Rezension – Denn die Hoffnung endet nie – Im Sturmwind der Freiheit

Autorin: Julia Drosten

Titel: Denn die Hoffnung endet nie

Genre: Historisch

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 14. Mai 2021

Seiten: 397

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber : Independently published

Über die Autoren:
Julia Drosten ist in Wirklichkeit ein verheiratetes Autorenduo. Horst und Julia Drosten leben im Münsterland und hatten schon immer den Wunsch, Bücher zu schreiben. Fast genauso viel Spaß macht ihnen die Recherche. So flogen sie schon zusammen in einem alten Doppeldecker oder ließen sich von einer Kosmetikerin verwöhnen. Für „Die Honigprinzessin“ absolvierten sie einen Imkerkurs, für „Die schwarze Taube von Siwa“ folgten sie in Ägypten den Spuren der alten Pharaonen und für „Die Elefantenhüterin“ besuchten sie u. a. wilde Elefanten auf Sri Lanka. Für den Roman „Der Duft von Zimtblüten“ flogen sie quer über Afrika, fuhren die Gartenroute von Port Elizabeth bis nach Kapstadt und besuchten alle Schauplätze. Julia Drosten schreibt bevorzugt historische Romane. Mit „Die Honigprinzessin“ und „Meine Seele schreit so laut“ haben die zwei auch erfolgreiche Gegenwartsromane geschrieben.

Kurzbeschreibung, übernommen:
Zwei Frauen, die das Schicksal zu Feindinnen bestimmt hat, kämpfen in den Wirren des Zweiten Weltkrieges Seite an Seite um ihre Kinder.
Im kleinen Badeort Heringsdorf freut sich die über neunzigjährige Hermine Voßberg mit Sohn Artur und Schwiegertochter Karin auf ihre Lieblingssendung Bares für Rares. Doch dann findet der Experte im Geheimfach eines antiken Sekretärs einen silbernen Becher mit einer rätselhaften Gravur aus dem Jahr 1944 und Hermine bricht zum Entsetzen von Artur und Karin in Tränen aus. Von ihrem Sohn gedrängt, offenbart sie ein viele Jahre tief in sich verborgenes Geheimnis. Sie erzählt die Geschichte von Paulina, einer Widerstandskämpferin aus Warschau, die im Land ihrer Feinde verzweifelt nach ihrer verschwundenen Nichte sucht. Als Paulina und Hermine sich auf einem abgeschiedenen Anwesen in Pommern begegnen, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Um ihre Kinder zu retten, schließen sie einen Pakt gegen Willkür und Unmenschlichkeit.
Eine bewegende Geschichte über eine tiefe Freundschaft, die Hass und alle Grenzen überwindet. Dramatisch, atmosphärisch und hoch spannend.

Meine Meinung:
Von Julia und Horst Drosten habe ich schon viele Bücher gelesen und alle haben mich begeistert. Sie wählen immer ein ganz besonderes Thema und recherchieren gründlich und vor allem vor Ort. Deshalb bin ich immer wieder gespannt und freue mich auf ein weiteres Buch von ihnen.
So kam es, dass ich Paulina und Hermine kennen lernte. Zwei ganz unterschiedliche Frauen, die in verschiedenen Gegenden und vor allem sozialem Umfeld aufgewachsen sind. Paulina wohnt zum Zeitpunkt, an dem ich sie kennen lerne in Warschau und lebt als Widerstandskämpferin gefährlich. Hermine wächst wohlbehütet in Stettin auf und lässt sich verführen, denn es schmeichelte sie, dass ein gestandener Mann sich für sie interessierte. Beide Frauen haben natürlich unterschiedliche Sichtweisen auf die Geschehnisse rund um sie herum. Das ist verständlich, zeigt uns Leser aber auch, dass es immer auf die Betrachtungsweise ankommt. Trotz der Unterschiede kommen die beiden Frauen sich näher und müssen dann gemeinsam vieles durchstehen. Darauf will ich hier nun nicht näher eingehen. Allerdings hat mich vieles davon berührt und auch ein bisschen sauer gemacht. Schlimm, wie sich damals viele Menschen verhalten haben, leider durchaus realistisch.
Julia und Horst Drosten haben mich ein weiteres Mal an ihr Buch gefesselt, denn ich wollte natürlich wissen, was passiert und ob die Frauen es schaffen, wie ich es ihnen gewünscht habe. Denn gut ausgehen würde es ja, weil eine Betroffene die ganze Geschichte erzählt. Den Anlass dazu gab eine Sendung \“Bares für Rares\“. Mit der Schilderung der Sendung startete das Buch und ich musste mehrmals schmunzeln, denn ich hatte das Team so richtig vor Augen und \“hörte\“ sie auch. Ich verrate ja nichts, wenn ich hier kurz erwähne, dass ein Silberbecher, der zufällig gefunden wurde, den wirklichen Ausschlag gab, dass Hermine eine bewegende und geheimnisvolle Geschichte erzählte. Ich wollte es kaum glauben, aber vieles davon ist wirklich passiert. Deshalb habe ich mich außerhalb dieses Buches noch mehr über das Thema Kinderheim – Lebensborn informiert.

Fazit:
Ein Buch, das mich berührt hat. Es hat mir gezeigt, dass Zusammenhalt und Freundschaft selbst unter so genannten Feinden möglich ist. Es zeigt aber auch, dass es eine Zeit gab, in der unmenschliches passierte und es lebensgefährlich war, sich dagegen zu wehren. Vielen war damals wie heute einiges sicher nicht bekannt und deshalb finde ich es gut, wenn Autoren uns in Romanform berichten, was passiert ist.  Gerne gebe ich eine Leseempfehlung.

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