Autor: Titus Müller
Genre: Krimi, Zeitgeschehen
Version: eBook, Hörbuch und Paperback
erschienen: 11. Mai 2023
Seiten: 400
Altersempfehlung: Erwachsene
Herausgeber : Heyne Verlag
Über den Autor:
Titus Müller, geboren 1977 in Leipzig, studierte in Berlin Literatur, Geschichtswissenschaften und Publizistik. 2002 veröffentlichte er, 24 Jahre jung, seinen ersten historischen Roman: »Der Kalligraph des Bischofs«. Es folgten weitere historische Romane wie »Die Todgeweihte« (2005). Titus Müller wurde mit dem C.S. Lewis-Preis und dem Sir Walter Scott-Preis ausgezeichnet und ist Mitglied im PEN. Für den Spionagethriller über einen Schlüsselmoment deutscher Geschichte, »Nachtauge«, wurde er als Histo-König des Jahres 2013 gekürt, »Berlin Feuerland« wurde mit dem Goldenen Homer als »bester historischer Gesellschaftsroman 2016« ausgezeichnet. Sein Roman »Die fremde Spionin« brachte ihn auf die SPIEGEL-Bestsellerliste und wurde auch von Geheimdienstinsidern gelobt. Titus Müller ist verheiratet und hat zwei kleine Söhne. Er lebt mit seiner Familie in Landshut.
Kurzbeschreibung, übernommen:
1989. Ria Nachtmann hat ihre große Liebe geheiratet und sich als Spionin zur Ruhe gesetzt. Ihre Tochter Annie verfolgt derweil einen gewagten Plan: Sie will eine Doku des DDR-Widerstands drehen und sie in den Westen schmuggeln. Als sie und ihr Freund Michael dabei versehentlich zwei Männer einer KGB-Geheimoperation filmen, gerät alles außer Kontrolle. Der in Dresden stationierte russische Agent Wladimir Putin hängt sich an ihre Fersen. Mutter und Tochter stehen bald zwischen allen Fronten und müssen erkennen, dass es um nichts weniger geht als um den Sturz der DDR-Regierung und die Zukunft Deutschlands.
Meine Meinung:
„Der letzte Auftrag“ ist hervorragende Abschluss der Spionin Reihe. Allerdings steht diesmal mehr Annie im Vordergrund, von ihrer Mutter Ria hatte ich in den vorherigen Büchern bereits einiges erfahren.
Das Buch startet im Jahr 1989. Die meisten von uns wissen, was sich damals in der DDR abspielte und letztendlich zum Öffnen der Grenzen führte. Aber es gab noch reichlich Mitarbeiter, die streng handeln wollten oder mussten, weil es ihnen sonst schlecht ergangen wäre.
Aus Sicht einer Person, die im Westen aufgewachsen ist und vieles eh nicht gut fand, was dort nach dem Mauerbau passierte, also aus meiner Sicht, war dieses Buch hervorragend geschrieben. Ich habe mich sehr oft ärgern müssen, über viele Mitarbeiter. Bissige Spürhunde, die anderen das Leben schwer machten, aber es natürlich ganz anders sahen. Sie glaubten ja oft auch daran, was ihnen erzählt wurde.
Der Autor ist 1977 in der DDR geboren und hat als Kind natürlich vieles mitbekommen, aber er war auch noch jung, als die Grenzen geöffnet wurden. Trotzdem fand ich es gut, wie er alles beschrieben hat. Er hat es eben direkt erleben können und mit Sicherheit mehr mitbekommen, als ein Jugendlicher aus dem Westen.
Titus Müller hat es auch ein weiteres Mal geschafft und mich an das Buch gefesselt. Er hat reale Personen mit fiktiven verknüpft, was nicht heißt, dass die Geschehnisse der erdachten Personen so nicht stattgefunden haben könnten.
Er hat sehr gut geschildert, wie Mutter Ria im Westen lebt und sich mit Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzt. Interessanter fand ich es allerdings, Annie zu begleiten. Sie war eine Person, die viele Vorgaben nicht mit ruhigem Gewissen umsetzen konnte und deshalb Probleme bekam. Außerdem erlebte sie das ereignisreiche Jahr im Osten ganz besonders intensiv. Die Personen waren mir so ans Leserherz gewachsen und ich hoffte sehr, dass der Autor sich für alle ein gutes Ende ausgedacht hat. Nun, ich war zum Schluss zufrieden.
Fazit:
Aufregende Zeiten habe ich als Leserin mit Ria und Annie durchleben dürfen. Es war sehr spannend, sehr interessant und sollte auf jeden Fall von allen gelesen werden. Wichtig finde ich außerdem, dass die jüngere Generation viel über das Leben damals erfährt. Ich persönlich habe ja aus westlicher Sicht einiges mitbekommen, aber vieles wurde ja auch verschwiegen, somit ist es ein wichtiger Beitrag zur deutschen Geschichte. Deshalb gebe ich für jedes Buch eine Leseempfehlung.
Dem Buch gebe ich fünf von fünf Sternen.
Beim Verlag bedanke ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar
