Töchter der Speicherstadt – Der Geschmack von Freiheit

Autorin: Anja Marschall

Genre: Historisch

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 28. April 2022

Seiten: 464

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber ‏ : ‎ Piper Taschenbuch

Über die Autorin:
Die gebürtige Hamburgerin Anja Marschall lebt als Autorin und Journalistin mit ihrer Familie in Schleswig-Holstein. Vor ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitete sie als Erzieherin, Pressereferentin, Lokaljournalistin, EU-Projektleitung in der Sozialforschung, war Apfelpflückerin in Israel, Zimmermädchen in einem Londoner Luxushotel und Kioskverkäuferin an den Hamburger Landungsbrücken. Sie ist Mitglied der »Mörderischen Schwestern eV« und des »Syndikats« sowie der Mary-E-Braddon-Gesellschaft.

Kurzbeschreibung, übernommen:
Der Duft von frisch gemahlenem Kaffee und der Traum von Freiheit
Drei starke Frauen in bewegten Zeiten: Band 2 der großen Familiensaga rund um den Aufstieg einer Hamburger Kaffeedynastie vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte zwischen 1889 und 1989.
Hamburg 1929: Anders als ihre Mutter Maria hat Cläre Behmer zunächst kein großes Interesse am Kaffeekontor der Familie. Sie will lieber studieren und ihren eigenen Weg gehen, was ihrem Verlobten missfällt, hofft er doch, durch die Heirat mit Cläre »Behmer & Söhne« übernehmen zu können. Doch Cläres Leben ändert sich schlagartig, als sie den freiheitsliebenden Journalisten Fritz Waltershausen kennen und lieben lernt, während die neuen nationalsozialistischen Machthaber das Überleben des Kaffeekontors gefährden. Endlich erwacht in Cläre die Kämpfernatur ihrer Mutter, und sie setzt alles daran, ihr Erbe und ihre Liebe zu retten.
Die Hamburger Speicherstadt: weltweit größter historischer Lagerhauskomplex, Architektur-Juwel, UNESCO-Welterbe, Touristen-Magnet – und Herz des Hamburger Kaffeehandels
Mit dem »schwarzen Gold« wird an der Waterkant schon lange gehandelt. 1887 eröffnete in der Speicherstadt die Hamburger Kaffeebörse und wurde zum wichtigen Handelsplatz für das begehrte und lukrative Genussmittel. 24 Millionen Jutesäcke Kaffee aus Brasilien und Zentralamerika sollen dort in den ersten eineinhalb Jahren gehandelt worden sein. Bis zum Ersten Weltkrieg blieb Hamburg führend für diesen besonderen Markt, und noch heute ist die Hansestadt für den Kaffeehandel von großer Bedeutung.

Meine Meinung:
Nachdem ich im ersten Buch: „Die Töchter der Speicherstadt – Der Duft von Kaffeeblüten“ nicht nur die Familie Behmer kennen lernen durfte, sondern auch sehr viel über Kaffee erfahren habe, sowie über Hamburg und die Speicherstadt, wollte ich jetzt natürlich wissen, wie es weitergeht.
Die Autorin hat einen zeitlichen Sprung gemacht und ich kann nun lesen, wie sich das Leben der Familie Behmer nach 1929 abspielt. Die Geschichte startet mit einem gemütlichen Geburtstagskaffeeklatsch mit leckerem Kuchen und natürlich hervorragendem Kaffee. 

Allerdings muss ich schon dort erfahren, welche Probleme Cläre hat, denn sie würde zu gerne studieren, erhält leider nur Absagen. Während der so genannten großen Krieges durften die Frauen, nein, eigentlich mussten sie Aufgaben übernehmen, damit die Wirtschaft weiterläuft, während die Männer und Söhne sich im Kriegseinsatz befanden. Danach sollten sie wieder verdrängt werden. Manche Frauen hatten damit keine Probleme, wie beispielsweise Emma, die Cousine von Cläre. Ihr war es wichtiger, dass ihr Mann Karriere macht. Ich gestehe, dass mir Emma aus heutiger Sicht überhaupt nicht sympathisch war, es gab noch andere Einstellungen von ihr, die mir nicht gefielen. Man merkt, ich war schnell mittendrin im Geschehen und habe eine Position eingenommen, die nicht nur daraus bestand, dass ich kommentarlos alles beobachten würde.
Eigentlich könnte alles so schön sein, wenn es da nicht politische Bewegungen geben würde, die manche Familie entzweite. Alle Mitglieder der Familie Behmer hatten mehr oder weniger große Probleme zu bewältigen. Ob es nun der Kaffeehandel war, der arg leiden musste oder Personen, die anderen das Leben schwer machten. Sogar die Vergangenheitsbewältigung spielte eine wichtige Rolle, leider wurde sie von vielen nicht anerkannt. Ach, es gab soviel, wo ich anderer Meinung war und zu gerne eingegriffen hätte. Aber so war die Zeit und die Einstellungen vieler Leute.
Nun sollte keiner meinen, es wäre alles nur schlecht gelaufen für die Familie. Nein, die Romanze durfte ein Rolle spielen, es gab ein Wiedersehen nach langen Jahren und irgendwie gab es immer ein Licht am Ende des Tunnels. Es war halt eine bewegende Zeit. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und mir so scheinbar nebenbei viel interessantes vermittelt. Sicher ist der Begriff Muckefuck bekannt, aber weiß jemand mehr darüber?
Auf jeden Fall war ich auch diesmal an das Buch gefesselt und habe die Familie durch eine schwere Zeit begleiten können. Es gab überraschende Entwicklungen und manchmal tat es mir nicht unbedingt leid und manchmal freute ich mich sehr und etwas macht mich nun besonders neugierig auf das nächste Buch. 

Fazit:
Auch der zweite Teil der Kaffee-Saga ist lesenswert. Es gibt so viele Gefühle, die bei mir als Leserin hervorgerufen wurden. Ob es nun Anteilnahme, Freude oder Erstaunen war, ich wurde an das Buch gefesselt. Denn die Familie Behmer ist mir zum größten Teil ans Leserherz gewachsen.
Gerne gebe ich eine Leseempfehlung für dieses Buch, rate aber dringend, mit der ersten Folge zu beginnen. Deshalb habe ich hier auch auf Begebenheiten des ersten Buches wenig Bezug genommen, weil ich nichts verraten wollte, falls es jemand noch nicht kennt.

Übrigens, was ich noch erwähnen möchte, es gab eine Blogtour zum ersten Buch und wer mehr über Kaffee und Hamburg erfahren möchte, darf gerne meinen Beitrag und die meiner Bloggerkolleginnen lesen

Beim Verlag und bei NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

#TöchterderSpeicherstadtDerGeschmackvonFreiheit #NetGalley

Ich finde es immer wieder interessant, wenn es zu einem Buch, das ich gelesen habe, auch eine Rezension gibt, die von einer Bloggerfreundin geschrieben wurde. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auf „Frau Goethe liest“ hinweisen

Ein Gedanke zu „Töchter der Speicherstadt – Der Geschmack von Freiheit

  1. Pingback: Ersatzkaffee im Dritten Reich – Frau Goethe liest

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