Autoreninterview – Hope Cavendish

Hope Cavendish – Foto von Stefan Niebecker
Liebe Hope,
ich freue mich, dass Du Dich meinen Fragen stellen möchtest. Du gehörst zu den wenigen Autorinnen, die ich noch nicht persönlich kennen gelernt habe. Allerdings haben wir schon einige Jahre schriftlichen Kontakt und arbeiten daran, uns zu treffen. Irgendwann wird es wohl mal klappen.
Und nun starte ich gleich mit meinen Fragen.

Liebe Ulla,
unser Austausch ist bislang immer sehr offen und herzlich gewesen, darum hoffe ich auch, dass es demnächst einmal klappt, dass wir uns persönlich treffen.

Seit 2013 bist Du als Autorin tätig. Gestartet hast Du mit einer historischen Vampirromanserie. Wie bist Du auf diese Idee gekommen?
 
In der Schulzeit hat Geschichte tatsächlich nicht unbedingt zu meinen Lieblingsfächern gehört. Doch damals ging es im Unterricht immer nur um Schlachten, Könige und Jahreszahlen. Nie wurde thematisiert, wie die Menschen seinerzeit lebten und was sie so umtrieb. Genau diese Alltagsgeschichte ist es aber, die mich interessiert und die mir später in historischen Romanen und Filmen nähergebracht wurde.
Als Vampirgeschichten vor ein paar Jahren dann mal wieder populärerer wurden, habe ich mich gefragt, was mich persönlich eigentlich so an diesen Wesen fasziniert. Und die Antwort ist: ihre Unsterblichkeit. Wie muss es wohl sein, wenn die Welt um einen herum sich im Laufe der Jahrhunderte verändert? Wie sehr verändert man selbst sich dabei? Oder schafft man es dennoch, sich im Grunde treu zu bleiben? So entstand die Idee, eine Geschichte zu entwickeln, die sich mit diesen Fragen befasst.
Nachdem Du die Serie abgeschlossen hattest, folgte ein Liebesroman. Auch hier möchte ich wissen, wie Du auf die Idee gekommen bist.
An den \“Zeitgenossen\“ habe ich etwa 7 Jahre lang geschrieben. Das Thema \“Liebe\“ kam in der Serie zwar vor, spielte aber eher eine untergeordnete Rolle. Darum hatte ich einfach mal Lust dazu, einen richtigen Liebesroman zu schreiben. \“Suspicious Love\“, der erste Liebesroman, beschäftigt sich mit dem Thema Vorurteile. Ich bin auf das Thema gekommen, weil man tagtäglich erleben kann, dass Menschen vorgefasste Meinungen haben und die Personen in ihrem Umfeld in Schubladen stecken. Dabei haben wir alle eigentlich doch viele verschiedene Facetten und passen oft gar nicht in die Schubladen, in die andere uns stecken wollen. Genau darum geht es auch in \“Suspicious Love\“: Caden scheint auf den ersten Blick ein reiner Playboy zu sein, Amber wirkt zunächst eher zurückhaltend. Und beide sind prompt anfangs voreingenommen gegenüber dem anderen. Ich wollte mit der Geschichte zeigen, dass es zwar durchaus menschlich sein kann, erst mal Vorurteile zu haben, dass wir aber Freundschaft und Liebe vielleicht nur dann finden können, wenn wir bereit sind, unsere Vorurteile zu überwinden.
 
Sollen noch weitere Bücher in einem anderen Genre folgen?
 

Mir spukt schon sehr lange eine Idee für einen heiteren Krimi im Kopf herum. Aus der Idee wurden dann inzwischen schon ein fast fertiger Plot sowie diverse Charaktere, die einige Seiten in einem eigenen Projekt-Notizbuch füllen und in meinem Kopf bereits so lebendig sind, dass ich vermutlich nicht nur in einem einzigen Band über sie berichten kann. Insofern wird es wohl eher eine Krimi-Reihe (mit jeweils abgeschlossenen Bänden) werden. Serien und Reihen setzen einen zwar mehr unter Druck, aber dieses Projekt ist für mich schon so präsent, dass ich das Genre bereits in mein Logo integriert habe. J

Auf Deiner Homepage teilst Du uns Lesern mit, dass Du als Teenager Geschichten geschrieben hast. Mich interessiert nun, ob Du als Kind gerne gelesen hast und wenn ja, an welche Bücher erinnerst Du Dich besonders?
 
Ich habe zum Beispiel die Schneider-Bücher von Enid Blyton sehr gemocht. Aufgrund der Hanni & Nanni  Reihe habe ich mir eingebildet, dass es großartig sein müsste, in einem Internat zu leben, und weil ich auch schon immer gerne Detektivgeschichten gelesen habe, mochte ich auch die Tina & Tini Reihe. Mir gefielen aber auch solche „Klassiker“ wie die „Unendliche Geschichte“ von Michael Ende und die Kinderbücher von Erich Kästner.
 
 
Hast Du jetzt auch Zeit und Lust Bücher zu lesen?
 
Lust habe ich immer, aber seit ich selber schreibe und Bücher veröffentliche, habe ich tatsächlich weniger Zeit, weil ein Großteil der Freizeit, für Schreiben, Recherche, Marketing und Vertrieb draufgehen.
Wie sieht Dein Alltag aus?
 
Ich stehe auf, dusche, frühstücke, gehe dann ins Arbeitszimmer und setze mich an den PC. Je nachdem, welcher Auftrag dann am dringlichsten ist, bin ich mit Bildbearbeitung, Grafikdesign, Lektorat, Korrektorat oder Buchlayout beschäftigt. So verhält sich das eigentlich von Montag bis Sonntag. Wenn es die Zeit erlaubt, gehe ich zwischendurch mal raus, leider aber seltener, als ich vermutlich sollte.
 
Wie lange schreibst Du an einem Buch?
 
Da der Brotjob ja immer Priorität hat, je nach Rechercheaufwand ein halbes bis ein Jahr. Die historischen Details der Zeitgenossen haben viel Recherche erfordert, daher hat der Schreibprozess der Bände auch immer ein gutes Jahr lang gedauert.
 
Wer darf es zuerst lesen?
 
Eine sehr gute Freundin, die glücklicherweise auch schonungslos ehrlich mir gegenüber ist.
Kommst es vor, dass Ideen Dich finden, während Du ein anderes Buch schreibst?
 
Ja, (leider) passiert das sehr oft, weshalb meine Notizbücher sehr voll sind und ich mich fragen muss, ob ich dazu kommen werde, all die Projekte auch noch zu realisieren.
Ist es Dir schon mal passiert, dass sich Figuren verselbständigen und etwas anderes machen, als Du mit ihnen geplant hattest?
 
Eigentlich nicht. Ich plotte die Handlung ja im Vorfeld und setze mich auch detaillierter mit der Persönlichkeit und den Biografien meiner Figuren auseinander. Wenn ich beim Schreiben Einfälle habe, die zwar spannend oder dramatisch wären, aber nicht zum Charakter oder zur Logik meiner Figuren passen würden, verwerfe ich sie wieder. Oft ist es eigentlich sogar eher so, dass meine Figuren im Laufe der Handlung Verhaltensweisen zeigen, die perfekt in den Plan passen – selbst wenn ich das Detail vorab noch gar nicht notiert hatte. J
Wenn Du in die Vergangenheit reisen dürftest, welchen Autor würdest Du besuchen und warum?
 
Zum Beispiel würde ich gerne Agatha Christie auf einer ihrer Orientreisen begleiten, weil sie eine sehr liebenswerte und bescheidene Person gewesen sein soll und weil ich es interessant gefunden hätte, mich mit ihr über ihre Bücher und ihre Reisen zu unterhalten. Vielleicht könnte ich sie ja sogar dazu bringen, mir etwas über die Hintergründe ihres mysteriösen Verschwindens im Jahr 1926 zu erzählen, eine Geschichte, die ich sehr spannend finde.
Wir beide tauschen uns ja meist bei Facebook aus. Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Lesern?
 
Sehr wichtig. Ich finde es schön, dass man sich über die Sozialen Netzwerke austauschen und auf diese Weise unter anderem auch erfahren kann, wie das geschriebene bei den Leuten ankommt, für die man ja schließlich schreibt.
Im vergangenen Jahr hast Du bei Facebook eine Gruppe Buchevents Rhein Ruhr angelegt. Dort wird alles gesammelt, was in dem Umkreis stattfindet. Ich finde die Idee gut, was war der Anlass, dass Du die Seite einrichtest?
 
Ich kenne inzwischen so viele Buchmenschen, die sich für Lesungen, Buchmessen und andere „buchige“ Events interessieren und so viele Kollegen, die ihrerseits so etwas (mit)veranstalten. Da aber trotzdem noch längst nicht jeder mit jedem vernetzt ist und viele Veranstaltungen nach wie vor gar nicht entdeckt werden, hoffe ich, mit dieser Gruppe ein paar mehr Leute für Buchveranstaltungen zusammenbringen zu können.
 
Ich habe mal wieder jede Menge Fragen gestellt, möchte Dir hier aber auch die Gelegenheit bieten, uns Lesern das mitzuteilen, was Du uns schon immer sagen wolltest:
 
Ich beantworte diese Fragen zu einem Zeitpunkt, an dem der Corona-Virus die ganze Welt in Schrecken versetzt. Ich bin mit vielen Leuten vernetzt und mache mir eigentlich Sorgen um jeden einzelnen davon. Darum wurden die folgenden Worte schon oft gesagt, aber sie sind dennoch das einzig wichtige: Passt bitte alle gut auf Euch auf und bleibt gesund!
Und zuletzt frage ich immer gerne, was meiner Interviewpartnerin zu Namen und Begriffen einfällt, so jetzt auch bei Dir:
London
Trotz Brexit nach wie vor meine Lieblingsstadt.
 
Graf Dracula
Obwohl er vermutlich der berühmteste Vampir der Literaturgeschichte ist, wissen nur die wenigsten, dass ihm das Sonnenlicht nichts anhaben konnte.
 
Momo
Spontan fallen mir dazu die grauen Herren ein, die Schuld daran sind, dass ich die Geschichte auch immer ein bisschen bedrückend fand und nicht so sehr mochte, wie die „Unendliche Geschichte“.
Liebe Hope, ich bedanke mich bei Dir für das Interview
 
Ich danke Dir für Deine Fragen.
Wer nun noch mehr über die Autorin erfahren möchte, kann dies auf folgenden Seiten:

Amazonautorenseite Hope Cavendish

Bevor ich hier gleich zwei Cover stellvertretend für alle erschienenen Bücher zeigen werde, möchte ich auf folgendes hinweisen:

Hope Cavendish schreibt aktuell am Nachfolgeband „Undesigned Love“ und wer nun neugierig geworden ist, kann im nächsten Newsletter das erste Kapitel lesen.
Abonniert werden kann dies hier

Alle Buchcover zu zeigen, würde hier den Rahmen sprengen, deshalb zeige in hier nun zwei Bücher:

Gemmas Verwandlung Zeitgenossen Band 1 und Suspicious Love: Kann ich dir trauen?

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