Autorin: Kerstin Lange
Genre: Roman, Gegenwart, Zeitgeschehen
Version: eBook und Taschenbuch
erschienen: 13. Februar 2024
Seiten: 460
Altersempfehlung: Erwachsene
Herausgeber : Tinte & Feder
Über die Autorin:
Kerstin Lange, geboren 1966 im Bergischen Land, arbeitete viele Jahre als Bilanzbuchhalterin, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Neben mehreren Krimis hat sie zahlreiche Kurzgeschichten veröffentlicht, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde. Kerstin Lange lebt mit Mann und Hund in Düsseldorf. »„Eine leise Ahnung von Glück«“ ist ihr erster Roman.
Kurzbeschreibung, übernommen:
Eine starke junge Frau zwischen der Résistance und der Liebe zu einem deutschen Soldaten
Ein Dorf bei Amiens, 1940: Während deutsche Soldaten durch den beschaulichen Ort marschieren, verspricht die junge Französin Carole, immer auf den kleinen Nachbarsjungen Emile aufzupassen. Als der Offizier Manfred bei Carole und ihrem Vater einquartiert wird, will sie nichts mit dem Deutschen zu tun haben. Heimlich wendet Carole sich dem Widerstand zu. Doch Manfred ist nicht der gewissenlose Besatzer, den sie erwartet. Schon bald kann sich Carole ihrer Gefühle für ihn nicht erwehren.
Düsseldorf, 2023: Verzweifelt sucht Louisa eine Pflegekraft für ihren Vater, der mit keinem zurechtkommt und selbst seine Nächsten vergrault. Als sie bei einer Familienfeier auf ein Geheimnis aus seiner Vergangenheit stößt, begibt sie sich auf Spurensuche. Kann sie so den letzten Wunsch ihrer Mutter erfüllen und sich mit ihrem Vater versöhnen?
Meine Meinung:
Von Kerstin Lange habe ich bisher Krimis und Kurzgeschichten gelesen, die mich alle begeistert haben. Nun war ich sehr gespannt auf ihren Roman. Zumal mich der Klappentext sehr neugierig machte.
Gleich im ersten Kapitel mache ich eine Zeitreise in das Jahr 1940. Ich lerne Carole kennen, eine junge Französin, die in der Nähe von Amiens lebt. Ihre Mutter lebt nicht mehr und ihr Vater ist Bürgermeister. Die Deutschen besetzen Frankreich und Manfred wird bei Carole und ihrem Vater einquartiert, worüber sie natürlich nicht erfreut sind. Ich kann mir die Gefühle von allen gut vorstellen und so manches Mal komme ich ans Grübeln, was hätte ich damals in solch einer Situation gemacht?
Im zweiten Kapitel befinde ich mich in Düsseldorf in der Gegenwart und lerne Louisa und ihren Vater Heinrich kennen. Heinrich ist nicht mehr ganz fit und braucht Hilfe, was er allerdings anders sieht. Er kommt sehr grantig und nicht gerade sympathisch rüber. Schnell stellt sich mir die Frage, weshalb ist er so. Genau das ist richtig, denn nach und nach lerne ich alle Personen besser kennen.
Die Kapitel wechseln zwischen Vergangenheit und Gegenwart, irgendwann weiß ich, dass es eine Verknüpfung gibt. Genau wie ich, will Louisa nämlich ebenfalls alles herausfinden und deshalb begleite ich sie gerne.
Nun wissen wir alle, was sich während und nach dem Krieg in Frankreich abgespielt hat. Ganz schlimm hat es die Frauen getroffen, die sich in einen deutschen Soldaten verliebten, weil sie feststellten, dass nicht alle so grausam sind und viele gegen ihren Willen Befehle ausführen mussten, mit denen sie nicht einverstanden waren.
Kerstin Lange hat eine bewegende Geschichte geschrieben, historische Hintergründe wurden dabei berücksichtigt, die leider den Tatsachen entsprachen. Die meisten der Personen habe ich in mein Leserherz geschlossen und so schwankte ich zwischen traurig sein, nachdenklich werdend und Hoffnung hin und her. Natürlich ist mir bekannt, dass das Schicksal oft grausam zugeschlagen hat. Wenn das alles bei mir schon solche Gefühle hervorruft, wie wird es dann bei den realen Menschen gewesen sein. So hoffte ich, dass es zumindest für die meisten fiktiven Personen gut ausgeht.
Die Autorin hat alles so fesselnd beschrieben, dass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte. Ich finde es sehr gut, dass verschiedene Begebenheiten aus der Vergangenheit heute aufgegriffen und in Romanen verarbeitet werden.
Fazit:
Eine sehr bewegende Geschichte über mehrere Personen, deren Handlungen und Entscheidungen Auswirkungen bis in die heutige Zeit haben. Das Buch hat bei mir sehr viele Emotionen ausgelöst und es zeigt auch mal wieder, dass nicht alles so ist, wie es anfangs aussieht. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung, die erst einmal jeder so hinnehmen sollte, denn ich kann nicht auf alles eingehen, was mir wichtig war, ich müsste dann zu viel verraten.
Das Buch erhält fünf von fünf Sternen
Beim Verlag und bei NetGalleyDE möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

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