
Vielen ist die Eifel sehr wahrscheinlich durch die Eifel-Krimis von Jacques Berndorf bekannt. Seine Bücher erschienen anfangs im Grafit-Verlag. Später wechselte er zum Verlag seines Freundes Ralf Kramp, zum KBV-Verlag. Diesen Verlag hat Ralf Kramp 2002 übernommen und den Sitz nach Hillesheim verlegt.
Zu Recht trägt Hillesheim nun den Titel Krimihauptstadt der Vulkaneifel. Denn außer dem Verlag gibt es dort das Krimihotel und das Krimihaus, in dem sich unter anderem auch das Café Sherlock befindet. Drauf werde ich noch näher eingehen.
Zunächst möchte ich über eine besondere Veranstaltung berichten.

Seit 14 Jahren lädt Ralf Kramp eine Autorin und drei Autoren ein, um dem Publikum einen rabenschwarzen Abend zu bieten. Gemeinsam sorgen die Fünf dafür, dass reichlich Lachtränen fließen und das Zwerchfell arg strapaziert wird.
Ich war nun zum zweiten Mal vor Ort und habe mir das alles angetan 😉
Und was soll ich sagen, es war nicht das letzte Mal.
Also machte ich mich am Morgen des Feiertages Fronleichnam auf den Weg in die Eifel. Begleitet haben mich mein Mann und eine Freundin. Ohne Stau und sonstige Hindernisse, von denen es ja auf der Autobahn reichlich gibt, kamen wir dort mittags an.
Als erstes machten wir einen kleinen Rundgang durch den Ort, was nach dem Sitzen im Auto guttat und außerdem würden wir an dem Tag ja noch öfter irgendwo sitzen.
Tja, als Buchbloggerin fällt mir ein Bücherschrank natürlich sofort auf und auch der Spruch an einer Wand hat mir gut gefallen.


Es führt kein Weg am Krimihaus vorbei, das ich auch in diesem Jahr wieder fotografiert habe. Wobei ich erwähnen möchte, dass das Wetter im vorigen Jahr wesentlich besser war und ein blauer Himmel netter aussieht, aber wir wollten ja zu frieden sein.

Gestärkt haben wir uns in einem griechischen Restaurant und danach im Café Sherlock einen Espresso zu uns genommen. Dort habe ich auch fotografiert, aber darüber werde ich später noch mehr schreiben.
Inzwischen war es Zeit, dass wir zur Pension in Duppach fahren und dort unsere Zimmer beziehen konnten. Die Pension haben wir im vorigen Jahr gefunden und uns dort wohl gefühlt, deshalb wollten wir auch in diesem Jahr dort hinfahren.
Nun ist es ja so, dass die Veranstaltung ausgebucht ist und es die freie Platzwahl gab, deshalb machten wir uns rechtzeitig auf den Weg und hatten auch Glück. Wir durften etwas eher ins Foyer, weil dunkle Regenwolken aufzogen. Pünktlich um 18 Uhr konnten wir in den Kinosaal und haben unsere Plätze aufgesucht.

Die Bühne war schon entsprechend dekoriert und die Vorfreude wuchs. Zu meiner Freude konnte ich einige Autorinnen, die ich gut kenne, beziehungsweise auch ihre Bücher oder Kurzgeschichten gelesen habe, dort begrüßen: Andrea Revers, Susanne Arnold, Regine Schleheck und Christiane Dieckerhoff.
Kurz nach 19 Uhr betrat Ralf Kramp mit seiner schmucken Jacke und seinen Kollegen die Bühne und begrüßte uns alle. Zu aller Bedauern, ist der Musiker kurz vorher erkrankt und nun wollten die Fünf, mit mehr oder weniger Begabung, auch noch für die musikalische Unterhaltung sorgen. Das war eine Herausforderung für unsere Ohren und ich hoffe wirklich sehr, dass im nächsten Jahr der Musiker topfit sein wird.

Die Autorin und die Autoren haben auch in diesem Jahr hervorragende Kurzgeschichten und mit gelungenen Dialogen präsentiert. Ich kann mir vorstellen, dass die eine oder der andere bereits beim Schreiben viel Spaß hatte.



Wir lauschten einer Radiosendung mit besonderem Thema, zu der Experten eingeladen wurden und Anrufer zu Wort kamen.
Tagebuch wird heute selten geschrieben, aber Mrs Hudson hat darin festgehalten, was sie mit Sherlock und Konsorten erlebt hat.
Ein Autor schreibt eine Kurzgeschichte, in der eine Frau ermordet werden soll, aber was passiert, wenn die Beteiligten in der Geschichte, das so nicht hinnehmen wollen und Wolfgang M am Ende seinen Namen ändern will?
Fast jeder hat bei Ikea schon etwas gekauft und anschließend aufgebaut. Anweisung lesen wird völlig überbewertet und was passiert, wenn ein großer LKW mit einer Ladung Holz am Haus vorbeifährt? Das wurde uns sehr dramatisch geschildert.
Der krönende Abschluss war ein Kochduell und zeigt mal wieder, dass Kartoffelsalat mit Würstchen durchaus gewinnen kann.

Man kann sich vorstellen, dass die Lachmuskeln wirklich sehr strapaziert wurden, nicht nur von uns im Publikum sondern auch auf der Bühne.
Die musikalischen Einlagen erwähnte ich ja bereits, wir sollten Krimimelodien erraten, was doppelt schwer war, denn es wurde das Musikinstrument war ein Kazoo. Das kannte ich bis dahin noch nicht und ich weiß, dass ich es auch nicht näher kennen lernen möchte. 😉

Als krönenden Abschluss wurde uns stimmgewaltig das Lied „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ vorgesungen. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich bei einigen Personen unbeliebt mache, aber ich hör mir doch lieber das gesungene Lied von Bill Ramsey an 😉

Man stelle sich mal vor, nur durch eine kurze Pause unterbrochen, wurden wir von 19 Uhr bis 22.30 Uhr sowas von hervorragend unterhalten. Ich werde eine lange Zeit in Erinnerungen schwelgen.
Nach einer kurzen Fahrt zur Pension in Duppach konnten wir nach einem Schlummertrunk dann auch endlich ins Bett fallen. Es war ein langer und ereignisreicher Tag.
Den nächsten Tag begannen wir ganz gemütlich mit einem guten Frühstück. Allerdings wollten wir nicht sofort wieder nach Hause fahren, sondern in Hillesheim noch ein bisschen bummeln. Dazu gehörte die Buchhandlung Lesezeichen, wo tatsächlich nur ein Buch den Weg in meine Tasche fand. Ich muss aber gestehen, dass ich am Abend zuvor zwei Bücher erworben habe, die mir auch signiert wurden. Zu meinem Glück kannte ich die allermeisten anderen Bücher und somit hielt sich die Verführung in Grenzen. In der Buchhandlung habe ich ein Buch erworben, worauf ich neugierig war. Was allerdings auch an der Diskussion über das Buchcover lag, die ich interessiert bei Insta verfolgt habe.



Von der Buchhandlung gibt es einen direkten Weg zum Café Sherlock, wo wir noch etwas trinken und außerdem die oberen Etagen des Kriminalhauses besichtigen wollten.



Eine Begeisterung jagte nun die nächste. Im Treppenhaus hingen sehr viele Bilder und Filmplakate. Aber am meisten haben mich die Sammlungen beeindruckt.



Im ersten Stock befand sich das Antiquariat Krimi & Co. Die alte Dame im Sessel könnte schon eine lange Zeit dort verbracht haben 😉






Das Krimiarchiv wurde im Dachgeschoss untergebracht und umfasst 30.000 Krimis, wirklich sehr beeindruckend. Man kann an einem Tag gar nicht alles erfassen und kann durchaus öfter ins Kriminalhaus gehen. Die Sessel laden zum Schmökern ein. Außerdem wird man im Café sehr gut verwöhnt, die Kuchen sahen so einladend aus und ich bedauerte, dass ich noch satt vom Frühstück war.
Fest steht, auch beim nächsten Besuch, werde ich mich im Kriminalhaus umsehen und natürlich zum Happy Kadaver gehen.