Interview einer Lektorin – Claudia Perc – so wird ein Hobby zum Beruf

Auf der Buchmesse im März 2015 in Leipzig lernte ich Claudia Perc kennen und seitdem haben wir Kontakt zueinander. Deshalb war meine Freude auch sehr groß, als ich sie auf der Buchmesse in Frankfurt wieder getroffen habe. Bei einer Tasse Kaffee hatten wir Zeit uns etwas zu unterhalten. Denn von Claudia Perc hatte ich etwas erfahren, was mich sehr interessierte: seit einiger Zeit ist sie als Lektorin tätig, was mich natürlich neugierig macht und ich deshalb mit ihr ein Interview geführt habe.

 1. Claudia, wie kommt man als Leserin auf die Idee als Lektorin zu arbeiten. 
Ich bin wie die Jungfrau zum Kinde dazu gekommen. Schon seit etlichen Monaten bin ich Testleserin und Vorableserin für diverse Autorinnen. Nach jedem Buch bekomme ich die Rückmeldung, dass man mit meinem Feedback und meinen Anregungen viel anfangen kann und sie einbauen wird. Irgendwann habe ich also gedacht, dass ich dann auch meine Dienste professionell anbieten kann.

 2. Bisher dachte ich immer, dass man entsprechend studiert haben muss, um als Lektorin arbeiten zu können. Erzähl doch mal etwas über Deinen Werdegang 
Nein, man muss nicht studiert haben. Der Begriff „Lektor“ ist nicht geschützt, grundsätzlich kann sich also jeder „Lektor“ nennen. Empfehlenswert ist aber die Liebe zum Buch, ein sicherer Umgang mit Worten, Freude beim Arbeiten am Text und die Disziplin, sich ans arbeiten zu setzen, auch wenn kein Chef hinter einem steht

 3. Wie lange brauchst Du für ein Buch 
Das ist völlig unterschiedlich. Zum einen kommt es darauf an, was gefragt ist: nur Lektorat, nur Korrektorat, oder das Komplettpaket. Außerdem kommt es natürlich immer darauf an, wie sicher der Autor bzw. die Autorin selber im Umgang mit der Sprache ist. Wenn ich rein privat lese bin ich auch sehr viel schneller, als wenn ich lektoriere, da ich beim Lektorat wirklich Wort für Wort akribisch lese

 4. Wie muss ich mir das eigentlich vorstellen, denn es ist doch ein ganz anderes lesen, sitzt Du mit Stift und Notizblock neben dem Buch 
 Ja, in der Tat ist das Lesen ein ganz anderes… ersetze Stift und Notizblock durch PC, und es passt. Ich lasse mir das Manuskript per Mail zuschicken, dann bearbeite ich es mit entsprechenden Programmen am Rechner. So habe ich mir als eine meiner ersten „Amtshandlungen“ das Programm „Papyrus“ gekauft, ein Programm, das auch viele Autoren nutzen. Hier kann ich alle Anmerkungen und Änderungen so hinterlegen, dass der Autor sie nachvollziehen kann. Denn jeder Autor soll selbst entscheiden, inwieweit er meine Vorschläge annehmen möchte. Ich arbeite den Text dann Wort für Wort, Satz für Satz durch, prüfe die Satzstellung, die Formulierungen und mache Recherchen, wenn mir eine Situation unlogisch erscheint.

 5. Hast Du Dich schon mal dabei erwischt, dass Du andere Bücher nun ganz anders liest oder trennst Du lesen und lekotieren? 
*schmunzel*, ja dabei erwische ich mich ständig…

 6. Kenne ich Autoren für die Du lektoriert hast? 
Ich bin ja erst kurz dabei und habe noch keine riesige Referenzliste. Aber Miranda J. Fox sagt Dir mit Sicherheit was. „Der endlose Wanderer“ ist ein Buch von ihr, das ich lektoriert habe. Außerdem darf ich Asta Müller und Katja Schneidt in meiner Referenzliste nennen.

 7. Wie viel Bücher nimmst Du an? 
Aktuell habe ich noch viel Luft, so dass ich recht zügig momentan eingehende Aufträge bearbeiten kann. Ansonsten habe ich ein ganz gutes Zeitmanagement. Nach Absprache mit dem Autor und dem gewünschten Erscheinungsdatum entscheide ich dann immer ad hoc, ob ich einen Auftrag annehmen kann.

 8. Liest Du alle Genre? 
Lesen – nein! Lektorieren: bis jetzt habe ich noch keine Krimis und Thriller lektoriert. Aber versuchen (anhand eines immer möglichen Probelektorates) möchte ich das auf jeden Fall.

 9. Wie kann man Dich erreichen und nachfragen, ob Du Zeit und Interesse hast? 
Ich habe eine eigene Homepage mit Kontaktformular: http://www.claudiaperc.de Außerdem kann man mich via lektorat@claudiaperc.de gern anmailen Last but noch least bin ich auch auf Facebook vertreten: https://www.facebook.com/Lektorat-Claudia-Perc-1018113441562953/

 10. Von Autoren suche ich immer eine Kurzbiografie, kannst Du in wenigen Sätzen etwas über Dich sagen? 
Ich bin (noch) 46 Jahre jung, verheiratet und wir haben eine elfjährige Tochter. Mein erlernter Beruf ist Steuerfachwirtin, seit knapp 8 Jahren arbeite ich als Tupperberaterin, ich designe Schmuck (übrigens auch Schmuck zum Buch, wenn ein Fanartikel gewünscht wird), stehe leidenschaftlich gern in der Küche und hasse Langeweile.

 Vielen Dank liebe Claudia

 Liebe Ulla, ich danke Dir für das Interview und freue mich schon auf den nächsten Kaffee (hoffentlich nicht erst zur LBM) mit Dir!

mal etwas anderes – Blogger des Monats

Kurz bevor ich mich auf den Weg zur Frankfurter Buchmesse machen wollte, erhielt ich die Nachricht, dass ich zur Bloggerin des Monats erkoren wurde. Es hat mich unwahrscheinlich stolz gemacht und ich habe es auch an verschiedenen Stellen gepostet.

Nun gab es für mich einen weiterren Grund, weshalb ich auf jeden Fall den Stand von dotbooks auf der Messe besuchen wollte.

Denn ich hatte schon vor, meine Ansprechpartner von den Verlagen kennen zu lernen. Es ist doch immer besser, wenn man sich mal begegnet ist und ein paar Worte miteinander sprechen konnte.

So steuerte ich, nachdem ich das Autorensofa gefunden und mich auch selber zurecht gefunden hatte, den Stand von dotbooks an. Leider traf  ich meine Ansprechpartnerin nicht an, da sie sich in einer Besprechung befand.  Tja, die Termine, davon gibt es reichlich auf der Messe. Ich hatte an dem ersten Vormittag auch zwei Verabredungen getroffen und machte mich also wieder auf den Weg. Allerdings wusste ich jetzt, dass ich um 12 Uhr meine Ansprechpartnerin sehen konnte, weil sie dann an Stand einen Termin hatte. Früh genug war ich wieder dort und hatte tatsächlich die Gelegenheit ein paar Worte mit ihr zu sprechen. Leider viel zu kurz, aber so ist es nun einmal. Sollte ich noch einmal zur Buchmesse fahren, werde ich mir auch mehr Zeit gönnen und vielleicht frühzeitig weitere Verabredungen treffen.

Diskussion über Preise der eBooks und so

Ich habe mir auch dazu mal einige Gedanken und möchte sie jetzt endlich mal loswerden. Im Moment finden einige Diskussionen statt. Da schreibt eine Autorin, dass Geiz peinlich ist und fragt warum ein eBook nicht mehr wert ist als eine Apfeltasche. Eine andere Autorin teilt mit, dass es ihr reicht und sie sich zu dem Thema aus ihrer Sicht äußern möchte.

Aber ich schreibe jetzt mal aus meiner Sicht. Als ich mir vor ein paar Jahren zu meinem Geburtstag einen Reader wünschte, ging es mir in erster Linie darum, dass ich meine Bücherstapel reduzieren und ich nun auch dicke Wälzer im Bett lesen kann. Erst nach und nach durchschaute ich den eBook-Markt. Mir war damals nicht bewusst, dass ich nur die Berechtigung erwerbe, ein Buch auf meinem Reader zu lesen und keine Möglichkeit hatte, dieses Buch wie gewohnt mit meiner besten Freundin austauschen kann. Denn wir beide hatten irgendwann mal aus Kostengründen beschlossen, dass sich immer nur eine die Serie zulegt. Mal war es meine, mal war es ihre. Denn beide hatten wir denselben Buchgeschmack. Ok, das ging nun gar nicht mehr.

Dann stellte ich fest, dass ein eBook oft nur einen Euro preiswerter ist als ein Taschenbuch und bis heute hat mir keiner erklären können, warum das so ist. Meine unbedarfte Meinung ist ja, dass Bücher teurer sein müssen, weil es mehr Aufwand ist, sie zu drucken, zu lagern und auszuliefern. Ein eBook wird eingestellt und kann beliebig oft auf die Reader geladen  werden. Angst brauchen die Verlage nicht haben, die gedruckten Bücher werden ganz bestimmt nicht aussterben, denn es macht zu vielen Leuten Spaß in Buchhandlungen oder auf Märkten zu stöbern, um dann dort reichlich Bücher zu kaufen.  Ich selber habe daran ja auch immer noch meinen Spaß 😉

Als ich mit viel Euphorie an das Bestücken meines Readers ging, stellte ich schnell fest, dass ich auf einmal viel zu viel Geld für Bücher ausgab, denn es ist ja auch so bequem mal schnell durch die Bücherhitlisten zu schauen und verführerisch sich die Bücher auf den Reader zu laden. Mein so genanntes Büchertaschengeld war viel zu schnell aufgebraucht. Also wurde genauer hingesehen, welche Bücher werden günstig, wenn nicht sogar kostenlos angeboten. Ich gestehe, dass ich am Anfang ganz viele Bücher herunter geladen habe und sie bis heute nicht alle lesen konnte. Aber zumindest habe ich mir eine Leseliste erstellt und dadurch konnte ich feststellen, dass manche Bücher in Abständen immer wieder angeboten wurden.

Nachdem ich mich besser informiert hatte, lernte ich auch sehr viele Autoren kennen, die ihre Bücher selbst veröffentlichen und mit ihren Büchern haben sie mir viele wunderschöne Lesestunden beschert. Bei meinem Buchkonsum bin ich natürlich froh, wenn die Bücher günstig angeboten werden und ganz ehrlich gesagt bin ich auch wirklich nicht bereit für einen für mich bis dahin unbekannten Autor und sein Buch viel Geld auszugeben. Hat mir ein Buch gefallen, dann überlege ich es mir und bin dann auch bereit, einen in meinen Augen angemessenen Betrag zu zahlen. Wobei wir hier wieder bei dem Thema wären, dass ein eBook meist nur einen Euro weniger kostet als ein Printbuch…..

Was ich gar nicht gut finde, sind diese Anbieter, die einem eine Mitgliedschaft anbieten, Gegen eine geringe monatliche Gebühr kann man dort so viele eBooks ausleihen, wie man möchte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Autoren daran etwas verdienen. Das ist genauso eine Piraterie wie der Handel mit Musik und Filmen. Leider lässt sich das nicht unterbinden, weil es hier noch zu viele Gesetzeslücken gibt. Hier habe ich nur die Möglichkeit der Aufklärung und den Leuten ins Gewissen zu reden.

Also, ich weiß durchaus die Arbeit eines Autors zu schätzen, manchmal  ist es mir fast peinlich, dass ich ein Buch so schnell durchlese und der Autor hat so viele Stunden/Tage/Wochen/Monate daran gearbeitet. Aber mir fliegt das Geld auch nicht zu und wenn ich dieses Hobby weiter pflegen will, muss ich eben auf den Preis achten.

Gedanken zum Reader und eBooks

Ulla macht sich Gedanken
Für und wider eBooks und Reader
Ich muss gestehen, von alleine wäre ich nie auf die Idee gekommen, mir einen eBook-Reader zuzulegen. Mein Mann hat mich auf die Idee gebracht, denn er konnte es nicht mehr mit ansehen, dass meine Bücherberge immer höher wurden. Im Geiste sah er sich schon, noch ein Regal bauen, damit ich noch mehr Platz habe. Er musste sich auch das Elend ansehen, dass ich zu wenig Bücher für den Urlaub eingepackt hatte und nun in Ungarn immer nach passender deutscher Lektüre suchen musste.
So nahm das Schicksal seinen Lauf und ich wurde Besitzerin eines Kindle von Amazon. Im Vorfeld habe ich mir auch andere angesehen, aber ich fand den Kindle für mich am Besten. Unwissend, wie ich war, habe ich am Anfang die teuren eBooks erworben und stellte dann fest, was ich alles nicht darf. Aber ich bin ja wissbegierig und so fand ich ganz viele tolle Bücher, die „nur“ als eBook erschienen und auch sehr preiswert waren. Ich lernte „Neobook“ kennen, musste erfahren, was Selfpublisher sind und vieles mehr. Meine Liste vieler guter Autoren hat sich enorm erweitert und mein Lesestoff ist enorm angestiegen.
Nun stand ich vor einem anderen Problem, ich musste mich verteidigen, weil ich eBooks gut finde. Aber ich habe doch nicht dem gedruckten Buch abgeschworen. Ich mag beides, allerdings jedes zu seiner Zeit.
Um es klar auszudrücken, ich kaufe natürlich immer noch „richtige“ Bücher, schließlich besitze ich viele gute Serien, die weiter vervollständigt werden sollen. Außerdem würden die Bücherregale doch doof aussehen, wenn sie auf einmal leer an der Wand hängen würden. Aber ich kaufe ganz bestimmt keine Bücher, weil ich das Rascheln des Papieres brauche, weil ich sie riechen will, ne deshalb bestimmt nicht. Auch gehe ich nicht in Leihbüchereien, denn ich mag es nicht, wenn ein Raucher das Buch gelesen hat und wenn ich bedenke, wie andere damit umgehen und wer alles mit mehr oder weniger sauberen Fingern ein Buch in der Hand hatte. Also kommt der Reader immer öfter zum Einsatz.
Ich lese gerne abends im Bett vor dem Einschlafen und es kann sich jeder vorstellen, wie es ist, wenn man ein Buch von, sagen wir mal, 900 Seiten in der Hand halten muss. Wie oft ist mir ein Buch schon auf die Nase gefallen oder noch schlimmer aus der Hand und auf den Fußboden. Da ist doch sofort wieder jeder wach. In solchen Momenten schätze ich mich glücklich, einen Reader zu besitzen. Er wird nicht schwerer, wenn die Lektüre umfangreicher ist.
Demnächst wird wieder in den Urlaub geflogen. Früher habe ich Bücher mitgenommen, die ich manches Mal im Hotel gelassen habe, weil der Koffer auf dem Rückweg wegen der gekauften Souveniere nicht zu schwer werden durfte. Nun nehme ich meinen Reader mit, lade mir vorher ausreichend Bücher drauf und ich bin glücklich.

Also, alles zu seiner Zeit. Ich bin offen für Neuerungen und verdamme nicht pauschal den Reader, wie es viele machen.