
Autorin: Miriam Georg
Genre: Zeitgeschehen, Roman
Version: eBook und gebundene Ausgabe
erschienen: 27. August 2025
Seiten: 512
Herausgeber : FISCHER
Hörbuch
Gesprochen von Tanja Fornaro
Spieldauer 16 Stunden und 42 Minuten
Verlag Argon Verlag Format Hörbuch
Über die Autorin:
Miriam Georg, geboren 1987, schrieb sich mit den Hamburg-Dilogien »Elbleuchten«, »Das Tor zur Welt« und »Im Nordwind« an die Spitze der Bestsellerlisten. Für »Die Verlorene« hat sie sich von ihrer eigenen Familiengeschichte und ihrer Ausbildung zur Systemischen Therapeutin inspirieren lassen. Sie hat einen Studienabschluss in Europäischer Literatur und lebt mit ihrer gehörlosen Hündin Rosali in Berlin-Neukölln.
Über die Sprecherin:
Tanja Fornaro ist Regisseurin und Sprecherin und versteht es auf großartige Weise, aus historischen Stoffen Zeit- und Hörreisen zu machen. Sie hat von Miriam Georg bereits mehrere Hörbücher bei argon gelesen, die eine große Hörer:innenschaft begeistern.
Kurzbeschreibung, übernommen:
Lauras Großmutter Änne hat oft von den goldenen Sommern in Schlesien erzählt. Über die Menschen von damals wollte sie jedoch nie sprechen. Als Änne schwer erkrankt, scheint es Laura auf einmal zu spät für all ihre unausgesprochenen Fragen. Auf der Suche nach Antworten fährt sie zum ehemaligen Gutshof ihrer Familie und taucht immer tiefer ein in die Vergangenheit. Dabei stößt sie auf schmerzliche Wahrheiten, die das Bild der Frau, die ihr so vertraut war, erschüttern. Und plötzlich geht es nicht mehr nur um Fragen nach dem Früher, sondern auch um Lauras eigenes Glück.
Meine Meinung:
Die Verlorene – eine besondere Art Vergangenheitsbewältigung und bewegende Familiengeschichte.
Als Lauras Großmutter plötzlich verstirbt, tauchen immer mehr Fragen über deren Leben in Schlesien auf. Wie es in vielen Familien leider vorgekommen ist, wurde vieles nicht erzählt, ja regelrecht verschwiegen. Manch einer bedauert, nicht hartnäckiger nachgefragt zu haben. Von mir kann ich das auf jeden Fall berichten, hätte ich heute noch einmal die Möglichkeit meine Großeltern zu fragen, würde ich es ganz bestimmt machen.
Laura will nun auch wissen, was die Briefe, Bilder und Dokumente zu bedeuten haben, die sie im Nachlass ihrer Oma findet und beginnt mit Nachforschungen und begibt sich auf eine Reise, später kommt ihre Mutter noch hinzu. Im Wechsel erfahre ich als Leserin, was in den 1940er Jahren in Schlesien passiert ist und was Laura im Jahr 2019 alles erlebt. Am Ende bin ich mit den Protagonistinnen mehr als überrascht. Damit hätten wir alle nicht gerechnet. Während des Lesens habe ich öfter überlegt, wie die Autorin auf die Idee zu diesem Buch gekommen ist und ich verrate hier sicher kein Geheimnis, wenn ich erwähne, dass es ein Manuskript ihres Großvaters gab, denn er hat seine Erlebnisse schriftlich festgehalten, somit konnte Miriam Georg reales mit fiktivem verknüpfen. Entstanden ist eine sehr bewegende und dramatische Familiengeschichte.
Ich hatte die Möglichkeit, dieses Buch zu hören und zu lesen. Eine ideale Kombination, wie ich finde. Tanja Fornaro hat dieses Buch hervorragend gelesen und mir angenehme Hörstunden beschert. Nun ist es allerdings manchmal so, dass ich nicht immer lesen oder hören kann, je nach Tageszeit muss ich mich entscheiden. Ohne weiteres konnte ich wechseln. Außerdem passiert es mir auch öfter, dass ich unbedingt wissen will, wie sich alles entwickelt und deshalb dann das Ende des Buches lese. Beides hat mich auf jeden Fall begeistert.
Fazit:
Die Verlorene ist ein Buch, das einen bewegt und nachdenklich macht und vielleicht den einen oder die andere anstößt, sich mit noch lebenden älteren Familienangehörigen zu unterhalten. Auf jeden Fall möchte ich gerne eine Empfehlung für dieses Buch aussprechen, denn es spiegelt auch eine Zeit der deutschen Geschichte wieder.
Ich möchte mich für die Rezensionsexemplare bei NetGalley und dem Verlag vielmals bedanken.