlag veröffentlicht. Dürfen wir Leser dort noch mehr Bücher von Dir erwarten?

Ja, und darüber freue ich mich ganz besonders, weil meine Bücher und ich bei Maximum von einem tollen Team betreut und unterstützt werden, und wir inzwischen recht ansehnliche Erfolge verzeichnen können. Aktuell schreibe ich an einem weiteren historischen Roman parallel zur Trossfrau, ein anderer wird gerade für eine Neuauflage vorbereitet. Außerdem arbeite ich an einem neuen Krimi, über den wir bei Maximum auch schon gesprochen haben.
Ah, das ist gut, dass Du die Neuauflage erwähnst. Ich kenne das Buch und habe später noch einige Fragen dazu.
Ich erwähnte ja anfangs, dass ich meine, Deine beiden Schwerpunkte liegen im Bereich Krimi und Historie. Du bist Mitglied bei den mörderischen Schwestern. Was kann ich mir darunter vorstellen?

Du hast ja vielleicht gut recherchiert! Stimmt. Ich bin als aktives Mitglied nicht nur für die WebSite der Mörderischen Schwestern in Bayern, sondern hier auch als Organisations-Schwester für die von den Mörderischen Schwestern ‚erfundene‘ Ladies Crime Night zuständig. Das ist eine etwas andere Lese-Veranstaltung für Krimi-Autorinnen, ein Format mit Schuss, das inzwischen sehr gut ankommt.

Außerdem bist Du tätig für den HOMER Literaturpreis. Eine Weile haben wir zusammen gearbeitet. Ich durfte Jury-Mitglied sein und weiß, wie viel Arbeit darin steckt. Wie schaffst Du das alles bloß?

Oh ja, daran erinnere ich mich immer noch sehr gerne. Ich bin ja, wie du weißt, nicht nur Jury-Koordinatorin für den HOMER Literaturpreis, sondern habe auch die letzten drei Galas zur Preisverleihung in Ingolstadt organisiert. Es steckt wirklich viel Arbeit und Zeit dahinter, und ist teilweise auch stressig, meine Aufgaben zur Zufriedenheit aller und zeitlich punktgenau unter einen Hut zu bringen. Zumal ich ja noch ein Leben außerhalb meines Daseins als Autorin und Organisatorin habe. Aber es macht Spaß, klappt irgendwie immer, und dann freue ich mich für alle Beteiligten über den Erfolg.

Durch Deine Tätigkeiten hast Du sehr guten Kontakt zu Autorenkollegen, wie sieht es denn mit Kontakten zu Lesern und Bloggern aus?

Ich bekomme immer wieder Mails oder PNs oder Kommentare von Leserinnen und Lesern, die mir beschreiben, wie sie meine Bücher empfunden haben. Das finde ich total schön, und ich bin da auch offen für jede Art konstruktiver Kritik. Zu Bloggern hatte ich bislang leider weniger Kontakt, das hat sich seltsamer Weise nie so richtig ergeben. Deshalb freue ich mich jetzt gerade sehr über den Kontakt zu dir als Bloggerin. Dankeschön!

Wie wichtig sind Dir diese Kontakte?

Seeehr wichtig. Ich freue mich über alle Zuschriften, die mich zu meinen Büchern erreichen, und beantworte auch alle. Ich habe sogar Fans, die mich seit der allerersten Veröffentlichung mit Mails und Kommentare begleiten, was ich total klasse finde. Danke auf diesem Weg!

Du bist auch viel unterwegs und liest aus Deinen Büchern, was bringt Dir das? Damit meine ich jetzt nicht unbedingt nur den Buchverkauf.

Was mir das bringt?  Ich liebe den Kontakt zu den Menschen, die sich für meine Bücher interessieren. Es gibt auch Video-Lesungen von mir, aber die Reaktion der Leute direkt zu erleben ist unvergleichlich viel spannender. Wenn ich sehe, dass sie die Emotionen meiner Protagonisten förmlich mit(er)leben, ist es für mich wie beim Schreiben: Ich bin plötzlich Teil der Geschichte. Wenn ich es schaffe, meine ZuhörerInnen beim Vorlesen da hinein mitzunehmen, weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin, und wenn sie hinterher noch meine Bücher kaufen, haben wir alle miteinander einen wundervollen Abend verbracht, von dem letztendlich jeder was hat 😉

In Ingolstadt habe ich Deine Tochter kennen gelernt und ich weiß, dass sie selber sehr gerne liest. Hat sie auch Ambitionen zur Schriftstellerei? Oder überlässt sie das lieber der Mutter und liest gerne Deine Bücher?

Sie überlässt das mir und liest lieber. Unter anderem auch meine Bücher 😉 Ich lege großen Wert auf ihre Meinung dazu. Sie hat mich übrigens drauf gebracht, historische Bücher zu schreiben, fällt mir dabei gerade ein. Weil sie meine Art, ihren Geschichtsunterricht in der Schule im Nachgang aufzupeppen, einfach interessant fand und sich ein paar historische Begebenheiten besser vorstellen und merken konnte.

Außerdem hast Du Enkelkinder, bist oder warst Du eine vorlesende Omi?

Jaaaaa, sehr, sehr gerne. Inzwischen nicht nur für meine fünf Enkelmäuse, sondern für weit über dreihundert. Ich lese seit einigen Jahren in Kindergärten und Grundschulen Geschichten vor, die ich zum Teil selber geschrieben habe, oder spiele sie dort zusammen mit meinen beiden ‚FrühStückchen‘ Francesca Pane und Dani Richter. Da passiert es schon hin und wieder, dass mich Kinder beim Einkaufen sehen und zur Mami sagen: „Das da ist die Oma Carmen!“,  und nach einer gut gemeinten Belehrung mütterlicherseits stolz richtigstellen: „Doch, ich darf Oma Carmen zu ihr sagen.“ Stimmt, dürfen sie. Wobei ich nie so richtig weiß, wer in dem Augenblick mehr stolz ist.

Hast Du als Kind gerne gelesen und wenn ja, an welche Bücher erinnerst Du Dich?

Gerne und – heimlich. Damals war es – zumindest in meiner Familie – verpönt, einfach dazusitzen und sich womöglich mit Unnützem zu beschäftigen. Lesen gehörte in diese Kategorie, galt als reine Zeitverschwendung. Ich bin dann ab und zu in die Stadtbücherei gegangen und hab dort ein bisschen geschmökert, bis man mich entdeckt und hinauskomplimentiert hat, weil ich keine Mitgliedskarte hatte. Oder ich habe mir von Freundinnen Comics und Bücher ausgeliehen und sie mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen. Karl Mays Winnetou, Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar … waren meine absoluten Favoriten. Oder Micky-Maus- und Fix-und Foxi-Heftchen, die habe ich förmlich verschlungen. Heimlich natürlich. Damals habe ich mir fest vorgenommen, keinem Kind jemals das Lesen zu verbieten oder madig zu machen, und ich weiß, warum. Denn wie war das gleich? Lesen gefährdet die Dummheit.
Lach, der Spruch kommt mir irgendwie bekannt vor 😉

Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor würdest Du gerne besuchen und warum?

Den alten Herrn von Goethe. Ich würde mich liebend gerne mit ihm über seine Frauengeschichten unterhalten, und ihn außerdem fragen, wie er seine Texte geschrieben hat. Liefen sie – wie bei mir sehr oft – wie ein Film in seinem Kopf ab? Woher kamen seine Ideen, und wie war das tatsächlich mit Frau von Stein? Wie sieht er denn dieses grenzenlose Reisen innerhalb Deutschlands jetzt, das er sich unter anderem in seiner Funktion als Minister unter Herzog Carl August so sehr gewünscht hat? Über seine wissenschaftlichen Tätigkeiten und Erkenntnisse würde ich ihn ausfragen, seine spätere Sicht auf seine Arbeit als Autor seine Werke, undundund …

Gibt es ein Buch, das Du schon immer mal lesen wolltest, aber bisher noch nicht geschafft hast?

Ich habe mir mal in einem Anflug von Nostalgie eine Sammlung der Romane von Ludwig Ganghofer als eBooks gekauft, sie aber bis auf ein paar immer noch nicht alle gelesen. Dabei habe ich entdeckt, dass hinter den für den heutigen Lesegeschmack wirklich sehr kitschigen ‚Bildern’ in seinen Büchern zum Teil richtig gute Krimis stecken.

Hast Du eigentlich Zeit und Lust Bücher Deiner Kollegen zu lesen, ohne sie irgendwie bewerten zu müssen? Denn für den HOMER Literaturpreis erhältst Du ja reichlich Bücher, die gelesen werden müssen.

Oh ja, durchaus. Und ich lese natürlich nicht nur die historischen Romane, die für den HOMER-Preis auf meinem Schreibtisch landen, ich habe auch unter meinen Kolleginnen und Kollegen aus der Zunft der Krimiautoren ein paar Favoriten, von denen ich sehr gerne was lese.

Wie immer frage ich sehr viel und hinterher stelle ich fest, dass es noch das eine oder andere gegeben hätte, was ich vergessen habe zu fragen. Deshalb gebe ich Dir hier die Gelegenheit, was wolltest Du uns Lesern immer schon mal sagen?
Du hast alles gefragt, worauf ich spontan eine Antwort gefunden habe. Vielen Dank dafür. Das sage ich auch meinen Leserinnen und Lesern: Vielen Dank, dass ihr meine Bücher nicht nur lest, sondern mir auch sagt und zeigt, ob, und wenn ja, wie sehr ihr sie mögt. Ich freue mich über konstruktive Kritik, und habe aus einigen Reaktionen von euch schon Anregungen und Ideen gewonnen, die ich gerne in einem der nächsten Bücher umgesetzt habe. Am allermeisten freue ich mich, viele von euch bei meinen Lesungen kennengelernt zu haben und noch kennen lernen zu dürfen. Wir sehen uns!
Zum Abschluss nenne ich immer Namen oder Begriffe und frage, was einem dazu einfällt, so nun auch bei Dir:

Paris Da habe ich in meiner Sturm- und Drangzeit fast ein Jahr lang als fille au-pair ein aufregend glückliches Leben geführt, an das und die damit verbundenen Menschen und Ereignisse ich heute noch gerne zurückdenke. Ganz abgesehen davon, dass ich in Paris dem Mann meiner Kindheitsträume für einen kurzen Augenblick gegenüber stand (aber mich nicht getraut habe, ihn anzusprechen …): Pierre Brice, ‚meinem‘ Winnetou.

Astrid Lindgren Ich habe ihre Geschichten erst als Erwachsene kennengelernt – und konnte leider nicht so viel mit ihnen anfangen. Allerdings hat mich davon unabhängig ihre Persönlichkeit beeindruckt, nachdem ich ein Fernseh-Interview mit ihr gesehen habe.

Asien Eine Welt, die sich mir in meiner jahrelangen Funktion als Einkäuferin für deutsche Firmen auf eine Weise erschloss, die ich als mögliche Touristin so nie gesehen hätte, und in die ich mich unsterblich verliebt habe. Vor allem liebe ich Hong Kong, wo meine ehemaligen Agenten Michelle und Patrick leben, die längst zu Freunden geworden sind.
Liebe Carmen, ich bedanke mich vielmals, dass Du meine Fragen beantwortet hast, aber ich erlöse Dich noch nicht, denn nun kommen noch weitere Fragen zu einem Buch. Im Juni erscheint im Maximum Verlag die Neuauflage von dem Buch \“Das Awaren-Amulett\“.

Na dann: Leg los!

Ich lese sehr gerne historische Bücher, dadurch erfahre ich so nebenbei vieles über das Leben der damaligen Zeit. Allerdings stelle ich es mir sehr aufwändig vor, denn es bedarf ja einer sehr gründlichen Recherche.

Das ist wohl wahr. Unter uns: Es geht mir bei den Recherchen wie Dir beim Lesen. Ich erfahre Vieles über das Leben in der damaligen Zeit, von dem ich keine Ahnung hatte, und finde es ausgesprochen spannend, was ich dabei oftmals herausfinde.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, dieses Buch zu schreiben?

Wie gesagt: Ich wollte wissen, woher meine Vorfahren kamen, von denen ich anhand eines von meinem Großvater in Auftrag gegebenen Stammbaums nur wusste, dass sie ihres Glaubens wegen aus Österreich geflüchtet und in Württemberg sesshaft geworden sind. Das hat mich nicht mehr losgelassen und aus der anfänglichen Neugier ist unter anderem dieses Buch entstanden.

Wie viel Zeit benötigst Du für Deine vorbereitenden Arbeiten?

Bei dem Buch habe ich ziemlich lange gebraucht, weil ich ja ursprünglich nur den Weg meiner Vorfahren nachzeichnen wollte. Genau weiß ich das gar nicht mehr. Prinzipiell brauche ich inzwischen ungefähr zwei Drittel der Gesamtzeit für Recherchen, ein Drittel fürs Schreiben.

Die Personen unterhalten sich natürlich auch in Deinen Büchern, wie schwer ist es, sich der damaligen Sprache anzupassen?

Das ist ziemlich schwierig, und zwar aus mindestens zwei Gründen: Erstens, weil es zwar alte Schriftstücke gibt, die ahnen lassen, wie sich damals die Leute unterhalten haben könnten. Aber da ist es wie heute auch: Zwischen realem Sprechen und Geschriebenem gibt es deutliche Unterschiede.  Dabei ist es nochmal anders, wenn es sich um Dialekt handelt. Ich habe mich bei den Ortsnamen in meinen historischen Romanen an die damals übliche Schreibweise gehalten und sie im Glossar erklärt. Bei direkten Reden habe ich die Art der Unterhaltung gewählt, die ein wenig an das erinnert, wie man damals gesprochen haben könnte, und dem, wie es heute flüssig lesbar ist.

In dem Buch macht sich Johannes auf den Weg, weil er seine Schwester sucht. Er hatte ja keine Landkarte, aber konntest Du alte nutzen? Schließlich musst Du ja eine Furt oder so finden, Brücken gab es ja nicht.

Da hatte ich das Glück, während meiner Recherchen immer wieder auf Leute zu treffen, die mir alte Karten gezeigt haben oder wussten, in welchem Archiv ich genau die finde, die für mich wichtig war.  Brücken gab es damals schon, aber nicht immer genau da, wo ich sie haben wollte. Da musste mein Johannes schon auch mal einen weiten Umweg nehmen. Auch Wegstrecken verliefen vor 400 Jahren anders als heute. An die habe ich mich anhand alter Karten oder Bildmaterial gehalten, sofern vorhanden.

Mir gefällt es, wenn in historischen Büchern auch Personen vorkommen, die wirklich gelebt haben. Wie ist es bei Dir, Du sammelst ja enorm viele Informationen und hast ein umfangreiches Wissen. Kommen dann doch vielleicht noch Ideen zu weiteren historischen Romanen?

Gerade während meiner Recherchen tauchen immer wieder Personen oder Situationen auf, über die es weitaus mehr zu berichten gäbe, als ich in mein aktuelles Projekt einarbeiten möchte. Da kribbelt es dann schon in meiner Autorinnenseele, ein Buch zu schreiben, in dem es mehr darüber zu lesen gibt, als in dem, das ich gerade schreibe. Die Ideen gehen mir wirklich nicht aus.

Weißt Du am Anfang des Buches schon den gesamten Ablauf? Oder mogeln sich dann unterwegs doch Personen ins Geschehen, was vorher nicht geplant war?

Ich glaube anfangs immer fest daran, den Ablauf meines Buches und den Schluss genau zu kennen. Und dann widersetzen sich meine Protagonisten diesen Plänen plötzlich, Personen tauchen auf, von denen ich vorher überhaupt keine Ahnung hatte, und alles läuft anders als geplant. Inzwischen weiß ich: Auch fiktive Charaktere sind nur Menschen …

Musst Du Dich doch öfter wieder daran erinnern, dass Du beim Schreiben in einer anderen Zeit bist oder tauchst Du so richtig ab?

Ich tauche so richtig ab, bin irgendwann mitten im Geschehen. Deshalb mag ich auch keine Musik hören nebenbei, dass im Nebenraum der Fernseher mit den aktuellen Nachrichten läuft oder der Mailmelder blinkt. Das sind auch Gründe, weshalb ich abends oder nachts gerne schreibe.

So und nun erlöse ich Dich von meinen Fragen, lach. Nein, es hat Spaß gemacht, Dein Buch zu lesen und mir Gedanken dazu zu machen.

Liebe Ulla, es hat mir großen Spaß gemacht, Deine Fragen zu lesen, mir Gedanken darüber zu machen und sie zu beantworten. Herzlichen Dank dafür und herzliche Grüße! von der Carmen

Stellvertretend für alle Bücher, die Carmen Mayer geschrieben hat, stelle ich hier das Cover von dem Buch \“Die Trossfrau\“ ein. Dieses Buch ist ebenfalls im Verlag Maximum erschienen.

Die Trossfrau

erschienen: 2. Dezember 2019

Seiten: 336

meine  Rezension dazu: klick hier

Wer noch mehr über die Autorin und die erschienenen Bücher erfahren möchte, kann dies auf folgenden Seiten von

Carmen Mayer

Homepage

Autorenseite bei Amazon

Maximum Verlag

hier ist Carmen Mayer aktiv:

Mörderische Schwestern

HOMER historische Literatur

Autoreninteview – Jörg Rönnau

Lieber Jörg,
Du gehörst zu den wenigen Autoren, die ich interviewe und noch nicht persönlich kennen lernen konnte. Aber wir haben durch Facebook Kontakt zu einander und vielleicht sehen wir uns mal auf einer der vielen Buchmessen. Ich freue mich immer, wenn ich für mich neue Autoren finde und deren Bücher mich begeistern. Dich habe ich durch den Maximum Verlag gefunden, dazu schreibe ich später noch etwas, jetzt möchte ich gerne mit meinen Fragen starten.
Ich freue mich, dass Du Dir die Zeit nimmst und meine Fragen beantworten möchtest.
Ich habe bei meiner Recherche gelesen, dass Du Deinen Kindern früher Geschichten erzählen musstest, sie wollten nicht einfach nur etwas vorgelesen bekommen. Hast Du diese Geschichten irgendwo festgehalten?

Leider nicht, die entstanden damals alle aus dem Stegreif, ist aber auch schon lange her und meine Kinder sind inzwischen erwachsen. Die Geschichten habe ich aber trotzdem nicht vergessen und sie sind immer noch noch in meinem Kopf, vielleicht wird es mal Zeit für ein Kinderbuch (schmunzel). Damals waren Edgar und Klausi die Helden der Gute-Nacht-Geschichten. Dabei handelte es sich um zwei Holsteiner Bauern, die ständig in irgendwelche spannenden Abenteuer hineingeraten sind. Die beiden pfiffigen Landwirte mussten gegen blutrünstige Piraten, Schmuggler, Diebe, Ungeheuer oder Banditen kämpfen. Natürlich kam auch der Humor nicht zu kurz und meine Kids haben damals vor Vergnügen gegackert und sprechen noch heute davon.
Nun ist es ja eine ganz andere Sache, den Kindern Geschichten zu erzählen oder Krimis zu schreiben. Ich denke mir, dass auch ein gewisser Zeitraum dazwischen liegt. Wie bist Du letztendlich auf die Idee gekommen, Bücher zu schreiben?

Da bin ich eher ein „Spätzünder“, aber einen Roman zu schreiben spukte schon immer in meinem Kopf herum. Beruflich stark eingebunden und als Familienvater hatte ich nie viel Zeit dafür. Aber ich habe schon immer gerne Geschichten erzählt und meine Frau meint, ich sei ein „Sabbelkopp“. Vor einigen Jahren wurde ich sehr krank und bin es leider immer noch. Ich musste deshalb meinen Beruf aufgeben und was fängt man mit der gewonnenen Zeit an? Genau, man kommt auf die Idee, den lang gehegten Wunsch in die Tat umzusetzen. Da ich schon immer gerne Regionalkrimis von der Waterkant gelesen habe, wurden es letztendlich norddeutsche Krimis mit viel Lokalkolorit und das Schreiben macht mir großen Spaß.
Du schreibst im Genre Krimi, kannst Du Dir vorstellen auch mal in einem anderen Genre zu schreiben?

Wie ich oben bereits erwähnt habe, wäre ein Kinderbuch super. Außerdem spukt noch ein Vatikan-Thriller in meinem Kopf herum, ich weiß gar nicht warum, aber ich mag dieses Genre sehr. Darüber hinaus hege ich seit langer Zeit den Wunsch einen Krimi rein in Plattdeutsch zu schreiben, dass muss ich auch einmal verwirklichen.
Snack mol wedder Platt, ich habe gelesen, dass Du mit Leidenschaft Plattdüütsch sprichst, hast Du nicht mal Lust, kleine Büchlein mit Sprüchen oder so in Plattdüütsch zu schreiben?

Ich schreibe bereits seit Jahren plattdeutsche Kurzgeschichten und Gedichte. Meistens sind es eher lustige „Döntjes“, aber auch Texte zum Nachdenken. Einige von ihnen gibt es auf meiner Webseite und der Rubrik „Plattdüütsch – Jörg vertellt“ zu lesen. Es macht mir großen Spaß in Platt zu schreiben und ich rede es, wann immer es geht. Und wer weiß, vielleicht findet sich ja ein Verlag, der mit mir so ein Büchlein veröffentlichen möchte? Also, wenn ein plattdeutscher Verlag dies liest, gerne bei mir melden 😉 !
Wie findest Du die Ideen zu Deinen Büchern?

Da muss ich nicht lange suchen, Ideen kommen von ganz alleine, die liegen quasi zur freien Verfügung auf der Straße und man muss sie nur erkennen. Jede Begegnung, jedes Ereignis kann eine Story sein. Irgendein kleiner Impuls von irgendwoher, eine Beobachtung und schon ist eine neue Idee geboren, dann habe ich innerhalb von Augenblicken eine ganze Story im Kopf. Das Schreiben dauert dann natürlich wesentlich länger 😉 und ich glaube, mein Leben wird nicht ausreichen, um alle Ideen zu verwirklichen. 
Wie lange schreibst Du an einem Buch?

Das ist sehr unterschiedlich. Da ich gerne Romane mit historischem Hintergrund schreibe, brauche ich sehr viel Zeit für die Recherche, denn die Historie soll ja möglichst authentisch sein. Aber im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass ich an einem Buch durchschnittlich ein Jahr arbeite.
Momentan schreibe ich, neben einem neuen Matthiesen-Krimi, auch an einem Spionage-Thriller, der gleichzeitig eine maritime Retrospektive der Schifffahrt des beginnenden 20. Jahrhunderts darstellt und dafür ist unendlich viel Recherche notwendig.
Deinen Hauptberuf hast Du ja aufgeben müssen, wie sieht nun Dein Autorenalltag aus?

Ganz ehrlich? Was das betrifft, bin ich eher absolut chaotisch! Tagesablauf und Struktur gibt es bei mir nicht. Da gleicht kein Tag dem anderen. Ich kann mich nicht so diszipliniert hinsetzen und schreiben, so wie viele andere Autoren es tun, so quasi mit täglichen Vorgaben an Wörtern und Seiten. Geschrieben wird, wenn geschrieben wird und dann kann es auch zu jeder Tag- und Nachtzeit sein … stundenlang, wie im Rausch oder auch mal gar nicht … chaotisch eben 😉
Wer darf Dein Buch als erstes lesen?

Meine beste und schärfste Kritikerin ist meine Frau, sie „muss“ alle neuen Sequenzen zuerst lesen oder ich lese sie ihr vor. Ansonsten gibt es ein paar auserwählte Testleser, an deren Meinung mir sehr viel liegt.
Hast Du Zeit und Lust Bücher Deiner Kollegen zu lesen?

Ja, das mach ich sehr gerne. Besonders die neusten Werke des „Kieler Krimi Kartells“ muss ich unbedingt lesen, wobei mir der Kieler Autor Kurt Geisler inzwischen als guter Freund besonders ans Herz gewachsen ist und wir betiteln uns mittlerweile spaßeshalber als „Kumpel“ 😉 und treffen uns zum Kaffee und Klönsnack.
Ansonsten lese ich sehr gerne Regionalkrimis und Romane, die im Norden beheimatet sind.
Hast Du als Kind gerne gelesen und wenn ja, an welche Bücher kannst Du Dich erinnern?

Ich war bereits als Kind ein Lese-Junkie. Karl May, Jules Verne, Jack London, Astrid Lindgren, die ganze Palette der Abenteuerliteratur habe ich damals verschlungen, besonders wenn die Geschichten auf dem Meer, auf Schiffen oder tropischen Inseln spielten. Moby Dick, Der Seewolf, Die Schatzinsel usw.! Oft habe ich diese Bücher so richtig klassisch mit Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen. 
Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor der Vergangenheit möchtest Du besuchen und warum?

Jack London ist und war schon immer einer meiner Lieblingsautoren. Seine Biografie hat mich schon als Jugendlicher fasziniert. Er war Seemann, Goldgräber, Robbenfänger, Austernpirat und noch viel mehr, hat quasi all seine Abenteuerbücher selbst erlebt, sie an Lagerfeuern in der Wildnis Alaskas oder von Matrosen auf den Weltmeeren gehört. Mit ihm zusammen eine längere Seereise auf einem Segler, mit langen Gesprächen über Gott und die Welt … das wäre schon eine grandiose Vorstellung. 
Gibt es ein Buch, dass Du schon immer mal lesen wolltest, es bisher aber nie geschafft hast?

Eins? Ich glaube, es müssen noch Hunderte sein, hihi, aber eins fällt mir spontan ein: „Ulysses“ von James Joyce.
Ich habe von Dir zwei Bücher gelesen, die mir sehr gut gefallen haben: „Der Käpt’n jenseits der See“ und „Kriegsgold“. Beide Bücher sind im Maximum Verlag erschienen. Wie bist Du zu diesem Verlag gekommen und fühlst Du Dich dort gut aufgehoben?

Eigentlich hatte ich das Manuskript zum „Käpt’n“ an den Bookspot Verlag geschickt und sie haben das Buch auch angenommen und wollten es verlegen. Damals war Petra Mattfeldt dort noch in der Geschäftsleitung tätig, war aber gerade dabei einen eigenen Verlag zu gründen. Ich hatte die Wahl, entweder beim Bookspot Verlag zu veröffentlichen oder mit Frau Mattfeld neue Wege zu gehen. Ich entschied mich für den zweiten Weg, den MAXIMUM Verlag und habe es nicht bereut. Frau Mattfeldt ist eine großartige Verlegerin und eine beeindruckende Persönlichkeit. Die Zusammenarbeit mit ihr und mit dem Verlag macht sehr viel Spaß und ich fühle mich dort sehr wohl, es ist schon fast familiär  😉 .
Du bist Mitglied beim Kieler Krimi Kartell, was kann ich mir darunter vorstellen und was macht Ihr dort so?

Das Kieler Krimi Kartell hat sich im vorigen Jahr zusammengefunden und es ist eine „verschworene Schreibergilde“ von inzwischen 16 Autoren aus dem Raum Kiel und darüber hinaus. Wir treffen uns in unregelmäßigen Abständen bei den verschiedenen Autoren Zuhause, fachsimpeln, quatschen über Gott und die Welt und planen gemeinsame Projekte und Lesungen, die ja zur Zeit (bedingt durch die Corona-Pandemie) leider alle ausfallen müssen. Wir stehen kurz vor der Veröffentlichung unserer ersten Krimi-Anthologie unter dem Namen „Mörderische Kieler Förde“. Dieses spannende Buch, mit packenden Kurzgeschichten, erscheint im Gmeiner Verlag und der bekannte Kieler Krimiautor Kurt Geisler ist der Herausgeber. Außerdem sind weitere Anthologien geplant.
Wer mehr über das Kieler Krimi Kartell erfahren möchte, der darf gerne unsere Webseite besuchen:
Der Austausch mit Deinen Kollegen ist Dir also wichtig, hast Du auch Kontakt zu Lesern?

Der Kontakt zu meinen Lesern ist mir sehr wichtig, besonders auf Lesungen, da spürt man die Resonanz quasi hautnah und ich mag die Atmosphäre auf solchen Veranstaltungen. Außerdem liebe ich es, dort mit den Leuten zu quatschen. Leider finden momentan durch die Corona-Pandemie keine Lesungen statt und ich hoffe, dass sich die Lage bald entspannt und wir Autoren wieder loslegen können.
Ansonsten bekomme ich häufig Mails von Lesern, oder sie schreiben mir persönliche Nachrichten auf Instagram, Facebook oder per Post. Ich freue mich über jede einzelne Nachricht und sie wird auch beantwortet.
Arbeitest Du mit Bloggern zusammen oder ist da noch einiges im Aufbau?

Da ist noch einiges im Aufbau, aber mit einigen stehe ich bereits in sehr gutem Kontakt und ich schätze ihre Arbeit sehr und freue mich über jede Rezension zu meinen Büchern.
Nun habe ich wie immer sehr viel gefragt und trotzdem bestimmt das eine oder andere vergessen. Deshalb gebe ich Dir hier die Möglichkeit und frage, was wolltest Du uns Lesern immer schon mal sagen:

Da möchte ich mich einfach mal bei allen Lesern ganz herzlich bedanken. Nur durch ihr Interesse ist es uns Schreiberlingen möglich, das zu tun, was wir gerne machen, nämlich Geschichten zu erzählen.
Zum Abschluss nenne ich gerne Namen und Begriffe und frage meinen Interviewpartner, was ihm dazu einfällt:
Klaus Störtebecker
Norddeutscher Pirat und Haudegen, dessen Leben bestimmt viel Stoff für einen spannenden Abenteuerroman liefert.
Astrid Lindgren
Verehre und liebe ich. Ihre großartigen Romane begleiten mich seit meiner frühsten Kindheit. Ich liebe ihre Heimat Småland und war bereits einige Male dort, um die Schauplatze ihrer Bücher zu besuchen, wie z.B. den Katthult-Hof (Michel von Löneberga), Bullerbü usw.! Die Landschaft dort, mit ihren tausenden von Seen und Wäldern, ist einfach nur fantastisch! 
Kiek mol wedder in
Plattdüütsch mien Modderspraak, ik snack so geern Platt un wi mütt oppassen, dat de Spraak ni verloren geiht. Deshalb segg ik jümmers: Lüüd snackt Platt, jümmers un överall … un hol ju al fuchtig 😉
Ich schrieb gerade, dass ich obige Frage zum Abschluss all meinen Interviewpartnern stelle, aber diesmal ist es anders. Ich erweitere mein Interview und möchte noch einmal auf Dein Buch „Kriegsgold“ zurückkommen.


Denn es jährt jetzt im Mai 2020 etwas, das wir nicht feiern, aber woran wir doch denken wollen. Der schreckliche zweite Weltkrieg war endlich zu Ende. Allerdings hat es sehr lange gedauert, bis Normalität eintreten konnte, zu viel war zerstört und zu vieles musste aufgedeckt werden. In Deinem Buch hast Du „eine explosive Mischung aus Diebstahl, Mord und Rache“ beschrieben und „zugleich einen spannenden Blick in die Geschichte“ gewährt.
Wie bist Du auf die Idee zu diesem Buch gekommen?
Die Idee kam mir, als ich vor einiger Zeit zum zigsten Mal „Das Boot“ von Lothar-Günther Buchheim gelesen habe, für mich, einer der großartigsten Romane der Weltliteratur. Plötzlich sah ich beim Lesen den „Alten“ als Kapitänleutnant Johann von Stackeldorf vor mir und der historische Teil von „Kriegsgold“ war geboren.

Du behauptest in der Anmerkung zwar, dass die Geschichte Deiner blühenden Fantasie entsprungen ist. Aber trotzdem musstest Du gut recherchieren, wie bist Du hier vorgegangen?

Natürlich liegt zwischen der Idee und der fertigen Story eine Menge Recherche, denn die historischen Fakten sollen ja auch authentisch sein. Dazu habe ich viel über diese Zeit gelesen, angefangen über die Technik der damaligen U-Boote, bis hin zu historischen Ansichten aus Kiel. Außerdem konnte ich auf Erzählungen meines Vaters zurückgreifen, der als junger Mann auf solch einem Boot gefahren ist und den Schrecken des Seekrieges hautnah miterlebt hat. 
Zudem habe ich nochmals die Bücher „Das Boot“ und „Die Festung“ von Lothar-Günther Buchheim gelesen, um mich in die Zeit des Zweiten Weltkriegs einzustimmen. Beide Bücher sind anschauliche Werke, die die Atmosphäre dieser Ära drastisch wiederspiegeln.
Ich stelle mir vor, dass es gefühlsmäßig sicher nicht einfach war, zum Beispiel sich in die Männer zu versetzen, die sich im U-Boot befanden, wie ging es Dir da?

Wie oben bereits erwähnt, ist mein Vater auf so einem U-Boot gefahren. Von ihm weiß ich, wie furchtbar es auf solchen schwimmenden Särgen gewesen sein muss. Jeder, der schon mal das U-Boot-Denkmal in Laboe besucht hat und im Inneren von U-995 war weiß, wie beklemmend eng es dort drinnen ist. Wenn ich mir vorstelle, in so einem Ding unter der Wasseroberfläche und dann noch bei einem Angriff mit Wasserbomben zu sein … furchtbar! Das muss die Hölle gewesen sein.    
Nein, nur auf die Erzählungen meines Vaters, auf entsprechende Literatur aus jener Zeit und sehr gute historische TV-Dokumentationen.
Ich habe das Buch ja gelesen und auch rezensiert, ich war begeistert und fand es sehr emotional. Möchtest Du noch etwas dazu sagen?

Das freut mich sehr, dass es dir so gut gefallen hat. Es freut mich immer wieder, wenn ich die Leser mit meinen Geschichten emotional erreichen kann. Mir hat zum Beispiel eine Leserin geschrieben, dass sie beim „Käpt’n“ Rotz und Wasser geheult hat, als sie die Szene las, in der der blutjunge Jack London und Hannes Kröger sich das erste Mal in San Francisco trennen, nachdem sie sich kennen und schätzen gelernt haben. Solche Rückmeldungen berühren mich sehr und ich freue mich darüber.
Nun soll bitte niemand denken, das ist kein Buch für mich. Es sollte aber von mehreren Seiten betrachtet werden. Es erinnert einen an eine Zeit, die sich keiner zurückwünscht. Es hat für viel Spannung gesorgt und das sollte ja ein guter Krimi. Gerne und hier spreche ich noch einmal meine Leseempfehlung aus.
Nun komme ich aber wirklich und endlich zum Ende und ich möchte mich bei Dir, lieber Jörg für die Beantwortung meiner Fragen bedanken.
Im Maximum Verlag sind bisher diese beiden Bücher erschienen:

Mehr Informationen zum Autor und den Büchern gibt es hier:

Maximum Verlag

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