London im Advent 2019 – Bericht

In den vergangenen Jahren war ich ja immer wieder in London und zwar zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten. Ich kann gar nicht so genau sagen, welche mir besser gefällt, jede hat ihren besonderen Reiz. Eins weiß ich allerdings, dass mir das beleuchtete London immer sehr gut gefällt.

Als im Frühjahr die Idee aufkam, mal wieder eine Reise zu unternehmen, kam mir spontan die Adventszeit in den Sinn. Mit drei ehemaligen Kolleginnen wollte ich diese Reise antreten und durfte zunächst frei planen. Alle wissen ja, dass es nicht zum Nachteil ist. Ich überlege, wo ich ein Hotel suche, damit wir bequem anreisen und die Stadt erkunden können. Denn diesmal war zumindest eine Übernachtung geplant, was bedeutete, dass wir nicht in aller Frühe los mussten. Da ich vor ein paar Jahren mit dem Holiday Inn in Kensington gute Erfahrungen gemacht hatte, schaute ich natürlich zuerst nach, wann vor Weihnachten günstig Zimmer angeboten werden. Wie das immer so ist, wir vier hatten dann fast eine Standleitung, aber mit Whats App klappt das ja bestens. Passt der Termin, bekommen wir dann frei, gibt es entsprechende Flüge und so weiter. Ich will jetzt nicht alles im Einzelnen aufzählen, die meisten kennen das ja sicher.

Wir waren dann bestens vorbereitet, jede hatte eine Oystercard, jede hatte den Boarding Pass und wir konnten uns ganz entspannt am Flughafen in Düsseldorf treffen.  Diesmal hatte ich die Flüge bei British Airways gebucht, denn in der Vergangenheit hat mich Eurowings immer wieder in Aufregung versetzt, weil Streiks angesetzt wurden. Vor Jahren mussten wir deshalb sogar einmal eine Reise nach London verschieben.

Starten sollte die Maschine um 10.30 Uhr, es hat auch relativ pünktlich geklappt, aber in London konnten wir nicht direkt landen. Ich hatte einer Ex-Kollegin den Fensterplatz überlassen, wusste ich doch, dass man auf der rechten Seite im Flugzeug einen wunderbaren Blick auf die Stadt hat, wenn sich die Maschine im Landeanflug befindet. Soviel zum Wissen auf den Ausblick, aber was ist, wenn das Flugzeug kreist und kreist und ein Stadion nicht nur einmal sondern dreimal gesehen wird und nein, es waren nicht unterschiedliche, es war immer ein und dasselbe. Auf jeden Fall durften wir dann endlich runter und landen. British Airways landet und startet immer von Terminal 5, das weit draußen liegt. Aber es klappte alles bestens und in sehr kurzer Zeit waren wir durch die Kontrolle und auf dem Weg in den Underground.
Mit der Piccadilly Line fährt man sehr gut rein in die City. Auf der Strecke, die man ca 40 Minuten fährt gibt es ja schon sehr viel zu sehen.
\“Mind the Gap\“ als ich dies wieder hörte, war ich auch sofort richtig in meiner Lieblingshauptstadt angekommen. Den Hinweis sollten wir noch oft genug zu hören bekommen.

Gloucester Raod war unsere Haltestelle, an der wir aus dem Underground wieder nach oben kommen konnten. Schnell orientiert und es ging zweimal links um die Ecke, da waren wir schon in unseren Hotel. Glücklicherweise waren unsere Zimmer schon \“ready\“, was uns der freundliche Mann an der Rezeption mitteilte und wir konnten unser Gepäck deponieren, kurz frisch machen und uns auf den Weg begeben.

Natürlich hatten wir im Vorfeld überlegt, wann wir wohin wollten, aber wir haben einiges spontan umgestellt, weil der Wetterbericht uns etwas mitteilte, was nicht so toll war. Am Ankunftstag sollte es erst abends regnen und am nächsten Tag schon vormittags. Wie gesagt, spontan waren wir ja und außerdem hatte ich kurz vorher noch einen Bericht über einen kleinen Park gesehen, der mehr oder weniger auf dem Weg nach Irgendwohin lag.

Nebenbei erwähnt, die Bilder zu meinem Bericht könnt Ihr wie immer in einem separaten Bericht betrachten.

Ich wollte gerne zum Garden an der Grosvenor Square, dort befinden sich auf der Wiese tausende von weißen Rosen, die man zur Erinnerung aufstellen kann, außerdem steht dort ein Lichterbogen. Ok, ich gebe zu, am helllichten Tag ist die Wirkung nicht sooo riesig, wie in der Dämmerung, aber ich konnte ja nicht erwarten, dass es den ganzen Tag dort dämmert 😉

Auf jeden Fall konnten wir durch diesen Abstecher schon die ersten Eindrücke wunderschöner geschmückter Häuser und Türen bekommen. Natürlich kann man in London sehr viele Wege zu Fuß machen, wenn man mehr als einen oder zwei Tage zur Verfügung hat. Aber wir wollten ja auch viel sehen und sind deshalb immer wieder einige Stationen mit der U-Bahn gefahren. Von der Bond Street wollten wir zum Piccadilly Circus und dort unsere ersten Souvenireinkäufe tätigen. Natürlich lernt man auf diesem Weg die Strecke im Underground sehr gut kennen, umsteigen, welche Bahn nehmen wir wohin und so weiter.
In diesem Jahr fand ich den kleinen Eros am Piccadilly Circus sehr unspektakulär, hatte ich ihn im Advent doch schon mal in einer riesengroßen Schneekugel gesehen. Aber egal, die Lichterketten zwischen den Häusern versprach uns für den Abend tolle Eindrücke.

Ziel war als nächstes die Haltestelle Leicester Square, von dort wollten wir zum Sky Garden fahren. Dies war auch unser einziger Termin, den wir fest eingeplant hatten. Aber dazu gleich mehr. Ein weiteres Mal hieß es ab in den Untergrund und schauen mit welcher Bahn fahren wir wohin, um dort wieder umzusteigen, für alle, die sich überlegen von der Leicester Square zu fahren, sei erwähnt, dass wir zunächst die Piccadilly Line bis Holborn genommen haben und dann in die Central Line bis Bank gefahren sind. Sky Garden befindet sich genau zwischen den Haltestellen Bank und Monument. Wir haben Bank gewählt und wollten noch ein paar Meter zu Fuß laufen, außerdem hatten wir Zeit.

Wer zum Sky Garden möchte, sollte sich auf jeden Fall frühzeitig ein Ticket besorgen. Es ist kein Problem, es kostet keinen Eintritt, aber die Besucherscharen sollen so kontrolliert und geregelt werden. Rechtzeitig dort sollten wir sein, das wurde mir in einer Mail mitgeteilt, wir waren so rechtzeitig, dass wir im Grunde zu früh für unser Zeitfenster da waren. Aber auch dort ist man flexibel und da der Andrang nicht sooo groß war, durften wir nach einer kurzen Taschenkontrolle mit dem Aufzug in die 35. Etage fahren.

Was soll ich sagen, es war überwältigend! Ich kam aus dem Aufzug raus und schaute sofort auf einen der im Innenraum stehenden beleuchteten Tannenbäume oder auf so etwas ähnlichem. Gleichzeitig sah ich das berühmte Hochhaus \“The Shard\“, dessen Spitze beleuchtet war und die Farben in Abständen wechselte. Ich kann meine Begeisterung gar nicht so richtig zum Ausdruck bringen. Wir waren eine halbe Stunde vor meinem geplanten Termin oben und das war genau richtig, denn es war noch etwas hell und so langsam wurde es dunkler und wir konnten Bilder machen und die beleuchtete Stadt betrachten. Ich kann jedem den Besuch des Sky Gardens wärmstens empfehlen.

Seit morgens waren wir unterwegs und wir hatten uns kaum gestärkt, also fiel der Gedanke, mal wieder das Fish and Chips Restaurant aufzusuchen, das wir schon kannten. Allerdings trennte ich mich kurz von meinen begleitenden Damen, ich wollte in einen Bastelshop, hüstel, nur mal gucken, ob sie etwas besonderes im Angebot hatten. Nun, mir sind doch tatsächlich ein paar Stempel in meine Tasche gehüpft. Im nächsten Jahr werden damit Karten gebastelt. Dieser Bastelshop ist gut von der Station Holborn zu erreichen, ich war inzwischen schon sehr oft dort, dass ich den Weg immer schneller finde. Meine Begleitung war in der Zeit unterwegs Richtung Covent Garden, in dessen Nähe sich das Restaurant befindet.  Da ich sehr schnell fündig geworden bin, traf ich auch nur kurze Zeit nach ihnen dort ein. Sie mussten ja noch einmal umsteigen und ich konnte oberirdisch den Weg zurück legen, das manchmal flott geht,  zumal es nur eine Station weiter war.

Wer gerne mal Fish and Chips zu sich nehmen möchte, dem empfehle ich \“The Rock and Sole Plaice\“ in der Endell Street. Von dort ist es nicht mehr weit bis zum Covent Garden. Seit Jahren ein Platz, den ich immer wieder gerne aufsuche und im Advent bin ich besonders neugierig, wie die Hallen drinnen und draußen geschmückt wurden. Gleichzeitig war ich gespannt, wie in diesem Jahr der große Tannenbaum auf dem Vorplatz dekoriert wurde. Bilder gibt es und ich erwähnte ja, dass sie im gesonderten Bericht angeschaut werden können.

Leider fing es nach unserem Besuch im Covent Garden an zu regnen, aber wir waren ja darauf eingestellt und den Londonern machte es ebenfalls nicht so viel aus. Ich wollte zu gerne noch zum \“Winterfest im Southbank Centre\“ dort gibt es nicht nur etwas zu Essen und zu Trinken, sondern auch sehr schöne Stände mit handwerklichen Gegenständen. Vor vielen Jahren hat mich das Winter Wonderland im Hyde Park noch begeistern können, aber mir ist es dort inzwischen zu rummelig geworden. Statt Weihnachtsmarkt ist es eher ein Rummelmarkt geworden, aber es zwingt mich ja keiner dorthin.  Auf jeden Fall haben wir einen, wenn auch nassen, Kurzausflug zur Southbank gemacht.

Da es noch nicht so spät war und wir tagsüber immer U-Bahn gefahren sind, hatte ich jetzt die Idee, mit dem Bus Richtung Hotel zu fahren. Das dauert erfahrungsgemäß immer etwas, aber unterwegs gibt es ja soviel zu betrachten und langweilig fand ich das Busfahren in London noch nie. Zunächst mussten wir ziemlich lange auf unseren Bus warten, vom Gefühl her meinten wir, das sämtliche an der Waterloo Bridge aufgeführten Busse mindestens zwei bis drei mal an- und abgefahren waren, bevor unser Bus endlich kam. Nun ja, das gehört einfach dazu und auch die Feststellung, dass Umsteigen nicht so leicht gemacht wird, zumindest wenn man davon ausgeht, dass der Umsteigebus dort halten müsste, wo wir es vermuten. Aber vor dem Umsteigen hatten wir die Möglichkeit wieder viele Eindrücke zu sammeln. Der Bus mit der Nr. 139 fuhr eine interessante Strecke. Über die Waterloo Bridge, Strand, Charing Cross, Trafalgar Square, Pall Mall, Waterloo Pl, Piccadilly Circus, Regent Street und Oxford Street. Und wirklich überall konnte ich mich über die Beleuchtung an den Straßen erfreuen. Leider regnete es ja und die Bilder fallen nicht so gut aus, wie ich es gerne gehabt hätte auf der anderen Seite sind auch sie durch die Regentropfen und Spiegelung im Bus eindrucksvoll geworden.

Nach einer ganzen Weile befanden wir uns endlich in dem Bus mit der Nr. 74, der auch zu unserem Hotel fährt. Allerdings hatten wir inzwischen etwas Durst bekommen und spontan fiel der Entschluss, in dem Pub, den ich ebenfalls gut kannte, etwas zu trinken. Womit der erste Tag einen guten Abschluss fand.

Habt Ihr noch Lust weiter zu lesen? Keine Angst, am zweiten Tag haben wir nicht mehr ganz soviel unternommen, weil es ja mittags wieder Richtung Flughafen ging.

Wir hatten uns früh verabredet, was sich dort früh anhörte, aber im Grunde hatten wir ja unsere Zeit von Hause noch verinnerlicht. Schließlich konnten wir unsere Uhr in London ja eine Stunde zurück stellen. Also wollten wir uns nach Londoner Zeit um acht Uhr treffen und in Ruhe auschecken, unser Gepäck deponieren und nach South Kensington fahren, um dort zu frühstücken. Frühstücken im Hotel kann jeder, aber es ist doch viel interessanter in einem  der vielen Restaurant oder so zu frühstücken. Muriels Kitchen an der Station South Kensington war deshalb am Vormittag unser erstes Ziel, wo wir uns zum Start stärken wollten.

Da das Wetter noch nicht so schlecht war, ging es dann zunächst zu Fuß weiter. Am Natural History Museum war wieder die Eisbahn aufgebaut. Wo sogar am frühen Morgen schon einiges los war. Von dort ist es ja nicht weit zu Harrods, was auf jeden Fall auf unserem Plan stand, naja, ganz dick auf meinem, weil ich dort einiges für mich einkaufen wollte. Aber wir hatten Zeit, denn Harrods öffnet erst um 10 Uhr und wir nutzten die Zeit dann auch, um Bilder der vielen geschmückten Häuser und Eingänge zu machen.  Ganz beliebt waren überall die riesengroßen Kränze, was ja auch toll aussah.

Direkt neben Harrods befindet sich die U-Bahnhaltestelle Knightsbridge, die wir wählten, weil wir uns ein weiteres Kaufhaus, nämlich Fortnum and Mason anschauen wollten. Es war auch sehr interessant, aber inzwischen wurde es doch immer voller im Geschäft und die richtige Ruhe zum Bummeln stellte sich nicht ein.
Da wir uns nicht sehr weit vom Piccadilly Circus entfernt aufhielten, ging es noch einmal dorthin. Allerdings hatten wir jetzt etwas Kaffeedurst und hatten auch nichts gegen eine Ruhepause einzuwenden. Es ist ja immer so, die ganze Zeit läuft man an Orten vorbei, wo man eine Tasse Kaffee oder so hätte trinken können, ist der Entschluss aber gefasst, einzukehren, bietet sich zunächst nicht das richtige an. Aber wir waren ja eingelaufen vom Vortag und fanden dann auch tatsächlich am Leicester Square eine Stelle, wo wir uns stärken konnten.

Wie es immer so ist, auf einmal vergeht die Zeit, wie im Flug und wir wollten uns auf dem Weg zum Hotel machen, dort unser Gepäck abholen und dann zum Flughafen fahren. Wir hatten zwar schon online eingecheckt, wussten aber nicht, wie lange die Kontrollen dauern würden. Lieber etwas zu früh, als zu spät losfahren. Zumal wir ja auch wieder ca 40 Minuten mit der U-Bahn fahren mussten.

Nun, das hat alles bestens geklappt, allerdings wurde uns auf der Hinweistafel angezeigt, dass wir ca 25 Minuten später abfliegen würden als geplant. Das wäre ja auch kein Problem gewesen, aber irgendwie war wohl sehr viel los und wir fuhren bestimmt 30 Minuten auf dem Rollfeld bevor wir endlich abheben konnten. Leider war der Flug etwas sehr holprig, aber wir haben es gut überstanden, sind allerdings eine ganze Stunde später gelandet, als es geplant war.

Auch diesmal hat es mir sehr gut in der Stadt gefallen. Ich weiß, dass ich gerne noch einmal hin möchte, aber das hat Zeit und vielleicht werde ich dann auch mal den Zug nehmen, denn Zeitersparnis hatte ich jetzt nicht wirklich, wenn ich bedenke, wie lange wir vorher unterwegs waren und wann wir endlich zu Hause angekommen sind.

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