Mein krimineller Ausflug in die Eifel

Seit Jahren habe ich die Beiträge über eine besondere Veranstaltung in der „Krimihauptstadt Hillesheim“ gelesen, die immer an dem Feiertag Fronleichnam stattfindet. Bedauert habe ich dabei etwas, dass dieser Tag meist in die Zeit meines Urlaubs fiel. In diesem Jahr hatte ich das Glück und konnte endlich mal nach Hillesheim fahren.

Frühzeitig habe ich die Eintrittskarte besorgt und natürlich eine Unterkunft gebucht. So konnten wir voller Vorfreude an dem sonnigen Donnerstagmorgen die Fahrt in die Eifel antreten.

Natürlich wollte ich mir den Ort ansehen und das Café Sherlock sowieso.

Das Café, das so wunderschön eingerichtet ist, hat mich sehr begeistert. Ich habe mir zwar alles in Ruhe angesehen, aber ich denke, bei einem weiteren Besuch würde ich noch etwas anderes entdecken. Ein paar wenige Bilder kann ich hier zeigen, denn es saßen schließlich auch andere Gäste im Café.

Im Abteil des „Orient-Express“ habe ich dann Cappuccino Brunetti getrunken und einen Toast Thomas Magnum gegessen, ich denke, dass ich nicht extra erwähnen muss, dass es ein Toast Hawaii war, denn wer die Serie kennt, weiß auch, wo Magnum ermittelt hat.

Die Veranstaltung sollte um 19 Uhr beginnen und ich dachte mir, dass es gut ist, wenn man frühzeitig zur Eifel-Filmbühne geht. Das hatten sich allerdings auch andere gedacht und deshalb standen vor 18 Uhr schon viele Interessierte vor dem Eingang. Nun, die meisten waren Wiederholungstäter und wussten bescheid. Allerdings mussten wir nicht lange warten und durften kurz danach ins Kino, das sich sehr schnell bis auf den letzten Platz füllte. Jetzt hatten wir noch Zeit, um Getränke zu besorgen und was gehört zu einem Kinobesuch dazu? Popcorn, genau.

Zu meiner Freude entdeckte ich im Publikum die Autorinnen Ivonne Keller und Andrea Revers, mit denen ich dann auch ein paar Worte wechseln konnte. Mit Sicherheit waren noch mehr Autorinnen und Autoren anwesend, so manches Gesicht kam mir bekannt vor. Natürlich wurde der Düsseldorfer Krimi-Cop Klaus Stickelbroeck ganz herzlich begrüßt. Er gehörte zu den Lesenden, auf deren Geschichten ich mich schon besonders freute.

Die Bühne sah ja schon sehr vielversprechend aus und pünktlich um 19 Uhr eröffnete der Saxophonist Martin Frings mit der bekannten Tatort-Titel-Melodie den Happy Kadaver Abend.

Ralf Kramp, Krimiautor und Verleger begrüßte das Publikum, in dem tatsächlich überraschend viele als Ersttäter dort saßen. Mein Mann und ich gehörten ja auch dazu. Die schmucke Jacke á la Peter Frankenfeld stand Ralf Kramp übrigens ausgesprochen gut. Seit 13 Jahren lädt er verschiedene Autoren und eine Autorin ein, mit ihren Geschichten alle zu erfreuen. Diesmal kamen Peter Godazgar, Carsten Sebastian Henn, Tatjana Kruse und Klaus Stickelbroeck.

Kurz zur Erklärung, diese vier und Ralf Kramp hatten Geschichten geschrieben, in denen jeder eine Rolle übernehmen und lesen musste. Keiner kannte den Text der anderen, was beim Vorlesen für viele Lacher sorgte. Nicht nur beim Publikum, sondern auch bei ihnen. Ich konnte mir regelrecht vorstellen, wie jeder den Text geschrieben hat und sicher das eine oder andere Mal nicht nur kichern, sondern bereits da schon herzhaft lachen musste.

Den Start machte Klaus Stickelbroeck, der schilderte, dass ein nächtlicher Einbruch sich ganz anders entwickelt, als es geplant war.

Als nächstes sorgte Tatjana Kruse bei ihren Kollegen für lustige Verzweiflung und bei uns im Publikum für viele Lacher, wir hatten sogar auch einen Einsatz, wir durften ein Wort ganz laut rufen.

Carsten Sebastian Henn hatte sich etwas sehr Schlüpfriges ausgedacht, worauf ich nicht näher eingehen werde, es könnte ja sein, dass Minderjährige hier lesen.

Peter Godazgar hat uns vor Augen geführt, was man auf einem Trödelmarkt so alles erwerben kann und wie Verkaufsgespräche ablaufen können.

Last but not least hat Ralf Kramp geschildert, was einem bei einer Gartengestaltung alles passieren kann und was es alles gibt, sollte man es einmal im Garten haben, sehr schwer wieder los wird.

Zwischendurch hat uns Martin Frings mit seinen musikalischen Einlagen begeistert. Die Zeit verging sehr schnell und gerne hätten wir sicher noch das eine oder andere gehört, aber nach über drei Stunden, in denen alle alles gegeben hatten, durfte Ralf Kramp die Abmoderation übernehmen.

Happy Kadaver 2025 in Hillesheim war für mich ein supertolles High Light und ich freute mich wirklich sehr, dass wir uns auf den Weg gemacht hatten. Auch während ich diese Zeilen schreibe, fällt mir immer wieder etwas anderes ein, was mich an dem Abend zum Lachen gebracht hat. Denn ein „Gag“ folgte dem nächsten. Es war spannend, schwarz humorig und ach, mir fehlen die Worte um zu beschreiben, wie klasse die Veranstaltung war.

ein traumhafter Himmel auf dem Weg zu Pension, rundete den Abend zusätzlich ab

Auch beim Frühstück am nächsten Morgen erzählten wir unserer Pensionswirtin voller Begeisterung von dem Abend und gaben die Empfehlung, im nächsten Jahr mal Karten zu besorgen.

Bevor wir uns nun auf dem Heimweg machten, wollten wir noch einmal kurz durch Hillesheim bummeln und verschiedene Geschäfte aufsuchen. Schließlich war dies an dem Feiertag davor ja nicht möglich gewesen. Für mich war klar, dass ich mal kurz in die Buchhandlung „Lesezeichen“ gehen wollte, nur mal gucken. Ehrlich! Hinterher konnte ich mir auch nicht erklären, wie es zwei Büchlein in meine Tasche geschafft hatten. Aber bei „Mord im Eifel-Express“ konnte ich nicht widerstehen und „Mordhochzeit“ fiel mir auch direkt ins Auge. Das originelle Cover und zumindest zwei Autorennamen sorgten dafür, dass ich neugierig wurde und nun werde ich noch eine weitere Autorin kennen lernen. Zu gegebener Zeit werde ich eine Rezension schreiben.

Aber um noch einmal auf die Buchhandlung zurück zu kommen, das Gucken hat sich auf jeden Fall auch gelohnt, denn sie war wunderschöne und originell dekoriert. Den Eindruck gebe ich hier gerne weiter.

Meine beiden Bücher, die den Weg zu mir gefunden haben:

Fazit:

Ein krimineller Ausflug, der sich für mich gelohnt hat und gerne weiterempfehle. Es kann auch durchaus sein, dass ich zur Wiederholungstäterin werde.

Hinterlasse einen Kommentar