Rendsburg und das Frauen Krimi Festival

Rendsburg – was ist bloß los in dieser Stadt? An vielen Stellen befinden sich auf dem Bürgersteig Kreidemarkierungen. Ob da Leichen lagen? Überhaupt, was soll das denn bedeuten – Frauen Krimi Festival von den Mörderischen Schwestern organisiert. Diese Fragen würde ich stellen, wenn ich als Mörderische Schwester nicht informiert wäre. Ja, richtig gelesen, ich bin auch eine Mörderische Schwester, ich blogge mörderisch. 😉 Nein, jetzt mal im Ernst. Jede Frau, die Krimis liest oder schreibt darf diesem Verein beitreten und ich kann Euch berichten, es lohnt sich. Seitdem weiß ich besser bescheid über Gifte und …. na, das lasse ich jetzt lieber und berichte, was ich in Rendsburg erlebt habe.

In diesem Jahr fand zum dritten Mal das Frauen Krimi Festival statt, das die Krimiautorin Anette Schwohl mit vielen fleißigen Helferlein organisiert hat. Es gab reichlich zu tun, sie musste nicht nur Krimiautorinnen aus dem Kreis der Mörderischen Schwestern finden. Örtlichkeiten, in denen verschiedene Veranstaltungen statt finden sollten, mussten gebucht werden und vieles mehr.

Mir wurde seit längerem von dieser Veranstaltung vorgeschwärmt und deshalb machten mein Mann und ich uns bereits am Sonntag vor dem Festival auf den Weg. Schließlich liegt Rendsburg nicht mal eben um die Ecke. Wir wollten die Gelegenheit dann auch nutzen und uns die Umgebung ansehen. Am liebsten mit unseren Rädern. Aber wie wir alle wissen, war das Wetter im Norden vielen nicht wohlgesonnen. Auf jeden Fall konnten wir doch ab und zu trockenen Fußes die Stadt erkunden und was fiel mir sofort auf? Die Schaufenster zweier Buchhandlungen. Die Coburg’sche Buchhandlung und  die Buchhandlung Goeser hatten entsprechend dekoriert. 

Kleine Bemerkung am Rande, Beweise, dass ich die Fotos gemacht habe, liefere ich manchmal mit.

Ich fand also immer mehr Spuren und die Vorfreude auf die Lesungen wurde immer größer.

So sieht es übrigens aus, wenn zwei süchtige Buchbloggerinnen ihre erworbenen Karten präsentieren:

Endlich war es soweit, die Warterei hatte ein Ende. Am Donnerstag fand die Eröffnung im Ratssaal des alten Rathauses statt.

Zunächst wurde das Grußwort von der Bürgermeisterin Janet Sönnichsen gesprochen. Anschließend kam der Leiter der Stadtbücherei Klaus-Dieter Fechner zu Wort. Er war ebenfalls an der Organisation beteiligt und sollte sich beim Finale mehrmals sehr laut bemerkbar machen dürfen. Als drittes begrüßte Anette Schwohl alle interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer. Natürlich erfuhren wir einiges mehr über die bevorstehenden Veranstaltungen und was es mit den Mörderischen Schwestern auf sich hat. Danach kündigte sie die erste Autorin an. 

Eva Jensen stellte ihr Buch „Küstenmord – Einsames Begräbnis“ vor und las einige spannende Stellen.

So interessant es auch war, der Autorin zu lauschen, eine Pause musste sein. Dabei konnte ich einen Blick auf den Platz vor dem Rathaus werfen. Natürlich nutzten einige auch die Gelegenheit Bücher zu erwerben und sie auch signieren zu lassen. Schließlich ist die Gelegenheit doch sehr günstig, nicht immer steht die Krimiautorin zur Verfügung.

Nach der Pause hat Anette Schwohl aus ihrem neuen Buch „Katrin Lund und der Wolkensammler“ gelesen.

Viel zu schnell war der unterhaltsame Abend zu Ende.

Aber halt, ganz spontan gab es noch ein „Gute Nachtlied“ für alle, als Anette Schwohl auf das Programm des nächsten Abends hinwies: Jutta und Thomas Wilbertz wollten mit Kurzkrimis und mörderischen Songs unterhalten. Damit wir uns noch mehr darauf freuten, wurde uns spontan ein Lied präsentiert. Auf dem Heimweg hatte dann so mancher einen Ohrwurm, zumindest ich hörte jemanden unterwegs die Melodie summen.

So hatte ich dann mehrfach einen krönenden Abschluss des ersten Tages. Das Lied im Ohr und den Anblick des schönen Himmels. Es wundert sich bestimmt niemand, dass ich mich noch mehr auf Wilbertz & Wilbertz freute.

Am zweiten Abend wurden wir wieder von Klaus-Dieter Fechner und Anette Schwohl begrüßt. Diesmal fand die Veranstaltung im Kulturzentrum statt. Mit viel Freude begrüßte Anette Schwohl die beiden Künstler Jutta Und Thomas Wilbertz. Thomas war übrigens der einzige Mann, der an diesen Tagen auftreten durfte.

Der Abend wurde dann sehr abwechslungsreich. Jutta hat mörderische Songs gesungen und mehrere Geschichten vorgelesen.

Übrigens, Jutta ermordet auch Männer, aber ihren eigenen Mann liebt sie, ich vermute mal, weil er sie so wunderbar musikalisch begleitet, ups, es könnte natürlich auch andere Gründe haben.

Aus diesen drei Büchern hat Jutta Wilbertz Geschichten vorgelesen. Wer sich für die Liedtexte interessiert, kann diese in dem Buch „Upps – Tot“ lesen.

Das passiert, wenn ich im Hellen vergesse, den Veranstaltungsort zu fotografieren, ich kann das beleuchtete Kulturzentrum mit dem nachtblauen Himmel aufs Bild bannen.

Nun war schon der zweite unterhaltsame Abend vorbei. Müde gingen wir ins Bett, diesmal ohne Ohrwurm und konnten uns auf den nächsten Tag freuen.

Kurz vor zwölf Uhr mittags machte ich mich auf den Weg zum Schifffahrtsarchiv. Dort wollte ich zwei Autorinnen zuhören. 

Aber zunächst machte Anke Küpper einen Soundcheck und eine Sitzprobe. Schließlich muss ja alles stimmen.

Dann erklärte uns Peter Carstensen welche Bedeutung der blaue Peter hat. Wenn diese Flagge gehisst wurde, war es das Zeichen für die Matrosen, dass „Alle Mann an Bord“ zu gehen hatten. Wurde die Flagge eingeholt, bedeutete es, dass es nun losging. Deshalb holte er um 12 Uhr die Flagge ein und begrüßte uns anschließend mit netten Worten. Außerdem erzählte er uns allen etwas über das Schifffahrtsarchiv. Natürlich wurden wir alle auch diesmal wieder von Anette Schwohl begrüßt, die beide Autorinnen so wunderbar vorstellte.

Danach startete Anke Küpper. Sie las nicht nur aus ihrem Buch „Mord am Köhlbrand“ vor, sie versorgte uns auch mit sehr vielen Hintergrundinformationen. Ich finde es immer wieder interessant, wie und wo eine Krimiautorin recherchiert. 

Anja Marschall muss etwas anders recherchieren, schließlich schreibt sie historische Bücher. Diesmal stellte sie uns den Henker von Hamburg vor.  Natürlich konnten die Autorinnen nicht stundenlang vorlesen, irgendwann war die Zeit rum. Allerdings waren viele dann neugierig und deshalb hatten interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer auch hier die Möglichkeit, die Bücher zu kaufen und signieren zu lassen. 

Zum Ende gab es für beide Autorinnen noch eine Überraschung. Sie erhielten eine Urkunde, mit der sie zu Matrosen ernannt wurden.  Wie zu sehen ist, waren sie gespannt und dann sehr erfreut.

Nach den Lesungen wurde jedem die Gelegenheit geboten, sich im Museum umzusehen. Es war wirklich sehr interessant und es gab viel zu erzählen. Allerdings habe ich die Zeit für eine kurze Pause genutzt, denn ich wollte ja später zur Kulturschlachterei.

Der Weg zur Kulturschlachterei war leicht zu finden, untrügliche Zeichen fand ich auch hier. Außerdem erwischte ich zwei Autorinnen auf einer Bank gegenüber beim Plaudern. Eine schöne kleine Auszeit für Anette Schwohl, sie hat mit Heike Denzau einen Munterbleibkaffee getrunken. Das hatte ich vorher im Hotel auch gemacht. 

Ich hatte mich anfangs etwas über diesen Veranstaltungsort gewundert. Aber Alex Luttmann erklärte, dass es eine Idee war, alte leerstehende Gebäude in der Innenstadt zu nutzen. Ich finde das ist eine gute und gelungene Umsetzung. Auch hier begrüßte die unermüdliche Anette Schwohl uns und stellte die beiden Autorinnen vor.

Kathrin Hanke erklärte zunächst, wie sie auf die Idee kam, diesen Krimi zu schreiben und was sie damit erreichen will. So hörten wir einige Textstellen aus dem Krimi „Heideangst

Heike Denzau hat bisher einige Krimiserien und humorvolle Liebesromane geschrieben. Nun wollte sie eine ganz andere Seite ihres Könnens  zum Vorschein kommen lassen. „Dämonen aus der Speicherstadt“ ist ein Mystery Krimi und hat mir schon etwas Gänsehaut beschert.

Der Büchertisch war gut bestückt und ich habe mich dann für einen „normalen“ Krimi entschieden und diesen erworben und signieren lassen. Liebhaber von Dämonen werden sicher begeistert sein.

Nun hatte ich eine etwas längere Pause, die ich nutzte und zum Hotel zurück ging. Nach einer Stärkung machte ich mich dann wieder auf den Weg zum Abschluss des Festivals. Im Kulturzentrum sollte die LCN – die Ladies Crime Night stattfinden. Darauf freute ich mich besonders. Denn dadurch hatte ich die Möglichkeit den sieben Autorinnen noch einmal zuzuhören. Damit es keine mitternächtliche Veranstaltung wird, würde allerdings nach sieben Leseminuten ein Schuss fallen und die Autorin muss tatsächlich mitten im Satz mit dem Lesen aufhören. 

Da sitzen sie nun, sieben Autorinnen, wie Hühner auf der Stange 😉 Sorry, das musste ich nun loswerden. Ich hoffe, sie verzeihen es mir.

Nicht nur die Autorinnen haben sich schick gemacht, traditionsgemäß tragen sie etwas schwarzes und etwas rotes, wobei der Phantasie keine Grenzen gesetzt werden. 

Sogar Klaus-Dieter Fechner hat sich in Schale geworfen und Begeisterung durch seine Krawatte hervor gerufen. Bei der Begrüßung erzählte er uns, dass er doch einige beängstigende Träume hatte, bei soviel mörderischer Energie, die während der Tage ausgeströmt ist, wunderte es mich nicht. 

Anette Schwohl erklärte das Konzept der LCN, denn es waren doch einige Zuhörerinnen und Zuhörer anwesend, die vorher noch nie an einer LCN teilgenommen hatten. Übrigens, für den Schuss war Klaus-Dieter Fechner zuständig. 

Den Beginn machte Jutta Wilbertz, die ihr Lied natürlich ohne Störung bis zum Ende singen durfte.

Yvonne Wüstel hat als erste eine Kurzgeschichte aus der Urlaubskrimisammlung „Tatort Nord 2“ gelesen. Sie ist eine der drei Herausgeberinnern dieser Sammlung. 

Kathrin Hanke hat einen Auszug aus ihrem Buch über „Die Giftmörderin Grete Beier“ gelesen.

Danach folgte Anja Marschall, die uns mit nach Kreta nahm und etwas aus ihrem Buch „Die toten Engel von Kreta“ vorlas

Heike Denzau war an der Sammlung von Urlaubskrimis beteiligt, die in „Tatort Nord“ Band 1 erschienen sind.

Jutta Wilbertz hat nicht nur das letzte Lied vor und das erste nach der Pause gesungen, sie hat auch Anette Schwohl angekündigt. 

Anette Schwohl hat eine Kurzgeschichte aus dem Buch „Tour de Mord“ gelesen. Diese Sammlung mir 25 Krimis ist zum Jubiläum 25 Jahre Mörderische Schwestern erschienen. 

Anke Küpper hat eine Geschichte aus Tatort Nord 2 gelesen, sie ist ebenfalls eine der drei Herausgeberinnen der beiden Tatort Nord Bücher. 

Zum Abschluss hat Jutta Wilbertz ein weiteres Mal aus dem Buch „Die gruseligsten Orte in Köln“ gelesen. Und mit einem Lied den wirklich gelungenen Abend beendet.

Ach, was schreibe ich denn da. Nein, Jutta Wilbertz hat nicht mit ihrem Lied den Abend beendet, es gab noch eine Überraschung. Alle sieben Autorinnen, sowie die beiden Herren Wilbertz und Fechner kamen auf die Bühne und haben uns ein kriminelles Lied gesungen. 

Zuvor bekamen alle Beteiligten von Herrn Fechner ein Geschenk überreicht. Anke Küpper bedankte sich im Namen aller bei Anette Schwohl, ebenfalls mit einem Geschenk. Ich hoffe, es gefällt ihr und es wird in Rendsburg noch einmal ein Frauen Krimi Festival stattfinden. 

Mir hat die Zeit in Rendsburg sehr gut gefallen. Denn in den Tagen zuvor habe ich einige Orte besucht, die in den Krimis genannt wurden, nun macht es mir noch mehr Spaß, regionale Krimis aus dem Norden zu lesen. 

Zum Abschluss kann ich für mich sagen, dass sich die Reise gelohnt hat. Denn Rendsburg liegt sehr zentral und von dort aus konnten wir einige Orte besichtigen. Leider nicht, wie geplant mit den Rädern, aber wir waren ja mit dem Auto dort.

Es hat mich gefreut, dass ich mit zwei Bloggerfreundinnen an allen Veranstaltungen teilnehmen konnte: Heike von „Frau Goethe liest“ und Angélique von „Angéliques Leseecke“. Außerdem habe ich eine Bloggerin getroffen, die ich bereits einige Jahre kenne. Bisher haben wir uns aber immer „nur“ auf den Buchmessen gesehen: Claudia von Claudias Bücherregal.

Ganz toll fand ich natürlich, dass ich viele bekannte Mörderischen Schwestern wieder gesehen habe und neue kennen lernen konnte.

Tja, was Bücher betrifft…. es haben tatsächlich nur zwei den Weg in meine Tasche gefunden. Das liegt aber daran, dass ich einige der vorgestellten Bücher bereits zu Hause habe. Aber meine Wunschliste hat sich trotzdem erhöht.

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