Rezension – Die Spreewaldgurkenverschwörung

Galerie

Diese Galerie enthält 1 Foto.

Autorin: Cathrin Moeller Titel: Die Spreewaldgurkenverschwörung Genre: Krimi Version: eBook und broschiert erschienen: 10. Juni 2016 Seiten: 304 Altersempfehlung: Erwachsene Verlag: Mira Taschenbuch In der Grundschule ließ die Autorin Cathrin Moeller noch andere für sich schreiben: Ihre Mutter verfasste die … Weiterlesen

Indie-Autoren-Challenge Nicole König

Im März 2015 hatten einige Autoren die Idee sich einer besonderen Herausforderung zu stellen. Ihnen sollten 15 Begriffe genannt werden und sie wollten eine Geschichte daraus machen, die mindestens drei Seiten lang sein sollte. Nach und nach möchte ich die Autoren und deren Geschichten vorstellen:

Nicole König stellt sich vor:
Zusammen mit meinem Mann lebe ich in der Nähe von Köln. Als Lokalpatriotin liebe ich alles was man mit der schönsten Stadt am Rhein verbindet: Karneval, den FC und die „kölsche“ Lebenseinstellung. Wenn ich nicht schreibe, arbeite ich als Debitorenleitung in einem nach außen eher \“trockenem\“ Finanzbereich, daher ist die Kreativität ein Ventil in meinem Leben. Meine Leidenschaft zum geschriebenen Wort brachte mich in jungen Jahren dazu, für ein Stadtmagazin CD-Kritiken sowie kleinere Artikel zu verfassen. Als ich älter wurde, rückten diese Interessen in den Hintergrund, da ich mich zeitlich zwischen der Musik (Gesang) und dem Schreiben entscheiden musste. Inspiriert durch das Alltägliche, kuriose Situationen und die Beobachtung von Menschen, können meine Finger auf der Tastatur, meinen Gedanken, Ideen und Geschichten nicht folgen. Mir ist es wichtig, eine Botschaft durch meine Zeilen mitzugeben. Einen Moment aus dem Alltag entfliehen und in eine andere Welt eintauchen, das ist es, was ich meinen Lesern mit meinen Geschichten schenken möchte.

Ihre Bücher können bei Amazon erworben werden: Klick hier

Nicole König wurde von Violet Truelove nominiert:

Schlittschuh
Sonnenmilch
Leim
Parkettboden
Kinderkrankheit
Bestellservice
Wollknäuel
Bereitschaftsdienst
Kuscheldecke
Wäschekorb
Briefmarkensammlung
Jenseitskontakt
Playlist
Lippenstift
Trockenobst

Kalt ist es geworden hier bei uns in Forester. Während meine beiden Kinder mit ihren neuen Schlittschuhen Pirouetten am zugefrorenen Lake Montouri drehen, versuche ich, nach den Feiertagen das Haus wieder auf Vordermann zu bringen. Einmal im Jahr verrichte ich hierfür die Dinge, die ich sonst nur ungern erledige und vor mir herschiebe.
Kniend versuche ich den Parkettboden zu reinigen, als mein Blick auf das Bild von Samuel fällt. Auch wenn es bereits drei Jahre her war, so ist es als wäre es gestern gewesen, dass er durch die Tür ging und nicht zurückkam. Ich muss einen Moment innehalten. Meine lautlosen Tränen tropfen auf den Boden und es ist für mich unmöglich, weiterzumachen. Dabei habe ich heute noch viel vor. Unter anderem stehen die losen Dielen der Holzveranda, die ich mit Leim befestigen möchte, noch auf meinem Zettel.
Ich erhebe mich, lasse meinen Blick schweifen und genieße die Stille und Ruhe. Ich nutze die Zeit, um mich zu sammeln. Unser Haus steht am Rande von Forester und der Lake befindet sich hinter einer Anhöhe. Vom Haus nicht einsehbar, jedoch nah genug, um die spielenden Kinder zu hören. Was für ein beruhigendes Gefühl. Je älter die beiden werden, desto schwieriger wird es für mich, Vater und Mutter gleichermaßen zu sein. Mit Mühe und Not, war es mir möglich, sie dazu zu überreden, sich die Gesichter mit Sonnenmilch einzucremen. Gerade bei diesen Temperaturen und der Sonne gepaart mit dem glitzernden Schnee ist dies ein Garant für einen Sonnenbrand. Nicht das beide oft krank waren, bis auf die üblichen Kinderkrankheiten kann ich mich nicht beschweren. Seit Samuel vor drei Jahren von seinem Bereitschaftsdienst nicht zurückkam, versuche ich, uns drei durchzubringen.
Er fehlt mir jeden Tag, doch bemühe mich, mir das nicht anmerken zu lassen. Zu dem schmerzlichen Verlust kamen die finanziellen Probleme. Nächtelang lag ich wach und überlegte, welcher Arbeit ich nachgehen und trotzdem den Kindern gerecht werden könnte.
In dem kleinen Dorf, an dessen Stadtrand wir wohnen, gibt es kaum Arbeit. Früher habe ich in dem kleinen Lebensmittelladen ausgeholfen, aber dort brauchten sie keine weitere Kraft mehr. Samuel sammelte Münzen und hatte eine beträchtliche Briefmarkensammlung, die ich zuallererst zu Geld machte, um die Beerdigung und das Schulgeld zu bezahlen. Im ersten Jahr war es wirklich schwierig, aber so langsam habe ich mich daran gewöhnt. Stricken konnte ich schon seit der Schulzeit gut und so brachten mir die Dorfbewohner ihre Wollknäule vorbei, damit ich einen Schal, Handschuhe oder auch eine Kuscheldecke für sie fertigte. Für mich wurde das Stricken zu einer Art Therapie.

An manchen Tagen fehlte mir mein Mann so sehr, dass ich glaubte, schier verrückt zu werden. Die Damen der Dorfgemeinschaft, allesamt Witwen, setzen mir sogar den Floh ins Ohr, in einem Jenseitskontakt mit Samuel zu sprechen, um den Schmerz zu bewältigen.
Um nach außen die Starke spielen zu können, halfen mir nur meine Musik und die Beschäftigung mit der Wolle. Zusammen mit der richtigen Playlist waren die bestellten Handschuhe, Socken oder was auch immer in Auftrag gegeben wurde, im Nu fertig. Seither türmt sich die Wolle im Wäschekorb neben der Tür und mein Auftragsbuch war gut gefüllt.
Meine selbstgemachten Kleidungsstücke und Decken kamen so gut an, dass sich sogar ein Bekleidungsgeschäft aus dem Nachbardorf angemeldet hatte und meine Waren beziehen. Vor wenigen Wochen wurde ein Bestellservice eingerichtet und der Sohn der Besitzerin holt einmal in der Woche die fertigen, vorbestellten Strickwaren ab. Der besagte Sohn ist in meinem Alter, Single und ziemlich attraktiv. Gut, aufgrund meiner langen Abstinenz würde ich vermutlich auch Bill Cosby als attraktiv bezeichnen, denn mein letzter Sex ist Ewigkeiten her und das Ding zwischen meinen Beinen fühlt sich eher an wie Trockenobst. Aber Jason ist wirklich gutaussehend, bleibt immer etwas länger und trinkt einen Kaffee mit mir.
In einer halben Stunde will er hier sein und so langsam werde ich nervös. Oft hat er mich gefragt, ob ich mit ihm ausgehen möchte. Lange habe ich mit mir gehadert, ob ich wieder Gefühle entwickeln und zulassen darf. Aber ich bin noch jung, möchte nicht bis an mein Lebensende alleine bleiben, sondern das Leben genießen.
Samuel wird immer ein Teil meines Lebens sein, schon alleine wenn ich in die Gesichter meiner Kinder sehe. Schnell räume ich die Handwerkerutensilien weg, schlüpfe in meine neue Jeans, ein Top und den selbstgestrickten Poncho, lege noch ein wenig Lippenstift auf und warte, bis ich die schweren Stiefel auf der Veranda höre. Als er klopft, hüpft mein Herz vor Freude. Ich bin mir sicher, dass Samuel nichts dagegen hätte, wenn ich mich wieder mit einem Mann treffe, daher werde ich dieses Mal nicht verneinen, wenn mich Jason nach einem Date fragt.
In dem Moment als ich die Tür öffne und ihn vor mir stehen sehe, weiß ich, dass die Entscheidung mein Herz wieder zu öffnen, richtig ist. Genau mit einem solchen Gefühl hat es bei mir und Samuel auch angefangen und hat uns zwei wunderbare Kinder geschenkt. Selbst wenn wir mit manchen Menschen nur wenige Momente, Tage, Monate oder Jahre verbringen können, so werden sie auf ewig ein Teil in deinem Leben sein. Jedoch dürfen wir nach einem Verlust unser Herz nicht verschließen, denn dann werden wir einsam und verbittert alt werden.

Indie Autoren Challenge Stefanie D. Murphy

Im März 2015 hatten einige Autoren die Idee sich einer besonderen Herausforderung zu stellen. Ihnen sollten 15 Begriffe genannt werden und sie wollten eine Geschichte daraus machen, die mindestens drei Seiten lang sein sollte. Nach und nach möchte ich die Autoren und deren Geschichten vorstellen:

Stefanie D. Murphy wurde 1967 im schönen Saarland geboren und ist bis heute dort kleben geblieben.

Das Schreiben zählt, neben dem Reisen, Lesen und der Musik, zu ihren größten Leidenschaften.

Ursprünglich in der Lyrik zu Hause, erfüllte sie sich nach über 30 Jahren im \“normalen\“ Berufsleben, den Wunsch vom eigenen Roman.

Stefanie D. Murphy lebt heute mit Ehemann und Katze in einem verschlafenen Nest im Herzen eines der kleinsten Bundesländer und ist glücklich, ihren Traum leben zu dürfen.

Ihre Bücher können bei Amazon erworben werden: klick hier 

Stefanie D. Murphy Author wurde Nadine Kapp nominiert. lesen:

Foto
Wald
Fenster
Lampe
Hand
Backofen
Computer
Fußboden
Couch
Wand
Roller
Blumen
Schuhe
Eimer
Sonne

Was Stefanie gezaubert hat, könnt ihr hier lesen:

Denkst du auch manchmal zurück an den schönen Spätsommertag im September, als wir zum letzten Mal einen gemeinsamen Spaziergang machten?
Die Sonne zwängte ihre lichternen Glieder durch die Schatten des Waldes, als wir schweigend Hand in Hand nebeneinander herliefen.
Ich denke oft daran! Auch jetzt. Ich sitze vor meinem Computer und wie immer starre ich auf dein Foto, das mir vom Monitor entgegen lacht. Diese Augen! Diese unglaublich blauen Augen, die mich einst einfingen und nie wieder losließen. Mein Herz ist gefüllt mit Erinnerungen an dich. Ich denke an dein zauberhaftes Lächeln und spüre, wie sich eine Träne den Weg bahnt. Voller Bitterkeit drehe ich meinen Kopf zur Seite und starre die Wand an.
Es tut weh. Es tut so verdammt weh! Ich will diese Erinnerungen nicht mehr fühlen müssen! Ich muss mich ablenken! Der Eimer mit dem Müll muss noch raus, also los. Ich ziehe meine Schuhe an und stapfe durch den Schnee zu der großen Tonne. Die Kälte, die mir dabei entgegen schlägt, ist nicht halb so schlimm wie die Kälte, die in meinem Inneren wütet. Schnell eile ich ins Haus zurück, und der Duft von Zimt, der von den Plätzchen im Backofen herrührt, strömt in meine Nase.

Weihnachtszeit – das Fest der Liebe! Der Duft sollte mich eigentlich glücklich machen, aber er tut es nicht. Ich lege mich auf die Couch und wieder sehe ich dein Gesicht vor mir. Vier Tage! Ganze vier Tage, die wir uns kannten, reichten aus, um für immer mein Herz an dich zu verlieren.

Wieder denke ich an diesen letzten Tag, als wir spazieren gingen und uns ein Regenschauer überraschte. Wir suchten Zuflucht in einer verlassenen Waldhütte, wo ich mich an dich verschenkte.

Du hattest deine Jacke auf dem Fußboden ausgebreitet, und zu dem rhythmischen Trommeln der Regentropfen auf der Fensterbank und dem Farbenschmelz der untergehenden Sonne, liebten wir uns in die Ewigkeit.
Danach kam die schwere Erkenntnis: Ein Flugzeug wartet nicht! Nichts ist bis zum heutigen Tag schlimmer für mich gewesen, als diese letzte Minute, in der ich für immer von dir Abschied nehmen musste.
Draußen wird es langsam dunkel und die bittere Kälte zaubert Blumen aus Eis auf das Glas der Fensterscheiben. Ein Hund bellt in der Ferne und ich springe auf, um die Rollladen zu schließen. Wie in Zeitlupe knipse ich die kleine Lampe auf meinem Ecktisch an. Schatten spielen wild durchs Zimmer und ich denke an das letzte Bild von dir, als du mit deinem Roller den Flughafen verlassen hattest und ich für immer aus deinem Leben verschwand.
Ich musste zurück. Ich wusste es, und du wusstest es auch. Doch selbst nach Jahren schnürt es mir immer noch die Kehle zu, und am liebsten würde ich nur noch weinen.
Ein Geräusch reißt mich aus meinen Gedanken. Ein Schlüssel dreht sich im Schloss der Haustür, und kurz darauf tritt mein Ehemann ein. „Hallo, Schatz, ich bin wieder zu Hause!“, höre ich ihn sagen. Und was tue ich? Das, was ich immer tue: Ich lächele!

Rezension – Jeremias Voss und die Spur ins Nichts

Galerie

Diese Galerie enthält 1 Foto.

Autor: Ole Hansen Titel: Jeremias Voss und die Spur ins Nichts Genre: Krimi Version: eBook erschienen: 1. Juni 2016 Seiten: 284 Altersempfehlung: Erwachsene Verlag: dotbooks der eBook-Verlag Ole Hansen, geboren in Wedel, ist das Pseudonym des Autors Dr. Dr. Herbert … Weiterlesen

Indie-Autoren-Challenge Isabella Muhr

Im März 2015 hatten einige Autoren die Idee sich einer besonderen Herausforderung zu stellen. Ihnen sollten 15 Begriffe genannt werden und sie wollten eine Geschichte daraus machen, die mindestens drei Seiten lang sein sollte. Nach und nach möchte ich die Autoren und deren Geschichten vorstellen:

Die Autorin stellt sich vor:

Mein Name ist Isabella Muhr, ich bin 31 Jahre alt, glücklich verheiratet und Mutter von zwei wundervollen Jungs.
Hauptberuflich bin ich als Erzieherin tätig und lebe meine Leidenschaft für das Schreiben in den Abendstunden aus.
Meinen Debütroman habe ich im Januar 2015 veröffentlicht und mir damit einen großen Traum erfüllt. Meine Blumenzauber-Reihe erschien dieses Jahr (“Eisblumenzauber\“ erscheint im November) über den Forever by Ullstein Verlag Wenn ich nicht schreibe, dann Stricke und backe ich uuuunheimlich gerne.

Und dies sind ihre Bücher, die Amazon erworben werden können: klick mich

Isabella Muhr wurde die von Nicole König herausgefordert.  viel Spaß beim Lesen.

Silvesterrakete
Gedankensprung
Unfall
Kartoffelbrei
Blumenvase
Mitarbeitergespräch
Waschmaschine
Eierlikör
Heizung
Bleigießen
Holzeisenbahn
Bratwurststand
Entsafter
Jackpot
Kerzenwachs

Die Gummisohlen seiner Stiefel hinterließen schmatzende Geräusche auf dem matschigen Trampelpfad, als er missmutig durch den Nebel der verlassenen Parkanlage stapfte. Den ganzen Abend über hatte es geregnet und die Erdoberfläche war nun ein einziges, unansehnliches Sammelsurium an Schlamm. Die durchdringende Kälte war erfolgreich durch seinen Mantel bis zu seiner Haut gekrochen und er schlug fröstelnd seinen Mantelkragen nach oben. Es war bereits kurz vor zwölf Uhr Nachts, (also nur mehr zwanzig Minuten, bevor das neue Jahr offiziell seinen Beginn fand) und er wusste absolut nicht, wo er hingehen sollte. Wie ein auf der Autobahnraststätte ausgesetzter Hundewelpe marschierte er mit hängenden Schultern und ohne jeglichen Plan durch die Grünflächen und dachte an Angela. Der Gedanke an seine Exfreundin brachte ihm einen fiesen Stich in der Brust ein. Ausgerechnet drei Tage vor Weihnachten hatte er sie inflagranti mit Karl (dem Besitzer des Bratwurststandes direkt am U-Bahnplatz) erwischt.
Er war wegen eines ziemlich aufreibenden Mitarbeitergespräches früher aus der Arbeit nach Hause gekommen und hatte Angela und Karl auf der Waschmaschine entdeckt, wo sie sich gerade irgendwelchen abartigen Sexexperimenten mit Kerzenwachs und Eierlikör widmeten.
Wortlos war er damals aus der Wohnung gestürmt und hatte es seither nicht mehr gewagt, diese zu betreten. Stattdessen war er zu seiner Schwester und seinem Schwager geflüchtet, die ihn ohne zu Zögern über die Feiertage herzlich aufgenommen hatten. Dort wurde er seither fürsorglich mit Plätzchen, Punsch und familiärer Nestwärme umhüllt und konnte winzige Augenblicke lang sogar die permanenten Gedankensprünge hin zu seiner Angela unterdrücken. Es war wirklich eine schöne Zeit.

Doch die Stimmung war an diesem heutigen Abend radikal umgeschlagen, als er beim Bleigießen einen Klumpen aus dem Wasser gezogen hatte, der haargenau wie eine Bratwurst ausgesehen hatte. Er war in seinem angetrunkenen Zustand ohnehin total sentimental und gleichzeitig irrational unterwegs, weshalb ihm dieses verräterische Stück Bleibratwurst den Rest gegeben hatte. Zornig hatte er das Ding gegen die Heizung in der Ecke gepfeffert und war in die Anonymität der Nacht hinaus verschwunden, um mit sich und seinem Frust allein sein zu können. Am liebsten wäre er mit seinem Wagen die Straßen rauf und runter gebrettert, aber in seinem Zustand hätte das nur in einem Unfall geendet, weshalb er sich zu einem Spaziergang entschloss.

Auch jetzt noch waren die Hände in seinen Manteltaschen zu Fäusten geballt und seine Gesichtszüge waren zu einer grimmigen Maske zusammen gefroren. Er stieß geräuschvoll die Luft aus seinen Lungen in der Hoffnung, den Frust, der sich darin festgesetzt hatte, mit hinaus zu jagen. Bilder eines haarigen mit Kerzenwachs verschmierten Hinterns drängten sich vor sein geistiges Auge und er schüttelte unwillig den Kopf. Er hätte Karls Schwanz einfach in Angelas Entsafter stecken sollen anstatt einfach abzuhauen.

„Miststück!“ fauchte er in die Schwärze der Nacht hinaus. Er zuckte erschrocken zusammen, als sich ein Schatten auf der Parkbank nur wenige Schritte von ihm entfernt zu bewegen begann. Wie eine Schildkröte versuchte er seinen Kopf im schützenden Stoff seines Mantels zu vergraben, um sich vor der Peinlichkeit dieses Moments zu verstecken, doch es war zu spät.

 „Meinen sie mich?“ erkundigte sich eine zarte Frauenstimme, die offensichtlich zu der Gestalt auf der Bank zu gehören schien.
 „Äh, was?“ entsetzt blieb er wie angewurzelt stehen und schluckte trocken. Er hatte nicht damit gerechnet zu so später Stunde noch jemandem zu begegnen. Unsicher blinzelte er zu dem Schatten hinüber und versuchte durch die spärlich vorhandenen Lichtverhältnisse zu erkennen, mit wem er es zu tun hatte. Doch das einzige, was er erkennen konnte, waren weiße Zähne, die sich ihm in Form eines amüsierten Lächelns präsentierten.
Etwas ermutigt von diesem Anblick, wagte er sich einen Schritt nach vorne.
„Sie scheinen genau so gute Laune zu haben, wie ich. Wenn sie wollen, können wir gerne zusammen auf das neue Jahr anstoßen“, bot die Frau mit dem strahlenden Gebiss an und klatschte auffordernd mit ihrer Hand neben sich auf das Holz. Er zögerte eine Sekunde, dann gab er sich einen Ruck und nahm neben der Unbekannten Platz.
Der Geruch von Kartoffelbrei stieg ihm in die Nase und er runzelte etwas verwirrt darüber die Stirn, verkniff sich jedoch eine Frage dazu. Beruhigendes Schweigen breitete sich über ihnen aus und er merkte, wie sein Atem gleichmäßiger wurde und sich seine Muskeln allmählich entspannten.
„Und? Irgendwelche guten Vorsätze fürs neue Jahr?“ wollte die Frau mit der weichen Stimme neben ihm wissen. Er starrte stur geradeaus und zuckte nur mit den Schultern.
„Also ich werde definitiv keine Bratwurst mehr essen können“, prophezeite er freudlos und schnaubte dabei noch einmal verächtlich.
 „Also ich habe mir fest vorgenommen, nächstes Jahr einen Töpferkurs zu belegen und meine Familie zu ihren Geburtstagen mit selbstgemachten Blumenvasen zu quälen“, erklärte die Frau, ohne sich von der Bitterkeit in seiner Stimme beirren zu lassen. „Außerdem werde ich den Jackpot knacken, von dem Geld eine Holzeisenbahn in Lebensgröße bauen lassen und damit die ganze Welt bereisen.“

Nun war er es, der amüsiert lächeln musste. Als er einen Blick in ihre Richtung wagte, konnte er erahnen, dass sie es ihm gleich tat. Eine einzelne Silvesterrakete explodierte plötzlich über ihren Köpfen und erhellte den Platz um die Parkbank. Während sich unzählige kleine Explosionen zu dieser ersten dazugesellten und bunte Funken den Himmel herabrieselten tat sein Herz einen Satz, als er in das schöne Gesicht seines weiblichen Gegenübers blickte.
Sie hatte feuerrote, wilde Locken und ihre Augen leuchteten in einem tiefen Jadegrün. Er lächelte sie noch eine genüssliche Weile an, in der das Grinsen in seinem Gesicht immer breiter zu werden schien, bevor er verkündete: „Ich heiße Paul.“
Sie erwiderte sein Grinsen, schenkte ihm einen hinreißenden Augenaufschlag und flüsterte beinahe schüchtern. „Frohes neues Jahr Paul.“

Indie-Autoren-Challenge Any Swan

Im März 2015 hatten einige Autoren die Idee sich einer besonderen Herausforderung zu stellen. Ihnen sollten 15 Begriffe genannt werden und sie wollten eine Geschichte daraus machen, die mindestens drei Seiten lang sein sollte. Nach und nach möchte ich die Autoren und deren Geschichten vorstellen:

Dies schreibt die Autorin über sich

Any Swan Mein Autorenname ist ein Pseudonym, das an meinen realen Namen angelehnt ist. Ich wurde 1982 geboren und lebe gemeinsam mit meinem Mann, meinen drei Kindern und einem kleinen \“Zoo\“ im schönen Mecklenburg-Vorpommern. Bereits als Kind hatte ich eine blühende Fantasie und verschlang Bücher geradezu. Das hat sich bis heute nicht geändert. Im richtigen Leben arbeite ich als Assistentin in einer Verwaltung, was mir nach wie vor großen Spaß macht. Im August darf ich bereits meinen ersten Geburtstag als Autorin feiern und noch immer kann ich es kaum glauben, dass ich Leute mit meinen Geschichten begeistern kann. Die Idee zu meinem ersten Roman kam eher zufällig beim Autofahren und lies mich dann nicht mehr los. Inzwischen habe ich ganz viele Storys im Kopf und hoffe, dass ich noch einige davon veröffentlichen werde.

Die bisher erschienenen Bücher können bei Amazon erworben werden klick hier

Die liebe Mila Summers hat Any Swan herausgefordert und sie mit folgenden 15 Wörtern beglückt. Mila hat alles gegeben Any das Leben schwerzumachen, ich sage nur \“Dammschnitt\“, doch Any hat sich der Challenge gestellt und für euch eine wunderbare Geschichte geschrieben.

Pringles
Rasendünger
Wasserspielplatz
Neoprenanzug
Schiffsschraube
Düsentrieb
Stallhasen
Brücke
Autobahn
Rutsche
Ebbe
Süßholz
Dammschnitt
Radio
Lichtblitz
Neubeginn

»Sind wir bald da, Mami?«, wollte eine quietschfidele Kinderstimme zum gefühlt tausendsten Mal von mir wissen.
 »Ja, mein Schatz. Es ist nicht mehr weit. Möchtest du vielleicht noch ein paar von den Pringles?« 

Mir war klar, dass ich sie als Ablenkungsmanöver einsetzte, aber nach sechs Stunden auf der Autobahn fiel mir langsam nichts mehr ein, um meinen Liebling zu beschäftigen.

 »Jaaaa!«, kam es prompt, also griff ich in die Tasche auf dem Beifahrersitz. Ich fischte die Packung heraus und reichte sie nach hinten zu Lucas, ohne den Blick von der Straße abzuwenden.

Nach einer Weile sah ich dann doch in den Rückspiegel und beobachtete meinen Sohn, wie er sich genüsslich einen Chip nach dem anderen in seinen Mund schob. Mit einem Lächeln auf den Lippen dachte ich an seine rasante Geburt vor vier Jahren zurück. Lucas kam fast wie ein Lichtblitz in mein Leben, auch wenn die Hebamme ihm dafür mit einem Dammschnitt den Weg etwas erleichtern musste. Aber es stimmte, was einem als werdende Mutter gesagt wird: Die Schmerzen sind in dem Moment vergessen, wenn du dieses winzige Bündel in den Armen hältst. Und nun war er schon so groß.

Leider konnte ich dieses Glück nicht mit seinem Vater teilen. Markus war ein Mann, der unglaublich gut Süßholz raspeln konnte. Doch das entpuppte sich als heiße Luft, als ich ihm von meiner Schwangerschaft erzählte. Man muss aber dazu sagen, dass er mir großzügiger Weise angeboten hatte, unsere Beziehung nach der Geburt wieder aufzunehmen. Jedoch nur als Bettgespielin, nicht als Partnerin oder gar Mutter seines Sohnes. Allerdings war ich mir selbst viel zu schade dafür, dieses Angebot anzunehmen und als einer seiner Stallhasen zu enden. Beim Abschied landete dann auch noch eine Packung Rasendünger an seinem Hinterkopf, weil er mich als frigide Zicke beschimpft hatte. Seitdem hat er sich nie wieder blicken lassen.

+++

Wir passierten gerade die Brücke zu unserem neuen Zuhause und im Radio lief mein Lieblingslied, da rief Lucas aufgeregt: »Mama, Mama, sieh mal! Ein Schiff! Das hat bestimmt auch eine Schiffsschraube, so wie Onkel Pauls Boot!«

»Oh ja, wahrscheinlich hat es sogar eine besonders große!« Mein kleiner Daniel Düsentrieb war schon als Kleinkind von allem was schwimmen konnte, fasziniert. »Wenn ich groß bin, werde ich auch mal so eins bauen.«
»Aber nur, wenn du mich dann auf eine Tour mit nimmst.«
»MAMI! Ich würde nie ohne dich wegfahren!« Ich schmunzelte über seine beharrlichen Worte, wusste ich doch ganz sicher, dass er eines Tages vermutlich viel mehr unternehmen würde, als mir lieb war. Bis dahin war allerdings noch eine Menge Zeit. Lucas‘ Augen leuchteten förmlich, als immer mehr Schiffe in sein Blickfeld fielen. Anfangs hatte ich meine Zweifel, ob ich den Schritt als allein erziehende Mutter wagen sollte, von Köln nach Rügen zu ziehen. Ein Kurzurlaub mit Besichtigung der Kita und meinem möglichen Arbeitsplatz machte mir die Entscheidung schließlich sehr leicht.

 +++

Erschöpft aber glücklich, bog ich in die Auffahrt zu unserem kleinen Strandhaus ein. Die ersten drei Monate übernahm die neue Firma die Miete für dieses Schmuckstück und ich konnte es kaum erwarten, alles nach meinen Vorstellungen einzurichten. Zum Glück hatte das Umzugsunternehmen bereits gestern unsere Sachen geliefert, so dass ich nicht noch Kisten schleppen musste. Außer den Kleinigkeiten, die ich noch im Kofferraum hatte.

»Komm, mein Schatz!«, sagte ich und half Lucas aus dem Wagen. Er hob sein Gesicht und sog tief die Luft ein.
 »Das riecht gut hier.«
»Das ist das Meer, weißt du noch?« Er nickte und wollte mir gerade antworten, als etwas oder besser gesagt jemand seine Aufmerksamkeit erregte. Ein kleines Mädchen mit zwei geflochtenen Zöpfen stand am Gartenzaun und beobachtete uns neugierig.

»Hallo, ich bin Luca und das da ist meine Mama, Anna!«, rief er so laut, dass es auch die Nachbarn fünf Häuser weiter hätten hören können, und zeigte mit dem Finger auf mich. Manchmal war es Fluch und Segen zugleich, ein Kind zu haben, dem es nicht schwer fiel, auf andere zu zugehen.

 »Ich bin Marie und das da, ist mein Papa, Tom.« Zuerst wusste ich nicht, wen sie meinte, bis auch sie mit dem Finger in eine Richtung zeigte. Es verschlug mir die Sprache, als ich den Mann vom Strand kommen sah. Braun gebrannt perlten die Wassertropfen von seiner nackten Brust und er strich sich durchs dunkle, feuchte Haar. Oh mein Gott. Das musste ein Traum sein! Der untere Teil von ihm steckte in einem Neoprenanzug und er trug ein Surfbrett unter dem Arm. Ein bisschen erinnerte mich die Szene an die Serie Baywatch, wenn die sexy Beachboys durchs Bild liefen. Nur dieser hier war real. Aus Fleisch und Blut, wie ich feststellte, als er zu uns kam und mir über den Zaun die Hand reichte, nachdem er das Brett gegen diesen gelehnt hatte.

 »Hey, ich bin Tom.« Sein Griff war fest und ein warmes Kribbeln fuhr von meiner Hand in meinen Arm hinauf.
 »Ich bin Anna Mahler, und das ist Lucas.« Ich strich meinem Sohn übers Haar.
»Schön, Sie kennen zu lernen. Sie müssen die neuen Mieter sein.«
»Richtig, wir sind gerade angekommen.« Gott, was redete ich denn da? Das war ja wohl offensichtlich. Am liebsten hätte ich mir die Hand gegen die Stirn geschlagen, ließ es aber lieber, um mich nicht zur Idiotin zu machen. Plötzlich zupfte etwas an meinem Rock. Ich sah nach unten zu Lucas, der mich mit seinem Zeigefinger lockte, und beugte mich vor.
 »Ich muss ganz dringend mal auf die Toilette.« Oh je, ich hatte doch noch gar keinen Schlüssel. Hastig sah ich mich nach einer Alternative um.
»Er kann gerne bei uns gehen. Meine Schwester … ähm Ihre Maklerin, hat mir auch die Schlüssel da gelassen, für den Fall, dass Sie schon früher ankommen. Allerdings habe ich sie drinnen. Wie wäre es, wenn Marie ihm zeigt, wo er hin muss und ich Ihnen in der Zwischenzeit einen Kaffee koche?«

»Geht das wirklich in Ordnung?« »Natürlich!« »Danke.« »Ok, dann wäre das abgemacht.«
Er öffnete ein Tor links von uns und wir folgten ihnen in den Garten. Marie war ein fröhliches Kind und griff sich augenblicklich Lucas‘ Hand.

»Wenn mein Papa und deine Mama was trinken, dann gehen wir auf die Rutsche oder spielen Ebbe und Flut, einverstanden?«, jubelte die Kleine und zog meinen Sohn mit sich. Die Sonne verfärbte den Himmel bereits in ein leuchtendes Orange, während die Kinder noch immer auf dem Wasserspielplatz spielten und eine Menge Spaß zu haben schienen. Tom hatte sich als sehr angenehmer Gesprächspartner und noch besserer Grillmeister entpuppt. Mir war zwar nicht klar, ob seine Schwester oder das Schicksal seine Finger im Spiel hatten, als sie zwei Alleinerziehende zu Nachbarn machten. Aber was mich anging, hätte der Start in unser neues Leben nicht besser verlaufen können.