Indie-Autoren-Challenge – Marlies Borghold

Im März 2015 hatten einige Autoren die Idee sich einer besonderen Herausforderung zu stellen.
Ihnen sollten 15 Begriffe genannt werden und sie wollten eine Geschichte daraus machen, die mindestens drei Seiten lang sein sollte.

Die Autorin Marlies Borghold schreibt über sich:
Ich wurde vor sehr langer Zeit, im Jahre 1959, im schönen Borken (Westfalen) geboren und lebe seit über dreißig Jahren in der Nähe von Düsseldorf (auch schön dort!). Einer plötzlichen Eingebung folgend schrieb ich vor ein paar Jahren einen Roman. Schon bald kamen mir die Fortsetzungen hierzu in den Sinn. Im Jahre 2013 traute ich mich dann endlich und veröffentlichte unter dem Pseudonym Agnes M. Holdborg die ersten beiden Teile meiner romantischen Fantasy-Elfensaga „Sonnenwarm und Regensanft“ („Zwei Sonnen“ und „Sonnensturm“) als E-Books. Der dritte Teil „Elfenstern“ erschien im August 2014. Neben der Fortsetzung zu dieser Reihe arbeite ich zurzeit an dem Fantasyroman „Kuss der Todesfrucht“, aber auch an Projekten in anderen Genres wie Erotikthriller, Krimi und manchmal auch an Gedichten.

Marlies Borghold ist neu in der Autoren-Challenge-Gruppe und wurde von Any Swan nominiert.

Diese Begriffe musste sie unterbringen:

Motorschaden
Glühwein
Rum
Weiberheld
Hundedecke
Zimtschnecke
Papierflieger
Mietwagen
Niesattacke
Allergie
Vollmond
Flugzeug
Hunger
Angst
Nebel

Marlies schreibt:
So, ihr Lieben! Ich habe mich an meinem ersten IAC-Beitrag versucht. Hätte die Geschichte einen Titel, hätte ich “Das verflixte siebte Jahr” oder “Der Ring” gewählt, ABER das hätte den Rahmen der drei Normseiten gesprengt, lach. Hier also meine Geschichte:

Der riesige Vollmond erhellte den Abendhimmel, als Till aus Richtung des Münchener Flughafens heimfuhr.

»Supermond! Wen interessiert’s?«, grummelte er. Er hatte andere Sorgen, die ihm in diesem Moment erneut vor Augen geführt wurden, weil er seine Hände am Lenkrad sah. Kein Ehering! Wo hatte er den bloß verloren? Verdammt! Er konnte doch nicht ohne seinen Ring bei Lena auftauchen. Im verflixten siebten Ehejahr! Was würde sie denken? Er liebte sie, wie er noch nie einen Menschen zuvor geliebt hatte, und jetzt das!

Till war übernächtigt und äußerst schlechtgelaunt. Zudem hing ihm sein Magen vor Hunger in den Kniekehlen. Die Zimtschnecke am Vormittag während der Konferenz war längst verdaut. Außerdem hatten die beiden Rotzbengel neben ihm im Flugzeug einen Papierflieger nach dem anderen sausen lassen.

Eine heftige Niesattacke setzte seiner Grübelei ein Ende. Verflucht! Er hatte doch angegeben, dass er unter einer Allergie litt. Tierhaare waren am schlimmsten. Schon gestern beim Einsteigen in den Mietwagen hatte ihn das Gefühl beschlichen, man hätte ihm eine Hundedecke übergestülpt.

Gott, was für zwei unselige Tage! Erst der Motorschaden zu Hause, weshalb er das angeblich allergiefreie Auto gemietet hatte. Dann das überraschende Zusammentreffen mit seinem alten Klassenkameraden Jan im Foyer des Hamburger Hotels. Eigentlich hatte Till einen ruhigen Abend verbringen wollen. Der nächste Tag würde anstrengend werden. Jan hatte alles über den Haufen geworfen und Till zu einer Kneipentour überredet. So wie früher! Also checkte er rasch ein, lud den Koffer im Zimmer ab, und los ging es.

Jan betitelte ihn immer noch als Schürzenjäger. Reiner Neid, wie Till fand, obwohl bei ihrem Streifzug durch die Bars einige schmollmündige, wohlproportionierte Damen mehr als interessiert an ihm waren. Er aber nicht! Seit er Lena kannte, war seine Zeit als Weiberheld passé.

Erst in der letzten Bar war ihm aufgefallen, dass sein Ehering nicht am Finger steckte. Kein Wunder, dass er derart angeflirtet worden war. Was hatte er alles versucht, um den Ring wiederzufinden: seinen Freund und besagte Damen vor den Kopf gestoßen, vier Bars durchsucht. Doch er hatte ihn nicht finden können.

Morgens war er aufgewacht, mit Brummschädel vom Glühwein und Rum samt schlechtem Gewissen, da er sich nicht bei Lena gemeldet hatte – und wegen des Rings. Sein Hotelzimmer hatte er aufgrund der Suche völlig verwüstet, was zudem an den zahlreichen Drinks gelegen hatte. Entsprechend hoch war seine Hotelrechnung ausgefallen. Für ein Frühstück war vor der Konferenz keine Zeit geblieben, wohl aber für eine kurze Nachricht an seine Frau, damit sie sich nicht sorgte.

Wabernder Nebel ersetzte den klaren Sternenhimmel, während Till das Auto in der Einfahrt zum Haus abstellte. »Passend zur Stimmung«, flüsterte er und schloss, beladen mit Koffer und Aktentasche, die Tür auf. »Hallihallo!« Gute Laune heuchelnd schob er seine beklemmende Angst beiseite. Dann ließ er einfach alles fallen und nahm Lena in die Arme, nachdem diese auf ihn zugestürmt war. Sie schien ihm nicht böse zu sein. Das würde sich jedoch bald ändern, befürchtete er. Viele Worte wurden nicht gewechselt. Selbst nach sieben Ehejahren war ihr gegenseitiges Begehren unverändert groß und musste zunächst gestillt werden.

»Du siehst furchtbar müde aus«, stellte sie danach fest.
»Bin ich auch.« Schwer seufzend gab er sich einen Ruck und erzählte von seinen Erlebnissen, insbesondere vom Ring. Stirnrunzelnd besah sie sich seine Hand.
»Das ist mir gar nicht aufgefallen. Naja, wir hatten ja anderes zu tun.«
»Bist du denn nicht sauer?«
»Natürlich nicht. So etwas kann schließlich passieren.« Till fiel auf, wie seine Frau auf ihrer Unterlippe herumkaute. »Du bist doch sauer.«
»Nein, weil … Ich, äh, ich hab…«, druckste sie herum.
»Was? Was hast du, Schatz?«, hakte er nach.
»Okay, hör zu«, begann sie. »Neulich beim Einkaufen, da musste ich auf die Toilette, und da hab ich meinen schönen Ring, den du mir zum siebten Hochzeitstag geschenkt hast, abgenommen, damit nichts drankommt. Dann hab ich ihn vergessen. Ich bin selbstverständlich sofort zurück, als ich es bemerkt habe, aber er war weg. Es tut mir so leid.«
Till griff nach ihrer Hand und stutzte. »Du trägst ihn doch.« Er hatte den Ring extra für sie anfertigen lassen.
»Nun ja, ich hab beim Juwelier einen neuen bestellt.«
Er grinste. »Echt?« Eine tonnenschwere Last fiel von ihm ab. Was hatte er sich verrückt gemacht. »Ich liebe dich.«
»Ja, echt! Da kann ich dir wohl kaum böse sein, oder?« Sie grinste. »Und ja, ich liebe dich auch.«

Am nächsten Morgen beugte er sich über die geöffnete Motorhaube seines kaputten Autos. Womöglich hatte er vor seiner Abreise den Grund für den Defekt übersehen. Also stieg er in den Wagen, um den Motor anzulassen. Und da lag er, sein Ring, unschuldig schimmernd auf dem Beifahrersitz.

Rezension – Warum Engel nie Mundharmonika spielen

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Rezension – Luxus oder Liebe

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Rezension – Im Schatten des Berges

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Autor: Gregory David Roberts Titel: Im Schatten des Berges Genre: Roman Version: eBook, gebunden und Hörbuch erschienen: 17. Oktober 2016 Seiten: 992 Altersempfehlung: Erwachsene Verlag: Goldmann Der Autor Gregory David Roberts wurde 1952 in Melbourne, Australien, geboren. Während seiner Studienjahre … Weiterlesen

Rezension – Weihnachtswünsche und andere Katastrophen

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Autorin: Michelle Schrenk Titel: Weihnachtswünsche und andere Katastrophen Genre: Weihnachtsbuch Version: eBook erschienen: 24. November 2016 Seiten: ca 160 Altersempfehlung: Erwachsene Die Autorin Michelle Schrenk wurde 1983 in Nürnberg geboren. Schon von klein auf schrieb sie mit Begeisterung Geschichten. Nach … Weiterlesen

Interview einer Lektorin – Claudia Perc, ein Jahr später

Vor einem Jahr lernte ich Claudia Perc während einer Buchmesse kennen und wir hielten Kontakt. Ich darf es fast nicht laut sagen, wir wohnen gar nicht so weit voneinander entfernt, schaffen es aber immer \“nur\“ uns auf Messen zu treffen.  Im Oktober 2016 haben wir uns des öfteren beim Autorensofa getroffen.

Claudia Perc und ich, in angeregter Unterhaltung 
mit Jo Berger und Kathrin Lichters
Claudia Perc und ich – alleine 

Natürlich haben wir uns über vieles unterhalten und ich hatte wieder einige Fragen an Claudia. Gerne stellte sie sich für ein weiteres  Interview zur Verfügung. Wer es nicht weiß, vor einem Jahr durfte ich schon mal neugierig sein und sie einiges fragen, hier können die Fragen und Antworten nachgelesen werden: Interview 2015

Das ist insofern auch sehr interessant, weil ich nämlich auch wissen wollte, was sich im letzten Jahr so getan hat.

Liebe Claudia,
vor einem Jahr haben wir uns darüber unterhalten, wie es dazu kam, dass Du nun als Lektorin tätig bist. Seitdem hat sich sicherlich viel getan. Ich bin neugierig und möchte Dir gerne weitere Fragen stellen.


Liebe Ulla, gern stehe ich Dir nochmal zur Verfügung! Ja, es stimmt, es hat sich Einiges getan im letzten Jahr.

Na, dann lege ich einfach mal los und löchere Dich jetzt:

1. Hast Du es bereut, von einer einfachen Leserin/Bloggerin zur Lektorin geworden zu sein.
 Nein, ich habe es nie bereut. Schließlich blogge ich immer noch und lese auch privat weiterhin sehr gern! Und ich glaube, ein paar Bücher hätte ich nicht gelesen, wenn ich sie nicht beruflich „auf den Tisch“ bekommen hätte. So habe ich aber meinen Lesegeschmack deutlich erweitern können.

2. Was hat sich für Dich alles geändert
Puh – gute Frage… wirklich viel hat sich gar nicht geändert, denn ich habe ja auch vorher schon enge Kontakte zu Autoren gehabt. 

3. Hast Du noch Zeit um einfach nur so zu lesen?
Aber ja! Es wäre schrecklich, wenn ich nicht auch noch privat lesen könnte. Ich merke jedoch, dass die Zeit für private Bücher weniger geworden ist.

4. Kannst Du mir nun weitere Autoren nennen, für die Du inzwischen tätig warst
Ganz aktuell hat Frieda Lamberti ein Buch veröffentlicht, für das ich das Korrektorat gemacht habe. Außerdem habe ich für Miranda J. Fox, Martina Gercke, Rose Bloom und noch einige andere Autoren gearbeitet. Es sind auch noch nicht alle Bücher veröffentlicht, an denen ich Hand anlegen durfte.


5. Wie viele Bücher bearbeitest Du so im Monat?
 Das ist ganz unterschiedlich. Je nach Genre, Arbeitsaufwand und gewünschter Leistung. Das können zwei Bücher sein, das können aber auch mal vier oder fünf sein. Ein bisschen ist das natürlich auch von der Auftragslage abhängig.


6. Wie lange brauchst Du für ein normales dickes Buch?
Die Frage lässt sich so gar nicht pauschal beantworten. Denn jeder Autor schreibt anders und hat einen anderen Arbeitsaufwand. Es gibt Manuskripte, denen fehlt nur der letzte Feinschliff, es gibt aber auch welche, wo sehr viel bearbeitet werden muss. Letztendlich ist es auch hier wieder die Frage: was möchte der Autor.


7. Möchtest Du mir noch etwas erzählen, hast Du etwas besonderes erlebt?
Für mich ist es immer ein Erlebnis, wenn ich über das Kontaktformular auf meiner Homepage eine Anfrage bekomme, weil man über einen anderen Autoren oder ein anderes Buch auf mich aufmerksam geworden ist. Das ist immer noch toll!


8. Liest Du das Buch eigentlich hinterher, wenn es fertig ist, noch einmal?
Zu meiner Schande muss ich gestehen: nein, ich lese das Buch nach Bearbeitung nicht nochmal. Zu einem vernünftigen Lektorat gehört sowieso, dass ich das Buch mehrmals lese… 😉

Ich danke Dir liebe Claudia, dass Du Dir die Zeit genommen und mir meine Fragen beantwortet hast.

Ich danke Dir für die interessanten und spannenden Fragen. Vielleicht möchte ja jemand noch Ausführlicheres erfahren? Man darf mich gern anmailen oder auch anchatten 😉 Herzliche Grüsse!

Claudia Perc ist über ihre Homepage oder bei Facebook zu erreichen.

Rezension – Blutorangenduett

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Rezension – Für dich soll\'s tausend Tode regnen

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Autorin: Anna Pfeffer Titel: Für Dich soll\’s tausend Tode regnen Genre: Jugendbuch Version: eBook und broschiert erschienen: 12. September 2016 Seiten: 321 Altersempfehlung: Jugendliche und Erwachsene Verlag: cbj Hinter den Pseudonymen Anna Pfeffer und Rose Snow stecken wir, Carmen und … Weiterlesen

Rezension – Limoncello und ein Hauch von Hollywood

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Autorin: Rike Stienen Titel: Limoncello und ein Hauch von Hollywood Gerne: Liebesroman Version: eBook und Taschenbuch erschienen: 9. November 2016 Seiten: 210 Altersempfehlung: Erwachsene Die Autorin Rike Stienen war einige Jahre als Rechtsanwältin und Mediatorin tätig, bevor sie sich ihren … Weiterlesen