Miss Marple

Miss Marple – Eine Romanfigur, die weltberühmt wurde. Natürlich weiß jeder, dass Agatha Christie diese Figur erschaffen hat und bevor ich gleich auf einen Krimi und die Kurzgeschichten eingehe, möchte ich Bilder zeigen.

Bei einem meiner vielen Besuche in London, wär ich beinahe an diesem Denkmal vorbei gelaufen. 

Aber dann habe ich gestoppt und die Büste von Agatha Christie „ordentlich“ fotografiert.

Leider bin ich nicht um das Denkmal herum gegangen, sonst hätte ich gesehen, dass auf der anderen Seite ihre beiden bekanntesten Krimifiguren verewigt wurden: Miss Marple und Hercule Poirot. 

Das Bild habe ich mir bei Wikipedia entliehen

Soviel zur Ehrung der Autorin und der weltberühmten Ermittler.

Agatha Christie hatte nie damit gerechnet und vor allem nicht geplant, dass Miss Marple so berühmt würde und sie lange Jahre ihres Lebens begleiten würde.


In der Ausgabe „Das große Miss Marple Buch – Sämtliche Kriminalgeschichten“ gibt es eine Einleitung von der Autorin, in der sie schreibt: „ich kann mich nicht mehr erinnern, wo wann oder wie ich den Roman „Mord im Pfarrhaus“ geschrieben habe, warum ich dazu kam, ihn zu schreiben, oder auch nur, was mir einflüsterte, eine neue Figur – Miss Marple – in die Geschichte einzuführen. Fest steht, dass ich seinerzeit nicht die Absicht hatte, sie für den Rest meines Lebens beizubehalten.“ Und: „Miss Marple stahl sich so geschwind in mein Leben, dass ich ihre Ankunft kaum bemerkte.“


Bevor die Autorin diesen Krimi im Jahr 1930 geschrieben hat, gab es bereits reichlich Kurzgeschichten, die später, nämlich 1932, zusammengefasst im Sammelband „Der Dienstag-Abend-Klub“ erschienen.


Da in vielen Krimis der Gegenwart die Protagonistin den Titel Miss Marple bekommen hat, wenn sie erfolgreich ermittelte, wollte ich wissen, wie denn die echte Miss Marple gearbeitet hat. Dazu habe ich mir zunächst zwei Bücher besorgt:  „Das große Miss Marple Buch – Sämtliche Kriminalgeschichten“ und „16 Uhr 50 ab Paddington„. Die Auswahl fiel mir nicht leicht, denn im Laufe der Jahre sind 12 Kriminalromane und 20 Kurzgeschichten erschienen.

Bei der Sammlung mit den Kurzgeschichten musste ich nicht lange überlegen, so hatte ich alle in einem Buch. Bei dem Roman habe ich mich vom Bekanntheitsgrad leiten lassen. Der Titel sagte mir etwas, denn dazu gibt es schließlich eine Verfilmung mit der Schauspielerin Margaret Rutherford. Nebenbei erwähnt war Agatha Christie zunächst enttäuscht von den Verfilmungen, weil Rutherfords burschikos-freche Darstellung weit entfernt von der von Christie erfundenen gutmütig-bedachten Detektivin war. Bei Dreharbeiten lernten sich beide Damen jedoch persönlich kennen und wurden enge Freundinnen.
Ich persönlich hatte bis heute weder einen vollständigen Film gesehen, in dem die Schauspielerin Miss Marple verkörperte noch ein Buch gelesen. Mir war allerdings bekannt, dass ein Mr. Stringer in den Filmen eine Rolle spielte und Miss Marple immer unterstütze. Vergebens wartete ich in dem Buch auf seinen Einsatz, bis ich durch Recherche erfahren musste, dass die Rolle auf Wunsch der Schauspielerin eingefügt wurde. Ich kann allen nur raten, vergleicht auf keinen Fall Buch und Film miteinander. Denn es war ganz anders. Weshalb ich nun auf das dieses Buch näher eingehen möchte.

16 Uhr 50 ab Paddington
erschienen im Verlag Atlantik
am 8. September 2014


Kurzbeschreibung, übernommen:
Aus ihrem Zugabteil beobachtet Elspeth McGillicuddy einen Mord in einem anderen Zug. Hilflos muss sie zuschauen, wie ein Mann eine Frau erwürgt. Die Frau geht zu Boden, der Zug fährt davon. Es gibt keine Verdächtigen, keine anderen Zeugen – und, zu guter Letzt, auch keine Leiche. Keiner glaubt Elspeth. Außer ihrer Freundin Miss Marple, die nicht ruht, bis sie den Täter dingfest gemacht hat.


Meine Meinung:
Elspeth McGillicuddy ist eine Freundin von Jane Marple und will sie kurz vor Weihnachten besuchen. Sie reist mit dem Zug an und gönnt sich eine bequeme Fahrt in der ersten Klasse. Da es draußen bereits dunkel ist, kann sie sehr gut erkennen, wer in den vorbeifahrenden Zügen sitzt. Allerdings muss sie dann auch etwas ansehen, was für mächtig Aufregung sorgt. Eine Frau wird erwürgt. Leider will ihr das niemand glauben, nur ihre Freundin Jane und die will nun heraus finden, was tatsächlich passiert ist und wo sich die Tote befindet.

Allerdings befindet sich Jane Marple inzwischen in einem Alter, wo sie körperlich nicht mehr so fit ist und Hilfe braucht. Diese soll sie von Lucy Eyelesbarrow erhalten, die sich als Hausangestellte einen sehr guten Namen gemacht hat und für Miss Marple nun auf einem Landsitz einiges herausfinden soll. Ich möchte hier nun nicht auf alles eingehen, weshalb auf diesem Landsitz etwas gesucht und gefunden werden soll, kann jeder im Buch nachlesen. Denn Agatha Christie hat dafür gesorgt, dass Miss Marple einiges heraus findet, was aber noch überprüft werden muss. Lucy soll behaupten, dass Jane Marple ihre alte Tante ist, die sie öfter besuchen will und bei der Gelegenheit kann sie ihr natürlich berichten, was sie herausfindet.


Ich fand es sehr interessant und war natürlich neugierig und gespannt, wie sich alles entwickeln würde. Allerdings hatte Miss Marple in diesem Fall wenig zu tun, die Hauptarbeit erledigte Lucy. Was mich so ein bisschen enttäuscht hat, aber ich musste berücksichtigen, dass dies inzwischen das siebte Buch war und auch eine Protagonistin altert. Zumal sie beim Start ja schon eine alte Dame war. Die Autorin selber hat dann auch mal erwähnt, wenn sie gewusst hätte, dass Miss Marple sie so lange begleiten würde, dann hätte sie sie anfangs jünger starten lassen.


Mein Fazit daraus ist nun, dass auf keinen Fall Buch und Film miteinander verglichen werden dürfen und ich irgendwann vielleicht noch einen der vorherigen Fälle lesen werde, in der Hoffnung, dass Miss Marple dann aktiver dabei sein wird.

Nachdem ich das Buch gelesen hatte, wollte ich nun Kurzgeschichten lesen und freute mich, dass ich die Sammlung aller Kriminalgeschichten erworben hatte.

Das große Miss Marple Buch – Sämtliche Kriminalgeschichten
erschienen im Atlantik Verlag
am 4. November 2019
20 Kriminalgeschichten

Kurzbeschreibung, übernommen:
Mit der etwas skurrilen, aber stets freundlichen Ermittlerin hat Agatha Christie, die Queen of Crime, eine der beliebtesten Figuren der Kriminalliteratur geschaffen – in verblüffenden Fällen voller rätselhafter Mordfälle und betrügerischer Verdächtiger lässt Miss Marple sich nicht hinters Licht führen und be
In ihren ersten Kurzgeschichten war Miss Marple Mitglied im Dienstagabend-Klub (Tuesday Night Club), einer Diskussionsrunde in der Nähe von St. Mary Mead, die sich mit ungeklärten Verbrechen befasste. Weitere Mitglieder des Clubs waren Raymond West (Miss Marples Neffe und ein erfolgreicher Schriftsteller), dessen Verlobte Joyce Lempriere, eine Künstlerin, der Weltmann Sir Henry Clithering, der in früheren Jahren bei Scotland Yard als Kommissar angestellt war, der ältliche Dr. Pender, der kleine Rechtsanwalt Mr. Petherick, die rundliche Mrs. Dolly Bantry und ihr Mann Colonel Arthur Bantry, die etwas beschränkte Schauspielerin Jane Helier und der alles vom medizinischen Standpunkt betrachtende Dr. Lloyd. Es war jedoch immer Miss Marple, die die Lösung zu den Verbrechen fand.
Nach den dreizehn Geschichten, die am Dienstagabend erzählt und gelöst wurden, kommen noch sieben weitere hinzu, in denen es rätselhaft zugeht.

Meine Meinung:
Mir hat diese Sammlung sehr gut gefallen, denn ich hatte wie alle anderen Mitglieder des Klubs die Möglichkeit, das Rätsel zu lösen oder wenn ich es nicht wusste, konnte ich ja sicher sein, dass Miss Marple entscheidende Hinweise gab. Sie saß meist strickend in der Runde und hat zunächst still zugehört, um am Ende wichtige Fragen zustellen, wonach die anderen meist auf die Lösung kamen. Miss Marple zeichnete sich damit aus, dass sie konzentriert und gut zuhörte und anschließend die richtigen Schlüsse zog oder sogar Bezug auf ähnliche Fälle in der Vergangenheit nehmen konnte.
Es waren also keine Begebenheiten, die Miss Marple selbst erlebt hatte, denn jedes Klubmitglied sollte den anderen eine spannende Geschichte erzählen, die sie selbst erlebt hatten.

Fazit:
Wer gerne Rätsel löst oder kriminelle Kurzgeschichten liebt, wird mit dieser Sammlung viel Freude haben.

Fest steht, dass die Bücher heute immer noch fesseln können und sich gut lesen lassen.

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