Autoreninterview Evelyne Weissenbach

Liebe Evelyne,
Du gehörst zu den Autorinnen, die ich leider noch nicht persönlich kennen lernen durfte, aber das könnte sich vielleicht ändern.
Bevor ich mit einem Interview beginne, recherchiere ich immer ein bisschen, vor allem überlege ich, wie unser Kontakt zustande kam.
Durch einen Hinweis der „Mörderischen Schwestern“ wurde ich auf einen Krimi von Dir aufmerksam, denn ich lese sehr gerne Regionalkrimis, besonders von Orten, die ich kenne oder wo ich einmal hinfahren will. Natürlich habe ich mir den Krimi sofort besorgt, gelesen und rezensiert, denn ich war begeistert.
Aber nun habe ich genug vorweg geschrieben, jetzt fange ich mit meinen Fragen an.

Ich freue mich, dass Du Dir die Zeit nimmst und Dich meinen Fragen stellst.

Ich danke dir für dein Interesse!


Auf Deiner Homepage habe ich gelesen, dass Du vor einigen Jahren mit dem Schreiben begonnen hast, aber Deinen ersten Krimi erst vor zwei Jahren. Wie kamst Du auf die Idee, einen Krimi zu schreiben.

Das ist eine lange Geschichte. Aber ich werde versuchen, mich kurz zu fassen, was üblicherweise nur schwer gelingt …
Eigentlich habe ich sie geschrieben, weil ich mich so oft geärgert habe, wenn ich Regionalkrimis las. Die meisten waren so aufgeplustert. Außerdem war viel zu wenig Typisches von der Region enthalten.  Man konnte sie locker in eine andere Region transferieren. Oder, dass die Fälle zu abgehoben für die Region erschienen, besonders in den ländlichen Gegenden. Auch störte mich, dass die Ermittler alle viel zu unnatürlich waren. Die einen abgehoben, die anderen, vornehmlich am Land, wurden gern als dümmlich hingestellt. Das wurde dann zwar oft Satire genannt, aber das machte mir persönlich keinen Spaß. Ich will mich unterhalten beim Lesen, aber es soll authentisch und nachvollziehbar sein, damit ich auch selber in die Geschichte eintauchen kann. Daraus erwächst für mich Spannung. Nicht, wenn sich die Brutalität überschlägt oder von irgendwo außerhalb auf einmal ein Täter eingeflogen wird, der vorher grad einmal durchs Bild wankte.

Und eines Tages sagten dann meine FreundInnen, weißt was, suder uns nicht an, sondern schreib dir endlich selber einen Krimi, wie du ihn lesen möchtest.
Das war die Geburtsstunde der Luise Pimpernell.

Darüberhinaus bin ich erst vor 12 Jahren in die Region gezogen. Und hier so etwas von glücklich, hier ist es so schön und wir wurden sehr gut aufgenommen. Da wollte ich auch gern etwas zurückgeben. Und schreiben ist nun einmal das, womit ich es am besten kann.
Deine Protagonistin Luise Pimpernell  ist ziemlich originell, ich hatte auf jeden Fall viel Spaß sie zu begleiten. Gibt es für sie ein Vorbild? Ich meine, die meisten Krimiautoren nehmen „gewöhnliche“ Ermittlerinnen

Ah, da habe ich oben schon etwas vorweggenommen.
Mir gings darum, dass ich eine \“andere\“ Ermittlerin wollte.
Es gibt so wenige originelle. Die einen sind selber kaputt, die anderen abgehoben, oft selber aggressiv. Manche versuchen den Spagat zwischen Familie und Beruf – und werden dann gerne in Regiokrimis als leichte Halbdodeln im Privatbereich dargestellt. Und die Landpolizisten sowieso irgenwie unterbelichtet. Das mag ich gleich auch nicht, denn bei uns sind die Leut sicher nicht  blöder als in der Stadt.
Ermittlerinnen sind meistens toughe Wesen, oft alleinerziehend.
Jetzt ist es aber so, dass ich nicht glaube, dass Mordermittlerin ein Beruf für alleinerziehende Mütter ist. Zumindest nicht, um damit Spaß beim Lesen haben zu können. Vor allem, wenn dann auch noch die Kinder entführt oder sonstwie instrumentiert werden.
Ich muss sagen, sie ist auch das einzige, das nicht authentisch ist. Eine solche Ermittlerin kann es nicht geben. Es machte mir einfach Spaß, sie so anzusetzen. Und auch Miss Marple oder Hercule Poirot hätten nie so existieren können.

Darf ich noch weitere Folgen erwarten?

Unbedingt. Zwei Fälle sind schon veröffentlicht. Der \“Tod eines Surfers\“ und der \“Tod eines Weinbauern\“. Der dritte Fall \“Tod einer Witwe\“ ist bereits fertiggeschrieben, wird vermutlich Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres veröffentlicht. Den vierten Fall schreibe ich gerade. Arbeitstitel: \“Tod einer Malerin\“.
Übrigens hat Luise Pimpernell eine eigene Homepage, auf der man viele Informationen über die Fälle, Aktuelles, oder auch Rezepte und ein Glossar finden kann: http://www.luise-pimpernell.at/
Wo findest Du Deine Ideen?

Einfach in meinem Umfeld. Ich gehe sehr aufmerksam und mit offenen Sinnen durch die Gegend. Nicht nur der Natur gegenüber, auch meinen Mitmenschen. Und außerdem bin ich auch ein bissl an psychologischen Abläufen interessiert.
Und aus diesen Eindrücken haben meine Fantasie und meine Schreiblust diese Typen geschaffen.


Hast Du noch andere  Buchideen und wenn ja, wie hebst Du sie auf?

Ich schreibe keine \“Bücher\“. Ich schreibe einfach, was mir gerade Spaß macht, was mir einfällt, was mich beschäftigt. Bücher sind dann eigentlich ein Nebenprodukt.
Ideen zum Schreiben habe ich immer. Aber wirklich unterschiedlichste Texte. Von der Lyrik zur Prosa, vom Sachmanuskript zu Romanvorlagen, von der Poesie über die Erotik zur Satire.
Wie sieht Dein Autorenalltag aus?

Ich habe keinen Autorenalltag. Ich lebe an sich und in allen Belangen im Hier und Jetzt, also auch mit dem Schreiben. Wenn mir was einfällt und wenn ich Zeit dafür habe, schreibe ich.
Ich habe auch relativ viel Zeit für mich. Einerseits bin ich Pensionistin und andererseits malt mein Mann. Wir nehmen uns also beide viel Zeit für unsere Kreativität. Außer in Zeiten von Lesereisen.

Wie lange schreibst Du an einem Buch?

Lass uns bitte von Manuskripten reden, nicht von Büchern (sh. oben).
An meinen Krimis habe ich im Durchschnitt 3 Monate pro Fall geschrieben. Ich bin eine kontinuierliche Schreiberin. D.h. ich schreib eine Geschichte von Anfang bis zum Ende, und nicht dort ein Kapitel und da mal eins. Und deshalb ist es dafür am besten, wenn ich dranbleiben kann, damit ich den Faden nicht verliere. Es beschäftigt mich dann ja auch und eigentlich hat dann nix anderes daneben Platz. Und ich bin auch keine große Umschreiberin. Meine Erstmanuskripte gehen auch so ins Lektorat.
Meine früheren Gesellschaftsromane haben ein bisschen länger gedauert, jeder etwa ein halbes Jahr.

Wie sieht es bei Dir aus, von anderen Autorinnen weiß ich, dass sich manchmal Figuren in die Geschichte „mogeln“ die vorher so nicht geplant waren.

Ja, wenn man sich auf eine Geschichte einlässt, dann wächst sie von allein und da macht das Personal oft was es will.
Weißt Du bereits am Anfang, wie das Buch enden wird oder gibt es dort auch schon mal Überraschungen?

Ich weiß den Anfang und ich weiß, wo es herauskommen soll.
Ich weiß aber nicht, was dazwischen passieren wird.


Wer darf Deine Bücher als erstes lesen?

Mein Mann ist absoluter Erstleser. Und dann habe ich eine FreundInnengruppe, die selber AutorInnen sind und die bekommen auch immer alles. Und zwar in Häppchen. Also wie einen Fortsetzungsroman.
Das ist gut, da kann man den Spannungsbogen gut abschätzen. Wenn die schon warten und fragen …
Hast Du Kontakt zu Lesern und/oder Bloggern?

Hauptsächlich zu LeserInnen. Ich mache ja sehr viele Lesungen und da gibt es natürlich viel Kontakt.


Wie wichtig ist Dir der Kontakt?

Sehr! Das ist für mich eigentlich die Essenz am Schreiben und Veröffentlichen. Was soll ich veröffentlichen, wenn ich mich nicht über mein Geschreibsel austauschen kann? Dann bleibe ich beim Tagebuch. Deshalb liebe ich auch meine Lesungen so sehr.

Luise Pimpernell geht gerne in eine Buschenschänke (oder sollte ich Heurigen schreiben) und trinkt von dem guten Wein des Burgenlandes. Finde ich Dich da wieder?

Ich trinke ganz gern ein Glaserl Wein in Gesellschaft, bin aber keine große Heurigengeherin.
Ich werde oft gefragt, wieviel von mir in der Luise steckt. Und ich muss sagen, sehr wenig. ich habe sie mir eigentlich aus Plastilin geformt, wie man sagen könnte.
Wir haben nur eines gemeinsam: Die Lebenseinstellung – die Einstellung zum Menschsein und zur Verantwortung.
Hast Du neben dem Schreiben und den Lesungen, die Du machst, auch Zeit Bücher Deiner Kollegen zu lesen?

Ja. Ich lese immer im Bett vor dem Einschlafen.

Wenn ja, in welchem Genre liest Du am liebsten?

Unterhaltungsliteratur, die aber nicht zu flach sein darf. Und bitte keinen Kitsch!
Und auch psychologische Sachbücher.
Hast Du als Kind gerne gelesen? Wenn ja, an welches Buch erinnerst Du Dich besonders gut?

Ja, ich hab gern gelesen. Mein erstes eigenes Buch war \“Nesthäkchen und ihre Puppen\“ von Else Ury.
Wenn Du in die Vergangenheit reisen könntest, welchen verstorbenen Autor würdest Du dann besuchen wollen und warum?

Ach, keinen Nur-Autor, sondern Erich Fromm, den großen Psychologen und natürlich auch Autor, dessen Büchern ich sehr viel zu verdanken habe.

Gerne frage ich meine Interviewpartner immer, was ihnen zu bestimmten Namen oder Begriffen einfällt, so auch Dich:

Ernest Hemingway
Der alte Mann und das Meer
Der Trotzkopf
Dass ich ihn nicht gelesen habe, weil ich ja ein \“Nesthäkchen\“-Freak war und mir das damals echt als Konkurrenz erschienen ist.
Christine Nöstlinger
Unbeugsame, aufrechte Kämpferin für Menschlichkeit.
Romy Schneider
Wunderschöne Frau, aber tiefunglücklich. Ich hätte nicht mit ihr tauschen wollen.
Nun habe ich Dich so viel  gefragt und bestimmt auch einiges vergessen, deshalb hier meine Bitte an Dich, was wolltest Du uns Leser schon immer mal sagen:
Es ist schwerer einen guten Unterhaltungsroman zu schreiben, als einen pseudoliterarischen.
Liebe Evelyne, ich bedanke mich vielmals bei Dir
Ich habe zu danken, liebe Ulla!
Nun möchte ich natürlich die Cover und Kurzbeschreibungen der beiden Krimis zeigen:

Tod eines Surfers 

Luise Pimpernell ermittelt am Neusiedlersee
Fall 1

Ein junger Surfer wird in der gemieteten Ferienwohnung im Hof eines Weinbauern, tot aufgefunden. Es sieht wie ein Unfall aus, doch Oberst Luise Pimpernell hat eine ihrer berüchtigten Intuitionen, die sie den Fall genauer überprüfen lässt. Der attraktive junge Mann war allerdings kein angenehmer Zeitgenosse. Weibergeschichten, Übergriffe unter Alkoholeinfluss und sogar Erpressungsversuche waren Bestandteil seines Lebens. Die kauzige Ermittlerin schlüpft durch die Risse der vordergründig so glatten Oberfläche ihres beschaulichen Heimatortes Schilfern am See, um den „Tod eines Surfers“ aufzuklären.

Tod eines Weinbauern

Luise Pimpernell ermittelt am Neusiedlersee
Fall 2

Jahrhundertschneefall in Schilfern. Nach Abtauen wird ein alter Weinbauer im Weinberg tot aufgefunden. Er wurde niedergeschlagen und ist erfroren. Mehrere Motive eröffnen sich, denn der Alte hatte ein nicht unbeträchtliches Vermögen und jedes seiner drei Kinder dafür andere Pläne. Auch der mögliche Pachtwechsel sorgte für Zündstoff.

Mehr Infos zu beiden Büchern: klick hier

Und wer nun noch mehr über die Autorin erfahren möchte, kann dies auf folgenden Seiten:

Autorenhomepage: klick hier
Luise Pimpernell: klick hier
lintschis filosofium: klick hier

Autoreninterview – Sabine Giesen

Galerie

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Ich bin sehr traurig, dass ich an dieser Stelle mitteilen muss, dass Sabine Giesen am 13. Dezember 2021 gestorben ist. Der Krebs hat gesiegt. Ich durfte Sabine Giesen mehrmals persönlich treffen, was uns beiden immer sehr viel Freude und Spaß bereitet … Weiterlesen

Autoreninterview Dorothea Stiller

Liebe Doro,
ich freue mich, dass Du Dich meinen Fragen stellst. Wir beide sind uns persönlich noch nicht begegnet, aber irgendwann wird es mit Sicherheit mal klappen. Auf jeden Fall war unser schriftlicher Austausch bisher immer sehr interessant. Im August 2014 habe ich zum ersten Mal ein Buch von Dir gelesen im April 2015 habe ich an einer Blogtour für ein Buch von Dir teilgenommen. Besonders bei den Vorbereitungen einer Blogtour lernt man sich etwas besser kennen.  Aber es gibt noch so viele Fragen, die ich stellen möchte.
Dein Debütroman hatte den Titel „Conny und die Sache mit dem Hausfrauenporno“ . Wie bist Du auf diesen Titel gekommen?
Die Hauptfigur hieß Conny und sie schreibt unter einem Pseudonym Erotikromane à la »Shades of Grey«. Ihr Verleger nennt dieses Genre salopp »Hausfrauenporno«. Ich wollte, dass der Titel witzig klingt, also habe ich das mit hineingenommen. Außerdem klang es dann wie eine kleine lustige Anspielung auf die Conni-Kinderbücher.

Und wie bist Du auf die Idee gekommen, Bücher zu schreiben?

Ich habe immer schon gern Geschichten, Gedichte, Märchen und Fan Fiction geschrieben – nur für den Hausgebrauch. Inspiriert hat mich dazu auch quasi meine Oma. Die musste als junge Frau mal eine längere Zeit das Bett hüten. Da hat sie sich ihre Schreibmaschine geschnappt und hat einen Kurzroman geschrieben. Das war im Grunde eine Romanparodie auf diese Schicksals- und Liebesromane. Dabei hatte sie den Ehrgeiz, auf jeder Seite mindestens einen Schrei einzubauen. Dass sie so etwas konnte, habe ich immer bewundert. An Romane habe ich mich aber erst spät herangetraut. Das erste längere Werk, das ich verfasst habe, hatte etwa 50 Seiten und war eine Fanfiction, die ich für eine Freundin verfasst habe. Da habe ich mich also langsam herangetastet, bis ich irgendwann den Mut hatte, mal etwas bei einem Verlag einzureichen.

Hast Du als Kind gerne gelesen und wenn ja, erinnerst Du Dich noch an Buchtitel?
O ja! Gerne und viel. Alle drei Fragezeichen, Trixie Belden, dann die Bücher von Otfried Preußler (Die kleine Hexe, Das kleine Gespenst etc.), Astrid Lindgren, Enid Blyton. In meiner Jugend waren diese Katastrophen-Bücher modern. Davon habe ich vermutlich ein klitzekleines Trauma. Die letzten Kinder von Schewenborn, Die Wolke und so etwas. Dann habe ich noch gern Die dreibeinigen Wächter gelesen und die Fantasy-Bücher von Susan Cooper, die sich alle um die Artus-Legende drehen (z.B. Bevor die Flut kam). Mit etwa 12 Jahren habe ich  mehrfach »Ayla und der Clan des Bären« gelesen. Das war aber eigentlich für Erwachsene und ich durfte es in der Bibliothek nicht ausleihen. Später als Jugendliche habe ich dann Hesse verschlungen.

Unter dem Namen Katharina Stiller schreibst Du Jugendbücher, bisher sind zwei erschienen, eins davon habe ich auch gelesen. Hast Du noch weitere Bücher geplant.
Im Prinzip schon. Eines sollte eigentlich im Frühjahr 2018 kommen, da wurde dann aber im Programm geschoben und jetzt kommt es voraussichtlich im Herbst 2020. Dann habe ich noch eine Trilogie in Planung, die in Richtung Urban Fantasy geht. Da prüfen aktuell ein paar Verlage (= Daumen drücken!). Eine Jugendbuchreihe – ein Gemeinschaftsprojekt mit befreundeten Autorinnen – ist zumindest als Konzept schon mal ausgearbeitet. Aber auch da müssen wir noch einen Verlag finden. Und ich habe da noch eine Kinderbuchidee, die darauf wartet, dass ich irgendwann mal Zeit für sie habe.

Bisher hast Du Liebesromane und Jugendbücher geschrieben, möchtest Du vielleicht noch in einem anderen Genre Bücher schreiben, wie Krimi oder Fantasy?
Schon geschehen. 🙂 Mein Krimi liegt noch bei zwei Verlagen zur Prüfung und ich hoffe, dass er bei einem davon erscheinen darf. Leider heißt es jetzt aber erst einmal wieder Warten. Einen weiteren Krimi schreibe ich jetzt gerade. Es ist quasi ein Spin-Off zu meinem historischen Liebesroman, spielt drei Jahre später und hat eine der Nebenfiguren aus »Lehrstunden des Herzens« zur Hauptfigur. Diese wird dann zur unfreiwilligen Ermittlerin in einem Mordfall. Und Fantasy wäre dann die Jugendbuchtrilogie, die ich in Planung habe. Mein Problem ist immer: zu viele Ideen, zu wenig Zeit.

Wenn ich das richtig gelesen habe, dann bist Du noch als Lehrerin tätig. Das heißt nebenbei schreibst Du Bücher?

Jain. Bis vor kurzem habe ich das noch nebenbei gemacht. Das war ein kleiner Teufelskreis. Durch den Job konnte ich nicht in der Frequenz schreiben, die es braucht, um davon leben zu können. Aber solange ich nicht davon leben kann, braucht es ja im Prinzip noch den sicheren Job. Im Februar habe ich dann den Sprung gewagt und mich selbstständig gemacht. Drei bis fünf Jahre gebe ich mir, um »abzuheben« (oder auch nicht). Ich schreibe jetzt hauptberuflich, gebe Schreibkurse/-workshops, biete Lektorat, Korrektorat und Übersetzungen an und hoffe, dass es nach der gesetzten Frist trägt und ich davon leben kann. Irgendeinen Vorteil musste es ja auch mal haben, dass ich nicht verbeamtet war. So konnte ich kündigen und kann mich – sollte es mit dem Schreiben dann doch nicht klappen oder mir die Ideen ausgehen – auch zu einem späteren Zeitpunkt wieder als Lehrerin bewerben.

Wie lange schreibst Du an einem Buch?

Das ist sehr unterschiedlich, aber so ca. drei Monate. Manchmal geht es auch schneller.

Wie sieht Dein Alltag aus?
Ich stehe morgens auf, mache die Kinder fertig für Schule und Kindergarten, räume auf, was noch so rumliegt, und mache, was im Haushalt noch anliegt. Dann setze ich mich an den Rechner, mache zwischendurch kleine Pausen, in denen ich auch noch andere Dinge erledige oder mal spazieren gehe und dann hole ich die Kinder ab und verbringe den Nachmittag damit, sie davon abzuhalten, dass sie sich gegenseitig umbringen. Also im Prinzip habe ich eine Halbtagsstelle – nur eben selbstständig.
Wenn ich ganz ganz diszipliniert bin – ich hoffe, das schaff ich bald wieder – stehe ich ganz früh auf, mache Frühstück für die Kids, Pausenbrot für den Großen, schreibe schon mal etwas, gehe dann joggen, dusche und schreibe dann weiter, bis ich die Kinder holen muss. Da ich jetzt wegen einer OP länger keinen Sport machen durfte, bin ich aus dieser Routine leider raus und muss, wenn ich wieder darf, dann erst einmal gegen den fiesen inneren Schweinehund ankämpfen. 🙂


Wer darf Deine Bücher als erstes lesen?
Meine Freundinnen Kari, Evelyn und Angelika (wenn sie Zeit haben), meine Mutter und – wenn er mag – mein Mann.

Wie kommen die Ideen zu Dir?
Auf unterschiedlichen Wegen. Man sieht/hört/oder liest etwas, das sich als Idee festsetzt, manchmal springen die Ideen einen auch einfach an und man weiß nicht, woher oder wieso. Manchmal liest man kuriose Schlagzeilen oder belauscht in der Bahn ein Gespräch, das Ideen freisetzt. Es entstehen auch Ideen in meinen Schreibworkshops.

Werden sie irgendwie festgehalten?
Aber sicher. Notizbuch oder auch gern die Aufnahmefunktion am Handy bzw. die Memos. Oder ich kritzle die Idee schnell auf irgendeinen Zettel, den ich finde.
Die übertrage ich dann in ein Dokument auf meinem Rechner. Dafür habe ich einen speziellen Ordner. Das ist quasi mein »Eisschrank«, indem ich die Ideen aufbewahre und sie rausholen kann, wenn ich Zeit habe oder etwas in der Richtung schreiben möchte/soll.

Kann es passieren, dass Dir während des Schreibens bereits Ideen für ein weiteres Buch einfallen?
Ständig. Ich schreibe ohnehin meistens parallel an zwei Sachen. Deswegen ist es auch so schwer zu sagen, wie lange ich für ein Buch brauche.

Hast Du Zeit Bücher Deiner Kolleginnen zu lesen?
Leider viel zu wenig, aber ich versuche es immer. Gerade arbeite ich mich zum Beispiel durch die Bücher meiner Kolleginnen von der Romance Alliance. Es gibt einfach zu viele tolle Bücher, denn ich habe super viele wahnsinnig talentierte Kolleginnen und Kollegen.

Du bist Mitglied in der Romance Alliance, möchtest Du uns Lesern dazu etwas schreiben?
Die Gruppe ist entstanden, weil einige von uns alle beim selben Verlag waren und eine gemeinsame Werbeaktion auf die Beine stellen wollten. Damals hat Bettina Kiraly es dann in die Hand genommen, uns für eine Adventskalenderaktion zusammenzutrommeln. Daraus hat sich dann eine immer intensivere Zusammenarbeit und Autorinnenfreundschaft entwickelt. Wir haben einen Chat, in dem wir Probleme und Ideen besprechen können und uns gemeinsame Aktionen ausdenken. Dadurch dass jetzt viele von uns bei dp digital publishers schreiben, hat sich eine Kooperation zwischen uns und dem Verlag ergeben. Wir haben eine eigene Reihe von Kurzromanen namens Romance Alliance Love Shots. Das sind alles kurze Geschichten, in denen die Liebe eine zentrale Rolle spielt und in denen es ums Unterwegssein oder Reisen geht. Die Idee war, kurze, leichte Lektüre für Reisen oder zum Beispiel das tägliche Pendeln zur Arbeit zu schreiben.


Außerdem bist Du Mitglied bei DELIA – Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautoren und –autorinnen, kannst Du uns dazu auch etwas mitteilen?
Im Mai kann ich dazu bestimmt mehr sagen, denn dann war ich das erste Mal bei den Delia Liebesromantagen dabei. Da freue ich mich schon ganz riesig. Liebesromane werden ja gern ein bisschen mit Naserümpfen betrachtet und ich glaube, dass eine Organisation wie Delia zeigen kann, wie vielfältig dieses Genre ist, und dass längst nicht alles, wo »Liebe« draufsteht, trivial oder kitschig sein muss. Da muss sich absolut keiner schämen, weil er/sie Liebesromane schreibt oder liest.

Wie wichtig ist Dir die Zusammenarbeit mit Deinen Kolleginnen
Sehr sehr sehr. Die RA ist mittlerweile wie eine zweite Familie. Zwei meiner besten Freundinnen schreiben auch, da habe ich ohnehin Austausch. Obendrein habe ich in Angelika Lauriel noch eine Kollegin gefunden, die ähnlich tickt und mit der ich alles besprechen kann – beruflich wie privat. Das ist ganz wichtig. Denn jammern können wir alle gut – und haben auch oft Grund dazu. Die Branche kann verrückt sein und hart. Kontakte und Vernetzung sind da extrem wichtig. Allein, damit man sich auch mal ungestraft ausheulen kann. Ich habe aber auch einfach sehr viel von Kolleginnen lernen dürfen. Nicht nur fürs Schreiben.

Planst Du einen Besuch auf der nächsten Buchmesse?


Klar. Hotel ist gebucht. Frankfurt, ich komme!


Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Deinen Lesern und wie hältst Du ihn?
Ich bin auf sozialen Netzwerken recht aktiv und komme darüber mit Leserinnen und Lesern in Kontakt. Leider müsste man viel mehr Zeit haben, um sich wirklich intensiv um all die tollen Menschen da draußen bemühen zu können. Doch mein Tag dürfte auch so gern 48 Stunden haben. Kurzum, ich tu, was ich kann und denke mir immer nette kleine Aktionen aus, um Leser einzubinden.

Hast Du Klassiker gelesen?

Klar. Schon allein beruflich. Ich habe ja lange Deutsch unterrichtet. Zwar an einem Berufskolleg, aber im Wirtschaftsgymnasium gab es natürlich auch Literaturunterricht.

Gibt es ein Lieblingsbuch, das Du schon mehrmals gelesen hast?
Nicht besonders originell, ich weiß, aber: Harry Potter 1-7. Dann besagtes »Ayla und der Clan des Bären«, Hesses »Narziss und Goldmund« und die Vampire Chronicles von Anne Rice (bis »Memnoch the Devil«, danach bin ich irgendwie ausgestiegen).

Hast Du einen Lieblingsautor?
Nein, nicht direkt. Es gibt so viele tolle Kolleginnen und Kollegen da draußen. Es gibt welche, von denen ich immer wieder gerne etwas lese, aber einen »Lieblingsautor« in dem Sinne habe ich nicht. Außer vielleicht Joanne Rowling – aber die ist ja so etwas wie eine Halbgöttin. Ich habe – mein größter Schatz – eine signierte Ausgabe vom »Seidenspinner«, den sie unter dem Pseudonym Robert Galbraith geschrieben hat. Das ist so etwas wie mein Autorenglücksbringer.

Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor würdest Du dann gerne mal besuchen?
Shakespeare. Über modernere Autoren hat man so genaue Informationen und über Shakespeare liegt noch so vieles im Dunkeln. Das wäre sicher spannend.
Ansonsten würde ich natürlich auch super gern Jane Austen besuchen, mit ihr Tee trinken und mir ein paar Tipps abholen, wie man so herrlich ironisch und pointiert schreiben kann.

Habe ich bei meinen Fragen etwas vergessen? Hier hast Du die Möglichkeit uns Lesern das mitzuteilen, was Du schon immer mal loswerden wolltest.

Habt eure Autoren lieb, sie sind auch nur Menschen. Wenn euch ein Buch gefallen habt, schreibt eine (ganz kurze) Rezension oder uns eine Mail/einen Brief. Da geht das Herz auf und ihr helft uns. Wenn euch ein Buch nicht gefallen hat, zerreißt uns auch nicht in der Luft, sondern denkt bei eurer (berechtigten) Kritik daran, dass wir Liebe und Arbeit in das Buch gesteckt haben. Und: bitte kauft eure Bücher im Buchhandel. Ob on- oder offline – aber bitte nicht bei Piratenseiten. Wir müssen davon leben und das ist verdammt schwer.

Ich stelle in meinen Interviews immer wieder gerne die Frage, was einem zu folgenden Namen oder Begriffen einfällt:

Astrid Lindgren
Michel, Pippi, Die Brüder Löwenherz – meine Kindheit! Vorlesestunde für meine Kinder.
Vom Winde verweht
Habe gleich die Titelmelodie der Verfilmung im Kopf. Aber ich bin kein großer Fan.
Harry Potter
Joanne Rowling hat Kinder wieder ans Lesen gebracht! Allein dafür gebührt ihr der Literaturnobelpreis. Jawohl!

Liebe Doro, ich danke Dir, dass Du Dir die Zeit genommen und meine Fragen beantwortet hast.

Durch dieses Buch habe ich die Autorin kennen gelernt

Weitere Informationen zur Autorin und den Büchern sind hier zu finden

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Autoreninterview Elvira Zeißler

Elvira Zeißler – Ellen McCoy – Ella Zeiss
Liebe Elvira,
ich freue mich, dass Du Dir die Zeit nimmst und Dich meinen Fragen stellst. Bevor ich meine Fragen niederschreibe, recherchiere ich selber ein bisschen und krame in meinen eigenen Erinnerungen. Wie wir zueinander gefunden haben, weiß ich nicht mehr. Fest steht allerdings, dass ich im Mai 2014 zum ersten Mal eine Rezension über eines Deiner Bücher geschrieben habe. Seitdem stehen wir in Verbindung, zunächst schriftlich und dann durfte ich Dich bei einem Bloggertreffen in Frankfurt im Oktober 2016 persönlich kennen lernen.
Liebe Ulla, damit begleitest Du mich praktisch schon so lange, wie ich hauptberuflich schreibe. Darüber freue ich mich sehr und finde es auch immer wieder schön, auf den Messen persönlich mit Dir zu plaudern.
Nun aber genug der Vorrede. Ich lege dann mal los mit meinen Fragen.
Wann hast Du begonnen Bücher zu schreiben und wie bist Du auf die Idee gekommen?

Mit dem Schreiben begonnen habe ich vor ca. 20 Jahren. Ich war 17 und von manchen Büchern, die ich gelesen habe (und ich habe wirklich SEHR viel gelesen), irgendwie enttäuscht. Also hatte ich beschlossen, selbst ein Buch zu schreiben, das ich gern lesen würde. Die Idee kam mir damals zusammen mit dem Entschluss. Ich war sehr geprägt von den Romanen „Gefährliche Liebschaften“ und „Das Phantom“ und wollte ein Buch schreiben, dass eine breite Palette von Emotionen bedient und sich um einen zerrissenen Helden dreht, der von den Umständen in die Rolle des „Bösen“ gedrängt wird, obwohl er sich – wie die meisten Menschen – bloß nach Liebe sehnt. Acht Jahre lang habe ich an dem Buch geschrieben und es tatsächlich zu Ende gebracht.


Du schreibst unter verschiedenen Namen in unterschiedlichen Genres. Begonnen hast Du im Bereich Fantasy. Wie kam es dazu, ausgerechnet in diesem Genre etwas zu schreiben?
Mein erstes Buch war eigentlich mehr ein Liebesroman, wenn auch mit Fantasy-Elementen. Vermutlich liegt es daran, dass ich mystische und fantastische Geschichten schon immer sehr gemocht habe. Außerdem genieße ich es, dass im Fantasy-Genre der Fantasie keine Grenzen gesetzt werden und man den Geschichten mit ein wenig Mystik oder Magie ein ganz besonderes Extra verleihen kann.
Inzwischen schreibst Du auch als Ellen McCoy Liebesgeschichten und ganz aktuell als Ella Zeiss im Genre Historisch. Du bist sehr vielseitig unterwegs, was dürfen wir noch erwarten?
Damit sind meine Vorlieben eigentlich ganz gut abgedeckt, andere Genres wie Krimi oder Thriller sind überhaupt nicht meins. Fantasy- und Liebesromane werden auf jeden Fall meine beiden Schwerpunkte bleiben, in Richtung Historisches ist derzeit nichts geplant, aber ich möchte es auch nicht ganz ausschließen.
Bis zu Deinem 10. Lebensjahr hast Du in Kasachstan gelebt, wo Du auch geboren wurdest.  Als erstes stellt sich mir die Frage, bist Du mehrsprachig aufgewachsen?

Nein, ich kannte bis zu meinem 10. Geburtstag nur eine Handvoll deutscher Wörter. Das musste ich nach meinem Umzug erst einmal nachholen. Zum Glück ging das bei mir relativ schnell. Meine Eltern hatten nämlich einen fiesen Trick angewandt: Ich durfte keine russischsprachigen Bücher lesen.

Hast Du als Kind gerne gelesen und wenn ja, an welche Bücher erinnerst Du Dich noch sehr gut?  Diese Frage konnte ich so in dieser Form bisher allen stellen. Aber bei Dir ist es ja etwas anders. Eigentlich müsste ich diese Frage ja teilen – welche Bücher standen Dir während der ersten 10 Lebensjahre zur Verfügung und hast Du in Deutschland dann bestimmte Bücher besonders gerne gelesen?

Ich habe schon immer unglaublich viel gelesen, wobei ich die Phase der Kinderbücher praktisch übersprungen habe. Bis zum meinem 10. Lebensjahr hatte ich mich quer durch den Bücherschrank meiner Eltern und Großeltern gelesen. Meine Favoriten waren dabei die Werke von Alexandre Dumas, Fenimore Cooper, Jack London, Charlotte Bronté und die guten alten Science Fiction Klassiker von Harry, Harrison, John Whyndham, Stanislaw Lem, etc.
In Deutschland hatte ich dann die historischen Romane (weiter) für mich entdeckt, sowie die Fantasywerke von Tolkien, Tad Williams und Terry Goodkind.

Wenn ich das richtig lese, dann hast Du in Münster und auch in Copenhagen studiert? Klasse! Wie hat es Dir in Kopenhagen gefallen? Wie lange warst Du dort?

Das Semester in Kopenhagen war einfach traumhaft und meine liebste Erinnerung an das Studium. Ich finde die Stadt und die Menschen großartig, und auch das Studium dort war nach der „Massenabfertigung“ in Münster eine sehr schöne Erfahrung.


Hast Du Autorenvorbilder?

Was das Schreiben angeht, eigentlich nicht, da versuche ich meinen Weg zu gehen. Natürlich gibt es erfolgreiche Autoren, die schon dort sind, wo ich noch gerne hin möchte, die könnte ich als Vorbilder bezeichnen. Das wären z.B. Marah Woolf oder Emily Bold.
Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor der Vergangenheit würdest Du gerne besuchen?

Jane Austen oder Charlotte Bronte, weil ich ihre Bücher einfach liebe und sie beide faszinierende Persönlichkeiten und starke Frauen waren.
Du schreibst ja sehr viele Bücher, hast Du eigentlich Zeit um Bücher Deiner Kollegen zu lesen?

*lach* Leider nicht so viel, wie ich gern würde. Es kommt aber sehr darauf an, wie stark mich ein Buch interessiert bzw. fesselt. Ich finde ja, es gibt Bücher, die nehmen sich einfach die Zeit, die man dafür braucht. Im Schnitt komme ich auf etwa 2-3 gelesene Bücher pro Monat. Manchmal sind es mehr, und dann lese ich wieder wochenlang nichts, weil mich meine eigenen Projekte so auf Trab halten.

Wie lange schreibst Du an einem Buch?

Die Reine Schreibzeit beläuft sich meist auf 6-8 Wochen, die sich aber – je nach Krankheitssituation der Kinder, Ferien, Feiertagen etc – auch mal auf 3 Monate verteilen können.

Wer darf Dein Buch als erstes lesen ?

Das sind in der Regel meine Eltern. Die bekommen alle zwei bis drei Tage ein paar völlig rohgeschriebene Seiten geschickt und geben mir sehr zeitnah ein erstes Feedback zur Geschichte.

Woher kommen die Ideen zu Deinen Büchern, überfallen sie Dich und gibt es manchmal schon neue Ideen, während Du noch an einem anderen Buch schreibst?

Manche Ideen sind einfach ganz spontan da, andere entwickle ich auch gezielt, wenn ich zum Beispiel nach einem Thema für ein neues Jugendfantasybuch suche. Auf jeden Fall geschieht das, während ich an anderen Projekten arbeite. Manche Ideen müssen Jahre in meinem Hinterkopf warten, bis sie endlich an der Reihe sind und umgesetzt werden können. In der Regel plane ich meine Bücher für etwa 12 bis 18 Monate im Voraus. Da ich inzwischen unter mehreren Pseudonymen schreibe, ist es anders auch gar nicht zu managen, denn natürlich wollen alle immer die volle Schreibzeit für sich.


Wie sieht Dein Autorenalltag aus?

So unspektakulär wie jeder Bürojob 😉 Mein Alltag richtet sich natürlich sehr stark nach meinen Kindern. Wenn sie in Schule und Kindergarten sind, sitze ich meist an meinem Laptop und schreibe. Meist ca. von 9-15 Uhr mit einer Stunde Mittagspause. Danach gehört die Zeit der Familie. Abends, wenn die Kinder im Bett sind, setze ich mich oft nochmal an den Schreibtisch, um die Dinge zu erledigen, die ich tagsüber nicht geschafft habe. Dazu gehören z.B. die Planung und Vorbereitung von Marketingaktionen, Korrekturen, Buchsatz etc.

Mich hat ja Dein Buch „Wie Gräser im Wind“ ganz besonders berührt. Es ist ja auch Deine Familiengeschichte.  Allerdings hast Du es erst jetzt geschrieben. Oder war die Idee schon länger da?

Eigentlich habe ich nie daran gedacht, diese Geschichte zu schreiben, weil das so gar nicht mein Genre wäre. Mein Bruder brachte mich schließlich auf die Idee. Er fand, es wäre schade, wenn diese Erlebnisse spätestens in der nächsten Genration vollständig in Vergessenheit geraten. Und im Nachhinein bin ich sehr stolz und froh, es tatsächlich getan zu haben.

Wie lange hast Du an diesem besonderen Buch geschrieben? Ich denke auch, dass es sicher nicht sehr einfach war, weil viele Erinnerungen hervor gerufen wurden. Hattest Du Unterstützung von Deinen Eltern und Großeltern?

Insgesamt habe ich zwei Jahre lang an der Dilogie geschrieben, immer in Abschnitten zwischen meinen anderen Projekten. Und natürlich habe ich sehr viel Unterstützung von meinen Eltern und meiner Oma erhalten. Mein Opa konnte leider nicht mehr viel dazu beitragen, da er in den letzten Jahren an Demenz litt und im Sommer 2017 verstorben ist. Aber viele seiner Erzählungen waren mir noch präsent und auch mein Vater hatte Vieles zusammengetragen, woran er sich erinnern konnte. In den Roman sind außerdem die Aufzeichnungen / Erinnerungen diverser anderer Familienzweige eingeflossen, so dass insgesamt ein stimmiges und spannendes Bild der damaligen Umstände entstanden ist.


Wir beide haben uns ja während eines Bloggertreffens persönlich kennen gelernt. Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu den Lesern? 

Ich finde, der persönliche Kontakt zu Lesern und Bloggern ist mit das schönste am heutigen Autorendasein. Als Autor lebt man per Definition ja recht zurückgezogen, man hat keine direkten Kollegen, mit denen man sich täglich im Büro austauscht. Deshalb genieße ich den Kontakt zu den Lesern um so mehr. Wenn ich am Laptop sitze und meine Tochter dabei ist, fragt sie mich oft, warum ich gerade lächle, das liegt dann meist an einer PN oder einem Kommentar, die ich gerade bekommen habe.
Hast Du zu Kollegen auch einen engen Kontakt? Wie wichtig ist Dir da der Austausch?

Mit einigen Kollegen stehe ich im regelmäßigen Austausch, die würde ich auch schon eher als Freunde bezeichnen. Und die Buchmessen gleichen von Jahr zu Jahr immer mehr einem Familientreffen. Der Kontakt mit den Kollegen ist mir also sehr wichtig, man kann sich gegenseitig unterstützen und aufbauen. Manchmal hilft es auch schon, zu wissen, dass es andere gibt, die mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen haben wie man selbst.


Du veröffentlichst Deine Bücher zum größten Teil als Self Publisherin, wie kam es zu dieser Entscheidung und bist Du damit zufrieden?

Als ich meinen ersten Roman veröffentlicht habe, gab es das SelfPublishing in der heutigen Form noch gar nicht. Da kein Publikumsverlag mein Werk damals haben wollte, war es in einem Kleinverlag erschienen. Wirklich zufrieden war ich da, nachdem die erste Euphorie abgeklungen war, aber nicht. Von daher stand es für mich fest, dass ich nie wieder bei einem Kleinverlag veröffentlichen würde. Im SelfPublishing habe ich all das selbst in der Hand, was ich mir damals vom Verlag gewünscht hätte, und ich bin sehr glücklich damit.
Nächstes Jahr wird ein Buch von mir auch in einem großen Publikumsverlag erscheinen, weil ich diesen Weg ebenfalls einmal ausprobieren möchte. Mich ganz vom SelfPublishing lösen, werde ich aber nie.
Nun habe ich Dir so viele Fragen gestellt und mit Sicherheit bestimmt etwas vergessen, deshalb gebe ich Dir hier die Möglichkeit, mitzuteilen, was Du uns Lesern immer schon mal sagen wolltest.

Ich würde an dieser Stelle gern eine Bitte äußern und zwar die oft gestellte Bitte nach Rezensionen. Als Autor verbringt man die meiste Zeit allein an seinem Computer und denkt sich Geschichten aus, von denen man hofft, dass die den Lesern gefallen, sie für ein paar Stunden gut unterhalten oder zum Nachdenken anregen. Ob es uns tatsächlich gelingt, sehen wir nur an den Rezensionen der Leser. Nur so erfahren wir, was gut war und wo wir beim nächsten Mal noch etwas anders machen sollten. Außerdem machen Rezensionen potentielle Leser neugierig auf das Buch. Ein Produkt mit vielen (auch unterschiedlichen) Bewertungen wird eher gekauft, als eins mit wenigen. Das ist bei Büchern nicht anders. Eine Leserbewertung muss dabei gar nicht lang oder perfekt formuliert sein. Es reichen ein paar ehrliche Sätze.
An dieser Stelle frage ich die Autoren gerne immer was ihnen zu den Namen oder Begriffen einfällt, so auch bei Dir:
Leo Tolstoi
„Krieg und Frieden“ – eine sehr lange Geschichte, die mich irgendwie nie gereizt hat.
Die unendliche Geschichte
Eines der Lieblingsbücher meines Mannes.
Johann Wolfgang von Goethe
Schullektüre: „Faust“ und „Die Leiden des jungen Werther“
Liebe Elvira, ich bedanke mich vielmals für das Interview.

Ich habe es sehr gern gemacht und danke dir ebenfalls, liebe Ulla.


#Werbung – Gerne zeige ich hier je ein Buchcover, die unter den verschiedenen Namen geschrieben wurden

Ellen McCoy

Alaska wider Willen

Ella Zeiss

Wie Gräser im Wind


Elvira Zeißler

Edingaard




Weitere Informationen über die Autorin und deren Bücher sind hier zu finden

Autorenseite Amazon klick hier

Homepage  klick hier

und dann besteht noch die Möglichkeit sich mit ihr auf der
FB-Lesergruppe „Buchwelten voll Gefühl und Magie“ auszutauschen klick hier

Autoreninterview Luzi van Gisteren

Treffen auf einer Buchmesse Leipzig 2019
Liebe Luzi,
ich freue mich, dass Du Dich meinen Fragen stellst. Als erstes überlege ich ja immer, seit wann ich die Autorin kenne, die ich interviewen möchte.  Es kommt dann schon mal vor, dass ich das alles nicht mehr so richtig nachvollziehen kann, aber bei uns beiden weiß ich das noch ganz genau. März 2015 Buchmesse Leipzig, mein erster Messebesuch überhaupt und ich wollte einige Autoren, die ich bisher nur schriftlich kannte,  endlich kennen lernen. Ich hatte einer Lesung von Frieda Lamberti zugehört und anschließend wollten wir beide eine Tasse Kaffee trinken. Allerdings musste ich noch etwas warten, denn andere Leser wollten ihre Bücher signiert haben. Also wartete ich brav im Hintergrund und dort stand eine sympathische Dame mit der ich ins Gespräch kam. Das warst Du, ich stellte mich als Buchbloggerin vor und Du Dich als Autorin. Neu wurde ich neugierig und wollte wissen, welche Bücher Du geschrieben hast. Natürlich habe ich zu Hause dann sofort das erste Buch auf meinen Reader geladen und seitdem weitere Bücher von Dir gelesen.
Aber nun habe ich mich lange genug an der Vorrede aufgehalten und möchte mit meinen Fragen beginnen.
Ich habe irgendwo gelesen, dass Du Deiner Mutter als Kindergartenkind Geschichten diktiert hast. Gibt es davon noch Aufzeichnungen?

Oh….leider nein! Dabei würde ich diese so gerne nochmal lesen. Sie sind wohl einem Umzug zum Opfer gefallen. Aber ich weiß noch, eine Geschichte hieß: „Der Mund“. Meine Mutter muss unglaublich stolz gewesen sein. Nur so kann ich es mir erklären, dass sie diese fast JEDEM vorgelesen hat. Dennoch, es tut mir leid Ulla – die Welt wird sich wohl ohne „Der Mund“ weiterdrehen müssen.😉


Als 13jährige hast Du eine Teenager-Komödie geschrieben, gibt es diese Seiten noch?

Oh ja. Die gibt es noch. Meine beste Freundin hatte ein Exemplar – über 30 handgetippte Schreibmaschinen-Seiten. Vor etwa fünf Jahren hat sie sie mir zurückgeschenkt und ich habe sie jetzt digitalisiert.


Welche Gedanken kommen Dir, wenn Du an Deine früheren Ideen denkst.

Ich denke, dass das Geschreibsel gar nicht mal so schlecht war. Ich habe ja selbst einige Jahre an einer Jugend-Kunstschule „Kreatives Schreiben“ unterrichtet. Ich finde es toll, wenn man einfach aus dem Bauch herausschreiben darf. Es ist unglaublich, was sich einem Welten auftun können. Im Nachhinein denke ich mir – schade, dass ich nicht selbst „Kreatives Schreiben“ nehmen durfte, einfach aus dem Grund, weil es das Angebot in unserer Stadt nicht gab. Meine Lehrer im Gymnasium jedenfalls haben mich für meine durchschnittliche Seitenlänge von 15 Seiten / Aufsatz regelmäßig verteufelt. „Qualität vor Quantität“ ist ja auch ein Lernprozess.

Dann hast Du lange Jahre nichts geschrieben, bzw für die Schublade, wirst Du uns Leser damit mal erfreuen?
Oh, das weiß ich nicht. Wahrscheinlich würde ich viel umschreiben. Wenn mir die Ideen ausgehen, dann kann ich mir das vorstellen. Aber die Liste der Projekte ist noch lang…

Wie kam es dann, dass Du den Schritt wagtest und Bücher veröffentlicht hast?
Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht mehr so genau. Ich habe jahrelang einem eng befreundeten Schriftsteller meine Erzählungen gegeben und er meinte „Weiter so!“. Aus Angst, abgelehnt zu werden, habe ich aber nie selbst etwas an einen Verlag eingeschickt. Es war so, dass ich vor vier Jahren durch Zufall vom Self Publishing erfahren habe und auf eine Plattform gestoßen bin. Meine Erstveröffentlichung „Keimfrei“ lag schon knapp 10 Jahre in der Schublade beziehungsweise auf der Festplatte. Es war ein ganz spontaner Entschluss, dass ich „Keimfrei“ hochgeladen und veröffentlicht habe. Die Reaktionen (zahlreiche Downloads und Leserfeedback) haben mich angespornt, weiterzuschreiben. Zuerst eine Novelle („Treffpunkt Rom“), dann mein erster Roman „Die Teufelin und ihr Kuckuck“.
Hast Du den Schritt zum Autor als Self Publisher mal bereut?
Nie! Für mich gibt es nichts Besseres.

Sicher hast Du als Kind dann auch gerne gelesen, wenn ja, kannst Du Dich an einige Bücher besonders gut erinnern?

Oh ja – das „Vamperl“ von Renate Welsh. Bei ihr hatte ich in den 80`ern meine erste Autorenlesung besucht. Nach dieser Lesung wusste ich: „Ich möchte auch Autorin werden“. Ansonsten eigentlich querbeet…. „Momo“ & „Die unendliche Geschichte“, „Der Trotzkopf“ & „Nesthäkchen“, „Ronja Räubertochter“ und „Mio, mein Mio“.

Du bist „nur“ nebenbei als Autorin tätig, wie lange schreibst Du dann an einem Buch?

Ziemlich genau ein Jahr dauert das bei mir. Ich hätte so gerne mehr Schreibzeit, aber man ist als Self Publisher ja auch mit so viel anderen Dingen beschäftigt (zum Beispiel Interviewfragen zu beantworten…grins)

Wann schreibst Du, schließlich hast Du Familie, Haushalt und Beruf zu vereinbaren.

Ich schreibe meist an zwei Abenden. Das klappt ganz gut. Am Wochenende wird nicht geschrieben, im Urlaub manchmal.


Woher kommen Deine Ideen?

Das ist unterschiedlich. Die letzte Idee kam mir bei der Besichtigung eines Weinkellers in Italien. Manchmal sind es auch nur kurze Begegnungen mit Unbekannten, in der U-Bahn zum Beispiel. Oft ist es aber so wie in einem Marionetten-Theater: Ich habe einen kleinen Anhaltspunkt und dann stehen die Figuren während des Schreibens selbst auf und beginnen zu tanzen….

Kann es vorkommen, dass Dir beim Schreiben eines Buches weitere Ideen einfallen oder konzentrierst Du Dich ohne Ablenkung immer auf das aktuelle Buch.

Nein, ich versinke tatsächlich in die Geschichte, in der ich bin. Nur dann muss ich manchmal aufstehen und eine Runde schwimmen gehen, damit es weitergehen kann.

Wer darf Dein Buch als erstes lesen?

Kannst du diese Frage nicht selbst beantworten, Ulla 😉
kleine Anmerkung von mir, Ulla am Rande, ich hatte schon öfter das Vergnügen, ein Buch vorablesen zu dürfen, was mich freut und auch ein bisschen Stolz macht


Du schreibst und das zitiere ich jetzt mit einem Augenzwinkern „Amüsant, ein bisschen schräg.. aber teuflisch gut!“
Dem kann ich zustimmen, aber meine Frage lautet jetzt, hast Du Dir schon mal Gedanken gemacht, in einem  anderen Genre zu schreiben?

Es gibt Überlegungen, ja.  Aber momentan fühle ich mich gut aufgehoben bei dem, was ich mache.

Deine Buchcover fallen in meinen Augen, etwas aus dem Rahmen, aber sehr angenehm. Da frage ich mich doch, erstellst Du sie selber bzw wie viel Mitspracherecht hast Du dabei.

Danke für das Kompliment. Die Cover mache ich selbst – ein weiterer Vorteil des Self Publishings, das ich selbst entscheiden kann. Aber ich frage im Vorfeld bei den Entwürfen immer im Freundes- und Bekanntenkreis rum, das ist ein eigner Prozess.

Du bist sehr aktiv bei Facebook, wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Deinen Lesern?

Sehr, sehr, sehr.

Mich interessiert aber auch wie wichtig Dir der Austausch zu Kolleginnen ist, wenn ich richtig informiert bin, dann nimmst Du regelmäßig an einem Autorentreffen teil.

Auch diese Frage kann ich mit „sehr, sehr, sehr“ beantworten. Das erste Mal an der Buchmesse Leipzig 2015 war so beeindruckend. Ich möchte jetzt nicht zu pathetisch klingen, aber es fühlte sich irgendwie an wie „nach Hause kommen“.

Hast Du Autorenvorbilder?

Vorbilder weiß ich nicht. Es gibt einige Bücher, die mich in den letzten Jahren wirklich gefesselt haben. An dieser Stelle möchte ich keines hervorheben. Die Autorin, von der ich seit über 20 Jahren jedes Buch lese, ist Ingrid Noll. Da warte ich regelrecht drauf und lese es sofort am Stück, was für meine Lesegewohnheiten eher ungewöhnlich ist.


Wenn Du in die Vergangenheit reisen könntest, welchen Autor würdest Du dann gerne mal besuchen?

Erich Kästner.

Wie immer habe ich viele Fragen gestellt und bestimmt wieder etwas vergessen. Hier gebe ich Dir die Möglichkeit, uns Lesern etwas mitzuteilen, was Du uns immer schon mal sagen wolltest.

Liebe Leser, ich danke euch, dass Ihr euch eure Zeit für meine Bücher nehmt. Die Lesezeit ist oft rar – das Angebot an Büchern dagegen groß. Und so freue ich mich um so mehr, wenn Ihr mein Buch zur Hand oder auf den eBook-Reader nehmt. Und wenn Ihr mir dann noch mitteilt, dass euch mein Buch beim Lesen erheitert hat, so ist mir das unendlich viel wert.

Und nun kommt wieder die Stelle, wo ich alle Autoren fragen, was ihnen zu den Namen oder Begriffen einfällt:
Enid Blyton
Och nö. Aber ich gebe zu, ich hab`s verschlungen: Hanni und Nanni – jetzt ist es raus.

Astrid Lindgren
Wunderbar. Noch heute. Unsterblich.

Commissario Brunetti
Hubert und Staller mag ich lieber.
Liebe Luzi,
ich möchte mich vielmals dafür bedanken, dass Du Dir die Zeit genommen und meine Fragen beantwortet hast.

An dieser Stelle weise ich gerne auf die Bücher
der interviewten Autorin hin.
Stellvertretend für alle Bücher zeige ich hier
die Autorin mit einem ihrer humorvollen Bücher.

Mehr Infos gibt es auf der

Autorenseite bei Amazon klick hier

und auf der Seite der Autorin klick hier

Luzi van Gisteren hat inzwischen drei Bücher über Federico und seine Nonna geschrieben. Zum dritten Buch wurde sie von der Leserkanone interviewt. Interessierte klicken hier

Autoreninterview Eva-Maria Farohi

Liebe Eva-Maria,
ich freue mich, dass Du Dir Zeit nimmst und meine Fragen beantworten möchtest. Bevor ich mir Fragen zusammensuche, schaue ich erst immer nach, wann und wie ich Kontakt zu den Autoren aufgenommen habe. Wir beide haben uns anscheinend durch Deine Kollegin Brigitte Teufl-Heimhilcher kennen gelernt, deren Bücher ich auch sehr gerne lese. Das heißt, persönlich haben wir uns noch nicht gesehen,  unser Austausch fand immer nur schriftlich statt.
Im September 2015 habe ich das erste Buch von Dir gelesen und danach folgten noch viele, denn  ich war immer wieder begeistert.

Aber nun möchte ich endlich mit meinen Fragen loslegen.  Ich habe gelesen, dass Du sehr viele Talente besitzt. Unter anderem hast Du als Schauspielerin gearbeitet und da stellt sich mir gleich die neugierige Frage, Wien – warst Du am Burgtheater?
Ich nicht – mein Mann hat dort seine Karriere begonnen. Wir beide haben uns ja in der Schauspielschule kennengelernt. Meine Laufbahn begann in Graz, bei der Grazer Komödie, … dann ging es weiter: Stadttheater Klagenfurt, Landestheater Innsbruck …
Du malst, mir gefallen Deine Bilder, ganz besonders die Aquarelle. Malst Du aus Spaß und Freude oder stellst Du die Bilder auch in einer Galerie aus, wo sie gekauft werden können?
Ich hatte sogar einige Jahre eine kleine Galerie in Wien, in der Josefstadt, wo ich geboren und aufgewachsen bin – dort waren auch meine eigenen Bilder vertreten. Mit der Übersiedlung nach Wilhelmsburg, einer Kleinstadt unweit von St. Pölten, habe ich die Galerie weitergegeben. Schweren Herzens, aber man kann nun einmal nicht alles gleichzeitig machen …
Wie bist Du denn auf die Idee gekommen, Autorin zu werden?
Eher zufällig. Geschrieben habe ich ja immer schon, vor allem Kurzgeschichten. Und als Schauspielerin war die Beschäftigung mit der Sprache – und überhaupt mit Literatur – an der Tagesordnung. So etwas „verlernt“ man nicht … schon gar nicht, wenn zwei Schauspieler zusammenleben, selbst dann, wenn sie nicht mehr „aktiv“ sind.
Irgendwann hat mich mein Mann motiviert, einige Kurzgeschichten einzuschicken. So hat es dann begonnen. Laurenz Bolliger, der für die Kindle Singles verantwortlich ist – ein Programm, in dem anspruchsvollere Kurzgeschichten veröffentlicht werden – hat mich sozusagen „entdeckt“ und auch gefördert. Von ihm habe ich sehr viel gelernt, er ist nicht zuletzt ein hervorragender Lektor. Ich habe ihm viel zu verdanken. Mein Erstling, „Septembersonne“, war dann über zwei Jahre unter den Top‑10 der Singles und ich fand mich in der Gesellschaft von Stephen King und Karen Slaughter wieder – was meinst Du, wie stolz ich da war! Inzwischen machen wir die siebente Single zusammen …
Deine Bücher spielen in der Hauptsache auf Mallorca, verständlich, weil Du dort einige Jahre gelebt hast. Hast Du vielleicht auch Bücher geplant, deren Handlung sich in Österreich abspielen?
Gleich mein nächster Roman. Er spielt zwar nicht ausschließlich in Österreich, aber doch teilweise und beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Geschehnisse der NS-Zeit auf uns „Spätgeborene“ – um die Verantwortung des einzelnen, den Umgang mit jener Zeit, den letztendlich jeder mit sich selbst ausmachen muss. Wir haben ja heuer ein Gedenkjahr, da Österreich 1938 an das Deutsche Reich „angeschlossen“ worden ist.
Da gibt es diesen Sänger, – Joseph Schmidt. Er war in den 1930er Jahren der berühmteste lyrische Tenor Deutschlands – vielleicht sagt Dir der Name noch etwas?
Während meiner Schauspielzeit haben wir Schmidt geliebt, ja verehrt. Nicht nur ich, sondern auch die Kollegen. Martin G. Zauner zum Beispiel, der heute im „Theater in der Josefstadt“ engagiert und sehr erfolgreich ist, war ein regelrechter Schmidt-Narr. Nächtelang haben wir uns Joseph Schmidt angehört. In voller Lautstärke natürlich, aber im Haus wohnten zum Glück nur Mitglieder des Theaters. Damals gab es ja noch die Schallplatte … Und heute wie damals fasziniert mich diese einzigartige Stimme, wann immer ich sie höre. Sie hat etwas unglaublich Melancholisches, als hätte der Sänger geahnt, was auf ihn zukommt.
Der Jude Joseph Schmidt ist dann auf der Flucht vor den Nazis umgekommen, sein Herz war den Strapazen nicht gewachsen. Er wurde 38 Jahre alt.
Schmidts Schicksal hat mich stark beschäftigt. Und auch wenn die Figuren meines Romans natürlich fiktiv sind – es ist ja gleichzeitig ein Liebesroman, der in der Jetztzeit spielt – ist die Geschichte für mich zur Auseinandersetzung mit jener Zeit geworden, die sowohl mein Vater – der im Zweiten Weltkrieg eingerückt war – als auch meine Mutter erlebt haben. So lange vorbei wie manche glauben, ist das alles also gar nicht …
Du lebst in Österreich, in einer Gegend, die relativ flach ist. Wie sieht das aus, fährst Du gerne in die „Berge“ zum Wandern oder Schifahren?
Wir haben drei Jahre lang in Innsbruck gelebt, dort gibt es die Nordkette. Der Aussichtspunkt des Hafelekars ist 2300 m hoch. Bei Föhnwind sind diese Berge dann faktisch auf meinem Balkon gestanden, so nahe waren sie … Natürlich liebe ich Berge, sie sind auch wunderschön. Aber wenn ich wählen darf, dann entscheide ich mich doch lieber für das Meer …


Magst Du die österreichische Küche?
Und ob. Meine Großmutter stammt aus Böhmen … Von ihr habe ich Buchtelbacken gelernt – und Germknödelkochen.
Auch kann ich mich ziemlich genau an die Urlaube mit meinen Eltern an der italienischen Adria erinnern. Wir alle mochten die italienische Küche, aber auf der Heimfahrt, unmittelbar nach der österreichischen Grenze, haben wir Halt gemacht und Leberknödelsuppe, Wiener Schnitzel und Malakofftorte gegessen. Das war dann irgendwie Heimat.
Ich finde die Gegensätze wirklich interessant Mallorca – Österreich, wie kam es, dass Du einige Jahre auf der Insel gelebt hast?
Das Herumziehen haben mein Mann und ich im Blut. Zuerst war es berufsbedingt – Schauspieler sind nun einmal viel unterwegs. So habe ich auch nach unserer fünfzehnten Übersiedlung mit dem Zählen aufgehört.
1998 dann verliebte ich mich anlässlich eines Urlaubs in Mallorca – eine Zeitlang hatten wir dort sogar einen Zweitwohnsitz, was auf Dauer sehr unpraktisch war, nicht nur wegen der Kosten. Also standen wir vor der Entscheidung, ihn entweder aufzugeben, oder ganz hinzuziehen …


Mir gefällt natürlich sehr, dass Du auch Krimis schreibst, denn die mag ich persönlich am liebsten, gefolgt von historischen Büchern. Darf ich da auf weitere Krimifolgen hoffen?
Absolut. Auch hier verdanke ich Laurenz Bolliger sehr viel. Autoren werden ja oft festgelegt. Einmal Liebesroman, immer Liebesroman. Laurenz aber hat mich ermutigt, die Geschichten um den auf Mallorca ermittelnden Chefinspektor Vicent Rius weiter auszubauen. In Kürze erscheint der dritte Fall …

Hast Du als Kind gerne gelesen und wenn ja, erinnerst Du Dich an einige Bücher?
Ich war die personifizierte Leseratte. Die Bücher haben mich in eine andere Welt entführt, da konnte ich dem Alltag entfliehen, mit den Helden mitleben, mich in sie hineinversetzen. Habe ich schon erwähnt, dass ich eine ausgeprägte Fantasie habe?
Meine Lieblingsbücher von damals stehen immer noch in meinem Bücherregal. Sie haben alle Umzüge miterlebt – nicht immer zur Freude derjenigen, die sie schleppen mussten.
Da ich zweisprachig aufgewachsen bin und die tschechische Volksschule in Wien besucht habe – wofür ich meinen Eltern, die mich täglich quer über die Stadt hingebracht und wieder abgeholt haben, noch heute dankbar bin – sind diese allerersten selbstgelesenen Bücher auch in tschechischer Sprache. Sehr bald folgten dann die deutschen nach: Kästners Doppeltes Lottchen, Struwwelpeter und natürlich Heidi, um nur einige wenige aus meinem Besitz zu nennen. Denn meine Mutter hat mich dann sehr schnell in die Städtische Bücherei einschreiben lassen …
Wenn Du in die Vergangenheit reisen könntest, welchen Autor würdest Du gerne mal besuchen?
Ganz klar: Shakespeare
Keiner hat Gefühle so auszudrücken vermocht wie er. Nicht umsonst hat ihn Verdi mehr als einmal vertont, und auch die anderen Stücke haben in der Musik Einzug gefunden, als Oper, als Ballett …


Hast Du Zeit Bücher Deiner Kolleginnen oder Kollegen zu lesen?
Natürlich. Immer wieder. Obwohl ich zugebe, dass ich mir im Moment die Zeit gut einteilen muss.

Gibt es ein Buch, das Du schon immer mal lesen wollest, bisher es aber noch nicht geschafft hast?
„Der Mann ohne Eigenschaften“, von Robert Musil.
Als Schauspielerin bist Du ja nicht mehr tätig, malst Du denn noch und wenn ja,  wie sieht die Zeiteinteilung  Malen – Schreiben aus?
Malen – das fand immer irgendwie anfallartig statt in meinem Leben. Da gab es Jahre, wo ohne Malen nichts ging, und dann entsteht wieder eine längere Pause, als müssten sich in mir neue Wege formen. Doch gerade in letzter Zeit habe ich öfter das Bedürfnis zu den Farben zu greifen. Ich glaube, eine neue Malperiode steht bevor … und der Tag hat ja zum Glück mehrere Stunden.

Wie lange schreibst Du an einem Buch?
Das ist völlig unterschiedlich. Anfangs war das Ausformulieren der Gedanken das Schwierigste, Zeitraubendste. Inzwischen hilft die Routine. Die Kurzromane eingerechnet, schreibe ich ja an meinem vierzehnten Manuskript. Allerdings versuche ich jetzt die Eigenschaften der Figuren immer differenzierter herauszuarbeiten. Da kommt vermutlich die Schauspielerin durch …

Wer darf Dein Buch als erstes lesen?
Mein Mann.
Wo findest Du Deine Ideen?
Die sind in mir drinnen und warten darauf, formuliert zu werden.
Kommt es vor, dass Dir während des Schreibens schon Ideen für ein weiteres Buch kommen?
Nein. Das ist ein wenig wie auf der Bühne. Du kannst natürlich „einen Hänger“, haben, wie Schauspieler ein Blackout auf der Bühne nennen. Niemals aber geraten die Texte verschiedener Stücke durcheinander. Das ist völlig unmöglich.

Wo sammelst Du sie?
In der Beobachtung von Menschen – wie es jeder Schauspieler ständig tut. Er kann gar nicht anders.
Als ich meiner Mutter vor kurzem einige Fotos unseres letzten Aufenthaltes auf Mallorca zeigte, deutete sie plötzlich auf einen jungen Mann und sagte: „Das ist er, nicht wahr? Der ‚Joel‘ aus deinem letzten Buch. Genauso hast du ihn beschrieben.“ Sie meinte „Brunch mit Linda“. Und sie hatte recht. Jener junge Mann hatte mich tatsächlich zu der Geschichte inspiriert …
Wenn ich das richtig lese, bist Du immer mal wieder längere Zeit auf Mallorca. Machst Du dort Urlaub oder wird auch dort geschrieben?
Es wird natürlich auch geschrieben … Allerdings sind wir derzeit nicht so oft auf Mallorca, wie wir es gerne wären. Unsere Hündin Caya – die wir aus Mallorca mitgebracht haben – ist inzwischen 12 1/2 Jahre alt, da ist Fliegen kein Thema mehr. Also können wir nur fort, wenn eine Freundin meiner Mutter, bei der sich Caya rundum wohl fühlt, auf sie aufpasst.

Du hast ja eine Trilogie geschrieben, stand von vorn herein fest, dass es drei Bücher werden? Kann es nicht auch passieren, dass es eine ganz andere oder neue Entwicklung gibt und es auf einmal vier Bücher werden könnten?
Die Geschichte von Lisa, Marika und Emely war von Anfang an als Trilogie geplant, weil ich jeder der drei Freundinnen einen eigenen Raum geben wollte. Nun ist die Finca‑Trilogie ziemlich erfolgreich. Immer wieder erhalte ich Post von Lesern, die nachfragen, ob es nicht doch noch eine Fortsetzung geben könnte. Wer weiß …
Wir beide tauschen uns meist per Mail oder Messenger aus. Wie sieht es ansonsten mit Kontakten zu Lesern aus? Wie wichtig ist Dir der Kontakt.
Sehr, sehr wichtig. Nicht zuletzt deshalb bin ich in den Social Medias präsent, und auch über meine Website kann man mich erreichen. Ich freue mich über jede Post.
Ich stelle ja immer viele Fragen, trotzdem kommt es immer wieder vor, dass ich etwas vergesse und deshalb hast Du hier Gelegenheit uns Lesern etwas mitzuteilen, was Du uns schon immer mal sagen/Schreiben wolltest.
Danke, dass es Euch gibt!
Und nun bin ich fast wieder am Ende meines Interviews, gerne frage ich aber immer wieder, was einem zu folgenden Namen oder Begriffen einfällt:

Maria Theresia
„Die Kaiserin“ – wie sie gerne genannt wird. Eine beeindruckende Frau, auch wenn sie strenggenommen „nur“ die Frau eines Kaisers und Erzherzogin von Österreich, Königin von Ungarn, etc. etc. war. Außerdem war sie im Sternzeichen Stier, wie ich auch. Vielleicht mag ich sie ja deswegen …

Astrid Lindgren
Pipi Langstrumpf … was für eine Geschichte! Du hast mich gerade inspiriert, liebe Ulla. Die Pipi kommt ganz zuoberst auf meine Leseliste. Vielleicht finde ich ja Zeit am nächsten Wochenende, wenn es endlich Frühling wird …
Romeo und Julia
Was soll ich sagen – Shakespeare eben. Die größte Liebesgeschichte aller Zeiten. Oder besser gesagt: Die unvergänglichste. Denn sie trifft den Punkt. Liebe lässt sich nicht planen, nicht lenken, nicht unterdrücken – sie ist durch sich selbst bestimmt und will nur eines, sich verströmen und niemals enden.

Liebe Eva-Maria, ich möchte mich vielmals bedanken, dass Du mir meine  Fragen beantwortet hast.
Ich habe zu danken, liebe Ulla, für diese wirklich tollen Fragen. Es hat mir echt Freude bereitet, mich mit ihnen zu beschäftigen!

Stellvertretend für all die tollen Bücher von Eva-Maria Farohi zeige ich hier das Cover von \“Fincaträume\“

mehr Informationen gibt es
auf der Autorenseite von Amazon klick hier

und auf der
Website der Autorin klick hier

Autoreninterview Thorsten Siemens

Lieber Thorsten,
ich freue mich, dass Du Dich meinen Fragen stellen möchtest. Im Vorfeld recherchiere ich ja immer erst ein bisschen, damit ich einige Informationen über den Autor bekommen kann.  Da wir bisher auch noch keinen Kontakt hatten, frage ich jetzt einfach so drauf los.
Ich habe gelesen, dass Du in der Schule lieber Aufsätze geschrieben hast, als irgendwelche Bücher zu lesen. Waren es nur Aufsätze oder wurden es vielleicht sogar Kurzgeschichten?
Nein, zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ambitionen, mehr zu schreiben, als es die Lehrer von mir verlangt haben. 😉

Nun liegt ja zwischen der Schulzeit und dem ersten Buch beim Verlag einige Zeit, was hast Du in der Zwischenzeit gemacht?

Ich habe meinen Wehrdienst hinter mich gebracht, eine Ausbildung zum Bankkaufmann abgeschlossen, bin von Ostfriesland nach Friesland gezogen, habe ein Haus gebaut, geheiratet und zwei Kinder bekommen (also meine Frau, nicht ich selber 😉). In meiner Freizeit habe ich Fußball gespielt, bin gerne ins Kino gegangen oder wir haben uns mit Freunden getroffen.
Den ersten Versuch, einen richtigen Roman zu schreiben, gab es 2004. Damals sollte es noch eine philosophische Fantasiegeschichte werden. An dem Projekt habe ich lange gearbeitet, es irgendwann aber doch aufgegeben, weil ich nicht daran geglaubt habe, dass es jemals irgendjemand verlegen würde.      

Wie bist Du auf die Idee gekommen, ausgerechnet Thriller oder Krimis zu schreiben?
Ich habe (leider) eine sehr lebhafte Fantasie und sehe deshalb im Alltag überall Gefahren. Da war es naheliegend, aus der Not eine Tugend zu machen. Wann immer mir etwas einfällt, schreibe ich mir diese Ideen sofort in ein kleines Buch oder notiere sie mir in meinem Handy. Zu Hause setze ich mich dann an den PC und überlege, ob daraus ein ganzes Buch entstehen könnte. Die Idee zu meinem aktuellen Krimi ist mir beispielsweise beim Vorlesen mit meinem Sohn gekommen. Ich hatte ihm abends aus einem Wimmelbuch vorgelesen und dabei ein Bild entdeckt, zu dem mir direkt eine Geschichte eingefallen ist.

Hast Du Dir schon mal Gedanken gemacht, in einem anderen Genre zu schreiben?
Ich habe noch einige Ideen für Geschichten der verschiedensten Genres in meinem Ideen-Büchlein. Zum Glück habe ich ja nicht nur negative Gedanken. 😉

Bist Du nun hauptberuflich Autor oder ist das für Dich noch eine Nebentätigkeit?
Ich bin hauptberuflich immer noch Bankkaufmann. Das Schreiben ist mein Hobby, meine Leidenschaft, der ich so viel Freizeit wie möglich widme. Natürlich wäre es ein Traum, wenn ich eines Tages davon auch meinen Lebensunterhalt bestreiten könnte. Aber Träume können ja bekanntlich wahr werden. 😉

Du hast Deine ersten Bücher als Self Publisher veröffentlicht, wie hat es sich damals angefühlt, das erste eigene Buch in der Hand zu halten?
Zunächst hatte ich meine Friesland-Thriller nur als eBook veröffentlicht. Erst später habe ich dann eigene Exemplare über Amazon KDP drucken lassen. Das war schon ein tolles Gefühl, die eigenen Bücher in der Hand zu halten. Sie haben auch heute noch einen Ehrenplatz direkt vor meinem Schreibtisch. Dort motivieren sie mich zum Weitermachen.

Nun bist Du Verlagsautor, was hat sich für Dich nun geändert?
Ich habe einen professionellen Verlag an meiner Seite, der mich beim Lektorat, der Covergestaltung und der Vermarktung unterstützt. So kann ich mich viel mehr auf das Schreiben neuer Romane konzentrieren.
Auch die Wahrnehmung von Freunden, Bekannten und Kollegen hat sich geändert. Ich glaube, viele nehmen meine „Schreiberei“ erst seitdem wirklich ernst.

Wie sieht Dein Arbeitsalltag aus?
Du meinst sicher den als Autor, oder? Ich schreibe eigentlich in jeder freien Minute, die sich mir bietet. Als Familienvater sind das allerdings nicht allzu viele. Darum habe ich auch feste Zeiten, an denen ich eigentlich immer vorm Laptop sitze. Bei mir sind das beispielsweise der Dienstagvormittag und der Freitagabend.
Wie lange schreibst Du an einem Buch?
Vom ersten Wort bis zum fertigen Roman (inkl. Lektorat und Cover) benötige ich in der Regel 6 Monate.

Wer darf das Buch als erstes lesen?
Meine Frau. Sie liest jedes Kapitel, sobald es fertig ist und sucht für mich nach Fehlern. Am Ende liest sie noch einmal das ganze Manuskript und gibt mir ein Feedback zu der Story. Sie hat schon immer viel gelesen und ist außerdem immer ehrlich zu mir. Deshalb ist sie meine wichtigste Kritikerin. 

Ich kenne bisher von Dir das Buch „Tod in Neermoor“, Hedda, die Protagonistin ist eine junge Frau, die gerade ihr Abitur gemacht hat. Wie bist Du auf die Idee gekommen, dass sie eine Hauptrolle in Deinem Buch spielen soll?

Hedda ist eine normale junge Frau, mit einem ungewöhnlichen Interesse für den Tod. Sie ist weder schüchtern, noch prüde und redet oft, bevor sie sich über die Wirkung ihrer Worte Gedanken macht. Dennoch steht sie nicht gerne im Mittelpunkt. (Zum Glück ahnt sie nicht, dass ich sie als Hauptcharakter für meine Bücher ausgewählt habe. 😉)
Ich habe mich für einen so jungen Charakter entschieden, weil ich so sehr viele Möglichkeiten habe, die Figur zu entwickeln. Hedda hat noch alles vor sich und wird daher vieles davon gemeinsam mit ihren Lesern erleben. 
Für eine weibliche Hauptfigur habe ich mich aus den folgenden Gründen entschieden:
  1. In meinen bisherigen Friesland-Thrillern stehen meistens eher die männlichen Charaktere im Vordergrund. Ich hatte also einfach mal Lust auf etwas Neues. (Hedda wird in den folgenden Bänden aber noch einen männlichen Hauptcharakter an ihre Seite gestellt bekommen. 😉)
  2. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, wie wohl jemand ermitteln würde, der nicht bei der Polizei beschäftigt ist. Dabei bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass Frauen über Waffen verfügen, die wir Männer einfach nicht haben.
Können wir Leser noch mehr Folgen von und mit Hedda erwarten?

Ich schreibe aktuell schon am zweiten Band und habe auch schon genug Ideen für weitere Bände im Hinterkopf. Wenn es also nach mir geht, wird Hedda noch sehr viele Mordfälle aufklären. Ich hoffe, meine Leser empfinden das genauso.

Hast Du als Kind wirklich keine Bücher gelesen? Wenn es doch der Fall war, was hast Du gelesen?
Natürlich habe ich auch einige Bücher gelesen. Man hat uns in der Schule ja dazu gezwungen. 😉 Leider war ich in meiner Jugend der Meinung, dass gute Bücher auch verfilmt werden und ich mir daher das Lesen sparen kann. Heute weiß ich, dass ein Film niemals einem guten Buch gerecht werden kann.

Nimmst Du Dir als Erwachsener die Zeit und liest Bücher Deiner Kollegen? Hast Du Kontakt zu Autorenkollegen?
Seit einigen Jahren lese ich oft und gerne. Dabei lese ich fast ausschließlich Bücher von “alten“ Weggefährten, die ich noch aus meiner Zeit als Self-Publisher kenne oder die Bücher meiner Verlagskollegen/-innen.

Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor der Vergangenheit würdest Du gerne mal besuchen?
Astrid Lindgren.

Ich erwähnte ja schon, dass wir bisher noch keinen Kontakt miteinander hatten. Wie sieht es aus, hast Du Kontakt zu Deinen Lesern? Wenn ja, wo pflegst Du ihn?
Ja, ich kommuniziere per E-Mail, Facebook, Twitter und Instagram mit meinen Lesern. Ich freue mich immer sehr, wenn sich jemand die Zeit nimmt, um mir ein Feedback zu meinen Büchern zu geben.
Würdest Du mit Deinen Büchern Lesungen veranstalten?
Sehr gerne! Bisher hat sich das leider noch nicht ergeben, aber ich plane tatsächlich gerade meine erste Lesung. Sie soll in der historischen Mühle in Neermoor stattfinden. Ich freue mich schon riesig darauf!

Nun habe ich wie immer sehr viel gefragt und bestimmt nicht an alles gedacht, gibt es etwas, was Du uns Lesern unbedingt mal mitteilen möchtest?
Ein Buch zu schreiben verschlingt unheimlich viele Stunden und macht ab und zu auch wirklich Arbeit. Für einen Autor gibt es nichts Schöneres, als zu wissen, dass sich dieser Aufwand auch gelohnt hat. Daher ist der größte Lohn immer noch das ehrliche Feedback der Leser. Es muss keine ausführliche Buchkritik sein oder gar eine Bewertung auf der Online-Seite des jeweiligen Buchhändlers. Ein kurzes Feedback per E-Mail oder über die Social-Media-Kanäle macht uns auch schon glücklich.
Also: Nehmt euch bitte gelegentlich ein paar Minuten und schreibt euren Lieblingsautoren ein paar nette Worte. Sie wird es euch mit tollen Büchern zurückzahlen.

Und wie immer folgt nun die Stelle, wo ich frage, was einem zu folgenden Namen oder Begriffen einfällt:
Enid Blyton
Im Gegensatz zu mir hat meine Schwester immer sehr gerne gelesen. In ihrem Bücherregal fanden sich daher auch viele Bücher von Enid Blyton.
Astrid Lindgren
Soweit ich mich erinnern kann, sind „Pipi Langstrumpf“ und „Die Brüder Löwenherz“ die ersten Bücher, die ich freiwillig und mit Begeisterung gelesen habe. Letzteres habe ich sogar vor einigen Jahren erneut gelesen. Ein fantastisches Buch.
Emil und die Detektive
Ein Kinderbuch-Klassiker, den ich leider nie gelesen habe. Ich muss ihn daher unbedingt irgendwann meinen Kindern vorlesen.

Ich möchte mich an dieser Stelle dafür bedanken, dass Du Dir die Zeit genommen und meine Fragen beantwortet hast.
Ich danke dir, dass du mein Buch gelesen hast und dass du mir mit diesem Interview die Möglichkeit gibst, mich den Followern deiner Bücherseite vorzustellen.

An dieser Stelle möchte ich stellvertretend für alle Bücher das Cover des Buches \“Tod in Neermoor\“ zeigen und auf zwei Links hinweisen, wo es weitere Informationen  von und über Thorsten Siemens gibt
Amazon Autorenseite klick hier

und die Homepage  klick hier

Autoreninterview Rolf Uliczka

Lieber Rolf,
ich freue mich, dass Du Dir die Zeit nimmst und Dich meinen Fragen stellst. Ich muss gestehen, dass ich bisher immer Autoren interviewt habe, die mir persönlich bekannt waren oder von denen ich bereits mehrere Bücher gelesen hatte. So gesehen ist es eine Premiere, aber zumindest habe ich gerade ein erstes Buch von Dir gelesen und kann vorab sagen, dass ich bestimmt noch weitere lesen möchte. Aber nun will ich mich nicht länger mit der Vorrede aufhalten sondern dann auch mal mit meinen Fragen starten.
Natürlich habe ich mich etwas über Dich informiert und festgestellt, dass Du erst sehr spät mit dem Schreiben begonnen hast. Wie kam es dazu, dass Du nach Deinem durchaus ausgefüllten Berufsleben nun Bücher schreibst?
Gerade in meinem ausgefüllten Berufsleben liegt dazu der Schlüssel. Viele Geschichten, Charaktere und Schicksale stammen nämlich aus dem wirklichen Leben.
In achtundzwanzig Jahren in der Personalführung bei der Bundeswehr, habe ich in unzähligen Personalgesprächen von Schicksalen erfahren und ganz viele Geschichten gehört. Wenn Du mit einer Versetzungs- und Standortentscheidung massiv in die Lebensplanung von Soldaten und deren Familien eingreifen musst, bleibt es nicht aus, dass es sehr persönlich und auch emotional wird. Ein Angestellter in einem zivilen Unternehmen kann zum Beispiel kündigen, wenn er an einen anderen Standort versetzt werden soll und ihm das nicht passt; ein Soldat aber nicht.
Ja, und geschrieben habe ich eigentlich schon immer. Schon so mancher Jubilar aus meinem Umfeld und seine Festgäste mussten „Ergüsse“ von mir über sich ergehen lassen, sei es in Prosa oder Lyrik. Auch manche „Bierzeitung“ wurde schon Opfer meiner Leidenschaft zu schreiben, z.B. nach einer Militärübung in Frankreich in den 60er Jahren, aus den Erfahrungen mit den dortigen „Loch-im Boden-Toiletten“:
Die Toiletten war´n die letzte Schau,
mit Volltreffern da war´s man mau.
Scheibentreffer jede Menge,
der Rest vom Lied war´n Spatengänge.
Meine Mutter bekommt zum Beispiel zu jedem runden Geburtstag einen Brief von ihrem ganz persönlichen Schutzengel aus dem Himmel, der dann so kleine Anekdötchen aus dem Nähkästchen ausplaudert. Meine Mutter wird in zwei Jahren 100 und ist – Gott sei Dank – immer noch im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte. Also, liebe Ulla, wenn Du jetzt fragst, wie viele Bücher Ihr von mir noch erwarten könnt …
Aber auch der Großvater meiner Mutter wurde über 90 und war in Lensahn/Ostholstein (da kommst Du immer dran vorbei, wenn Du nach Fehmarn in Urlaub fährst) als der singende und dichtende Schneidermeister, Chrischan Schreiber, bekannt. Ach ja, Spökenkieker war er auch noch. Er konnte sogar Menschen durch Handauflegen heilen, was mir allerdings nicht gegeben ist. Zu meiner großen Freude durfte ich meinen Urgroßvater selbst noch als Schulkind dichtend, singend und heilend erleben.
Aber auch für die Öffentlichkeit habe ich schon einiges geschrieben. Mein Kommandeur in Münster und Rheine hatte meine Schreibleidenschaft erkannt und mich nebenamtlich als Presseoffizier ausbilden lassen. Wenn Presseberichte über die allgemein übliche „Hofberichterstattung“ (welchen zivilen Zeitungsleser interessiert schon wirklich, welcher Soldat gerade einen Orden bekommen hat) hinausgingen und zum Beispiel mit der persönlichen Meinung des Redners aus der Laudatio zu brisanten Themen gewürzt waren, dann wurden diese Beiträge auch gerne, von den Chefredakteuren der Münsterschen Zeitung oder der Westfälischen Nachrichten, ungekürzt gedruckt. Allerdings ohne Namensnennung, was mir aber auch egal war.
Wenn ich das richtig gesehen habe, dann hast Du mit dem Buch über Deinen Border Collie Paulchen gestartet, wie bist Du auf diese Idee gekommen? Hast Du hier noch weitere Bücher geplant?
Das erste, was Paulchen uns – schon als kleiner Border Collie Welpe – beigebracht hat, war, dass offensichtlich auch Hunde (Tiere) eine Seele und ein Gemütsleben haben. Obwohl wir schon einmal, viele Jahre zuvor, eine ganz brave Boxerhündin gehabt haben, war das für uns eine völlig neue Erfahrung. Das hat mich auf die Idee gebracht ihm dafür eine Stimme zu geben. Auch, wenn wir mittlerweile seine Hundesprache einigermaßen gelernt haben, bin ich mir sicher, dass er uns immer noch besser versteht, als wir ihn. Also dachte ich mir, vielleicht ein guter Einstieg für Menschen, die sich selbst einen Hund anschaffen wollen, um diesen besser verstehen zu können.
Ja, eigentlich war es mal geplant gewesen, seine Geschichten fortzusetzen, zumal alles was dort niedergeschrieben wurde, keine Fiktion ist, sondern alles tatsächlich so stattgefunden hat. Inzwischen ist aus Paulchen ein neunjähriger Paul geworden und er könnte sicher noch so einige nette Geschichten aus seinem Hundeleben als nichthütender Border Collie erzählen, aber es hat sich dann irgendwie einfach nicht ergeben. Außer dass er bei Facebook mal einen kleinen Vierzeiler gepostet hat:
Als Border ich geboren bin,
doch was mir fehlt, das sind die Schafe.
Nach Spielen steht mir nur der Sinn,
die Schafe hüt´ ich nur im Schlafe.

Danach bist Du allerdings zu Krimis gewechselt, was war hier der Grund dazu?
Zunächst bin ich in das Genre der Psychothriller gewechselt. Von meinem ca. 400-Seiten-Psychothriller: „Seelen-Pein“, gibt es auf meiner Homepage noch einen Link zu einem Trailer dazu. Darin habe ich die, in der Psychiatrie der 60er Jahre angewandte Elektrokrampftherapie (im Volksmund damals auch als Elektroschocktherapie bezeichnet), verarbeitet. Heute wird diese unter Narkose ausgeführt, in den 60er Jahren aber nicht. Daher schildere ich in diesem Buch in einer Fiktion die Empfindungen und höllischen Ängste eines Betroffenen, der damit behandelt worden war.
Grundlage waren allerdings seine tatsächlichen Erlebnisschilderungen aus diesen mehrfachen Behandlungen. Damit sollte eine Posttraumatische Belastungsstörung (wie man das heute nennt), die er aus dem 2. Weltkrieg mitgebracht hatte, therapiert werden. Dieser Betreffende hat schließlich den Freitod einer erneuten Behandlung dieser Art vorgezogen.
Das Buch hatte bei Amazon sehr gute Rezensionen zum Thema, Inhalt und Spannung erhalten. Leider fehlte aber ein professionelles Lektorat, so dass ich dieses wieder vom Markt genommen habe. Allerdings möchte ich dieses, es in absehbarer Zeit lektoriert erneut publizieren.

Kannst Du Dir vorstellen, Bücher in einem anderen Genre zu schreiben, wie zum Beispiel Historisches?
Die Frage habe ich im Grunde schon beantwortet. Also ein eindeutiges Ja, allerdings dann eher im Genre Psychothriller.

Die Handlung Deiner Krimis spielt in Ostfriesland, wie kam es dazu? Denn aufgewachsen bist Du doch eigentlich näher an der Ostsee, wo, wenn ich das mal so frech sagen darf, das Wasser immer da ist. Nebenbei bemerkt, ich fahre immer wieder gerne nach Fehmarn.
Ich glaube, für einen echten „Fischkopp“ ist es völlig egal, ob das Wasser immer da ist, oder mit der Tiede „kummt un geiht“, wie das die Fischerstatuen Alt- und Jungfischer, das Wahrzeichen vom Hafen in Neuharlingersiel in meinem Buch „Serienmord in Neuharlingersiel“ ausdrücken. Die reine Seeluft in Küstennähe, Land und Leute, wie meine Frau und ich sie schon im Urlaub kennengelernt hatten, sind entscheidend.
Schon in der Schulzeit fanden Besuche bei den Großeltern in Lensahn und Baden in der Ostsee nur noch in den Sommerferien statt. Meine Eltern waren beruflich bedingt in das Ruhrgebiet umgezogen. Später durfte ich dann – durch dienstlich bedingte Umzüge – Land und Leute von Nord bis Süd kennenlernen. Das war erlebnis- und erfahrungsreich. Der geographische Kreis schloss sich für mich dann wieder vor neun Jahren im Norden, bei den Saterfriesen und später mit Ostfriesland in meinen Büchern.
Bei einem Besuch in der Kultkneipe „Zur Stechuhr der Könige“ im malerischen Museumshafen in Carolinensiel, mit der seinerzeitigen Wirtin Nancy Bläsing, die auch in meinem Buch „Hafenmord in Carolinensiel“ eine Rolle übernommen hat, kam mir die Idee, darüber müsste man mal ein Buch schreiben. Und da gerade ein kleiner Verlag in Leer Autoren für das Genre Ostfrieslandkrimis suchte, ergab sich der Rest von selbst.
Im Zuge meiner Recherchen lernte ich dann Ostfriesland, was für mich ja, im wahrsten Sinne des Wortes, vor der Haustür liegt, das Land der Leuchttürme, des Wattenmeeres, der grünen Landschaften mit seinen geheimnisvollen Mooren und Inseln, wo jährlich Millionen ihren Urlaub verbringen – als eigentlich eine absolut heile Welt kennen. Aber gerade das bietet mir viel Stoff für das Unerwartete.

Ich erwähnte ja schon, dass Du erst spät in Deinem Leben mit dem Schreiben von Büchern begonnen hast. Von vielen Autoren weiß ich, dass sie einige Zeit schon geschrieben und das in eine große Schublade gelegt haben. Hast Du das auch gemacht?
Wie Du jetzt sicher schon bemerkt hast, gehöre ich nicht zu den Stillen im Lande. Und wie Du eingangs lesen konntest, hat meine Schreibleidenschaft schon immer ein Ventil gesucht und gefunden. Dass daraus irgendwann einmal auch ganze Bücher werden, stand für mich ebenso schon immer fest. Aber jedes Ding zu seiner Zeit. Und für mich ist die Zeit jetzt.

Ich habe gerade den Krimi „Hafenmord in Carolinensiel“ gelesen und weiß, dass es in Kürze drei weitere  mit diesem Ermittlerduo geben wird.  Weißt Du schon, wie viele Folgen Du insgesamt mit ihnen schreiben möchtest?
Eine Frage, die ich nicht beantworten kann. Letztlich entscheiden das meine lieben Leserinnen und Leser. Jedes meiner Bücher kann völlig eigenständig gelesen werden, aber in der Reihenfolge von „Hafenmord in Carolinensiel“, „Serienmord in Neuharlingersiel“, „Bauernmord in Bensersiel“ und „Wattmord in Carolinensiel“ zieht sich die Geschichte der beiden Kommissare, Bert Linnig und Nina Jürgens, wie ein roter Faden durch diese und künftige Bücher. Wie viele es letztlich nachher werden? Da bin ich selbst gespannt. Jedenfalls habe ich für die nächsten drei Titel bereits spannende Ideen im Kopf. Lasst Euch mal überraschen.

Ist vielleicht auch noch eine andere Krimiserie geplant?
Zurzeit habe ich das noch nicht konkret geplant. Aber wer weiß? Wir werden sehen, wo der Weg hingeht.

Wie kommen die Ideen zu Dir, wo findest Du sie?
Die springen mich förmlich an. Plötzlich sind sie da. Wo sie herkommen, frage ich mich manchmal selbst. Wahrscheinlich ist es wie bei vielen Witzeerzählern, da bedarf es nur eines Stichwortes. Und da ich beruflich bedingt schon hinter so manche „menschliche Fassade“ habe schauen dürfen und so manchen „Amtsschimmel“ habe wiehern hören, ergibt sich wohl auch hier der Rest von selbst.

Wie lange schreibst Du an einem Buch?
Das ist sehr unterschiedlich. Es hängt davon ab, wieviel ich dafür recherchieren muss. Manchmal kann man auch auf frühere Recherchen zurückgreifen, dann braucht man etwas weniger Zeit. Im Durchschnitt würde ich sagen, drei Monate. Allerdings führe ich kein Buch darüber.

Wer darf Deine Bücher als erstes lesen?
Bisher meine liebe Frau und einer meiner Söhne (der andere hat zu wenig Zeit).

Wie sieht Dein Schreiballtag aus?
Ehrlich? Chaotisch, würde meine Frau jetzt antworten! Meine Geschichten entwickeln sich meistens wie von selbst und das häufig im Schlaf oder Halbschlaf. Da kann es passieren, dass ich mitten in der Nacht aufstehe und eine Idee aufschreibe. Zumeist setze ich mich morgens – bereits vor dem Frühstück – an das Notebook und schreibe die Gedanken der Nacht auf. Das kann dann manchmal bis Mittag gehen, aber auch bis Mitternacht. Meine Frau muss mich dann sogar zum Essen holen, oder weil dringend etwas im Haus oder Garten erledigt werden muss. Jedenfalls lebe ich in diesen Phasen immer in zwei Welten.

Bei meiner Recherche bin ich auch auf Videolesungen von Dir gestoßen, was ich sehr interessant fand.  Planst Du noch weitere Videolesungen?

Ja, der andere meiner beiden Söhne produziert u.a. Videos für erklärungsbedürftige Wirtschafts-Produkte. Er vertritt die Auffassung, ein Bild sagt mehr als tausend Worte, ein Film sagt mehr als tausend Bilder und daher haben wir für alle meine Bücher Videolesungen geplant.




Hast Du Kontakt zu anderen Krimiautoren und wenn ja, wie wichtig ist Dir das?

Ja, ich habe Kontakt zu anderen Autorinnen und Autoren. Wir haben uns vor kurzem zum zweiten Mal in Oldenburg in einem Restaurant zum Gedankenaustausch getroffen. Ich halte das für sehr wichtig, weil miteinander immer besser und konstruktiver ist, als gegeneinander. Es wäre in meinen Augen falsch, sich hier gegenseitig als Konkurrenten zu verstehen. Daher habe ich auch schon an gemeinsamen Lesungen mit Kolleginnen und Kollegen teilgenommen.
Bisher weiß ich noch nicht, weil wir ja noch nicht so lange Kontakt haben, wie Du Kontakt zu Deinen Lesern hast Bei Lesungen begegnet man ja Lesern, aber das ist ja nur ein kleiner Kreis.
Der überwiegende Kontakt läuft über die sozialen Netzwerke, bei mir überwiegend über Facebook. Da auf meiner Homepage auch meine E-Mail-Adresse steht, werde ich auch immer wieder von Leserinnen und Lesern über diesen Weg kontaktiert. Ferner führe ich zu jedem neuen Buch eine Leserunde bei LovelyBooks durch. Daraus ergibt sich dann auch ein persönlicher Gedankenaustausch, der mir sehr wichtig ist.
Planst Du vielleicht auch einmal eine Buchmesse zu besuchen und dort an Meet & Greet teilzunehmen oder wie die Veranstaltungen alle heißen, bei denen der Autor die Möglichkeit hat, sich mit Lesern zu unterhalten.
Bisher habe ich noch nicht an einer Buchmesse teilgenommen. Aber wenn sich das, in Zusammenarbeit mit meinem Verlag, ergeben sollte, würde ich natürlich daran teilnehmen. Eine gute Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit Leserinnen und Lesern.
Du hast als Kind und Jugendlicher sehr gerne gelesen, sind Dir einige Bücher in besonderer Erinnerung?
Ja, ich habe sogar äußerst gern und viel gelesen, mehr als gut für mich war. In meiner Pubertät habe ich daher oft die beiden berühmten „L´s“ verwechselt: „L“ernen und „L“esen. Aber Gott sei Dank gilt schon seit vielen Jahren nicht mehr der alte Spruch: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Und so durfte ich das fehlende „L“ernen, über den zweiten Bildungsweg nachholen.
Eigentlich habe ich damals alles gelesen, was interessant und spannend erschien. Sehr früh geprägt hat mich dabei aber Wilhelm Busch, vor allem seine Art der Lyrik. Wir hatten zu Hause einen Sammelband von ihm, den ich immer wieder in den Händen hatte. Aber auch Karl May durfte da natürlich nicht fehlen. Eigentlich ein damaliges Muss für jeden „richtigen“ Jungen (Indianer kennt keinen Schmerz). Fasziniert hat mich seinerzeit bereits die Erkenntnis, dass er das alles geschrieben hatte, ohne an den Orten des Geschehens gewesen zu sein. Und etwas später kam dann noch Heinz Erhard dazu. Bei ihm hat mich vor allem sein ungeheurer Wortwitz beeindruckt. Dann folgten Jerry Cotton und Edgar Wallace. Wobei ich mich sehr darüber gefreut habe, dass ich einen der heutigen Schreiber der immer noch laufenden Jerry Cotton-Serie, Martin Barkawitz aus Osnabrück, inzwischen als sehr netten Kollegen kennenlernen durfte.
Hast Du jetzt auch Zeit und liest sehr viel? Wenn ja, sind es Krimis oder liest Du auch Bücher aus einem anderen Genre?
In einem E-Book-Reader kann man unheimlich viele Bücher speichern. Immer wenn sich eine Gelegenheit ergibt, nehme ich mir dann ein Buch vor. Das können dann Krimis, aber auch interessante Biographien sein, genauso wie Sach- und Fachbücher zu Themen, die mich interessieren, oder die mir bei meiner Recherche helfen.
Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor der Vergangenheit würdest Du gerne besuchen?
Heinz Erhard, wobei ich mir nicht sicher bin, ob er im Alltag auch so witzig war.
Wie immer stelle ich sehr viele Fragen und vergesse mit Sicherheit doch einiges. Hier hast Du nun Gelegenheit uns Lesern mal etwas mitzuteilen, was Du schon immer gerne sagen wolltest.
Ein herzliches Dankeschön an alle meine lieben Leserinnen und Leser, denn ohne sie hätte dieses Interview wahrscheinlich gar nicht stattgefunden.
Und nun kommt wie bei all meinen Interviews der Bereich, wo ich frage, was einem zu den Namen oder Begriffen einfällt:
Karl May 
Habe ich bereits weiter oben beantwortet
Erich Kästner
Hat sich mir über das „Fliegende Klassenzimmer“ hinaus nicht erschlossen.
Kalle Blomquist
Der Name ist mir als Romanfigur von Astrid Lindgren natürlich bekannt. Allerdings gestehe ich gerne, dass mich Pippi Langstrumpf von der gleichen Autorin mehr beeindruckt hat. So verwundert es sicher auch nicht, dass die Kultfigur Pippi Langstrumpf auch in meinem 4. Ostfrieslandkrimi Eingang gefunden hat.
Nun möchte ich mich vielmals bei Dir dafür bedanken, dass Du meine Fragen so toll und auch teilweise sehr ausführlich beantwortet hast, mir hat das Lesen sehr viel Spaß bereitet.
Ganz herzlichen Dank und liebe Grüße aus dem Saterland
Rolf 
Ich zeige immer gerne Cover der Bücher, die der interviewte Autor geschrieben hat, hier kann ich alle schon mal neugierig machen, denn das sind Cover der Krimiserie, die jetzt im Klarant Verlag neu überarbeitet erscheint
Mehr Informationen über die Bücher und wo sie erworben werden können, findet man hier:
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Da ich etwas #Werbung für den Autor, die Bücher und den Verlag mache, habe ich dieses hier # gekennzeichnet

Autoreninterview Sabine Landgraeber

unser erstes Treffen – Buchmesse Leipzig 2015
Liebe Sabine,
ich freue mich, dass Du Dich meinen Fragen stellen möchtest. Im Vorfeld wühle ich meist  in meinen Unterlagen und Gedächtnis, weil ich gerne wissen will, wie und wo wir uns kennen gelernt haben.
Ich konnte es nicht mehr ganz nachvollziehen, auf jeden Fall habe ich gesehen, dass ich im Juni 2014 Dein Buch „Picture Bride – Die Geschichte einer Fotobraut“ gelesen habe. Und da kommt auch sofort meine erste Frage:
Das Buch hast Du unter dem Namen Dorothy Castle veröffentlicht, wie kam es dazu?

Wenn ich das richtig gesehen habe, hast Du kurz vorher unter Deinem richtigen Namen „Zufällig Hawaii“ veröffentlicht.  Hattest Du da zwei Ideen gleichzeitig?  Ich will ja nicht zuviel über Deine Bücher verraten, aber die Fotobraut taucht in anderen Büchern auch  wieder auf. Bevor ich hier was falsches schreibe,  möchtest Du dazu etwas schreiben?
Ich habe das Buch für Dorothy veröffentlicht, weil sie eine fiktive Figur in meinen Hawaii-Romanen ist. Sie hat ein Buch über ihre Großmutter beschrieben, was sie einer Figur in Zufällig Hawaii zum lesen gibt. Das ist der offizielle Grund.
Eigentlich war es so, dass Picture Bride mein erstes Buch war, was ich angefangenen habe zu schreiben. Irgendwann kam ich nicht weiter. Dann kam mir die Idee, ein Buch über Hawaii in der Gegenwart zu schreiben. Als ich dann darin Bezug zu meinem historischen Roman schuf, ging plötzlich alles wie von selbst.
 
Ich kann mich noch sehr gut darin erinnern, wie glücklich ich damals war, als ich dich gefragt habe, ob du mein Buch lesen willst und du sofort ja gesagt hast. Historische Romane sind nicht für jedermann etwas – wenn sie dann noch über eine Japanerin auf Hawaii handeln, umso schwieriger. Das war unsere erste Begegnung und ich bin immer noch so froh, dass wir uns kennengelernt haben. Weißt du noch, damals in Leipzig auf der Buchmesse? 🙂
Ohja, daran kann ich mich gut erinnern, wir hatten uns verabredet, irgendwo wollten wir uns treffen und ich bekam Panik, es war die erste Messe für mich und es wurde immer voller und ich hatte schon Angst, dass wir uns nicht finden. Aber da sah ich eine Dame im Innenhof, dem Bild nach konntest Du es sein und nachdem wir Blickkontakt aufgenommen hatten, war alles klar. Die Chemie stimmte auch im wahren Leben.
Ich habe schon erstaunlich viele Autorinnen kennen gelernt, die mit Film und Fernsehen zu tun haben.  Du arbeitest als Regisseurin und ich war erstaunt, als ich die Filmnamen gelesen habe.  Viele Filme kenne ich und habe sie auch gerne gesehen. Wie bist Du denn auf die Idee gekommen, Autorin zu werden?
Weißt du, Ulla, heutzutage ist es sehr schwer als Regisseuren zu arbeiteten. Vieles ist sehr reglementiert, man hat kaum noch kreative Freiheiten, gerade in dem Segment in dem ich arbeite. Ich drehe viele Soaps und Telenovelas, da muss man sich unterordnen. Da ist man kein Einzelkämpfer sondern ein Teammitglied.
Mit dem Schreiben kann ich mir meine eigenen Welten erschaffen, ich muss niemanden Rechenschaft ablegen. Das macht Spaß. Und ich kann immer wieder nach Hawaii reisen, auch wenn ich in Wirklichkeit gerade nicht da bin.
 
Hast Du als Kind bereits Bücher gelesen und wenn ja, welche?
Ich war eine Leseratte! Und ich bin es noch. Damals waren es Hanni und Nanni, die Fünf Freunde, sehr zum Ärger meiner Eltern bald auch härteres Zeug. Alle Simmel-Romane, Konsalik, Frederick Forsyth usw. Ich habe alles verschlungen, oft nachts heimlich mit der Taschenlampe unter der Bettdecke.
Hast Du jetzt überhaupt noch Zeit, um Bücher Deiner Kollegen zu lesen?
Ja. Die Zeit nehme ich mir. Lesen ist für mich immer noch das Eintauchen in andere Welten und Geschichten. Ich liebe es. Und ich finde es auch wichtig. Meiner Meinung nach, muss ein Autor viel lesen.
Ich verrate dir was: Wenn ich Zuhause bin, dann beginne ich jeden Morgen damit, dass ich mich in die Badewanne mit meinem wasserfesten iPad setze und mindestens eine halbe Stunde lese. Das ist für mich die wundervollste Art in einen neuen Tag zu Starten.
 
Hast Du einen Klassiker gelesen und wenn ja welchen?
 
Ja, habe ich. Viele, wobei das meiste an mir vorbeigezogen ist.
Gibt es ein Buch, dass Du unbedingt mal lesen möchtest, aber einfach noch nicht dazu gekommen bist?
Nein. Wenn ich ein Buch lesen will, dann nehme ich mir die Zeit.
 
Wenn Du in die Vergangenheit reisen könntest, welchen Autor würdest Du dann besuchen und weshalb?
Ich glaube ich würde mich gerne mal mit Margaret Mitchell unterhalten. Oder doch lieber Philip K Dick? Ach, es gibt so viele, die ich gerne mal treffen würde. Hast du vielleicht ein Zeitreisefährt? Ich wäre dabei! In welche Zeit würdest du denn gerne reisen?
Auch bei mir gäbe es einige Autoren, mit denen ich mich mal gerne unterhalten würde, sie aufzuzählen, würde hier jetzt den Rahmen sprengen 😉  Allerdings hätte ich auch schon mal Lust durch so einen \“Timetunnel\“ zu gehen, die Serie fand ich klasse, aber bitte ohne Abenteuer und immer mit Rückkehrgarantie 😉
Wie lange schreibst Du an einem Buch und wer darf es als erstes lesen?
Das kommt ganz darauf an. Wenn ich nicht drehe, dann geht es schneller, aber ich habe da keine Zeitvorgaben. Und wer es als erstes lesen darf? Unter anderem DU! 😉
Wie teilst Du Deine Zeit überhaupt ein, während Du Regie führst, kommst Du ja sicher nicht zum Schreiben, oder? Kannst Du zwischen den Berufen abschalten?

Das ist teilweise etwas schwierig. Ich bin oft in der Bahn unterwegs, von einem Job zum Nächsten. Da klappt das Schreiben ganz hervorragend. Manchmal ertappe ich mich auch dabei, dass ich zu sehr so schreibe, wie ich es gerade in meiner Serie drehe, dann ist löschen angesagt.
Ich überlege ja immer, wie es so ist, wenn man Bücher schreiben möchte. Lauern nicht überall Ideen, die einen verführen und /oder festgehalten werden wollen?
JA. Ich liebe es Historisch zu schreiben, aber wenn ich recherchiere, dann gerate ich oft in einen Strudel. Ich google etwas und drei Stunden später weiß ich zwar ganz viel unnötiges Zeug (natürlich superspannend), aber es hilft mir nicht für mein Buch. Ich bin da völlig unorganischer und nicht besonders zielführend. Auf der anderen Seite möchte ich diese Momente auch nicht missen. Ich habe schon so viele spannende Dinge erfahren …
Du bist eine Königin der Notizbücher, grins, das habe ich mir gemerkt, werden sie mit Deinen Ideen gefüllt?
Ja und nein. Ich liebe meine ganzen Bücher, aber ich bin auch die Chaosqueen der Notizbücher!
Hast Du eigentlich schon mal darüber nachgedacht in einem andern Genre ein Buch zu schreiben, zum Beispiel Thriller oder Fantasy?
Ja. Ich möchte unbedingt mal einen Thriller schreiben. Ich liebe es Thriller zu lesen, aber ich habe auch sehr viel Hochachtung davor. Aber es steht auf meiner to-do-Liste.
Fantasy ist nicht so meins. Das lese ich auch sehr wenig.
Du bist ja eine riesengroße Hawaiiliebhaberin, deshalb möchte ich einfach neugierig fragen, ob Du das Buch von James A Michener „Hawaii“ kennst. Ich selber habe es gelesen, was für mich eine Herausforderung war, denn er schreibt nicht nur dicke Bücher, er ist sowas von ausführlich, dass ich mit einem „puh, geschafft“ das Buch beendet habe. Interessant fand ich es auf jeden Fall.
 
Na klar! Ich fand es auch anstrengend. Seine Erzählstil ist sehr altmodisch, etwas, was man heute kaum noch so liest. Aber ich fand es trotzdem sehr spannend und erhellend!
Was fällt Dir zu folgenden Namen oder Titeln ein?
Hawaii fünf nullIch mag diese Serie wirklich sehr gerne. Sie zeigt viel von Oahu und ich freue mich, dass es ein so großer Erfolg ist. Die Filmwirtschaft auf Oahu ist nicht so groß und eine laufende Serie ist für meine Kollegen sehr gut.
Mary PoppinsSupercalifragilisticexpialigetisch, Chim Chim Cher-ee …
Die Schatzinsel Da denke ich an mich als Kind. Ich habe den Film gesehen und wollte daraufhin auch mal so einen Schatz finden. Die Insel habe ich ja schon gefunden. Den Schatz eigentlich auch. Die haitianischen Inseln sind für mich mein Schatz!
 
Sabine, ich weiß, dass Du auf Facebook vertreten bist und uns Leser unter anderem an Deinen Reisen teilhaben lässt. Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Deinen Lesern.
Der ist wichtig und toll. Ich habe so viel liebe Lernen und Lest kennengelernt, teilweise auch in meinem real live!
Gibt es etwas, was Du uns Leser unbedingt mal mitteilen möchtest, hier hättest Du die Gelegenheit dazu.
Ich bin dankbar.
Vor fünf Jahren hätte ich nicht gedacht, dass jemand jemals ein Buch von mir lesen würde.  Inzwischen habe ich neun Bücher geschrieben und habe jede Menge Leser.
Das macht mich sehr glücklich. Ich bin sehr froh, dass viele mit mir durch meine Geschichten gereist sind, glücklich und dankbar.
Ich habe mit so vielen Lesern Kontakt. Manchmal sitze ich vor meinem Computer und muss ein paar Tränen unterdrücken, weil ich so wundervolle Nachrichten bekomme. Stell dir vor, Ulla, eine Frau heiratet jetzt auf Hawaii, weil sie meine Bücher gelesen hat.
 
Auf der Frankfurter Buchmesse gibt es das so genannte Autorensofa, das immer wieder gerne von mir und vielen anderen Lesern angesteuert wird. Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Deinen Autorenkollegen.
Ich finde es gut und wichtig, dass man sich als Autorin mit seinen Kollegen vernetzt. Schließlich ist die Arbeit ziemlich einsam. Man sitzt vor seinem Rechner und taucht ein in andere Welten. Da ist es umso schöner sich mit anderen auszutauschen. Durch das Autorensofa habe ich wunderbare Menschen kennengelernt. Damit meine ich nicht nur die Autoren. Die Präsens auf der Frankfurter Buchmesse ist einfach super. Ich habe so viele Leser persönlich kennengelernt, etwas, was man als Autor ja nicht so oft erlebt. Ich liebe diesen direkten Kontakt.

Wenn ich das richtig gesehen habe, dann hast Du Deine Bücher alle als Self-Publisherin veröffentlicht.  Bist Du froh diesen Weg gewählt zu haben?
Ja. Obwohl ich seit kurzem auch einen anderen Weg gehe. Mein neustes Buch wird 2019 im Penguin Verlag herauskommen.
Das Selfpublishing werde ich aber nicht aufgeben! Ich liebe es. Es ist die komplette Freiheit und ein wundervoller Weg seine Geschichten  in die Welt zu bringen.
Nun habe ich Dich ausreichend gelöchert und möchte Dir an dieser Stelle auch noch die Gelegenheit geben, etwas zu schreiben, wonach  ich vergessen habe zu fragen.
Du hast die absolut richtigen Fragen gestellt!
Ich kann nur allen sagen, lest viel, lasst euch entführen, träumt euch weg!
Und vielen Dank an die Leserinnen und Leser, die auch meine Bücher verschlungen haben!
Ich bedanke mich vielmals für das Interview.

da inzwischen schon einige Bücher  von
Sabine Landgraeber erschienen sind, zeige
hier stellvertretend für alle nur das Cover
der \“Picture Bride\“

Eine Übersicht über alle Bücher ist
hier zu  sehen: klick hier

Und noch mehr Informationen gibt es
auf der Homepage der Autorin