Rundreise mit dem Wohnmobil – Bericht

Zuerst war da der Gedanke. Wir wollten mal wieder zu einem bestimmten Termin im Burgenland sein, hatten aber keine richtige Lust, die lange Strecke mit dem Auto zu fahren und nur an einem Ort zu verweilen. Immerhin sind es von Düsseldorf aus 1.100 km bis zum Ziel. Ein paar Mal konnten wir mit dem Autoreisezug bis Wien fahren, was uns sehr gut gefallen hat. Aber leider wurde die Fahrt auf der Strecke Düsseldorf – Wien eingestellt.

Deshalb hatten wir eigentlich nur mal so im Spaß gesagt, da könnten wir uns doch mal ein Wohnmobil mieten. Der Gedanke war jetzt allerdings da und ließ uns nicht mehr los. Aus diesem Grund fuhren wir im März 2020 zur Campingmesse nach Essen. Es war zu einer Zeit, da hätte niemand damit gerechnet, wie uns alle kurz danach ein gewisser Virus einschränken würde.

Nun, auf jeden Fall haben wir uns einige Modelle angeschaut und eigentlich einen Entschluss gefasst. Ein Aussteller hatte für Oktober 2020 eine Hausmesse bei sich geplant, wo wir hinwollten, woraus aber dann gar nichts wurde.

Im Sommer 2021 haben wir dann beschlossen, dass wir uns endlich mal auf die Suche begeben und bei verschiedenen Anbietern angefragt. Dies konnte ja alles nur online passieren. Schließlich hatten wir etwas Passendes für uns gefunden und dort angefragt. Rechtzeitig gefragt, war zu unserem Wunschtermin natürlich noch vieles frei.

Für uns stand fest, dass wir vor dem 15. August in Neckenmarkt im Burgenland ankommen wollten, weil an diesen Tagen das alljährliche Weinfest stattfinden sollte. Also konnten nun die Tage davor und danach geplant werden.

Am 6. August war es dann soweit. Wir konnten „unser“ Wohnmobil abholen. Zuerst musste alles genau überprüft werden, damit es hinterher keine Beschwerden gibt. Mängel sollten erfasst werden, die Sauberkeit und Ausstattung wurde geprüft. Ich gestehe, ich war sofort begeistert von dem Wohnmobil. Es war auch ganz neu, keine fünfzig Kilometer war es bisher gefahren.

Nachdem wir nun wussten, wo wir was und wie unterbringen konnten, ging es daran, unseren ganzen Krempel, naja, also unsere Sachen, die wir brauchten, einzuräumen. Aber zunächst mussten wir feststellen, dass wir das Wohnmobil ja nicht überall hinstellen konnten. Es musste ein Platz in der Nähe unserer Wohnung gefunden werden, denn dort befanden sich schließlich alle Gegenstände, die wir unterbringen wollten. Wir hatten tatsächlich Glück, schräg gegenüber wurde überraschend ein Parkplatz frei und rückwärts geparkt, stand das Hinterteil überm Rasen und störte niemanden.

7.8.

Vor so einer ungewohnten Fahrt war für mich die Nacht doch etwas unruhig. Um 5 Uhr bin ich aufgestanden und um 7.30 Uhr waren alle restlichen Sachen (Bettzeug und Lebensmittel aus dem Kühlschrank) soweit verstaut und angebracht (Fahrräder), dass wir abfahren konnten.

Die Fahrt war sehr gut, die Straßen verhältnismäßig leer, es gab nur kurze Staus, meist dann, wenn die Fahrspuren reduziert wurden. Mein Mann fand die Fahrt sehr entspannt, denn er kam sehr gut mit allem zurecht. Ich persönlich fand den Blick „von oben“ großartig, wir konnten weit sehen. Die Möglichkeit hatten wir ja im normalen Auto nie.

Kitzingen am Main, unseren ersten Ort haben wir gut erreicht, allerdings durch Baustellen im Ort musste nach dem Weg etwas gesucht werden.

Da wir nur eine Nacht dort verbringen wollten, haben wir einen schlichten Wohnmobilstellplatz gewählt. Jeder sucht sich dort einen Platz und holt ein „Parkticket“ 11 Euro für 24 Stunden. Toiletten waren vorhanden und für Strom brauchten wir 50-Centstücke, zum Glück hatten wir ausreichend mit.

Der Platz liegt direkt am Main und auf beiden Seiten gibt es sehr gute Radwege, in wenigen Minuten gelangt man in den Ort. Gerne hätten wir dort etwas zu Mittag gegessen, waren aber zu spät. Es gab in den Restaurants nur bis 14 Uhr Mittagstisch. Ab 17 Uhr hätten wir erst wieder die Möglichkeit gehabt, eine warme Mahlzeit zu uns zu nehmen. Aber zu unserer Freude gab es frischen Zwetschgenkuchen, der uns gut geschmeckt hat. Danach haben wir mit den Rädern ein bisschen die Gegend erkundet und anschließend eine gemütliche Zeit am Wohnmobil verbracht, außerdem waren wir von der vorherigen Nacht und der Fahrt doch sehr müde.

8.8.

Die erste Nacht im Wohnmobil verlief einigermaßen gut, wir mussten uns an die schmalen Betten gewöhnen und an die Geräusche rings um uns herum.

Im Grunde war ja alles neu und ungewohnt. Bis wir alles so richtig herausgefunden hatten, dauerte es doch. Um 9.15 Uhr, nach einem gemütlichen Frühstück, starteten wir Richtung Regensburg und waren dort um 12 Uhr im großen Donaueinkaufszentrum, wo wir uns mit allem eindecken konnten, was wir noch brauchten oder uns eingefallen war. Um 14 Uhr haben wir den Campingplatz erreicht, der direkt an der Donau lag, nur getrennt durch einen Radweg.

Nach dem langen Sitzen im Auto wollten wir dann endlich mal wieder los. Aber zuerst wurde alles soweit angeschlossen und Wasser aufgefüllt. Achtung, manchmal reicht ein 15 Meter langes Stromkabel doch nicht aus. Das mussten wir leider feststellen. Aber durch hilfreiche Hinweise von anderen Campern konnten wir dieses Problem lösen.

In wenigen Minuten waren wir mit dem Rad in der Stadtmitte von Regensburg und haben uns schon mal etwas umgesehen. Fahrradständer gab es reichlich und so konnten wir zu Fuß durch die Innenstand gehen und uns alles ansehen.

Erstaunlich fand ich, dass sehr viele Leute in der Donau schwammen, sie wird dort wohl gestaut und hat wenig Strömung. Spät abends lagen noch viele am Strand.

Auf diesem CP hatten wir endlich auch die Möglichkeit zu duschen und unsere Sachen zu spülen. Nach Möglichkeit wollten wir dies alles nur im „Notfall“ im Wohnmobil erledigen. Denn schließlich hatten die entsprechenden Behälter kein unbegrenztes Fassungsvermögen.

9.8.

Manchmal brauchen wir eine Aufgabe, die heutige war, dass wir beim ADAC das Pickerl für Österreich besorgen wollten und außerdem einen Briefkasten brauchten. Nachdem das erledigt war, hatten wir die Idee mit der kleinen „Emma“ eine Stadtrundfahrt zu machen, was sehr informativ war. Am Tag zuvor hatte ich mir ein Büchlein mit dem Titel „Regensburg an einem Tag“ gekauft, was ich sehr hilfreich fand.

Das Wohnmobil war ja sehr gut ausgestattet. Wir hatten drei Gasflammen auf denen gekocht werden konnte. So gab es ein einfaches aber leckeres Nudelmittagessen. Nachmittags stand ein Besuch auf unserem Plan. Es hatte einen Rheinländer nach Regensburg verschlagen und wenn wir schon mal vor Ort sind, konnten wir auch einen Besuch abstatten.

Abends wurde es wieder gemütlich vor dem Wohnmobil und nebenbei wurde alles schon für den nächsten Tag, der Weiterfahrt vorbereitet.

10.8.

Heute stand eine längere Strecke auf dem Plan. Wir wollten ins westliche Weinviertel nach Österreich. Die Fahrt war ganz angenehm. In Wels wollten wir eine längere Pause einlegen. Dort wollten wir tanken und weitere Einkäufe tätigen. Außerdem konnte ein leckerer Salat zur Mittagszeit angerichtet werden. Ein weiterer Vorteil des Wohnmobils.

Am Nachmittag erreichten wir dann Jetzelsdorf. Die Gegend kurz davor wurde immer einsamer. Weinberge gab es reichlich, außerdem viele Sonnenblumen- und Kürbisfelder. 

Das Haus des Winzers hatten wir relativ leicht gefunden, aber dann hieß es, wo befindet sich der Kellertrifft. Nachdem wir auch diesen gefunden hatten, war die Begeisterung über den Stellplatz nicht übermäßig gut. Aber zwei unterhaltsame Stunden mit der Winzerin sollte einiges ändern. Wir wollten natürlich wissen, was es mit diesen Kellern auf sich hat und haben ausgiebig nachgefragt und dabei Wein probiert. Bestens informiert und mit Wein bestückt, machten wir uns dann wieder auf den Weg zum Wohnmobil. Zum Glück haben wir ja eBikes, denn den Weg vom Ort zur Kellergasse ist doch schon mit Steigungen verbunden, da wussten wir aber noch nicht, was wir am nächsten Tag erleben würden. Auf jeden Fall war es ein wunderschöner Abend. Vor dem einen Presshaus standen eine Bank und ein Tisch und dort hatten wir es uns gemütlich gemacht. Belohnt wurden wir mit einem traumhaften Sonnenuntergang.

11.8.

Die Winzerin hatte uns eine Radfahrkarte gegeben und empfohlen, zum Ort Retz zu fahren. Ein wunderschönes Örtchen, das wohl völlig unterkellert ist und wir hätten besichtigen können. Allerdings sollte es ein langer Rundgang werden bei 10° und darauf hatten wir keine große Lust. Einen Eindruck konnten wir allerdings gewinnen. In der Gegend gibt es reichlich Radwege, unter anderem den Weinradweg Chardonnay und auch den Polt Radweg, dazu komme ich später noch einmal. Wir wählten den Weinradweg Chardonnay, der auch ein Stück entlang der Grenze zu Tschechien verlief. Allerdings war diese Wegstrecke sehr hügelig, ein ewiges Rauf und Runter. Gut, dass die Akkus unserer Räder aufgeladen waren. In Retzbach gab es ein freigelegtes Fundament einer Wallfahrtskirche und die Möglichkeit einen Blick ins weite Land zu werfen. Allerdings hat es mir dann irgendwann gereicht und ich hatte keine Lust mehr den ebenfalls geplanten Polt Radweg zu fahren. Nach einer Abkürzung kamen wir zurück an unser Wohnmobil.

Nun habe ich bereits zweimal den Polt Radweg erwähnt. Der Krimiautor Alfred Komarek lässt Simon Polt im Weinviertel ermitteln. Er hat nicht nur die Gegend bestens beschrieben, dort wurden auch die Filme zu den Büchern gedreht. Die Winzerin erzählte mir von diesen Krimis und ich gestehe, dass ich drei Stück bei ihr erworben habe. Ein Buch habe ich bereits gelesen und war begeistert, zumal ich dadurch auch sehr viel mehr über die Gegend erfahren habe.

Nach dieser Tour hatten wir den ersten Einsatz unserer eigenen Dusche. Tja, anscheinend meinen die Entwickler, dass nur extrem schlanke Leute sich ein Wohnmobil leihen. Es war eine Herausforderung, aber vorher nachgedacht, wie es am besten funktionieren könnte, kamen wir auch damit zurecht.

Für den Abend hatten wir ein Treffen mit der Autorin Brigitte Teufl-Heimhilcher aus Wien und ihrem Mann geplant. Vor sechs Jahren haben wir uns zum ersten Mal getroffen, vor drei Jahren ein weiteres Mal und diesmal haben sich die beiden sympathischen Menschen wieder auf den Weg gemacht und uns am Urlaubsort besucht. Sie konnten bei der Winzerin ein Zimmer beziehen, denn es haben nicht nur Camper die Möglichkeit, bei dem Winzerpaar Gisela und Norbert Bauer zu übernachten, es stehen auch Zimmer mit Frühstück zur Verfügung. So wurde es ein unterhaltsamer und lustiger Abend bei Wein und leckerem Imbiss.

12.8.

Wir wollten gemeinsam gemütlich frühstücken und dann weiterfahren. Das Frühstück war mehr als ausreichend und hervorragend und somit hatten wir einen angenehmen Start in den Tag.

Als erstes stand ein Einkauf in Sopron in Ungarn an. Den Ort kannten wir ja gut und wussten wohin wir fahren mussten, um ungarische Spezialitäten zu besorgen.

Danach ging es weiter zum geplanten Ziel in Neckenmarkt im Mittelburgenland. Wir freuten uns auf die Weintage vor Ort. Liebe Urlaubsfreunde gestatteten es uns, dass wir auf dem großen Platz neben ihrem Haus stehen durften und außerdem auch alle anderen Annehmlichkeiten nutzen konnten.

Das Wohnmobil hatte einen guten Stand, mit Strom waren wir versorgt und somit startete die erste Runde.  Wir wollten alte Bekannte besuchen und begrüßen, denn wir waren schon oft im Ort. Allerdings nie mit dem Wohnmobil. Im Gasthaus zur Traube haben wir immer gewohnt und dort wollten wir einen leckeren Topfenstrudel essen. Natürlich erkannte uns die Wirtin und freute sich, dass wir zu ihr gekommen sind. Sie nutzte eine kurze Pause an unserem Tisch und wir tauschten uns aus, wie geht es, was macht und so weiter.

Abends wollten wir zur Eröffnung des Weinfestes. Nach einer Pause, aus bekannten Gründen, durfte es nun wieder so richtig stattfinden. Auf dem Platz vor dem Rathaus haben 12 Winzer ihre Buden aufgebaut und dort hatten wir die Möglichkeit, bei musikalischer Unterhaltung, die ersten Weine zu verkosten.

Nachts wurde es sehr windig. Die Zweige schlugen zu sehr ans Dach, ein Weiterschlafen war unmöglich. Es muss herrlich ausgesehen haben, als wir nachts gegen 1 Uhr die Zweige abgesägt haben. Denn wir wollten schnell für Ruhe sorgen und hatten uns nicht erst angezogen. Also hätte mich jeder im Nachthemd und meinen Mann im Schlafanzug gesehen, wie wir dort die Zweige kürzten.

13.8.

Nach der unruhigen Nacht und einem gemütlichen Frühstück wollten wir um 11 Uhr starten. Bei jedem der beteiligten Winzer konnte jeder einen Anhänger oder ein Armband erwerben, was uns erlaubte, tagsüber Weine zu probieren. Außerdem gab es ein Weinglas, das wir zu jedem Winzer mitnehmen konnten. Wir starteten bei dem Winzer unseres Vertrauens, wie es so schön heißt, beim. Weingut Wolfgang Racz.

Natürlich war ich bestens ausgestattet, denn ich wusste, dass ich am Ende des Tages nicht mehr weiß, wo ich was getrunken habe. Nein, so schlimm war es nicht wirklich, aber Notizen machen, war schon sehr sinnvoll. Welche Route von Winzer zu Winzer genommen wird, sollte gut überlegt werden. Denn nicht überall gab es schattige Wege. Deshalb gingen wir als nächstes zur Winzergenossenschaft, die sich in unmittelbarer Nähe befand. Eigentlich wollten wir eine Mittagspause in unserem Wohnmobil einlegen, aber bei den Winzern begeisterten uns die „The Hopfen Swingers“ die Band zum Bier so sehr, dass wir stundenlang dortblieben. Zumal es dort ausgesprochen leckeres Essen und sehr gut schmeckende Getränke gab. Abends ging es ein weiteres Mal zum Rathausplatz auf das Weinfest. Dort müssen die Getränke bezahlt werden, aber es war nicht sehr teuer und wir konnten dort auch die Weine der Winzer probieren, die wir tagsüber nicht besucht hatten.

14.8.

Das Weinfest findet ja immer an zwei Tagen statt, aber es ist doch sehr anstrengend, immer nur weintrinkend durch den Ort zu gehen, deshalb beschlossen wir den Tag mit einer Radtour zu beginnen. Es gibt hervorragende Radwege durch die Weinberge und so machten wir uns auf den Weg nach Deutschkreutz. Ich muss immer wieder daran denken, dass ich vor37 Jahren bereits in diesem Ort war. Dort gab es einen der vielen Grenzübergänge nach Ungarn, wir haben damals einen Urlaub am Balaton gemacht. Die Einreise war damals ja nicht so einfach möglich und wir standen lange Zeit in der Warteschlange. In Erinnerung habe ich die Sonnenblumenfelder, die mich sehr beeindruckt hatten und auch die Häuser der Orte, die Bauweise fand ich sehr interessant und es prägte die Orte im Burgenland. Aber das sollte jetzt nur nebenbei erwähnt werden.

Die Winzer haben die Weintage sehr gut organisiert. Natürlich liegen nicht alle Weingüter nebeneinander, sondern sind im ganzen Ort verteilt. Aber die Besucher haben die Möglichkeit, sich fahren zu lassen. Ob nun auf einem Anhänger hinterm Trecker, in einer Kutsche und oder im klimatisierten Bus. Dies haben wir an dem Tag dann ausgiebig genutzt.

15.8.

Nun wurden meine Notizen ausgewertet und wir machten uns auf dem Weg zur Einkaufsrunde. Neben Wein stand auch das Bier der Hopfenschwinger auf der Liste. Es hat geschmeckt und bot sich hervorragend als Mitbringsel für zu Hause an.

Danach wollten wir zum Heurigen nach Deutschkreutz und dort lecker zu Mittag essen. Durch unsere Urlaubsfreunde kennen wir ja einige Lokalitäten, die mal Heuriger, Straußenwirtschaft oder Buschenschenke genannt werden. Nachmittags haben wir mit unseren Freunden bei Kaffee und Kuchen ein bisschen den Geburtstag meines Mannes gefeiert. Durch die hohen Temperaturen war es im Wohnmobil sehr warm und deshalb haben wir lange draußen gesessen und den angenehmen Abend genossen.

16.8.

Bisher ist es mir nicht schwergefallen, den einen Ort zu verlassen und den anderen anzusteuern. Aber diesmal hieß es ja zusätzlich Abschied nehmen von lieb gewonnenen Freunden und man kann sie ja nicht mal eben besuchen. Nun, der Urlaub ging weiter und Bad Radkersburg erwartete uns. Die Strecke war ganz schön hügelig und es gab reichlich Serpentinen. Wir waren dann auch sehr erleichtert, als wir den Campingplatz erreichten. Ich hatte direkt bei der Ankunft gesehen, dass an einigen Stellen Wäschespinnen standen und daraus geschlossen, dass ich einiges waschen kann und bei der Hitze schnell getrocknet bekomme. Hier hatten wir auch den Vorteil, dass wir den Ortskern zu Fuß erreichen konnten. Es gab entlang der Mur zwar schöne Radwege, aber wir waren überhaupt nicht motiviert, etwas aktiver zu werden.

Bad Radkersburg ist ein hübscher Ort und liegt wirklich gefühlt an der äußersten Ecke von Österreich. Irgendwie hatte ich beim Anblick verschiedener Häuser verstärkt dieses Gefühl. Die Mur ist an dieser Stelle auch der Grenzfluss nach Slowenien.

17.8.

Es war einfach zu heiß, um etwas großartig zu unternehmen. Außerdem hatten wir vorher schon geplant, dass wir auf jeden Fall die Annehmlichkeiten der örtlichen Parktherme nutzen wollten.

Im Preis für den Campingplatz war auch der Eintritt in die Therme enthalten. Deshalb haben wir uns dort tatsächlich einige Stunden aufgehalten. Während das Wohnmobil wieder für die nächste Fahrt vorbereitet wurde, nutzte ich die Gelegenheit sämtliche Handtücher zu waschen. Ein Luxus, denn ich hatte dadurch sehr viel saubere Sachen, als wir wieder zu Hause waren.  

18.8.

Wie immer wurde zuerst in Ruhe gefrühstückt und dann kam die Weiterfahrt nach Lavamünd. Es ging also von der Steiermark nach Kärnten. Es war eine weitere interessante sehr kurvenreiche Strecke. Dort angekommen, hatten wir keine Lust mehr, noch etwas zu unternehmen. Mein Mann war zur Abkühlung im Badesee und abends haben wir im Restaurant gegessen. Irgendwie befanden wir uns wohl immer in der Nähe eines Flusses. Die Drau war sehr grün und hatte kaum Strömung. Auch sie sollte ein Stücklang die Grenze nach Slowenien bilden.  

In der Wetter-App sah ich, dass Gewitter aufziehen und wir holten vorsichtshalber die Markise rein. Der Dauercampernachbar wunderte sich über uns und meinte, da kommt doch nichts. Als die ersten Tropfen fielen, stellten wir schnell Stühle und Tisch rein, der Nachbar wurde innerhalb von Minuten klatschnass als er seine Markise abbauen musste. Denn der Wind war heftig. Da wussten wir noch nicht, dass wir uns am Rande eines Unwetters befanden. Weite Teile des Landes hat es sehr schlimm getroffen, Kinder wurden von einem Baum erschlagen, eine Person wurde vermisst, weite Teile der Steiermark und Kärnten waren ohne Strom. Zugverkehr wurde eingestellt. Nachts hat es noch einmal heftig geregnet und gewindet.

19.8.

Frühe Weiterfahrt nach Deutschland war angesagt, denn vor uns lag eine lange Strecke. Deshalb wollten wir in der Hauptsache Autobahn fahren. Die Tauernautobahn ist zusätzlich Mautpflichtig und am Abend vorher hatte ich diese online gebucht. Ohne Wartezeit öffnete sich für uns die Schranke an der Kontrollzahlstelle. Leider gab es einen Stau bei Bischofshofen wegen einer Baustelle. Ich war mir nicht sicher, was ich davon halten sollte. So hatten wir die Möglichkeit den Berg Hochkönig zu betrachten. Den Berg haben wir von unserem beliebten Urlaubsort Werfenweng immer wieder betrachtet und auf unzähligen Bildern verewigt. Es kamen Erinnerungen hoch, als wir den Hinweis zur Ausfahrt sahen. Aber mit dem Wohnmobil wollten wir nicht hoch nach Werfenweng. In Grödig wurde der Tank noch einmal vollgemacht, denn der Diesel war um einiges günstiger als in Deutschland.

Den Stellplatz in Übersee haben wir gut erreicht, aber später fing es heftig an zu regnen und laut Vorhersage sollte es bis Sonntag nicht besser werden. Da es mir keinen Spaß machte, immer mit dem Schirm zur Toilette gehen zu müssen und wir auch unsere Radtouren zum Chiemsee vergessen konnten, habe ich beim nächsten CP angerufen, ob wir schon eher kommen dürfen. Es war beruhigend zu erfahren, dass wir zwei Tage eher anreisten durften.

20.8.

Nach einer unruhigen Nacht, denn der Regen war sehr laut und heftig, standen wir trotzdem früh auf und sind zeitig weitergefahren. Es war zwar nicht geplant, zwei längere Fahrten so kurz hintereinander zu machen, aber das Wetter hat es anders entschieden. Überraschend angenehm verlief die Fahrt und unsere Autobahnseite war nicht zu voll. Reichlich lange Staus waren immer auf der Gegenverkehrseite zu sehen.

Unterwegs stellte sich Müdigkeit ein und wir machten eine Pause, weil wir einen Kaffee brauchten. Dabei haben wir eine Filiale von Edeka entdeckt und direkt die Gelegenheit genutzt und eingekauft.

Mittags, um 12.15 Uhr erreichten wir den sehr schönen Campingplatz in Oberteuringen Neuhaus im Bodenseekreis. Dort war Pause bis 14 Uhr. Also mussten wir warten, bis uns ein Platz zugewiesen wurde.

Nach einem kurzen Spaziergang im Ort waren wir abends zeitig im Bett, denn die letzte Nacht und die beiden Fahrten schlauchten doch etwas. Zumal wir gar nicht lange draußen sitzen konnten, denn abends wurde es feucht frisch.

21.8.

Mit dem Rad wollten wir nach Friedrichshafen, es war wieder einmal eine sehr hüglige Strecke. Obstbäume säumten den Radweg in großen Mengen. Wir wollten auf jeden Fall an einem Tag Obst kaufen und probieren. Die Stadt ist interessant und hübsch anzusehen. Mit Begeisterung haben wir an der Uferpromenade ein griechisches Restaurant entdeckt und wollten dort unbedingt einen Café Frappé trinken. Unser Lieblingsgetränk während unserer Urlaube auf Kreta. Da wir nun einmal dort saßen und der Platz im Schatten am Ufer uns sehr gut gefiel, haben wir auch gleich zu Mittag gegessen. Zu müde um bei der Hitze durch die Stadt zu laufen, beschlossen wir eine Fahrt mit einer Fähre überm See. Mal eben Schweiz und zurück, war auch sehr interessant.

Für die Fahrt zurück zum Campingplatz wählten wir einen anderen Weg, der nicht so extreme Steigungen oder Gefälle hatte. Denn runter lasse ich mir 15% Gefälle gerade noch gefallen, aber rauf wollte ich selbst mit einem eBike nicht fahren. Wieder zurück auf dem Platz wurden sich als erstes um die Leerung verschiedener Behälter gekümmert und da wir das Wohnmobil schon mal bewegten, wurde es nun anders gestellt und wir konnten den Schatten eines Baumes wesentlich besser nutzen.  Wie so oft bestand unser Abendessen aus Käse, Trauben, Brot und Wein. Bis es wieder zu feucht wurde, haben wir die Zeit genutzt und vor dem Wohnmobil gesessen.

22.8.

Wozu gibt es die Möglichkeit stündlich mit einem Bus zu fahren. Wir hatten die Wahl zwischen Ravensburg und Meersburg. Da wir wieder an den See wollten, war klar, dass Meersburg unser Ziel wurde. Meersburg ist ebenfalls ein sehr schöner Ort, aber auch sehr hügelig. Von der Bushaltestelle aus konnten wir direkt in die Fußgängerzone gehen und die Burg und hübschen Häuser betrachten.

Allerdings war uns zu dem Zeitpunkt noch nicht klar, dass die meisten Wege an den See über Treppen führten. Unsere Idee, in den Bus einzusteigen, wenn er mit der Fähre von Konstanz zurückkommt, konnte auch nicht umgesetzt werden. Es gab dort keine Haltestelle, also mussten wir wieder nach oben gehen. Es gab reichlich Herausforderungen für uns, was meist nicht schlimm war, aber bei über 30° machte es selten Spaß. Mit dem Bus kamen wir bequem wieder nach oben zu unserem Campingplatz. Nachdem wir gekocht und gemütlich draußen gegessen hatten, konnten wir in aller Ruhe duschen und unsere Sachen spülen. Dies war auf allen Plätzen sehr gut geregelt und wurde natürlich dankbar von allen angenommen.

23.8.

An diesem Tag wollten wir mal wieder mit dem Rad fahren. Wir wollten nach Markdorf, eine Stadt, die nicht weit entfernt lag. Die Radwege dort sind sehr gut, statt Straße zu überqueren gibt es Tunnel unter den viel gefahrenen Straßen.

Die Wege dürfen allerdings auch Landwirtschaftliche Fahrzeuge nutzen, was aber kein Problem war. Uns ist nur ein kleiner Trecker mit Hänger entgegengekommen, der Obst zur Kelterei brachte. Marktdorf liegt oben auf dem Berg mit wunderschönem Blick auf den See. Auf dem Rückweg haben wir dann endlich einiges an Obst gekauft. Ein letzter Abend stand an. Er war ebenfalls wieder feuchtkalt. Es war sogar so kalt, dass ich zusätzlich die vorsorglich mitgenommene Kuscheldecke brauchte. Da ich öfter mal spät abends auf Toilette musste, konnte ich mich immer wieder an dem traumhaften Sternenhimmel erfreuen. Bewundernd stand ich manche Minute noch vor dem Wohnmobil. Einige Sternbilder sind ja bekannt und ich freute mich, dass ich meist den Wagen fand.

24.8.

Es war ja klar, die ganze Zeit konnte ich die Berge nur ahnen und am Tag der Abreise waren sie von der Straße aus wunderbar zu sehen. Es war eine sehr schöne Strecke, entlang des Sees und durch den Schwarzwald. Immer auf Bundes- oder Landstraße, das dauert natürlich. In Freiburg mussten wir sogar mitten durch die Stadt. Mittags sind in Colmar angekommen. Den Stellplatzhaben wir gut gefunden. Er war sehr gepflegt und gut angelegt, leider gab es keine Toiletten, aber Strom, was auch sehr wichtig war.

Zu Fuß waren wir in wenigen Minuten im Ort. Natürlich haben wir dort Flammkuchen gegessen und die großartigen Häuser bewundert. Wegen der Hitze haben wir lange auf einer Bank im Schatten gesessen. Im Supermarkt wurde zusätzliches Wasser gekauft und getrunken. Danach ging es zurück zum Stellplatz, der immer voller wurde. Leider machte sich das Fehlen einer Toilette sehr bemerkbar, deshalb sind wir abends noch einmal in die Stadt spaziert. Die Tagestouristen waren weg und es war angenehm leer. Diesmal hatten wir wieder eine extrem heiße Nacht, das war eine Umstellung nach den kalten Nächten am Bodensee.

25.8.

Nach Frühstück ging es wieder los. Diesmal mussten und wollten wir viel auf der Autobahn, was nervend war, da viele Staus durch Baustellen gab. Außerdem mussten wir hinter LKWs fahren, weil wir für die linke Spur zu breit waren. Die Fahrt kam mir sehr lang vor. Nach einer langen Baustelle sind wir erstmal auf einen Parkplatz gefahren und haben dort kurz Obst gegessen, bevor es weiterging. In Alzey haben wir zunächst eingekauft und dann das Weingut gesucht. Leider führte das Navi einen in die Irre, aber dank Handy und Webseite dann gut gefunden. Vom Weingut aus hatten wir einen schönen Blick auf die Weinberge der Umgebung.

Ganz besonders toll fand ich, dass ich auf einmal das Klingeln eines Eiswagens hörte, der mit Schwung auf den Platz gefahren kam. Das macht er wohl täglich, zumindest eilten alle Camper sofort zum Wagen und holten sich eine Erfrischung. Wir waren natürlich auch dabei. Als nächstes wurden die Duschen genutzt und es ging zur Weinprobe. Klar war, dass wir auch von dort einige Flaschen mit nach Hause nehmen würden.

26.8.

Das Navi hatte uns am Tag zuvor so sehr in die Irre geführt, dass wir gar nicht bemerkt hatten, wie nah wir am Ort Alzey standen. Die Winzerin gab uns den Hinweis, wie wir fahren sollten und deshalb hatten wir innerhalb weniger Minuten das Ortszentrum erreicht und nun waren wir verblüfft, wir fanden keine Fahrradständer. Sehr aufmerksam schoben wir unsere Räder durch die Fußgängerzone, wo wir eigentlich hätten fahren dürfen, denn von 19 Uhr bis 11 Uhr war es erlaubt. Dann hatten wir die Idee, bei der Tourist Information nachzufragen, denn wir wollten es einfach nicht glauben, Dort wurde uns dann gesagt, dass sie gerade Plätze umbauen und dort auch Abstellmöglichkeiten für Räder aufgestellt werden wollten. Schließlich planten sie, künftig mehr Radfahrer anzulocken. Aber jetzt könnten wir am Obermarkt bei der Kirche unsere Räder abstellen, dort gäbe es eine Menge davon. Nun gut, zurück durch die Fußgängerzone zur besagten Kirche. Dort sahen wir auf Anhieb vier Fahrradständer, die große Menge haben wir nicht entdeckt. Später erzählte uns jemand, nun diese Ständer würde keiner für Fahrräder erkennen. Wobei ich mir dachte, nun die Radfahrer erkennen diese auf jeden Fall schnell als solche.

Alzey ist ein netter kleiner Ort, wie alles in der Umgebung sehr hügelig, aber es gab einiges zu sehen und wichtig, es gab die Möglichkeit eine Pause an einem Café einzulegen. Was bei der Hitze sehr wichtig war. Auf dem Rückweg haben wir kurz noch einen kleinen Einkauf erledigt und dann ging es zurück zum Wohnmobil. An dem Tag wollten wir keine weiteren Besichtigungen mehr unternehmen. Es war zu warm und die Wetter-App versprach Regen und Gewitter, was ein leeres Versprechen war. Der Abend fand einen gemütlichen Ausklang und am nächsten Morgen sollte es nun endgültig nach Hause gehen.

27.8.

Wir fuhren eine schöne Strecke zurück und waren schneller zu Hause, als wir dachten. Das Wohnmobil musste nun ausgeräumt werden, was etwas Zeit in Anspruch nahm, denn wir hatten uns in den vergangenen Tagen ganz schön ausgebreitet.  

28.8.

Nach einer Großreinigung erfolgte die Rückgabe

Fazit: Nach 2800 Kilometern waren wir wieder zu Hause und irgendwie war es komisch. Wir hatten uns so an das Wohnmobil gewöhnt. Es konnte gut gekocht werden, der Kühlschrank war schön groß, die Betten reichten aus und es sehr viel Stauraum.

Wir hatten uns mit den Gegebenheiten bestens arrangiert und vermissten dann auf einmal etwas. Deshalb sind wir uns sicher, es war nicht die letzte Urlaubsreise mit einem Wohnmobil

Ich bedanke mich bei allen, die bis hierhin ausgehalten und den Bericht gelesen haben. Natürlich gibt es wesentlich mehr Bilder, die ich in einem gesonderten Beitrag eingestellt habe.

Ein Gedanke zu „Rundreise mit dem Wohnmobil – Bericht

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